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  1. User Info Menu

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Hallo zusammen,

    ich sehe Weihnachten auch immer ein wenig zwiespältig. Ich weiß noch, wie ich Heilig Abend bei meinen Eltern war, und nebenan saß die verwitwete Nachbarin allein in ihrer Wohnung, und irgendwie stand im Raum, sie einzuladen. Dann aber doch nicht, weil sie so anstrengend und nervig ist und ja auch noch Schwestern hat (warum laden die sie nicht ein?). Aber es blieb so ein leicht schales Gefühl bei mir zurück, dass es eigentlich anders sein sollte an Weihnachten...

    Diese totale Familienfixiertheit finde ich nämlich eigentlich nicht gut. Gerade Weihnachten sollte meinem Gefühl nach ein Fest sein, wo man offen ist für einsame Menschen. Klar, das kann man auch 364 andere Tage im Jahr sein, aber für mich macht es schon einen Unterschied. Und manchmal will man vielleicht gar nicht zu anderen Leuten eingeladen werden, aber man freut sich, wenn man gefragt wird. Das Gefühl, ich könnte, wenn ich wollte, mindert die Einsamkeit oft schon ganz erheblich.

    Sollte ich mal ganz allein zu stehen kommen, hätte ich schon einige Möglichkeiten, mit wem ich feiern könnte. Das beruhigt mich ein Stück weit, selbst dann, wenn ich mich entscheiden sollte, doch allein zu bleiben.

    Es ist und bleibt aber ein schwieriges Fest und bei weitem emotionaler als Ostern oder gar Pfingsten (feiert das jemand so richtig?). Es soll alles perfekt sein und bitte niemand Fremdes die Atmosphäre stören. Der religiöse Bezug geht zunehmend verloren, dafür scheint mir, wird das Fest immer emotionaler aufgeladen und zum Fest der heilen Familie stilistiert, selbst wenn die alles andere als heil ist. Manchmal würde ich mir ein anderes Weihnachten wünschen, ein offenes, teilendes, wirklich sich verschenkendes Weihnachten.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  2. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Ist das Thema nicht vor alleim ein menschengemachtes Problem? Zumindest bei denjenigen, die keinen christlichen Hintergrund haben, gibt es doch gar keinen Grund, zu Weihnachten so einen Druck aufzubauen.

    "Schwieriges Fest" - warum eigentlich?

    Vielleicht sehe ich das zu rational, weil ich nie dieses Bilderbuchfamilienweihnachten kennengelernt habe. Aber soweit ich informiert bin, gibt es auch in Familien zu Weihnachten oftmals nicht Friede-Freude-Eierkuchen, sondern Stress und manchmal auch emotionalen Erpressungshickhack. Das war hier nicht das Thema, aber das kann das Thema vielleicht etwas relativieren.

    Ich bin zu Weihnachten auch allein, weil die Kinder bei ihrem Vater sind. Klar wäre ich gerne mit ihnen zusammen, aber ich habe sie das ganze Jahr über - ihr Vater nicht. Und sie haben mich das ganze Jahr über und ihren Vater nicht. Dafür machen wir es und halt in der Adventszeit gemütlich. :-)

    Ich sehe es, wie oben jemand schrieb - es ist eher unwahrscheinlich, dass jemand nur zu Weihnachten einsam ist. Die Grundlage dafür wird wohl in den restlichen 364 Tagen gelegt.

  3. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Manchmal würde ich mir ein anderes Weihnachten wünschen, ein offenes, teilendes, wirklich sich verschenkendes Weihnachten.
    Jeder hat das ja selber in der Hand. Dieses Jahr ist Weihnachten noch nicht 'rum, man kann sofort beschließen, es dieses Jahr anders zu machen, jemanden einzuladen, den man für einsam hält z.B., wenn es das ist, was man will.

  4. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ok, dann firmuliere ich es anders.

    Einsamkeit ist ja die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Sozialkontakten und der Erfuellung desselben.
    Jemanden der deshalb allein ist, weil er keinen Bock - auf wen auch immer hat- obwohl es Angebote gaebe, die er allerdings mehr oder weniger freiwillig ausschlaegt, meine ich nicht.

    Sondern ich meine Menschen, die sich wuenschen wuerden dass IRGENDWER den Abend/ die Feiertage mit ihnen verbringen wuerde, aber es gibt NIEMANDEN.
    Ich würde auch unterscheiden, und zwar zwischen denen, die allein sind, nur weil sie niemanden kennen, und denen, die zwar jemanden kennen, sich aber so verhalten, daß diejenigen den Kontakt nicht wollen.

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    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Jeder hat das ja selber in der Hand. Dieses Jahr ist Weihnachten noch nicht 'rum, man kann sofort beschließen, es dieses Jahr anders zu machen, jemanden einzuladen, den man für einsam hält z.B., wenn es das ist, was man will.
    Das ist mir schon klar. Aber in diesem Jahre fiele mir auf Anhieb niemand ein, für den sich eine Einladung anböte. Es geht ja auch nicht darum, irgendjemanden zwangszubeglücken. Da ich inzwischen mit meiner Mutter an Weihnachten alleine bin, würde es mir nichts ausmachen, jemanden dazuzuladen, wenn es jemandem in meinem Umfeld gäbe, der Weihnachten wirklich allein ist. Mal sehen, vielleicht fällt uns ja noch jemand ein...

    Im letzten Jahr hab ich Weihnachten im OP bzw. auf der Intensivstation des hiesigen Krankenhauses verbracht - da relativiert sich ohnehin einiges...

    Gruß,

    Malina
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  6. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gibt es dass, das man eigentlich der total nette, umgaengliche Mensch ist, mit nicht mehr Macken als jeder andere auch, und trotzdem NIEMAND was mit einem zu tun haben moechte???
    Nein, gibt es nicht, behaupte ich. Was es aber durchaus gibt, sind Menschen, die zwar nett und umgänglich sind, aber dennoch allein. Einfach weil sie z.B. niemanden näher kennen oder niemand ihre Situation als solche wahrnimmt etc., und auch sie selbst keine Anstrengungen machen, das zu ändern, weil sie entmutigt sind oder sonstwas.

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    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist das Thema nicht vor alleim ein menschengemachtes Problem? Zumindest bei denjenigen, die keinen christlichen Hintergrund haben, gibt es doch gar keinen Grund, zu Weihnachten so einen Druck aufzubauen.

    "Schwieriges Fest" - warum eigentlich?

    Vielleicht sehe ich das zu rational, weil ich nie dieses Bilderbuchfamilienweihnachten kennengelernt habe. Aber soweit ich informiert bin, gibt es auch in Familien zu Weihnachten oftmals nicht Friede-Freude-Eierkuchen, sondern Stress und manchmal auch emotionalen Erpressungshickhack. Das war hier nicht das Thema, aber das kann das Thema vielleicht etwas relativieren.
    Ich glaube, dem Druck kann man sich, christlich hin oder her, nur schwer entziehen, weil er so allgegenwärtig ist. Weihnachten lässt sich noch schlechter ausblenden als Silvester, wo es mir z.B. ziemlich egal ist, ob ich allein zu Hause bin oder nicht.

    Aber gerade an solchen Tagen, wo "alle" mit ihren Familien zusammen sind, wird den Einsamen ihre Einsamkeit noch mal stärker bewusst. Und natürlich ist es oft hausgemacht, wenn einen niemand dabei haben will, keine Frage. Trotzdem finde ich, dass Weihnachten eigentlich DAS Fest sein sollte, wo man über seinen Schatten springt und auch die Unausstehlichen integriert. Aber mir selbst fällt das auch nicht leicht. Ich hab ja durchaus auch meine Erwartungen an Weihnachten, davon kann ich mich auch nicht ganz freimachen... Aber ich denke für mich darauf rum und halte die Augen offen, ob ich eine Möglichkeit finde, da was für mich zu ändern.

    Gruß,

    Malina
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  8. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Es gibt ja auch noch die Möglichkeit, dass man sich zu Weihnachten ehrenamtlich engagiert. Dann ist man nicht allein und tut was Gutes. Das würde ich der Option, Weihnachten mit jemand "Unausstehlichem" zu verbringen, glasklar vorziehen.

    Wobei das für mich - zum jetzigen Zeitpunkt - ganz ehrlich nicht infrage kommt. Ich engagiere mich das ganze Jahr über (aktiv) und will die Zeit über Weihnachten tatsächlich mal (ganz egoistisch) für mich haben. Mal zur Ruhe kommen, abschalten, keinerlei Verpflichtungen haben...

  9. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Trotzdem finde ich, dass Weihnachten eigentlich DAS Fest sein sollte, wo man über seinen Schatten springt und auch die Unausstehlichen integriert.
    Wenn man das wirklich so sieht, dann handelt man auch entsprechend.

    Aber mir selbst fällt das auch nicht leicht. Ich hab ja durchaus auch meine Erwartungen an Weihnachten, davon kann ich mich auch nicht ganz freimachen... Aber ich denke für mich darauf rum und halte die Augen offen, ob ich eine Möglichkeit finde, da was für mich zu ändern.
    Du hast offenbar noch nicht gehandelt, daher ist das für mich inhaltsloses Predigen.

    Als ich noch Single war, habe ich einige Male vor Weihnachten eine Anzeige in die Lokalpresse aufgegeben, und habe dann mit anderen Singles Weihnachten verbracht. Ich hätte natürlich auch zu meiner (sog. Abstammungs-)Familie gehen können, war mir aber zu langweilig. Jedenfalls waren da dann auch immer welche darunter, die sich ansonsten einsam gefühlt hätten. Und natürlich habe ich gesiebt, und ganz schräge Vögel gar nicht erst mitgenommen, um es nicht allen zu verderben oder alle zu belasten. Schräge Vögel waren dann zwar dennoch mitunter darunter, aber keine "fiesen Typen". "Gute Werke" gehen nur gut, wenn man selber Spaß d'ran hat, will ich damit sagen. Alles andere ist Aufopfern, und fällt ja, wie wir sehen, sogar demjenigen so schwer, daß er es gar nicht erst tut, der es theoretisch vertritt.

    Und wenn es einem Spaß macht, also selber irgendwas bringt, Weihnachten "in der Suppenküche" (nicht abwertend gemeint!) zu helfen, dann ist auch das eine gute Beschäftigung - und bringt allen was.

    Natürlich kann man auch "unausstehlichen" Leuten ab und an mal die Hand reichen, egal jetzt wann, ob zu Weihnachten oder anderntags. Wenn sie aber regelmäßig bei der Gelegenheit versuchen, einem den Arm abzureißen, entzieht man die Hand, ist normal, wenn man kein Masochist ist.
    Geändert von Inaktiver User (03.12.2013 um 09:24 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Einsamkeit (zu Weihnachten)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde auch unterscheiden, und zwar zwischen denen, die allein sind, nur weil sie niemanden kennen, und denen, die zwar jemanden kennen, sich aber so verhalten, daß diejenigen den Kontakt nicht wollen.
    und wie erkennt man das?
    und steht es einem zu darüber zu urteilen?

    Ich finde der Bericht von yagua liest sich so hochmütig und selbstgerecht.
    Und denke dabei wirklich an den Christenstrang nebenan.

    So ganz unverschuldet gerät niemand in Not. Manchmal ist es schlichtweg Blödheit, ja kann sein. Jemand hat seine Lage verschätzt.
    Aber, wenn dann jemand am Boden liegt wie die von yagua beschriebene Mutter haut man nicht noch drauf.
    Würde ich jedenfalls nicht machen.
    Hochmut kommt immer vor dem Fall.
    Das trifft immer zu.

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