okay, nochmal anders formuliert.
im grunde genommen ist man bei solchen heftigen themen, die einen ja schon jahre belasten garnicht offen für andere meinungen, w/tunnelblick.
durchaus sehr verständlich.
also glaube ich, dass du noch nicht mal die hälfte des hier gesagten wirklich wahr genommen hast.
man liest unbewusst selektiv.
und filtert unbewusst nur das was gefällt.
also das ist jetzt NUR allgemein gesagt.
kannst du auf X stränge übertragen.
auf den fragenden und den der antwortet gleichermassen.
sobald eine persönlich einbindung stattfindet, wird ausgeblendet, was nicht passt....auch wenn man gerne betont, über ALLES nachzudenken.
nimm es bitte nicht persönlich.
ist nur meine meinung und auch der grund, warum ich mich selten bei solchen themen melde.
Antworten
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12.12.2013, 12:18Inaktiver User
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
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12.12.2013, 12:25
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
lg
legrain
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12.12.2013, 13:24
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Liebe legrain,
Du liest Dich sehr klar finde ich. Mehr als Andere scheinst Du hinter das ganze perfide Wirken zu schauen. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass Du genau die richtige Entscheidung treffen wirst. Es ist gut, sich aktiv mit sich selbst und mit der Situation auseinander zu setzen, bevor man eine Entscheidung trifft.
Der öffentlichen Verantwortung soll man sich stellen, wo man es kann. Aber in erster, in allererster Linie bist Du Dir selbst verpflichtet. Kannst Du Dich innerlich von allem genug distanzieren, dann kannst Du auch Anderen beistehen, wenn Du es am Ende auch für sinnvoll hältst. Ob das sinnvoll und für wen ist, ist wohl nie völlig klar zu sagen.
Ich meine mich zu erinnern, dass die Familientyrannin hochbetagt ist, und dass bald die Chance auf Anklage genutzt werden muss, wenn sie noch Erfolg haben soll. Ich möchte hier zu Bedenken geben, dass doch sehr die Frage ist, ob nach ihrem Tod noch irgendetwas weiter im Raume stehen bleiben wird, wenn es zu Lebzeiten nicht geklärt werden kann. Eigentlich ist doch eher die ZEit und die Natur gnädig mit den Nachkommen, indem sie sie irgendwann von den Altlasten befreit.
Wie die Nachkommen mit den Altlasten umgehen ist m.M.n. weitaus wichtiger, als die Genugtuung einer Verurteilung. Die wahre Freiheit wird sowieso immer nur innerlich stattfinden, in den Köpfen und Herzen der Menschen. Ob so ein Prozess etwas in denen, die wirklich wichtig sind, bewirken wird, ist doch sehr fraglich. Bei der Verursacherin selbst, zumal sie am Ende ihres Lebens zu stehen scheint, eher wohl nicht.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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12.12.2013, 14:46
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Versuch mal, mit einem Irren was zu klären.
Das wurde ja nun schon ein Leben lang versucht.
Also ich sage jetzt mal, wie ich es mache in meinem "Fall".
Mir ist es herzlich egal, ob da ein Verständnis, ein "ich hatte unrecht" oder sonstwas erfolgt.
Ich möchte das alles einfach nur abhaken, vergessen.
Ich habe demjenigen, der meinem Verleumder glaubte,
gesagt was ich von seiner Art von "Loyalität" mir gegenüber halte.
Und habe mich insgesamt abgeseilt.
Feststellen konnte ich mehrmals:
Diese Geister sind unbelehrbar.
Sie haben ihren Glauben an ihre Wahrheit.
Wie ich ja auch an meine.
Sollen sie andere Säue durchs Dorf treiben.
Es wird sich schon jemand finden, den man bashen kann.The original Karla
est. 2006











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12.12.2013, 16:16
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
der satz machte mir elementares klar.
ich lebe an der ehemaligen zonengrenze.
über dem hügel war die russische zone, hier eine der alliierten.
drüben gab es nach dem krieg grosses elend für die frauen und mädchen, praktisch keine blieb ohne erfahrung sexueller gewalt. es entstanden viele kinder jenes fremdländischen aussehens, wie es die ersten dort eintreffenden soldaten hatten.
in meiner kindheit pflegte man daheim und in der öffentlichkeit des ortes, verhalten verschieden zu bewerten, je nachdem ob es ein "freier mensch", also ein in der alliierten zone aufgewachsener, oder ein "unterdrückter" aus der ehemaligen russischen zone stammender, zeigte.
bei streit gab es für die alten einen entlastungssatz, der in etwa sagte, der tobende, schreiende oder gewalttätige vor einem sei eigentlich nicht böse, das was im moment passiere habe der krieg verursacht. die höchste entschuldigung kam menschen mit kopfschuss, ehemaligen kz-häftlingen, todeslager-überlebenden, und ehemals in russland kriegsgefangenen entgegen.
wir wussten, dass es drüben eine hohe selbstmordrate gab, keiner wollte schuld sein, niemand einen menschen durch widerspruch provoziert haben. man liess ihnen viel durchgehen.
mein verhalten der frau und ihren vasallen gegenüber war, so sehe ich jetzt klar, war das von der alten generation gelernte, im voraus entschuldigende, weil man ja munkelte, sie habe beim einmarsch schreckliches erlebt. ich erwartete auch immer, wenn sie sich endlich mit ihrem trauma auseinandersetzen würde, stünde sie am ende eines prozesses als warmherzige frau wieder auf.
hätte ich sie nur als mensch gesehen, der für seine taten voll verantwortlich ist, wäre ich ihr entschiedener entgegengetreten.Geändert von legrain (12.12.2013 um 16:19 Uhr)
lg
legrain
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12.12.2013, 21:50
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Das tut diese Generation aber nicht oder nur ungern.
Und wer hartherzig als Mensch mit Menschen umgeht, der hat vielleicht keine Wunden, sondern gepanzerte Narben, hinter denen sie sich sogar besonders geadelt fühlen. Was sie überlebt haben, mag sie überheblich gemacht haben. Die entschuldigende Rücksichtsnahme hat vielleicht sogar wie eine Bestätigung ihres Handelns und Erhabenseins auf sie gewirkt. Warum hätten sie bei sich etwas ändern sollen?
Entgegentreten ist das Eine, das Stehenlassen das Andere.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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13.12.2013, 03:05
AW: die entthronte gräfin - kriegsfolgen am beispiel einer familientyrannin.
Schön gesagt, volle Zustimmung


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