Hallo,
ich bin in einem Gewissenskonflikt und hätte gern Eure Meinung dazu.
Mein Exfreund hat ein Drogenproblem und raucht jeden Abend mehrere Joints.
Da er sich nicht gern anstrengt und viele Arbeiten ablehnt bzw. sich kündigen lässt, wenn es zu unbequem wird, bezieht er HartzIV. Weil das Kiffen Geld kostet, hat er sich einen 1-Euro-Job als Fahrer vermitteln lassen. Vor Arbeitsantritt musste er sich einem Drogentest unterziehen. Den Becher für die Urinprobe gab man ihm mit nach Hause und er gab am nächsten Tag den Urin eines Kumpels ab, der clean ist. Über die Dummheit der Prüfer hat er sich kaputtgelacht genauso wie über die Menschen, die hart arbeiten für ihr Geld. Das ist nicht sein Ding..
Normalerweise dürfte er nach dem Drogenkonsum nicht am Straßenverkehr teilnehmen und stellt eine Gefahr für sich und andere dar. Würdet Ihr seinem Arbeitgeber bzw. dem Jobcenter einen Hinweis geben oder ist das von meiner Seite aus nur ein mieses Anschwärzen? Und wenn doch eines Tages etwas passiert, mache ich mir dann nicht Vorwürfe? Melde ich das, entziehe ich ihm die Grundlage für das Arbeiten, weil für ihn außer Fahren nichts in Frage kommt. Er hatte früher eine Schulung zum Busfahrer, den Beruf übt er nicht mehr aus, weil auch dieser ihm zu stressig ist. Aber bei den Verkehrsbetrieben kann er sich jetzt sowieso wegen des Drogenkonsums nicht mehr bewerben. Aber dennoch - er fährt täglich Auto. Was meint Ihr?
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Ergebnis 1 bis 10 von 48
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26.11.2013, 23:20
Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
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26.11.2013, 23:25Inaktiver User
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
Könntest du dich im Spiegel ansehen, wenn du ihn anzeigst?
Oder müsstest du dich fragen, ob du nicht ganz andere Motive im Hinterstübchen versteckt hältst als die Sorge, er stellt eine Gefahr für sich und andere dar?
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26.11.2013, 23:27
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
Hallo,
ich würde es machen. Wenn er das Geld so dringend zum Kiffen braucht wird er einen anderen 1-EUR-Job annehmen, bei dem man dann ggf. nicht das Leben von Dritten gefährdet. Eine sonstige berufliche Karriere hat er nach Deiner Beschreibund ohnehin nicht vorzuweisen, so musst Du Dir keine Vorwürfe machen, Du hättest ihm irgendwelche Chancen ruiniert.
Wenn ich so etwas lese geht mir die Hutschnur hoch. Die Allüren von solchen Leuten werden dann u.a. von den Steuergeldern der sich aufreibenden alleinerziehenden Verkäuferin mit finanziert.
Ribisel
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26.11.2013, 23:30
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
Das ist ja das Problem, ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich tun kann. Wobei ich nicht glaube, andere Motive zu haben als die genannten. Er macht sich täglich strafbar und lacht sich kaputt. Das ärgert mich, ich finde es unverantwortlich und auch das war ein Grund für das Scheitern unserer Beziehung. Es ist nicht als billige Rache zu sehen.
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26.11.2013, 23:31
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
@ribisel..so denke ich auch
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26.11.2013, 23:36Inaktiver User
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
Ich würde ihn erst noch mal darauf hinweisen, dass das der Trennungsgrund war.
Und dann sagen, dass du es unverantwortlich findest, dass er so fährt. Und halt sagen, dass du es anzeiigst, wenn es so weiter geht. Und ein Zeitlimit setzen.
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26.11.2013, 23:41
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
Er weiß, dass es einer der Trennungsgründe war und wie ich darüber denke. Der Vorschlag, ein Limit zu setzen, ist gar nicht schlecht. Er wird sich aber nicht darauf einlassen, wie ich ihn kenne.
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26.11.2013, 23:43Inaktiver User
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
Wie sollte er auch, mit dieser Gewohnheit.

Dann muswst du dich aber wirklich an deine eigene Drohung halten.
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27.11.2013, 02:41Inaktiver User
AW: Kiffenden Fahrer "anschwärzen"?
Gib der Polizei einen Tipp, wann und wo er gerade (unter aktivem THC - und das dürfte er bei seinem Konsummuster ja dauerhaft im Blut haben) rumfährt bzw. (falls du ersteres nicht genau weißt), dass er es überhaupt tut. Die freuen sich und wissen dann schon, was tun ist. Ich würde da nicht zögern. Wer andere Verkehrsteilnehmer wissentlich in Gefahr bringt, braucht nicht noch Toleranz oder gar ein Ultimatum von der Ex-Freundin.
EDIT: Du wirst auch nicht als Zeugin benötigt, denn seine Blutwerte sind für eine Strafe Beweis genug.
Wer so häufig kifft, darf lt. Fahrerlaubnisrecht gar nicht mehr am Strassenverkehr teilnehmen. Nur gelegentliches Kiffen mit ausreichend Trennvermögen zum Strassenverkehr ist erlaubt, ohne dass man die Fahrerlaubnis los ist. Was dein Ex macht, ist mehr als gelegentlich und da seine Blutwerte das deutlich zeigen werden, hat er das Recht auf eine Fahrerlaubnis erstmal verwirkt und darf es sich neu erarbeiten, d.h. er darf dann (mit Nachweisen seiner Abstinenz) erstmal zur MPU (teuer!) bevor er evtl. eine neue bekommt. Dazu kommt dann noch das Strafverfahren (Geldstrafe + Punkte + Sperrfrist). Die Punkte verfallen aber durch den Entzug der Fahrerlaubnis.
Ob das Jobcenter das so wirklich interessiert? Wahrscheinlich wird dich ein genervter Sachbearbeiter an die Polizei verweisen... Evtl. könnte die Abgabe des falschen Urins auch unter Betrug fallen - das ist aber etwas weit hergeholt.
EDIT: Wer hat denn den Urintest veranlasst? Das Jobcenter?
Hat er mit der Arbeit denn schon begonnen?
Er könnte dann natürlich erstmal weiterfahren, ohne dem Arbeitgeber zu sagen, dass er keine Fahrerlaubnis mehr hat. Aber ein Arbeitgeber, der sich nicht regelmäßig die Führerscheine von Leuten, die seine Fahrzeuge nutzen, nachweislich vorzeigen läßt, bekommt ebenfalls strafrechtliche Probleme.
Ich würde mir Vorwürfe machen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.
@PhoeNixa:
Aus welchen Gründen die TE ihn anzeigt (Rache oder Sorge um andere) spielt doch letztendlich keine Rolle, wenn man andere vor ihm schützen kann.Geändert von Inaktiver User (27.11.2013 um 07:31 Uhr) Grund: Text ergänzt
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27.11.2013, 07:06Inaktiver User


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