wirst du erst wirklich wissen, wenn du es ausprobiert hastZitat von Inaktiver User
Das Problem ist ja häufig, dass diese Rumhirnerei uns überhaupt erst in unserem gewohnten Elend hält.
Ich hab mal ne 5tägige Radtour gemacht, war schon immens, wie sich das innere Tempo, also das Zeitgefühl durch die paar Tage verlangsamt und harmonisiert hat. Ich war einfach innerlich ausgeglichener und vor allem viel mehr im hier und jetzt. Kann man auch mit einer fetten Dosis AD vergleichen, die einem die innere Distanz und dadurch bessere Sicht auf das eigene Leben wieder ermöglicht. Hat bei einer so kurzen Tour nicht sooo lang angehalten.
Ich war aber auch mal 6 Wochen mit Zelt auf Sizilien unterwegs, hatte da sprachlich bedingt kaum Austausch und als ich heimkam war ich auch in einem ganz anderen Körper- und Zeitgefühl und sehr in der Gegenwart präsent. Das hielt schon länger an.
Durch Wanderungen und Spaziergänge kann ich mir die Essenz davon immer wieder zurück holen, kurz: solche Erlebnisse, die ja auch eine Art Grenzüberschreitung sein können, können durchaus auch in den Alltag dauerhaft nachwirken. Das ist so ähnlich wie mit einer Ernährungsumstellung. Die etabliert sich auch nur durch dauerhafte Gewohnheitsveränderungen und zieht nicht selten auch Veränderungen in anderen Bereichen (z.B. Sport) nach sich.
Manchmal ist es besser ins Handeln zu gehen, und zwar in ein Handeln, das neu ist, unbekannt, ungewohnt, neue Pfade eben. Natürlich ist es immer eine Risikoabwägung. Also deshalb z.B. den Job zu riskieren oder sch gar zu verschulden, das wird wohl in den wenigsten Fällen Sinn machen.
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Thema: Geboren um zu leben
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03.11.2013, 09:08
AW: Geboren um zu leben
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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03.11.2013, 09:14
AW: Geboren um zu leben
[QUOTE]Du hattest dir quasi einen "Helfer-Burnout" eingefangen und die Tipps der Therapeuten, die du dann auch sinnvoll umgesetzt hast, haben deshalb auch Wirkung gezeigt und nun geht es dir - von außen betrachtet - gut.
Aber was dich nach wie vor erschreckt, ist, dass du in deinem Inneren - nennen wir es mal Seele - nichts positives spürst.
Geht mir genauso.
Ich glaube, wir beide machen uns unser Leben schwer, weil wir zuviel erwarten!Mit 9 habe ich zum ersten Mal in mein Tagebuch geschrieben, dass ich tot sein will.
Irgendwie denke ich eben manchmal, dass dieses Gefühl schon immer vorhanden war und ich einfach keinen richtigen Lebenswillen habe. Dass das eben keine Depressionen sind, die sich behandeln lassen, sondern einfach ein Fehler im System, kein Überlebensdrang, kein Ja zum Leben.
Es gibt fraglos einen Überlebensdrang in Bezug auf das pure Überleben.
Das sieht man eindrucksvoll bei Tieren. Ich schaue viele Tierdokus und zumindest die aktuellen zeigen auch die harte Seite des Lebens.
Keine Antilope wird geboren und sagt ja zum Leben.
Und wir Menschen sind eben auch nur Tiere. Unser Gehirn unterscheidet sich nur marginal von anderen Säugetieren. Natürlich haben wir größere und leistungsfähigere Gehirne und "wir" haben Kunst und Kultur entwickelt. Aber die meisten Menschen entwickeln trotz ihres tollen Gehirns in ihrem ganzen Leben garnichts. Die Leben irgendwie, arbeiten irgendwas und wenn sie tot sind, fällt es eigentlich nicht weiter auf...
Unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, sind nur als Kleinkinder süß und werden gerne in kitschigen Fernsehserien und im Zirkus gezeigt. Erwachsene Schimpansen sind Sammler (Früchte, Blätter, Kerbtiere), Jäger (gezielte Gruppenjagd auf andere Affen) und Krieger (blutiges/tödliches Verteidigen oder Erobern von Revieren und Rangstreitigkeiten).
Ich wünsche allen einen schönen Sonntag
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03.11.2013, 09:18
AW: Geboren um zu leben
...weil es toll ist, wenn sich aus einem kleinen Samenkorn etwas großes entwickelt und man als Gärtner das Gefühl hat, durch seine Pflege etwas wichtiges beigetragen zu haben.
Akten abzustempeln und von rechts nach links zu räumen, von Mo-Fr von 8-16 Uhr, ist für Menschen, die nach einem Sinn suchen, nicht genug.
Grüße
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03.11.2013, 09:21
AW: Geboren um zu leben
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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03.11.2013, 09:23
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03.11.2013, 09:26
AW: Geboren um zu leben
Geändert von cristata (03.11.2013 um 09:28 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler
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03.11.2013, 09:27
AW: Geboren um zu leben
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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03.11.2013, 09:35Inaktiver User
AW: Geboren um zu leben
Hab grad erst gesehen, dass nach meinem letzten Post noch einiges geschrieben wurde und meine Ergänzung so vielleicht nicht mehr gesehen wird. Deshalb hier noch mal, falls es jemanden interessiert:
Alpfieber - ZDF.de
poca
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03.11.2013, 09:40
AW: Geboren um zu leben
poca, das hatte ich mir tatsächlich auch mal überlegt und ich habe es immer noch im Hinterkopf für andere Zeiten. Ich halte grundsätzlich alles für sehr interessant, was einen Bruch mit dem bisherigen Hamsterradkurs bedeutet. Stichwort neue Erfahrungsräume. Manchmal reicht da Therapie, manchmal brauchts da aber auch Schritte im echten Leben. Das können auch ganz kleine sein.
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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03.11.2013, 09:48
AW: Geboren um zu leben
Die Sendung habe ich gesehen und mMn haben sie gut die Sonnen - und die Schattenseiten eines solchen Alpsommers gezeigt. Ich schaue sehr gerne solche Dokus und denke dann lang darüber nach.
Nach einer Trennung vor 3 Jahren, die vor allem auch sehr ernüchternd war, habe ich mir meinen alten Gärtnertraum verwirklicht und von einem Erbe im sehr günstigen und sehr ländlichen Nordhessen ein kleines, altes Haus mit ca. 500 qm gut eingewachsenen Obst - und Gemüsegarten gekauft.
Nach knapp 2 Jahren habe ich es wieder verkauft und wohne jetzt im Rhein-Main-Gebiet in einer kleinen Mietwohnung mit Balkon und Blick ins Grüne.
Die 2 Sommer waren toll - aussäen, pflegen, ernten, einkochen, Schwatz mit den netten Nachbarn übern Gartenzaun
Die 2 Winter waren lang, dunkel, einsam. Der Garten ruht, die Erntemengen kann ein Single nicht verbrauchen (und die Nachbarn haben selbst genug), der 46 Jahre alte Rücken murrt immer lauter...
Bis jetzt habe ich den Umzug nicht bereut.
Als junger Mensch, ggf. mit Aussicht auf Familie/Zuzug, ist so ein Landleben eher passend.
Mit Mitte 40 und abgeschlossener Familienplanung hat ein Balkon mit 2 Topftomaten auch seine Vorzüge...
Man lernt immer dazu, ob man will oder nicht , ob einem das Ergebnis gefällt oder nicht und jetzt arbeite ich an meiner neuen Zukunft
Und an dieser Stelle steht auch koselig.
Die bisherigen Erfahrungen auswerten und was neues entwickeln...
Grüße



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