Hallo,
im Moment habe ziemliche Problem auf Arbeit und mit dem Leben insgesamt und ich schaue im Moment extrem viel fern einfach weil ich dann nicht nachdenken muss. Aber mir geht es dadurch nicht besser - denn die Probleme bleiben.
Ich habe immer wieder Versuche unternommen das Fernsehen zu beherrschen, aber es geht schneller als ich denke und ich hänge wieder davor wie hypnotisiert – also jede kleine „Lockerung“ führt unweigerlich zum Rückfall. In Zeiten ohne Fernsehen – wenn ich es durchhalte – nutzte ich das Internet zu viel und verlagere somit nur die Sucht. Im TV gefällt mir kaum eine Sendung/Serie wirklich gut - aber ich kann mich auch nicht losreisen.
Wenn ich mir den TV verbiete und beim Internet auf die Nutzungsdauer achte – dann kommt die nächste Flucht – schlafen – ich gehen dann vor 20.00 Uhr ins Bett weil ich mit mir gar nichts anfangen kann. Ganz schlimm ist so die klassiche TV Zeit ab 20.00 Uhr ich fühle mich da total Einsam.
Ich habe heute erst mal des TV Kabel entsorgt und versuche e keine TV mehr zu klotzen - aber allein die Vorstellung bringt den "Schweinhund" schon in Bewegung - "Du mußt heute noch Wäsche bügeln das geht nicht ohne TV" "was soll das, Du schaffst des ja eh nicht" "wie lang soll diese Phase nun wieder andauern wirst eh wieder rückfällig" etc.
Bitte schreibt mir nun nicht, daß ihr schon seit Jahrzehnten keinen TV mehr hab/schaut und Euch gar nichts fehlt - sondern schreibt mir lieber wie Ihr das Problem angehen würdet? Eigentlich finde ich ja einen "kalten Entzug" nie eine besonders gute Lösung - denn mir wäre es auch lieber ich könnte den TV einfach auslassen und nur 1 x wöchentlich (oder so) nutzen, aber ich kann das einfach nicht.
Gruss
Alva
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Thema: TV Junkie auf Entzug
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08.12.2013, 09:59Inaktiver User
TV Junkie auf Entzug
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08.12.2013, 10:23Inaktiver User
AW: TV Junkie auf Entzug
Liebe Alva,
zeitweise kenne ich das Problem von mir selbst auch. Bin zur Zeit auf Arbeitssuche und den ganzen Tag alleine zu Hause. Wir sind erst vor 3 Monaten hierher gezogen, daher kenn ich bis auf unsere Nachbarn auch noch niemanden. Die einzige Möglichkeit, mal unter Leute zu kommen, hab ich derzeit durch meine Mitgliedschaft im Fitnessstudio (ich gehe leider trotzdem zu selten hin
) und beim Einkauf.
Da ich mich vor kurzem zu einem Fernstudium angemeldet hab und daher viel von zuhause aus arbeiten muss, werde ich quasi schonmal gezwungen, den TV auszulassen und zu lernen.
Mir hilft es, wenn ich meinen Tag strukturiere. Während dem Frühstück "erlaube" ich mir, nebenbei Frühstücksfernsehen oder so zu schauen. Danach kommt die Kiste erstmal aus und die notwenigen Hausarbeiten werden gemacht (Betten machen, Wäsche, Spülmaschine einräumen etc.) Dann lern ich 1 Stunde. Bei gutem Wetter geh ich dann mal ne halbe bis dreiviertel Stunde raus zum Spazieren.
Zum Mittagessen schau ich meine Lieblingsserie, danach zwing ich mich nochmal zu lernen, bis ich um ca. 16 Uhr mit den Vorbereitungen fürs Abendessen beginne.
Leider lande ich gerade abends auch viel zu oft vor der Kiste. Manchmal mach ich aber auch ganz bewusst den TV nach den Abendnachrichten aus, mach mir nen Tee, leg mich aufs Sofa und les ein schönes Buch oder höre Musik. Hin- und wieder geh ich unter der Woche auch mal ins Kino (ist zwar im Prinzip auch fernsehen) oder auswärts eine Kleinigkeit essen.
Ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, wenn du dir von jetzt auf gleich das fernsehen komplett verbietest. Vllt. wäre es eine Möglichkeit, ein oder zweimal in der Woche einen fernseh- und computerfreien Abend einzulegen. Du könntest stattdessen lesen, Musik hören, in die Badewanne gehen, Wellnessabend zu Hause mit Fußbad und Gesichtsmaske, Sport machen, dir was leckeres (außergewöhnliches) zu essen machen, eine Freundin besuchen oder spazieren gehen.
Und noch ein Tipp: Beim Puzzlen vergeht wahnsinnig schnell die Zeit. Mir macht es Spaß und ruck zuck ist der Abend rum.
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08.12.2013, 10:56
AW: TV Junkie auf Entzug
hallo,
es gibt einfach phasen im leben, wo man mal etwas mehr oder weniger konsumiert. wenn es einem dann bald wieder besser geht, verlagern sich die interessen automatisch wieder. und spätestens im frühjahr geht man auch wieder öfter raus.
ich war jetzt ein halbes jahr krank zuhause und habe auch wesentlich mehr fern gesehen als sonst. aber warum sich deswegen jetzt noch eine baustelle aufmachen?
mir hat mal ein psychologe gesagt, dass man sich in schlechten zeiten nicht noch zusätzlichen stress machen sollte, in dem man sich dinge verbietet und dadurch noch mehr stress produziert.
und wenn die momentane ablenkung halt in form von fernseh gucken daher kommt, dann ist das doch nicht tragisch.
warum ist fernsehen schlecht? und wenn ich euch beide richtig verstanden habe, kümmert ihr euch ja durchaus auch um job haushalt etc. und lasst nichts liegen, weil ihr euch nicht von der glotze wegbewegen könnt.
wenn man stattdessen andere dinge im übermaß betreibt (ein buch nach dem anderen verschlingen, das bad mit der zahnbürste putzen oder einen schal nach dem anderen stricken) ist das doch auch nicht viel sinnvoller, weil man es dann auch nicht bewußt oder mit genuß und freude macht.
das einzige was ich noch empfehlen würde ist, die problemlösung aktiv anzugehen. ich weiß leider nicht welcher art das problem auf deiner arbeit ist alva, aber nimm dir doch jeden abend, nach dem abendessen eine stunde zeit und überlege dir was du ändern kannst und notiere dir das oder nutze die zeit im internet um zu recherchieren (falls du das nicht eh schon tust). so hat man das gefühl was sinnvolles für sich getan zu haben und hat auch nicht so ein schlechtes gewissen, wenn man sich die ablenkung genehmigt, die man offenbar im moment braucht.Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach
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08.12.2013, 10:59
AW: TV Junkie auf Entzug
Bei langweiligen Arbeiten kann man sehr gut Hörbücher hören. Man bekommt sie in der Bibliothek. Ich zwinge mich immer, den Fernseher bis zum Beginn des Vorabendprogramms ganz aus zu lassen. Als Ausnahme gibt es höchstens mal eine Sportübertragung meiner Lieblingssportart, oder etwas n-tv, aber nur selten.
Die beste Ablenkung ist Sport. Richtig viel Sport. Lange Wanderungen, Radtouren, Golfrunden, aber auch normale Sporteinheiten. Andere Aktivitäten helfen auch gut, egal, ob man zur VHS geht, ein Museum besucht, durch die Bibliothek stöbert oder einen Freizeitpark besucht.
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08.12.2013, 11:12
AW: TV Junkie auf Entzug
Gute Frage. Man steckt so in seinen Gewohnheiten drin, dass man davon schwer wieder los kommt. Ich kenne das auch, dass ich vor der Kiste haenge und dann alle moeglichen Sachen gucke, die im Nachhinein mal wieder voellig sinnlos und ueberfluessig waren. Leider laeuft auch selten was vernuenftiges.
Sich einfach vorzunehmen, dass man nicht mehr fernsieht (oder am PC rumdaddelt), bringt leider nichts. Bei mir funktioniert sowas maximal einen Tag lang. Alternativprogramme haette ich reichlich, nur habe ich zu denen auch nicht immer so viel Lust.
Gibt es denn sonst nichts, woran du evtl. Freude hast? Mir scheint, dein hauptsaechliches Problem ist, dass du dich ohne die uebliche Ablenkung nicht wohl fuehlst (einsam, gelangweilt, nutzlos, was auch immer). Mit der Glotze merkst du davon nicht so viel. Mir geht das auch gerade so. Momentan haben sich einige Freundschaften aufgeloest (aus diversen Gruenden) und ich komme nicht mehr so viel rum. (Hab auch kaum Lust, sonst koennte ich ja mal wieder die alten Anlaufstellen nutzen.)
Besser als Fernseh- und PC-Entzug waere es, die eigentliche Problematik zu erkennen und zu beseitigen. Dann laesst auch das Interesse an der Glotze ganz von selbst nach.
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08.12.2013, 12:12Inaktiver User
AW: TV Junkie auf Entzug
mir helfen vor allem sport oder spaziergehen in solchen fällen und gesellschaft.
ich würde mir also eher darüber gedanken machen, was ich sonst noch tun könnte und weniger über den tvkonsum. der ist ja nur symptom und nicht ursache der probleme.
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08.12.2013, 13:00
AW: TV Junkie auf Entzug
Hallo Alva,
ehe du dir Zeit vom Fernsehen wegholst, solltest du wissen, was du damit tun willst. Nur die Wand statt der Glotze anzustarren bringt's nicht! Was kannst du tun, was dich ein bißchen von dir selber und deinen Gedankenkarussellen (und deiner Glotze) wegbringt? Renovierungsprojekte, Musik, Sport, Leute treffen, Malen, irgendwo engagieren, wo du Erfolgserlebnisse bekommst, ...?
Kannst du in typischen "Glotzsituationen" (Bügeln!) etwas anders machen? Vielleicht dessen Musik oder Hörbücher hören? Dann ist die Kiste nämlich erst mal nicht an, und wenn sie nicht an ist, muß man sie nicht ausschalten.
Und -- andere Grube, gleiche Baustelle -- kannst du etwas gegen die Gedankenkarusselle unternehmen, außer sie unter einer Lage seichter Unterhaltung zu begraben? Gibt es Probleme, die du lösen kannst, oder Probleme, bei denen du sagen kannst "nicht lösbar, ist halt so, nicht mehr drüber nachdenken?"** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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08.12.2013, 17:47Inaktiver User
AW: TV Junkie auf Entzug
Liebe Alva,
von dem,was ich bislang lese, dokterst Du am Symptom herum und fragst auch deswegen um Rat.
Wenn Du das Fernsehen als Ablenkung und Übertünchung Deiner Probleme nimmst, wird das nichts werden.
Weder mit der Problemlösung noch mit der Fernseh-Einschänkung.
Du sollstest Dir klar machen: Es gibt einen Grund, warum Du zu diesem Mittel greifst. Und zwar zu genau diesem Mittel.
Was deckelt Fernsehen also für Dich, woran musst Du nicht denken, was musst Du nicht fühlen und was nicht tun, wenn Du fernsiehst?
Der Fernseher an sich ist nicht der Bösewicht, der kann nur mit Strom - und Du bist die Herrin des An- und Aus-Knopfes.


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