nach dem krieg wurden prozesse begonnen, das bestreben war, die gewinner des vorigen systems ins gefängnis zu schicken.
spätestens 1950 hatten die besatzungsmächte in allen zonen erkannt, dass der staat so nicht mehr aufzubauen war, man liess die belasteten menschen höherer bildung wieder auf ihre alten posten, wenn man auch die vorrückungen im gehaltsschema während des dritten reiches zurücknahm, also finanziell empfindliche einbussen bescherte.
wenn menschen heute auf arisierten gütern sitzen, der vorbesitzer jedoch keine nachkommen oder verwandten hat, es beim besten willen keine erben mehr gibt, bleibt alles wie es ist. zwar sagen die worte, was geschah war unrecht, aber der materielle gewinn straft die worte lügen.
das bezieht sich auf typische fälle, nicht auf einen konkrete person.
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08.12.2013, 13:36
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Geändert von legrain (08.12.2013 um 13:44 Uhr)
lg
legrain
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08.12.2013, 13:41
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Wenn jemand anderes das Verfahren betreibt und Du als Zeige benannt wirst, wirst Du irgendwann eine Aussage machen müssen. Daran geht kein Weg vorbei. Allerdings kann man sich immer auf "weiss ich nicht mehr" zurückziehen.
Aber genau das lässt den Betroffenen verzweifeln. Ich hatte einmal ein Verfahren nach dem OEG - Opferentschädigungsgesetz - zu begleiten. Nicht als Anwältin, sondern als Backup hinter den Kulissen. Es war klar, dass einige Zeugen sich nicht erinnern WOLLTEN, aus welchen Gründen auch immer. Für die betroffene Person eine erneute Traumatisierung, weil gefühlt erneut im Stich gelassen.
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08.12.2013, 13:43Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Eine wirklich heikle Geschichte, den sie zieht so weite Kreise.
Die Gefahr, sich daran zu beteiligen wurde schon sehr ausführlich hier beschrieben.
Was passiert, wenn du nichts tust?
Alle Umstehenden im engeren Kreis, lernen, dass dieses böse Handeln keine Konsequenzen hat. Die Opfer haben den Eindruck, dass es keinen Sinn hat, sich zu wehren.
So soll das Generationen weiter gehen?
Schließlich ist Wegschauen auch keine Lösung. Man wird zum passiven Teil des Systems, das man doch so sehr verabscheut.
Ich kann deine Überlegungen absolut verstehen, doch letztendlich musst du dich tief in Dir fragen, mit welcher Entscheidung du am besten Leben kannst.
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08.12.2013, 13:44Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Mich auch, liebe legrain.
Wenn Du dazu ein berühmtes und, in meinen Augen, einmalig unfassbares Schauspiel haben möchtest, dann gehe nach Bayreuth, wo alljährlich die Mächtigen und Schönen Deutschlands den "Weihfestspielen" eines unfassbar radikalen Antisemiten und Menschenverächters beiwohnen.es scheint sich alles zu wiederholen, weil man nie richtete, weil unrecht sogar noch mit besitzvermehrung belohnt wurde.
die nachkommen verachten zwar zum jetzigen wind passend das damalige regime, doch sie leben die erlernten erfolgreichen methoden weiter, kommt mir vor.
In seinen Werke (mag man zu den Noten stehen, wie man will) geht es nur um "Erlösung" (Zerstörung und Tod) und um das Unschädlichmachen von Kreaturen und Weibern.
Die Nachkommen dieser "Dynastie" haben dem Regime gehuldigt und es unterstützt. Winifred Wagner steht bis zu ihrem Tod unerschütterlich und öffentlich hinter ihrem nur menschlich und liebenswerten Freund "Wolf".
Die "Weihfestspiele" werden heute von Staat und Kommune finanziert und auserwähltes Publikum pilgert zu dem Wallfahrtsort, an dem schon unser lieber Freund "Wolf" gebetet hat.
Es ist widerwärtig und kaum zu toppen.
Als die Festspiele auf dem (braunen) Hügel 1956 wieder mit Staates Geldern eröffnet wurden, wurden Zettel an das Publikum ausgegeben, auf denen stand, dass Gespräche über die Vergangenheit nicht erwünscht sind. Es gilt die Kunst.
So wie 1933 Zettel verteilt wurden, auf denen gebeten wurde, von spontanen "Huldigungen des Führers" abzusehen.
Es gilt die Kunst.
Ich kann mich nur dem anschließen, was die anderen Dir geschrieben haben.
Du wirst vergebens versuchen, Dir und anderen Betroffenen, Gerechtigkeit zu verschaffen. Diese Strukturen erhalten sich durch sich selbst.
Je mehr Leute von Bedeutung darin verwickelt sind, desto haltbarer ist diese Geflecht. Begebe Dich nicht dort hinein. Du wirst darin ersticken.
Gehe Deinen eigenen Weg und helfe den Betroffenen mit Dir selbst und Deinem Wissen, da kannst Du etwas bewirken.
Hilfe von anderen (Justiz oder Öffentlichkeit) wirst Du und die anderen nicht bekommen. Eher im Gegenteil
Wenn Du die Möglichkeit hast, mit dieser Dame in Kontakt zu treten, dann würde ich ihr ohne Scheu sagen, dass Du keine Angst mehr vor ihr hast. Das ist das Schlimmste, was sie zu hören bekommen kann.
Denn die Angst ist das Instrument, mit dem diese Menschen Macht über andere haben.
Ohne dieses Instrument sind sie nichts.
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08.12.2013, 13:54
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
ganz naiv geantwortet -und tief im herzen ist man ja ein kleines kind- ich würde mir so wünschen, dass sie heulend bekennen würde, dem falschen geist aufgessen zu sein, dass sie sich bei allen opfer entschuldigte, und wiedergutmachung immaterieller art betriebe, damit ich wieder, wie in jungen jahren, dran glauben könnte, unsere weltanschauung mache aus allen bessere menschen.
und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.
so etwa.lg
legrain
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08.12.2013, 14:02Inaktiver User
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08.12.2013, 14:22
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
das wollte ich sofort strikt zurückweisen, ich bin rein.

nachgedacht, ja du hast recht.
ich glaubte an die moralische vorherrschaft eines sytems.
brächten sich alle idealistisch und gebend ein, könnte man als eine demokratische, das leben aller verbessernde gruppe leben.
als lohn des eigenen verzichts, auf um beispiel das höhere gehalt wie in der freien wirtschaft, würde man sich und anderen in einer guten gemeinschaft sicherheit geben.
nach dem ganzen einsatz stand ich plötzlich vor der erkenntnis, hier gelten machtsspiele und intrigen wie draussen, der verzicht wird nur von den proleten gefordert, den gesellschaftlichen gewinn streifen einige wenige mit ellbogen ein.
mich entäuschte nicht, dass sie es probierte, uns mitarbeiter (wir waren im ehrenamt gleichwertig) für ihre belange einzusetzen. versuchen darf man es, das ist in ordnung, mich erschütterte, dass keiner ihr entgegensetzte, was unsere statuten oder gebote eigentlich sagen. die von ihr schnell hervorgesprudelten methoden durften nicht gebilligt werden. ich dachte, man habe als angehöriger eines "sozialen" betriebes ein recht auf korrektur durch die gemeinschaft. aber wenn sie etwas wollte, warfen sich ihr alle unter, als sei sie eine moralische führernatur, und das rechtfertige die ausserkraftsetzung der gebote..
wir spielten menschen vor, für sie menschliche angebote bereitzuhalten, und glaubten daran. was hatten wir?:Geht es dir in gewisser Hinsicht auch darum, deine frühere eigene "Beteiligung" an ihren Machenschaften zu entschuldigen?
leere worte!
wer uns zusah, erlebte lüge und intrige, hinterhältiges getue.
weshalb diente ich einem ungerechten systen so lange?
warum brauchte ich so lange, um zu sehen, dass es da schlimmer zuging als draussen?
was die person anlangt, habe ich die erkenntnis, dass man sich mit nichts ihrer inszenierung entfliehen kann, schweigt man, fordert sie durch schmerzhafte lügen eine entgegnung heraus, will man freundlichen tones entgegnen, fällt sie, bevor man was sagen kann, in einen schwächezustand, bei dem sie von mehreren gestützt werden muss. sie behauptet dann, man habe sie verbal schwerst angegriffen.
das macht wirklich verzweifelt, wenn man ja nur frieden erzeugen (!) will.Geändert von legrain (08.12.2013 um 14:50 Uhr)
lg
legrain
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08.12.2013, 14:34Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
"Sozial" bedeutet, dass man abgibt und teilt.
Und das ist es nicht, was diejenigen wollen, die sich einen Vorteil davon versprechen, sich einer "Führernatur" unterzuordnen.
Diese möchten profitieren, Vorteile haben, selbst Macht ausüben und mehr als andere gelten.
Was erwartest Du?
Dass gierige Menschen plötzlich teilen?
Ein Wolf ist kein Lamm. Viele Lämmer können auch gegen einen Wolf nichts ausrichten. Er schnappt sich eines und lässt die anderen in Ruhe.
Bis er wieder Hunger kriegt.
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08.12.2013, 14:47
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Es ist so gut, wenn Du das erkannt hast!
Es wird immer Wölfe und Lämmer geben.
Was kann jeder tun? Was kannst Du für Dich tun?
Dieses System nicht mehr unterstützen.
Was Du schilderst scheint mir viel zu groß zu sein, als dass es durch einen Prozess und durch irgendwelche Zeugenaussagen gelöst werden kann. Wenn auf der großen Gesellschaftbühne diese Schauprozesse geführt werden können, dann nur, weil alle mitmachen oder glauben, mitmachen zu müssen.
Aussteigen und sich persönlich aufrichtig zu verhalten, das ist vermutlich viel wirksamer auf die Dauer. Und es ist für Dich viel gesünder.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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08.12.2013, 14:52



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