Hihi - ich schreibe sowas in nicht akuten Fällen auch immer locker flockig... und eigentlich bin ich innendrinnen auch todtraurig über den Zustand. Ich kann Dich auch so gut verstehen, vor allem der "voreilige bzw. vorauseilende Gehorsam" - passt 100%ig. Traurig eigentlich. Denn wie sollen uns die Partner kennenlernen - sie verlieben sich ja in eine ganz andere Person... aber ja, siehe mein letzter Beitrag - wenn sie von Anfang an wüssten, wie "schlecht" ich bin, wäre ich ja gänzlich chancenlos.
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Thema: Loslassen, was weh tut...
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13.11.2013, 21:08Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
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13.11.2013, 21:11Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
Oh maryquitecontrary - ich hoffe so sehr, dass Du Recht hast. Das heißt, meine Therapeutin hat Recht wenn sie sagt, ich solle die Bedürftigkeit, oder den Hunger oder Bedürfnisse oder Ängste oder wie auch immer diese Qual in mir drin heißt, annehmen, mich aussöhnen und sie liebhaben? Und damit leben lernen?
ja, ich schäme mich jetzt im Nachhinein auch sehr dafür. Dass ich so bin wie ich bin und den Mann enttäuscht habe.
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13.11.2013, 21:12Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
Liebe Lilith - alle vier,die Du genannt hast.

Und genau das macht das Loslassen so schwer. Ich habe Blut geleckt sozusagen - ich habe für einen klitzekleinen Moment erfahren, wie sich die Wärme anfühlt. Habe mich in wenigen Momenten gesehen gefühlt - angenommen, gewollt, begehrt - und trotzdem war das nur ein Moment, ganz am Anfang... und diesen Moment wollte ich dann immer wieder reproduzieren, wollte mehr davon, wie das erste Mal Schokolade zu schmecken - ich hätte alles dafür gegeben, diesen Moment nochmals zu erleben. Und habe alles gegeben. Am meisten wohl mich selbst, und jetzt sitze ich da und bin einfach nur noch leer.Geändert von Inaktiver User (13.11.2013 um 21:21 Uhr)
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13.11.2013, 21:42Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
NEIN! Du hast ihn nicht enttäuscht! Und Du bist sowas von völlig OK. Ihr wart euch beide nur nicht langfristig das, was euch beiden gut getan hätte. Das hast Du auch gespürt - er hat die Reißleine gezogen.
Und wer weiß, wo seine versteckten Bedürfnisse und Ängste liegen...
Und auch wenn Du von Anfang an Dich ganz offen gezeigt hättest - nein, ich denke nicht, daß das etwas geändert hätte. Und: schließlich hast Du Dich ja gesehen gefühlt.
Such im Nachhinein keine Fehler. Es bringt nichts - außer Qual und Schmerz.
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14.11.2013, 08:42Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
Guten Morgen - mir ist eben etwas richtig bewusst geworden: die Liebe, um die ich nicht kämpfen und für die ich nicht leiden muss, ist für mich nichts wert so wie es scheint... ;-(
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14.11.2013, 08:58
AW: Loslassen, was weh tut...
Ja.
Diese Bedürfnisse werden ja nur so überlebensgroß, weil sie so ungeliebt, weggeschoben, verachtet sind. Wenn du sie annimmst, schrumpfen sie allmählich auf Normalmaß. Es sind doch im Grunde ganz normale menschliche Bedürfnisse, die einfach zu ihrer Zeit keinen Platz haben durften, vermutlich, weil einer deiner Eltern sie nicht ertragen konnte/bedroht/bestraft/verachtet hat. Dies nicht als Schuldzuweisung sondern als Konstatierung, daß es meistens so war.
Es steckt eigentlich ganz viel Lebenskraft drin in der Beharrlichkeit, mit der ein Teil deiner Selbst diese Bedürfnisse nicht aufgibt.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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14.11.2013, 20:11Inaktiver User
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14.11.2013, 20:14Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
Ja, da hast Du Recht und ich fasse es auch nicht als gemein auf. Ich weiß auch nicht, warum ich Dinge nicht geschehen lassen kann. Ich habe mir so oft, wirklich ganz oft eingeredet "lasse es auf Dich zukommen, das Leben regelt das schon". Und streckenweise hat es ja auch ganz gut geklappt. Aber dann habe ich quasi ein Chips vor mir liegen sehen und bin ohne Verstand, nur noch vom Hunger getrieben, der Chipstüte hinterher, um sie dann an mich zu reissen.
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14.11.2013, 20:33
AW: Loslassen, was weh tut...
Nimmst du dich selber so, wie du bist?
Gibst du dir selber Wärme und Geborgenheit?
Kannst du Freude auch wirklich genießen, oder ist immer ein Tröpfchen Wehmut dabei?
Lässt du Leid zu, ohne zu werten, ohne dir selber auch "Schuld" zu geben?
Liebst du dich, trotz deiner Ecken und ja, auch Eigenarten, die nicht jeder lieb haben muss?
Ich vermute, die Antwort auf ( fast? ) alle Fragen wäre ein NEIN.
Ich glaube das man im Aussen nicht finden kann, was im Inneren fehlt.
Ich weiß, das ist jetzt sehr einfach formuliert, aber wie soll jemand einen lieb haben, wenn man selber das nicht mal kann?
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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14.11.2013, 21:26
AW: Loslassen, was weh tut...
Das ist so was von wahr und weise.
Es ist für mich wie ein Schlüssel.
Bin ich innerlich ausgeglichen (oder "gefüllt"--->es fehlt nichts),
rutsche ich nicht so schnell in ungesunde Beziehungen,
kann mich um mich selbst kümmern, habe wenig Verlustängste,
weniger Panik vor der Zukunft usw. usf.



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