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  1. User Info Menu

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn man das wirklich so sieht, dann handelt man auch entsprechend.



    Du hast offenbar noch nicht gehandelt, daher ist das für mich inhaltsloses Predigen.
    Ehrlich gesagt gestehe ich Dir nicht das Recht zu, mich beurteilen.

    Und ich predige nicht, sondern ich mache mir Gedanken zu einem Thema. Ich muss nicht vollkommen sein, um festzustellen, dass ich manchmal gerne anders wäre, als ich bin. Es reicht mir erst mal wahrzunehmen, dass ich in manchen Punkten unzufrieden mit mir bin und dann zu schauen, ob ich nicht mittelfristig was daran ändern kann.

    Ich kann Yaguas Gedanken beim Anblick des alten Mannes übrigens gut nachvollziehen. Ich finde sowas auch immer ganz schrecklich traurig. Und dann hab ich nicht den Mut, so jemanden einfach anzusprechen und freundlich einzuladen. Man will ja nicht aufdringlich sein. Und vielleicht ist ja auch alles ganz anders als es aussieht und er wäre empört, wenn er wüsste, dass ich ihn für traurig und einsam halte. Und und und... Und dann hadere ich im Stillen mit mir und meiner Unzulänglichkeit und wäre gern ganz anders. Das ist eben mein ganz und gar unvollkommenes Menschsein.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  2. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Hallo Yagua,

    für mein Empfinden kam genau ein solcher Hintergrund zwischen Deinen Zeilen bereits 'rüber. Und überhaupt nicht Hochmut oder Kaltherzigkeit und dergleichen.

    Und auch ein bißchen ein schlechtes Gewissen kommt für mich trotz allem 'rüber. Man muß m.E. aber kein schlechtes Gewissen haben, wenn man sich nur selber schützt.


  3. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das kommt bei mir auch so an. Wie ein Schuldgefühl, obwohl es wahrscheinlich aus Selbstschutz geschieht.
    vielleicht.
    es ist ja trotzdem noch das Wort Mutter, die Mutter.
    An ihrer Stelle würde ich mir was Heiles bewahren.

    Ich könnte hier auch Gruselstories schreiben.
    Man kann es auch lassen.
    Wirklich, man kann da aussteigen.
    Man muss solche Geschichten auch nicht immer aufwärmen - möglichst öffentlich.

    Das hat vielleicht weniger mit christlicher Haltung als mit ner Haltung als solches zu tun.

  4. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kopiere einfach mal ein, habe ihn aber nur eben überflogen. Es geht wohl umAbgrenzung der beiden Begriffe und was man tun kann, wenn man unter dem Zustand Einsamkeit leidet:

    Psychologie : Was Alleinsein von Einsamkeit unterscheidet - Nachrichten Gesundheit - Psychologie - DIE WELT

    DANKE

  5. User Info Menu

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    vielleicht.
    es ist ja trotzdem noch das Wort Mutter, die Mutter.
    An ihrer Stelle würde ich mir was Heiles bewahren.
    Eben. Manchmal ist Mutter eben nur ein Wort und die damit zu bezeichnende Person hat in keiner Weise das allgemein Übliche unternommen, diesen Begriff den allgemeinen Erwartungen entsprechend auszufüllen.

    Nicht der Begriff Mutter hat was heiliges, sondern die damit verbundenen Eigenschaften und Erinnerungen.

    Wenn das nicht entsprechend belegt ist, ist es nur ein Begriff zur Bezeichnung des verwandtschaftlichen Verhältnisses und hat eine emotionale Aufladung, wie Tisch oder Stuhl.

    Ich bin Weihnachten auch stets allein. Mit meiner Herkunftsfamilie habe ich gebrochen. Einen Partner habe ich nicht. Einladungen zu Freunden nehme ich nicht mehr an, weil mir das zu speziell ist. Ich habe das einige Jahre gemacht und mir war es zu anstrengend, den Prellbock für deren partnerschaftlichen oder familiären Streitigkeiten zu geben. Erstaunlicherweise sind fast überall an Weihnachten derart die Fetzen geflogen, dass ich nur noch mit großen Augen gestaunt habe. Alternativ fällt mir noch ein Paar ein das nicht gestritten hat. Aber er hat sich in einer derartigen Windeseile und mit schon wieder bewunderungswürdiger Konsequenz betrunken, dass er dazu auch nicht in der Lage gewesen wäre. Sie hatte die Hoffnung, dass er es nicht täte, wenn ich da bin.

    Ich denke, dass Weihnachten so mit Erwartungen überfüllt und so emotional aufgeladen ist, dass es ganz schwierig ist in diese Rituale als Außenstehender, wenn auch als wirklich guter Freund, sich einzufügen. Ich werde das jedenfalls nie, nie, nie wieder versuchen. Und mit dieser Erkenntnis aus mehreren Abenden absurden Theaters bin ich Weihnachten zwar allein, aber nicht einsam. Manchmal flackert so etwas Einsamkeit auf aber der Kontrollblick auf die Möglichkeiten bringt das schnell zum Erlöschen. Dafür mache ich mir mein Weihnachtsprorgramm: koche köstlich, höre gute Musik, habe einen haufen guter Bücher für jede Stimmung und genieße die Ruhe.
    Geändert von --martha-- (03.12.2013 um 10:42 Uhr) Grund: Satz vervollständigt

  6. Moderation

    User Info Menu

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Yagua, danke für deine Offenheit


    Wie kommt es eigentlich, dass Deutsche, sobald sie im Ausland leben (so wie es hier in meinem Umfeld zu sehen ist), Weihnachten ganz anders feiern können? Das ist jetzt nicht schnippisch gemeint, sondern eine echte Frage.

    Hier ist Weihnachten bei allen Australiern 'Tag der Offenen Tür' - für Familie, Freunde, Freunde von Freunden, wer jemanden kennt, der allein ist, der wird mitgebracht. Manchmal weiss man am Weihnachtsmorgen nicht, wer abends am Tisch sitzt.
    Gut, Heiligabend hat hier nicht die Bedeutungsschwere wie in Deutschland, hier gehts ja erst am 25. los. Das Wetter kommt wohl auch dazu, eine andere Stimmung zu produzieren. Aber trotzdem, es geht doch auch hier und wahrscheinlich in anderen Ländern auch. Was wäre, wenn man in Deutschland (symbolisch) die Tür auflässt?

    Mich hat das die ersten Jahre, die ich hier in AUS Single war, 'gerettet', obwohl ich meist an Heiligabend allein bin. Aber das hat mir nichts ausgemacht.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  7. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    das ist wirklich ein sehr, sehr guter Artikel.
    Ich erinnere mich wie einsam ich mich manchmal in meiner Ehe gefühlt hatte.

    Die schlimmsten Einsamkeitsgefühle - wenn überhaupt hatte ich immer unter Menschen.

    Es sind und bleiben aber trotzdem diffuse Gefühle.
    Und es kommt bestimmt auch auf das Alter an.

    Jetzt - mit Ü50 kann ich so richtig schön meine Wohnung und Erreichtes geniessen.
    Früher hatte ich mehr Hummeln im Hintern.

    Und, ich denke mal: Weihnachten ist für alle Menschen ein sensibler Tag.

    Und, jetzt schreib ich noch was, weil ich mich nämlich gerade darüber unterhalten hatte.
    Zu Ostdeutschen Zeiten, ich hoffe, keinen auf die Füße zu treten, gab es die Hausgemeinschaften.
    So jeden Monat zwar Zwangstreffen, aber immerhin.
    Mir haben viele Menschen berichtet wie beruhigend das für sie war.
    Sie wussten, man sieht sich.

    Mich lässt der Gedanke irgendwie nicht los.
    Auch wenn das nur ne Zwangssozialisierung war - so war es immerhin Gemeinschaft.

  8. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Martha,
    ich sehe das anders.
    Wenn die Folgen bei mir auch ähnlich sind.

    Deine Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen.
    Es wäre mir auch ein Greuel so unharmonisch irgendwo als Zaungast zu sitzen.

    Auf Dauer halte ich das Alleine-sein zu Weihnachten aber auch nicht für eine gute Lösung.
    Ich strebe jedenfalls auf lange Sicht an Menschen zu finden mit denen ich gerne zusammen wäre.

    Von Erzählungen her weiß ich dass es das gar nicht so selten gibt.

    Ich glaube, der erste Schritt ist sich zu offenbaren.
    Und das fiel mir eben früher sehr schwer.

    Bestenfalls oder im idealen Fall stelle ich mir Weihnachten so richtig lustig und fröhlich vor.
    Schon damals zu Familienzeiten hätte ich gerne mal jemanden einfach so dazu geladen.
    Aber, die Rituale waren wie in Beton gehauen.

    Ich staune schon wie gut man alleine sein kann.
    Aber, ich schaue schon nach Menschen die ähnlich denken.

    Das wäre mein favorisiertes Feiern.

  9. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Eine Einladung funktioniert nur dann, wenn ich ehrlich daran interessiert bin, mit dem eingeladenen Menschen Zeit zu verbringen.

    Eine Einladung aus Mitleid, weil man jemanden als irgendwie "alt/einsam/gefallen" beurteilt, empfinde ich in mehrfacher Hinsicht als respektlos.

  10. User Info Menu

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Eine Einladung aus Mitleid, weil man jemanden als irgendwie "alt/einsam/gefallen" beurteilt, empfinde ich in mehrfacher Hinsicht als respektlos.
    Diese Sache mit dem Mitleid ist eben sehr zwiespältig, da sie oft mit Herablassung gepaart ist.

    Ich würde trotzdem eine Handlung aus Mitleid nicht gleich als "respektlos" bezeichnen. Die Frage ist die der inneren Haltung, und ja, das weiß nur derjenige selbst, den es angeht.

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