Das ist ein typischer Aspekt in der heutigen Zeit. Als ich in den 80ern die Grundschule besuchte, hatten wir einen Nachmittag pro Woche Unterricht. Die meisten Kinder hatten noch einen zweiten Nachmittag für ein Hobby verplant. Die Mehrheit der Jungs war im Fußballverein, einige lernten ein Musikinstrument. Die Mädchen gingen in den Turnverein oder waren in der Musikschule. Heutzutage haben die Kinder mehr Unterrichtsstunden, aber auch mehr Hobbys als früher. Dass ein Kind in zwei Sportvereinen ist und zusätzlich noch ein Instrument spielt, ist keine Seltenheit. Und wenn 1-2 Einladungen zu Geburtstagen anstehen, ist die Woche des Grundschülers schon völlig ausgebucht.
Vor ca. einem Jahr hab´ ich mir in der Bibliothek ein Buch ausgeliehen, das war eine Satire über volle und leere Terminkalender. Zwei jüngere männliche Autoren machen sich lustig über Menschen, die andere nur respektieren, wenn deren Kalender täglich von morgens bis in die Nacht mit Terminen gefüllt sind. Sie ermuntern die Leser dazu, sich kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, nur wenn sie keinen Bock auf diesen Dauerstress haben. Sehr sympathisch geschrieben, nur leider fallen mir Titel des Buches und der Autoren spontan nicht ein… muss mal nachdenken.
Es gibt Menschen, die können einfach nicht anders als immer etwas zu tun. Ich lasse sie ihr Leben führen wie sie es wollen. Solange sie damit glücklich sind, warum nicht? Und ich führe mein Leben, wie es mir gefällt. Weil ich einen anspruchsvollen Job habe, viele Überstunden machen muss und der Arbeitsweg auch nicht unbedingt kurz ist, unternehme ich werktags nur selten was nach Feierabend. 1-2x pro Monat vielleicht, in der Vorweihnachtszeit etwas öfter… aber das empfinde ich schon als Stress (geht aber nicht anders, wenn es Geburtstage und Weihnachtsfeiern sind). Im Sommer bin ich leistungsfähiger, da geht definitiv mehr als im Winter. Bei Dunkelheit und Kälte werde ich schnell müde. Manche haben kein Verständnis, wenn sie unter der Woche was machen wollen und ich dann sage, dass ich schon an 2 Werktagen verplant bin und mir ein 3. Werktag innerhalb einer Woche too much ist. Aber das ist nicht mein Problem.
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Ergebnis 21 bis 25 von 25
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08.12.2013, 10:51
AW: Vereine, Ehrenämter, Hobbies - alles auf einmal?
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08.12.2013, 11:31
AW: Vereine, Ehrenämter, Hobbies - alles auf einmal?
ja, das mit dem vollen und leeren terminkalender ist mir auch schon oft aufgestoßen.
wenn man mich fragt: wann kannst du denn? und ich dann sage: mir egal, ich bin flexibel, dann werden die augen immer groß.
besonder aufgefallen ist mir das immer in meinen singlebörsen zeiten. wenn man dann mal einen netten kontakt hatte, den man ausbauen wollte, dann hieß es oft: dann mache ich dies, dann besuche ich jenen, dann muss ich dorthin. ging es darum, sich zu einem date zu verabreden wurde oft immer ein termin unter der woche vorgeschlagen, was mir immer nicht so behagt. ich bin nach der arbeit platt und ggfs. nicht mehr so aufnahmefähig. ich finde es schöner, sich dann am wochenende auf einen kaffee zu treffen. aber da hat man oft keine chance, weil viele über wochen am wochenende komplett verplant waren. da denke ich mir dann schnell: wie will man so jemanden kennenlernen und was aufbauen, wenn man doch gar keine zeit hat? da hab ich dann immer die finger von gelassen.
noch schlimmer ist es, wenn die verpflichtungen eines partners im laufe der zeit immer mehr werden. man hat irgendwie das gefühl hinten anzustehen, will aber auch nicht unbedingt meckern, weil vieles davon ja auch gemeinnützig ist.
und dann gibt es ja auch noch den fakor der "prominenz"
jeder kennt einen, jeder hat an der kasse im supermarkt noch schnell eine frage, das telefon klingelt permanent und du stehst immer unter beobachtung. das wirkt sich ja auch auf den partner aus. oho, frau von herrn vorstandvorsitzender war am sonntag in jogginghose mit dem hund draußen. oder hatte auf der weihnachtsfeier zwei glühwein zuviel oder so
oder es gehört sich so blechweise kuchen zu backen und irgendwo abzuliefern.
Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach
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08.12.2013, 12:35
AW: Vereine, Ehrenämter, Hobbies - alles auf einmal?
Mein Stiefvater war die Art von Betriebsnudel. Ein Job im Schichtdienst, ein Job nach Feierabend bzw an den freien "Ausgleichstagen", und dann noch ein Minijob von 5 Stunden am Sonntag. Und den Garten und das Haus machen, und auf jede Katzenkirmes gehen und mit Leuten Bier trinken. Wenn ich aus der Schule kam, klingelte erst mal das Telefon, Leute hielten mich für die Sekretärin und machten mir eine Szene, daß den Vormittag über niemand erreichbar gewesen wäre. (Aus unerfindlichen Gründen kriegten wir erst einen AB, als ich aus dem Haus war...).
Der kennt aber auch jeden in jedem Kuhdorf in zwei Landkreisen und hat eine Freude daran, ununterbrochen Leute zu treffen, die mir komplett nicht nachvollziehbar ist. Jetzt im Ruhestand ist er jeden Tag unterwegs, Kumpels besuchen, Lebensmittel tauschen, und feiern.
Meine Mutter ist praktischerweise total zurückgezogen und introvertiert und kann sich eine Woche mit sich selber beschäftigen, bis ihr auffällt, daß niemand im Haus ist. Sie hat ihn machen lassen und ist nicht ans Telefon gegangen. So kann man auch eine glückliche Beziehung arrangieren...
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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08.12.2013, 13:19
AW: Vereine, Ehrenämter, Hobbies - alles auf einmal?
ja, da hast du natürlich auch wieder recht. wenn man sich da einig ist und jeder auch seine für sich nutzt und nicht immer nur auf den anderen wartet bzw. erwartet wird, dass man dann auch überall mit hin kommt und sich auch beteiligen soll, dann ist das natürlich kein problem.
Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach
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08.12.2013, 13:30Inaktiver User



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