Danke für Deine tröstenden Worte. Das Thema Schuld, auch @Lilith, ist so tief verankert in mir, dass es immer wieder an die Oberfläche ploppt und das Zepter übernimmt. Ich denke dann immer, ich müsse mich mehr zusammen reißen und schaffe es nicht, weil die Bedürfnisse so stark sind. Aber statt dass ich sehe - aha, es sind die Bedürfnisse, die in mir sind, sehe ich mich eher als Versager, der es nicht auf die Reihe kriegt, dem Ganzen gelassen und mit der Ratio beizukommen. Zum Beispiel habe ich mich in der Vergangenheit schon so weit runtergedrosselt, dass ich abends halbwegs entspannt einschlafen konnte - und dann träume ich von ihm! Und wache ganz verstört wieder auf. Meine Therapeutin sagt - meine Bedürfnisse ist wie eine große Wunde, die ich in mir trage. Und es nützt nichts, diese Bedürfnisse immer wieder wegzudrücken und sie wegwünschen zu wollen, sondern ich müsse eher lernen, damit zu leben und dazu zu stehen. Aber das kollidiert immer, wenn ich jemanden kennen lernen - dann schäme ich mich so sehr für diese Bedürftigkeit und verstecke sie geschickt hinter meinem Rücken. Und verfluche mich, wenn sie sich dann doch immer wieder zeigt und der Mann dann erschrickt - dann ist das Gefühl von Schuld da - ich habe nicht genug getan, meine Bedürnfisse, die den anderen ja verschreckt - wegzudrücken. Und dadurch die Situation kaputt gemacht.
Und wenn ich das lese, dann liest sich das irgendwie schräg. Nicht gesund, was ich da mache mit mir.![]()
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Thema: Loslassen, was weh tut...
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12.11.2013, 19:48Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
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12.11.2013, 20:04
AW: Loslassen, was weh tut...
Ich denke, Deine Therapeutin sieht das schon richtig.
Von welchen Bedürfnissen sprichst Du?
Brauchst Du viel Nähe, oder eher weniger?
Oder ist es ganz was anderes?
Bei mir ist es Eifersucht, die Bedürfnisse oder Wünsche nachsichzieht.
Diese Macke akzeptiere ich mittlerweile genauso wie ich Macken bei anderen
Menschen akzeptiere.
Meine Wünsche wegen der Eifersucht sind:
Partner flirtet nicht ständig offensiv, hat nicht 25 platonische Freundinnen,
verhält sich loyal, und ist treu.
Früher habe ich meine Eifersucht versteckt und krampfhaft
versucht zu unterdrücken.....half nichts....denn sie ploppte hervor,
...oft auch gerade zu denkbar ungünstigsten Zeitpunkten....
...und die Männer fühlten sich wohl getäuscht, weil ich immer
so einen auf locker gemacht hatte anfangs.
Daher: Ich sags gleich, daß ich zu Eifersucht neige.
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12.11.2013, 20:07
AW: Loslassen, was weh tut...
Damit meine ich, dass ich meine Bedürfnisse völlig unterordne in Beziehungen. Die Angst nicht zu genügen und quasi froh sein zu müssen, dass mich überhaupt einer mag, verleitet mich dazu überhaupt nicht mehr ich selber zu sein. Da lasse ich dann den Partner wunderbar über alle meine Grenzen latschen, ja im voreiligen "Gehorsam" passe ich mich dem vermeintlich gewünschten Bild von mir an. Ich möchte betonen, dass das kein Partner je von mir verlangt hat, nein nein, dafür sorge ich schon selber. Und als notwendig erschien mir das deshalb, weil ich bislang immer Partner hatte, die nicht zu mir gepasst haben (das liegt nat. wieder an der Bindungsangst....)...es ist ein Kreislauf aus dem ich ausgestiegen bin, nicht freiwillig. Und jetzt hab ich besch.... Angst, dass es mir wieder so gehen würde, wenn ein potentieller Partner auftaucht. Obwohl ich schon viel an meiner Selbstliebe gearbeitet habe und schon viel besser weiß, wer/was zu mir passt.
Nein, ich bin nicht in Therapie. Und zwar - bitte nicht lachen, ich weiß, wie bescheuert das klingt - ich so viele Baustellen in mir habe, dass mir der pure Angstschweiß auf die Stirn tritt, wenn ich an Therapie denke. Mir ist bewusst, dass Therapie gut für mich wäre. Noch überwiegt aber meine Vermeidungsstrategie.Was hilft Dir? Bist Du auch in Therapie, oder hast Du andere Hilfe, die Dich bei der Suche nach Dir selbst untrstützt?
Im letzten Frühjahr bin ich 2,3 mal an meine Grenzen gestoßen. Meine Seele hat mir ganz deutlich und unmissverständlich gezeigt: Mach was! (Ausgedrückt hat sich das dadurch, dass ich für jeweils ca. 1 Stunde das Gefühl hatte psychisch völlig zu kippen, quasi verrückt zu werden).
Seitdem habe ich mich wenn auch vorerst nur alleine - auf die Suche nach meinen vergrabenen "Schätzen" gemacht. Tja, vielleicht sollte ich das Wort Schätze gar nicht unter Anführungszeichen setzen, denn was da in mir liegt ist wertvoll!
Ich bin wertvoll, mit allen Ängsten, Traumatas, Verletzungen, aber auch meinen großen Emotionen, meiner Liebenswürdigkeit,....so wie du und jeder andere auch wertvoll ist. Als ganzes, mit allem was dazu gehört.
Schreib ich hier so leicht und tu mir selbst so schwer damit!Geändert von bazeba (12.11.2013 um 20:21 Uhr)
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12.11.2013, 21:34
AW: Loslassen, was weh tut...
bazeba

Könnte von mir sein, der Text.
Ich habe exakt dieselben "Krisen" und Überlegungen, auch Mitte 30, auch keine passenden Partner, auch in manchen Momenten das Gefühl, durchzudrehen.. (mehrere Baustellen, insgesamt nach dem Motto "was soll mit mir werden") ..auch der Gedanke, ich schaff das allein vielleicht nicht zu durchbrechen..
Aber wenn die "schwarze Stunde" dann vorbei ist, wieder Zuversicht, "ich pack das", und der Wille, mir selbst gut zu tun, mir zuzuhören... das klappt auch, und ich habe sehr ähnliche Erkenntnisse für mich herausgearbeitet, aber... es ist auch manchmal schwierig, man dreht sich gedanklich im Kreis.
Ich suche ein Echo, wünsche mir so sehr wieder einmal die aufrichtige Liebe eines Mannes.... aber ich will mich in dem Widerhall nicht (schon wieder) verlieren..... und dann habe ich auch manchmal den Eindruck, keiner ist mir gut genug.....
.. ich lese mit..Geändert von Ariaa (12.11.2013 um 21:38 Uhr)
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12.11.2013, 22:50
AW: Loslassen, was weh tut...
Das Gute bei Bedürftigkeit ist, dass sie kleiner und weniger wichtig wird, je mehr man sie dazugehören lässt. Sie kann sogar später nebensächlich werden.
Das, was so schmerzt und die Bedürftigkeit so überlebensgross wirken lässt, ist der Kampf gegen sie und die Scham.Geändert von maryquitecontrary (12.11.2013 um 22:55 Uhr)
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13.11.2013, 00:20
AW: Loslassen, was weh tut...
Ein paar kleine Gedanken dazu
Welches Bedürfnis soll eigentlich gestillt werden?
Das man angenommen und geliebt wird, wie man ist?
Das, danach, Wärme und Geborgenheit zu spüren?
Sein Ich leben zu können ( auch wenn es nicht der "Norm" entspricht ) ?
Das, danach, mit jemandem Freud und Leid zu teilen?Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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13.11.2013, 01:05
AW: Loslassen, was weh tut...
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13.11.2013, 01:12
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13.11.2013, 19:36
AW: Loslassen, was weh tut...
Hallo Divino,
könnte was dran sein, wobei mir das nicht bewusst ist. Ich wirke nach außen recht selbstbewusst, und ich bin eher der unabhängige Typ, wahrscheinl strahle ich das schon auch iwie aus. Menschen, die ich näher an mich ran lasse, sind meist Leute, die (wie ich?) eher Personen mit "Brüchen" sind, aber gerade dadurch oft auch charismatisch. Bei Männern auch oft solche, die mich ganz oder in bestimmten Teilen inspirieren. Hm kann es nicht beschreiben. Klingt doof, aber "normale" bzw. eher konventionelle Typen lerne ich eher selten kennen; irgendwie fehlt da wohl die Wellenlänge, auf beiden Seiten. Ich empfinde mich selbst eben mittlerweile auch nicht mehr als ganz "normal", auch in punkto Lebensgestaltung. Vielleicht bin ich auch kein zuverlässiger Typ Mensch/Frau, auf den ein Mann bauen will. "Schwiegermuttertraum-Typen" jedenfalls springen auf mich gar nicht an. Gut, bin eh keine 30 mehr, liegt also evtl auch am Alter, aber auch vom Typ her. Wobei ich insgesamt glaube, dass ich zickiger/anstrengender/selbstbewusster rüber komme, als ich es eigentlich bin. Und wenn ich dann meine liebe, zärtliche Seite zeige und mich öffne, werde ich enttäuscht. Immer, wenn ich mich in den letzten Jahren verliebe, werde ich enttäuscht. Hab bald keine Lust mehr auf Verlieben, und doch so ne Sehnsucht danach... :/Geändert von Ariaa (13.11.2013 um 19:48 Uhr)
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13.11.2013, 21:05Inaktiver User
AW: Loslassen, was weh tut...
Von welchen Bedürfnissen spreche ich...hm. Ich glaube, da ist in mir wirklich der große Hunger nach "Ankommen", nach Heimat. Nach "ich-sein-dürfen" und trotzdem geliebt werden. Einerseits. Andererseits ist in mir glaube ich aber auch der Zwang, dass das alles nur unter Kampf und Krampf möglich sein darf. Es ist bisher schon so gewesen, dass mich die Männer am meisten angezogen haben, bei denen diese Bedürfnisse nicht, oder nur unter großer Anstrengung, erfüllt werden hätten können. Genauso wie bei diesem Mann - es war aufgrund der äußeren Begebenheiten nicht möglich, mir das Bedürfnis zu erfüllen - aber das hat mich nicht davon abgehalten zu kämpfen. Bis auf's Blut, mein eigenes. Ich war in diesem Kampf mein größter Feind sozusagen.
Ich habe eine Riesenangst vor dem Verlassenwerden, davor, dass mich jemand vergisst.
Also in Summe eine Kombi aus Verlust- und Trennungsangst, das Bedürfnis nach Gesehenwerden und Ankommen und in Realität ein Mann, bei dem das alles fast schon immer offensichtlich nicht möglich ist - und trotzdem begebe ich mich in diesen Kampf. Auch ich bin am Anfang immer ungezwungen und locker - sollte ich es tatsächlich mal versuchen, am Anfang meine "Abgründe" mitzuteilen? Verbal oder durch das so sein, wie ich bin? Ich glaube, davor graut mir - denn dann, so meine Befürchtung (oder ist es ein Segen?) springen die nicht kompatiblen Männer gleich ab, anstatt dass "ich sie erst in mich verknallt mache", nur um sie dann sukszessive zu vergraulen...



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