Sie hat sich als Christin ausgegeben, aber sie war (ist ?) nationalsozialistisch. Und diese Leute gehen von Kategorien "wertes" und "unwertes" Leben aus. Und sie fürchten weder Tod noch Teufel. Nur das Sterben gefällt ihnen nicht.
Das kenne ich auch so. Es gibt immer einen Blitzableiter, einer, der querschießt. Wenn der wegfällt durch Ausstoß aus der Familie oder Tod oder Suizid, dann ist der nächste dran.Merkwürdiger weise scheint die damalige Generation davon auszugehen, dass alles gut ist, sobald man einen "schwarzen Peter" gefunden hat. Weil das ent-schuldigt. Völlig gaga. Aber in weiten Kreisen beheimatet!!
So bleibt die Familie immer rein und vereint (gegen einen).
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07.12.2013, 21:12Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
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07.12.2013, 21:34
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
jeder einzelne beitrag hat mir sehr wichtige worte geschenkt, ich möchte euch allen danken.
morgen werde ich näher auf eure wertvollen gedanken eingehen.lg
legrain
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08.12.2013, 01:36
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
legrain, mein erster gedanke war, du bist vielleicht die schwiegertochter gewesen, der soviel bitterböses nachgesagt wurde.
Ich glaube nicht, dass es gut ist, diese frau vor irgendein weltliches gericht zu bringen. das bringt dir nicht die teile deines lebens zurück, die sie zerstört hat. und ihr bringt es keine erkenntnis. diese frau wird alleine sterben. wie wir alle letztendlich. aber ohne den gedanken, das jemand in liebe an sie denkt. ich bin sicher, sie weiss das
du aber, mir hier nur virtuell bekannt, du hast mich sooft zum lächeln, zum nachdenken, zum weinen und zum etwas ändern gebracht. nur durch das deine texte lesen. die du uns hier schenkst. ich hatte eine sehr weise grossmutter, die leider viel zu früh gestorben ist. ich war gerade 13 jahre alt. lese ich deine texte, sehe ich sie vor mir.
bitte verrenne dich nicht an dieser hülle eines menschen.
du hast eine wichtige botschaft: es gibt "das böse" du hast es kennengelernt und hast darunter gelitten. du kannst es beschreiben, erklären und davor warnen. ich weiss, das viele leute die in meinem alter oder jünger sind, das gar nicht wissen. und vielleicht auch nicht wissen wollen. ich finde es wichtig, das dieses wissen um die abgründe weitergegeben wird- damit wir uns schützen können, wenn wir es erkennen.
wenn ich dich um etwas bitten darf: lass uns nicht zusehen, wie du deine kraft in ein schwarzes loch ohne boden verschwendest, nimm lieber deine kraft und lass uns weiter an deiner weisheit teilhaben.
das wünsche ich mir.Geändert von posterestante (08.12.2013 um 01:45 Uhr)
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08.12.2013, 07:50Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Vielleicht ist "sich nicht drum kümmern" die größte "Strafe"? Kein Umgang mehr mit dieser Frau, Isolation. Das Umfeld ist doch wohl erwachsen und sollte selbstständig genug sein, dass es nicht mehr am Tropf dieser Frau hängt.
Beschäftigung mit dem eigenen Leben, der Zukunft und Aufarbeitung des Vergangenen - aber ohne diese Dame zu involvieren.
Strafrechtlich ist es wohl verjährt, wenn es denn wirklich relevant war.
Ich glaube man kann mit solchen Familiengeschichten ganze Generationen seelisch verkrüppeln. Um so wichtiger ist es, dann auch mal einen Schnitt zu machen und sich nicht in eine jahrelange (unbewusste) Opferrolle aufzuhalten.
Niemand ist gezwungen, sich um diese Frau zu kümmern. Sollte sie Hilfe brauchen, gibt es sicherlich noch genug, die sie verehren.
Und man sollte sich auch nicht moralisch oder finanziell erpressen lassen.
Wenn man doch schwach wird, sollte man in sein Inneres hören, ob da nicht irgendwelche Erbinteressen eine Rolle spielen.
Wenn das Leben bis jetzt nicht dazu beigetragen hat, dass sich diese Dame vom Bösen zum Guten wandelt, wird es auch nicht ein Gerichtsprozess schaffen.
Ich glaube auch, dass es für's eigene Seelenheil nicht gesund ist, wenn man von der Einsicht und dem Schuldeingestehen des Bösen abhängig ist.
Also, eigenen Weg gehen und nicht mehr dran aufreiben.
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08.12.2013, 09:18Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Kranke Systeme sind häufig nicht oder nur durch extremen Kraftaufwand zu reformieren. Den juristischen Weg dabei zu Hilfe zu nehmen, kann Straftaten ahnden, aber nicht heilen.
Wer gesunde Anteile hat, entzieht sich solcher Dynamik, pfeifft aufs Erbe, führt ein eigenes Leben, und arbeitet daran zu gesunden. Das kann familiär durchaus in die Isolation führen - mittel-, und langfristig läuft es darauf hinaus, dass sich ein solcher Mensch eine "andere" Familie sucht, eine, die nicht in dysfunktionalen Spiralen verhaftet ist.
Ich empfinde die eigene Lebenszeit als zu kostbar und vor allem ungewiss - niemand weiss, wann die eigene Uhr abläuft - um mich darin aufzureiben, Dinge verändern zu wollen, die nicht durch meine Kraftanstrengung veränderlich sind. Anzeigen kann man das, was beweisbar ist. Bereits beim Thema Missbrauch, der ein schlimmes Verbrechen darstellt, erreicht man jedoch eine Grauzone, in der es sehr schwierig wird, auf rechtlichem Wege zu einem Ausgleich zu kommen. Oft ist es gesünder, sich davon zu distanzieren, und stattdessen Kräfte darauf zu verwenden, gesund zu werden.
Gesundheit ist das höchste Gut. Vergangenheit können wir nicht umschreiben - aber die Gegenwart gesund und liebevoll, freundlich und wertschätzend gestalten, und damit gute Weichen für die Zukunft stellen.
Was früher war ist nicht unerheblich, aber es ist gut, es los zu lassen, wenn es aufgearbeitet, emotional verdaut wurde. Das zu erreichen kann ein sehr langer Weg sein, aber es ist ein lohnender - allemal erheblich lohnender, als der Versuch, irgendeine Form von Genugtuung zu erwirken.
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08.12.2013, 10:37
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Ganz toller Beitrag, liebe chironex!
Ich möchte das bekräftigen, was Du schreibst!
Die Vergangenheit der Kriegsgenerationen wirkt in den folgenden Gerationen fort, durch die Verdrehungen und Verbiegungen, die die Kriegsgenerationen davongetragen haben und weitergegeben haben.
Davon muss und kann und darf man sich aber befreien.
Und die Schuld bei denen lassen, die sie sich aufgeladen haben.
Sie haben sie! Auch ohne Anklage, auch ohne Genugtuung einer weltlichen Bestrafung, die wahrscheinlich garnicht raisonierend wirkt, sondern noch alles verdrehte Denken verstärkt, versucht umzudrehen und gegen die Ankläger zu wenden.
Das Böse sein zu lassen, sich davon abzukehren, das ist gewinnbringender, als irgendeine Rehabilitation oder ein Erbe zu erstreiten. Aus dem Bösen kommt niemals etwas Gutes, selbst das Erbe daraus nicht.
Nicht die Bösen, die Täter/-innen sind wichtig, sondern die Verletzten, die Missbrauchten und Beschuldigten.
Man kann sich nicht mit fixiertem Blick auf die Bösen davon befreien.
Ich kann nur aus eigenem Erleben raten, sich vollständig zu befreien und den Blick einzig nur auf sich selbst zu wenden.
Sich selbst und seine Lieben zu schützen und zu verteidigen sollte die Hauptsache sein.
Das eigene Seelenheil verdient alle Aufmerksamkeit, nicht die Genugtuung einer Strafe für die Schuldigen. Denn sie gibt es nicht, die ist vollkommen unmöglich, wenn auch vielleicht juristisch möglich. Moralisch und emotional ist sie unmöglich im Leben. Wenn überhaupt wird Gerechtigkeit auf ganz anderen Ebenen hergestellt und nicht durch uns.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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08.12.2013, 10:55Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
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08.12.2013, 11:53
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Juristische Verfahren eignen sich aufgrund ihrer Struktur nur sehr eingeschränkt dazu, seelische Wunden zu lindern. Oft, zu oft, passiert genau das Gegenteil. Das, was die/der Betroffene wünscht - Anerkennung des Leids, Gesehen werden - tritt nicht ein, die Wunden werden tiefer statt zu heilen. Wenn es hauptsächlich um Verarbeiten geht, würde ich einen anderen Weg empfehlen.
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08.12.2013, 12:09
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
aktuell geht es um ihren kleinsten sohn.
der wird derzeit vor aller welt als bedroher hingestellt, natürlich enthalten die vorwürfe wieder sexuelle anschuldigungen.
als der junge mann in der pubertät war, verlangte sie von uns, mit ihr in einem gremium sitzenden, wir sollten ihrem sohn mal grenzen setzen kommen. ich sprach mich am lautesten dagegen aus.
eines tags erhielt ich durch einen privaten boten ein paket.
bevor ich irgendwas sagen konnte, hatte ich die ungewollte sendung in der hand.
enthalten war neuwertige unterhaltungselektronik. der text liess nicht erkennen, wer mich mit dem lästigen kram bedacht hatte, der überbringer sollte aber nichts verraten.
ich wunderte mich, als ihr jüngster mich, statt wie sonst nett zu grüssen, quer über die strasse beschimpfte.
als er nach der schule heimkam, waren seine spielcasetten und der monitor verschwunden. sie sagte ihm angeblich, ich hätte alles anlässlich der sitzung bei ihr alles mitgenommen, sie wäre ganz perplex gewesen, dass ein gast das mache. jahre später erfuhr ich erst, dass sie der absender des paketes gewesen sein musste.
ihr ziel war, ihrem sohn bei seiner spielerei grenzen zu setzen. indem sie mir das zeug in die wohnung verfrachten liess, leitete sie wohl die zu erwartenden zornausbrüche nach aussen ab. als fachfrau weiss sie, wie es geht.
jeder in unserer wohnumgebung, jeder aus der pfarre der ihr je wiedersprach, wurde in ihre inszenierungen reingezogen, ob er wollte oder nicht.
jetzt ist dieser junge mann am durchdrehen, weil er an ihrer art zerbrach, ich könnte ihm als zeuge gehen, aber ich sehe nicht, was das ausser ärger bringen soll.Geändert von legrain (08.12.2013 um 12:13 Uhr)
lg
legrain
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08.12.2013, 12:35Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Legrain, ich kenne das Gefühl, wenn einem Unrecht geschieht, aber alle tun so, als sei es das Normalste auf der Welt und es wär doch gar nichts dabei.
Ich denke, es würde dem jungen Mann sehr helfen, wenn Du ihm Deine Sicht der Dinge schilderst. Ob dies unbedingt vor Gericht sein muss, kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise wäre ein Vier-Augen-Gespräch genauso hilfreich. Es könnte ihm helfen, seelisch zu gesunden. Was meinst Du?



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