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    AW: Total am Boden

    Zitat Zitat von ylli Beitrag anzeigen
    Da hast du mir schon mal was voraus. Ich mag das auf keinem Gebiet.
    Es ist halt die Frage, wie stark das ist. Wahrscheinlich ist es den meisten irgendwie unangenehm, vor einer Gruppe etwas zu machen, selbst Berufsschauspieler und Musiker haben ja sowas wie Lampenfieber.


    Zitat Zitat von ylli Beitrag anzeigen
    Versuche es ganz bewusst mal mit einer zweier oder dreier Gruppe, bei deinen Arbeitskollegen, mit denen du jeden Tag zu tun hast, kriegst du das doch auch hin.
    Ich hab so im normalen Umgang denke ich auch kein Problem. Vielleicht bin ich da ein klein wenig zurückhaltender als manch andere, aber das bewegt sich noch absolut im Rahmen. Wir haben z.B. für Juli ein Treffen mit Kollegen aus der Firma und früheren Kollegen organisiert (im Grunde war ich es sogar), der Rahmen ist absolut problemlos für mich, es kommt eher auf das Thema an. Solange man einfach über etwas Reden kann ist das absolut in Ordnung, wenn es aber um etwas geht, wo man wirklich über sich etwas preisgeben muss, wird es eben schwierig. Liegt sicherlich auch daran, dass mein Privatleben eben nicht so ist, wie ich es mir wünsche. Was mir auch schwer fällt sind auch so Situationen, wo man plötzlich im Mittelpunkt steht. Es kennen bestimmt viele, man unterhält sich in der Runde, schönes Geschnatter quer durcheinander, ich tausch mich vielleicht mit ein, zwei Leuten aus. Irgendwann scheint das dann so interessant zu sein, dass die zehn anderen plötzlich ruhig sind und mir auch zuhören. Das ist mir dann total unangenehm und da versuche ich dann auch, das ganze möglichst schnell abzuwürgen, damit das Durcheinander wieder losgeht.

    Ich hab neulich eine denke ich zutreffende Definition Introversion/Extroversion gelesen, es war glaub ich sogar hier im Forum:
    Einem Introvertierten kostet es Energie, wenn er sich mit Menschen/Gruppen beschäftigen muss und viel sozial interagiert, einem Extrovertiertem gibt das Energie.
    Für mich ist das einfach anstrengend. Wenn ich für mehrere Stunden auf einer Veranstaltung mit vielen Leuten bin, dann sehne ich mich fast danach, alleine zu sein und empfinde es als äußerst erholend, wieder zuhause zu sein. Ich kann mich auch nicht daran erinnern jemals das Bedürfnis gehabt zu haben "unter Leute zu gehen", wie es bei anderen ja doch durchaus vorkommt.


    Zitat Zitat von ylli Beitrag anzeigen
    Es hat viel damit zu tun, wie man aufgewachsen ist und ob man in dieser Zeit das Gefühl hatte, wirklich angenommen zu sein und von anderen gemocht und geliebt zu werden. Anders ausgedrückt: Das ist die Grundlage für das eigene Selbstbewusstsein. Hat man das nicht so erlebt, entwickelt man einen inneren Schutz, bzw. eine Abwehrhaltung. Die geht dann so: Ich halte mich zurück, mich mag ja eh keiner. Oder: Ich halte mich zurück, ich möchte andern meine Anwesenheit nicht zumuten.
    Ich sehe es eigentlich nicht so bzw. kann in der Richtung nichts an mir feststellen. Wie schon mal geschrieben, war meine Mutter Erzieherin und aus meiner heutigen Sicht schätze ich es eigentlich schon so ein, dass da viele richtig gelaufen ist. Sowohl was das angenommen werden, Geborgenheit, geliebt werden betrifft, als auch in die andere Richtung, wenn es um kleine Schubser in die Welt hinaus geht.
    Ich finde mich aktuell eigentlich auch nicht irgendwie minderwertig oder nicht liebenswert. Eigentlich denke ich, dass ich in vielen Bereichen Überdurchschnittliches mitbringe. Und ich denke eben in Bezug auf Frauen auch nicht, dass ich da eine total schlechte Partie wäre. Ich sehe nicht wie der totale Krüppel aus, bin groß und mittlerweile wieder ziemlich sportlich, gerade Schwimmen ist was die Figur betrifft sicher durchaus vorteilhaft, ich hab studiert und einen brauchbaren Beruf, ich stehe allgemein finanziell eigentlich ziemlich gut da, für mein Alter sowieso, ich finde, dass ich recht vielseitig interessiert bin und in vielen Bereichen eigentlich genau das Gegenteil von dem, dessen Horizont sich nur zwischen Arbeitsstelle und Sportschau am Samstag bewegt, ich habe den Wunsch, eine Familie zu haben und dafür auch einiges leisten zu wollen und was meine Einstellung zu einer Beziehung betrifft, so ist das eben sehr zentral und für mich etwas, das ich auf jeden Fall für immer möchte. Den Gedanken, wenn ich mal eine hätte, dass es dann auch mal wieder auseinandergehen könnte, den gibt es momentan bei mir eigentlich garnicht.
    Natürlich ist das alles nichts, was wirklich entscheidend wäre, aber es ist zumindest für eine dauerhafte Beziehung wohl eher zuträglich. Von daher denke ich schon, eigentlich hab ich's verdient, eine Beziehung zu haben, wenn man mich wirklich mag, dann könnte man doch mit mir im Grunde ein ganz schönes Leben ohne vielleicht manche Probleme führen, als es bei vielen der Fall ist und Dinge wie schlechtes Behandeln des Partners oder Betrug wären bei mir sowieso ausgeschlossen.


    Zitat Zitat von ylli Beitrag anzeigen
    Du hast ja doch Selbstbewusstsein, solange es nicht um Beziehungen zu anderen Menschen geht.
    Wie oben beschrieben, ich denke nicht, dass es ein generelles Problem des Selbstbewusstseins ist. Ich fühle mich keinesfalls anderen ggü. minderwertig. Ich weiß, dass ich vieles besser könnte, zeige es nur nicht. Es war zu Schulzeiten schon so, dass es mich verlegen gemacht hat, wenn ich z.B. eine bessere Note hatte als manch andere, genauso war ich innerlich aber stinksauer, als ich am Gymnasium das erste mal nicht Klassenbester war. Bei irgendwelchen Spielen mit Kindern hab ich mich teilweise bewusst zurückgehalten, weil ich nicht gewinnen wollte, da mir das unangenehm war, gleichzeitig war ich aber ein unglaublich schlechter Verlierer, sobald ich wirklich gewinnen wollte. Und es ist heute noch so, dass mich Lob eigentlich ziemlich verlegen macht und ich das öffentlich auch garnicht will, auf der anderen Seite fühl ich mich aber auch nicht so wertgeschätzt, wie ich es vielleicht gerne hätte.




    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    mir scheint, dass Du ein Großteil Deiner Lebensziele von einer anderen Person abhängig gemacht hat, die irgendwann dann konkret die Pianstin war. Wenn ich erst eine Frau (nämlich diese eine) hab, dann wird alles gut. Aber das ist sehr gefährlich und ist ja nun auch gründlich schief gegangen. Kein Wunder, dass Du nun erst mal am Boden bist und Dich zu nichts mehr aufraffen kannst. Dir ist das große, beherrschende Lebensziel weggebrochen.
    Ja, das ist natürlich so. Wenn ich als zentrales Lebensziel Familie habe, dann bin ich nunmal von der dazugehören Frau abhängig, wie soll das sonst funktionieren?


    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Der Chor, scheint mir, war das einzige Hobby in Gesellschaft. Und der bricht nun langsam weg.
    Ich habe noch einen anderen Chor, der macht mir zwar nicht so viel Spass, weil das Niveau nicht passend ist, dafür liegt mir da an den Leuten eigentlich sogar mehr. Ist der Kirchenchor in meiner Heimatgemeinde und mit den Leuten hab ich halt auch darüber hinaus gelegentlich zutun.
    Ansonsten gibt es nicht wirklich ein regelmäßiges Hobby, wo ich regelmäßig Kontakt mit anderen habe. Beruflich natürlich schon, im Grunde reicht mir das dann aber auch. Wenn ich 9h am Tag mit Leuten zutun habe, dann ist zumindest bei mir kein weiteres Bedürfnis danach vorhanden, egal ob das nun Kollegen oder Freunde sind.


    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Dass Du Dich zu nichts aufraffen kannst, finde ich verständlich, ich würde aber aufpassen, nicht in eine handfeste Depression abzurutschen, sondern bewusst, in einem Bereich, wo es mir nicht so schwer fällt, dagegen arbeiten.
    Ja, ich will nicht sagen, dass ich Bedenken in der Richtung habe, aber es ändert sich momentan halt auch nichts. Und ich merke natürlich auch, wenn irgendwas passiert, was mich besonders beschäftigt, dann gibt es für einige Zeit erstmal einen Absacker. Solange es so bleibt, ist das zumindest in einem für mich kontrollierbaren Rahmen.


    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Dass Du Dir keine neue Wohnung suchen magst, ist auch klar. Vermutlich hattest Du immer den Traum, die nächste Wohnung mit einer Frau zusammen zu suchen. Nun wäre eine neue Wohnung erst mal das Eingeständnis, dass Du erst mal allein bleibst.
    Ja, das spielt sicherlich mit rein. Es spielt auch mit rein, dass ich einem Immobilienkauf eigentlich nicht ganz abgeneigt bin, das aber auch nicht für mich machen will, weil einfach klar ist, dass das wohl eher nichts von Dauer sein wird. Dazu kommt, dass ich dadurch einiges hier in der Gegend aufgeben müsste und an meinem Arbeitsort eigentlich nicht viele Leute kenne, da die meisten meiner Kollegen auch Pendler sind. In meiner direkten Abteilung bin ich mit ca. 60km Entfernung sogar derjenige, der am nahsten dran ist.
    Und wenn dann halt noch mit reinspielt, dass ich eine jobmäßige Veränderung in den nächsten sagen wir 2 Jahren auch nicht ausschließen würde, sind das halt alles Dinge, welche den "gewohnten Trott" als recht angenehm wirken lassen.

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    AW: Total am Boden

    Du schaffst es echt, einen sprachlos zu machen. Erst ist alles so ein großes Problem, und wenn man nachhakt, ist eigentlich alles paletti und in Ordnung. Du willst was ändern, aber auch doch nicht. Was denn nu??? Irgendwie stehst du dir selber im Weg.

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    AW: Total am Boden

    Zitat Zitat von ylli Beitrag anzeigen
    Erst ist alles so ein großes Problem, und wenn man nachhakt, ist eigentlich alles paletti und in Ordnung.
    Wo ist denn alles in Ordnung? Ich hab es halt etwas ausdifferenziert, natürlich ist nicht alles scheiße.


    Zitat Zitat von ylli Beitrag anzeigen
    Irgendwie stehst du dir selber im Weg.
    Ja, dass ist sicher richtig.

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