Muss nicht zwangsläufig so sein. Ich vergleiche das gern mit einem Bild: die frühe Prägung ist sozusagen die Grundierung. Ihre Struktur wird natürlich auch immer das Bild mitformen, egal aus welchen Farben und Formen es einmal bestehen wird. Aber dennoch habe ich immer die Möglichkeit, trotz und mit den Farben und den Formen selbst die Struktur in das Gesamtbild zu integrieren. Die Struktur muss nicht dominieren. Sie bestimmt das Bild mit, aber das heisst nicht, dass es kein in sich stimmiges Bild geben kann bzw viele Bilder sich aus dieser Struktur heraus entwickeln könnten.Zitat von Inaktiver User
Bezüglich der Mutter in diesem Beispiel finde ich übrigens die Bücher von Sabine Bode sehr erhellend (die vergessene Generation usw). Das schaffte bei ein ganz neues Begreifen, davon zu lesen, wie die erzogen und aufgewachsen sind. Dass deshalb viele in unserer Generation Defizite im sich-selbst-fühlen bzw fehlende Vorbilder bezüglich Glück, positiver Lebensführung usw haben, erstaunt mich nicht.
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Thema: Geboren um zu leben
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01.11.2013, 11:47
AW: Geboren um zu leben
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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01.11.2013, 11:48
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01.11.2013, 12:00
AW: Geboren um zu leben
Sicherlich bestimmt diese frühe Prägung nicht alles im späteren Leben. Aber - wer mit diesen eher ungünstigen Prägungen dann in die Pupertät und dann das "wahre" Leben starten muss, der hat es sicherlich schwerer, zu einer positiven Lebenseinstellung zu kommen und diese auch wirklich zu leben.
Ich bin bewußt Hausfrau und Mutter geworden, weil ich eben meinen Kindern genau das von Anfang an geben wollte an Liebe und positiver Zuwendung, die ich nicht bekam. Sicherlich hatte ich dabei auch die Hoffnung, für mein eigenes Empfinden etwas positives zu generieren.
Genau wie die Thread-Eröffnerin habe ich in meinem Leben -gerade auch nach Trennung und Scheidung- schon so einiges probiert, um dieses Gefühl der Leere zu füllen (Sport, neue Kontakte, VHS, usw.).
Aber bis jetzt ist auch mir diese innere Leere erhalten geblieben. Selbst wenn es mir eigentlich gut geht, fühle ich davon nichts in meinem Innneren und genau da sollte man es spüren. Alles andere ist ja nur oberflächlich.
Viele Antidepressiva, so auch das eigentlich bei mir durchaus erfolgreiche, arbeiten mit einer Erhöhung des Serotoninspiegels.
Ohne diesen Neurotransmitter kann man keine wirkliche Freude empfinden und ich denke, da hapert es halt grundsätzlich.
Aufgrund genetischer Vorgaben, Zufall und/oder der frühen Kindheit (Gehirnentwicklung in den ersten Lebensjahren!) ist der Serotonin-Spiegel eben bei manchen eher niedrig und dann kommt man schnell in so eine negative Grundstimmung und dann geht das auch häufig in Richtung sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung-
Was man dagegen machen kann? Keine Ahnung
Grüße
PS.
das meine Mutter in Punkto Lebensfreude auch kein Positivbeispiel war, ist für mich kein Wunder. Aber hier geht es ja darum herau zu finden, was man jetzt und selbst tuen kann, um sowas wie Lebensfreude zu schaffenGeändert von cristata (01.11.2013 um 12:09 Uhr) Grund: Ergänzung
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01.11.2013, 12:05Inaktiver User
AW: Geboren um zu leben
Meine Antwort bezog sich auf Dein Post Nr 18, in dem Du schreibst ich hätte es mir mit meiner Anwort, Sichtweise zu einfach gemacht. Ich habe, aus genannten Gründen, ganz bewusst nicht ausführlicher dazu geschrieben. Ich gebe gerne mal den einen oder anderen Denkanstoß, konzentriere mich auf das Wesentliche, ohne tiefer und umfangreicher darauf einzusteigen, da das für mich ein Forum nicht hergibt.
Ich stimme Dir zu, dass man das Ganze aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann und muss.Geändert von Inaktiver User (01.11.2013 um 12:08 Uhr)
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01.11.2013, 12:09
AW: Geboren um zu leben
diese Medikamente sollen ja eigentlich nur den Puffer geben, damit die Betroffenen die Luft und Stabilität haben, um sich neue Lebensstrategien und Erfahrungsräume anzueignen, die dann eben auch eine andere Lebensqualität und Lebensbewältigung ermöglichen. Diese Stoffwechselkompensation ist eigentlich nur als Brücke gedacht. Leider sind heute die ADs wesentlich leichter zugänglich als die eigentlich dazugehörenden Therapien. Vor allem die entsprechende Therapievielfalt. Wie schon geschrieben: ich habe gerade was das Emotionale und die Überwindung dieser gefühlt gläsernen Mauer um mich rum in erster Linie der Körperpsychotherapie (in meinem Fall Tanz- und Ausdruckstherapie) zu verdanken, weil die viel in vielen Dingen unmittelbarer ansetzen kann, vorbei an irgendwelchen intellektuellen Zensoren und Bewertungen.Aufgrund genetischer Vorgaben, Zufall und/oder der frühen Kindheit (Gehirnentwicklung in den ersten Lebensjahren!) ist der Serotonin-Spiegel eben bei manchen eher niedrig und dann kommt man schnell in so eine negative Grundstimmung und dann geht das auch häufig in Richtung sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung-Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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01.11.2013, 12:12
AW: Geboren um zu leben
oh sry, CSC, dann habe ich das falsch zugeordnet, tschuljiung..
ok, damit kann ich gut leben, was du jetzt schreibst. Ich hab halt im RL auch immer wieder, gerade von den (Pseudo-)Esos solche Sätze hört à la "das und jenes bzw diese und jene Personen (Eltern) hast du dir selbst bzw deine Seele sich ausgesucht" und mich bzw später dann auch diese Leute gefragt: "und? soll ich mich jetzt dafür hauen oder was soll ich mit dieser Information jetzt machen?" Ich fand das halt einen ziemlich destruktiven Ansatz. Selbst wenn es so wäre - darauf hab ich jetzt auch keinen Einfluss mehr, hatte diesen vielleicht noch nie. d.h. ich kann jetzt nur noch (über mich selbst) denken: schee bled - wie wir Schwaben sagen (Übersetzung: Schön blöd)
Vll ist jetzt meine Reaktion auch etwas verständlicher..Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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01.11.2013, 12:23
AW: Geboren um zu leben
Hallo Amelie,
da stimme ich Dir vollkommen zu.
Mit dem AD bin ich einigermaßen durch die ganz dunklen Zeiten gekommen und ich hoffen, dass ich nie mehr welche nehmen brauche (keine mehr seit Sommer 2012).
Das AD hat mir in der Tat die Zeit verschafft, mich selbst etwas zu stabilisieren und ich arbeite auch daran, mein eigentliches Grundproblem zu lösen, welches Du ja so schön als gefühlte gläserne Mauer beschrieben hast.
Diese Distanz zum bei allen Anderen ach so prallem Leben - und das ist ja wohl auch der Ansatz/das Problem von koselig- ist halt sehr hartnäckig, weil eben auch langjährig tief im Gehirn verankert.
Ich arbeite daran (mal mehr, mal weniger) und habe die Hoffnung zumindest noch nicht vollständig aufgegeben. Vielleicht überkommt mich ja ein Schub an Altersweisheit ....
Grüße
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01.11.2013, 12:34
AW: Geboren um zu leben
klar, so einiges an Geduld und Spucke brauchts da einfach. Denn schließlich haben sich diese Zustände ja nicht über Nacht aufgebaut und verhärtet. Hat ja ne Weile gebraucht, bis sich der Klops im Hirn heimatlich eingenistet hatte, entspechend Zeit brauchts meist, bis sich da etwas neues sozusagen daneben aufbaut, das entsprechend genährt werden muss, dass es irgendwann mal genauso fett im Hirn sitzt wie dieser alte Knoten. Dann kann letzterer seine Kraft und Dominanz auch verlieren bzw. wir haben wieder eine Wahl- und Handlungs-"freiheit".
Das Alter finde ich in dem Zusammenhang nicht schlecht. Das klärt und zentriert manches nochmal auf ganz neue Weise und ermöglicht so auch, bis dahin noch nicht gelebtes jetzt doch noch zu entdecken und zu leben, oder damit seinen Frieden zu machen bzw. Lebensthemen aus der ersten Lebenshälfte können auch "einfach so" und scheinbar plötzlich ihre Bedeutung und ihre Präsenz verlieren. Muss man dann auch nicht mehr unbedingt hinterherrennen, es gibt genug neue Themen.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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01.11.2013, 16:10Inaktiver User
AW: Geboren um zu leben
Geschrieben habe ich das nicht, wenn Du nachlesen magst. Und obwohl ich diese Meinung teile, nicht aus Glauben sondern aus innerer Gewissheit, würde ich sie niemanden ungefragt auf die Nase binden. Jemanden der sich gerade mit seinen Gefühlen und Verletzungen auseinandersetzt, hilft das nichts. Später kann man diese Ebene einbeziehen, so man möchte. Dann kann die Kunst nicht zu bewerten und nicht mehr alles in die Kategorien Gut/Böse einzuordnen Frieden schenken. Das ist jetzt aber O.T., denn in meinem Antwortposting ging ich nur auf die Frage der TE ein, die fragte wieso ich mir so sicher sein könne, deswegen habe ich die spirituelle Ebene überhaupt nur erwähnt ohne irgendeinen Anspruch.
Ich hoffe jetzt ist es klarer. Auf Fragen diesbezüglich werde ich nicht eingehen, da wie gesagt O.T..
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01.11.2013, 16:55
AW: Geboren um zu leben
Irgendwo (im Bri-Forum?) hat mal jemand geschrieben, dass das im Alter vergesslich werden eine natürliche Schutzfunktion ist, um nicht garantiert nach einigen Jahrzehnten durchzudrehen aufgrund der vielen unschönen und belastenden Situationen, die sich so ansammeln

Ich möchte nochmal zurückkommen auf die Situation der TE.
Sie sagt ja selbst, dass es ihr objektiv gut geht in diesem Land, gerade auch im Vergleich zu 3. Welt-Ländern. Und eine Zeit lang schafft sie es auch, einigermaßen zufrieden zu "funktionieren", bis es dann (plötzlich) wieder kippt und sie sich die Frage stellt "was soll der ganze M..t eigentlich?".
Ich denke, das Problem ist so alt wie die Menschheit denken kann. Letztlich geht es doch um die Frage nach dem Sinn des Lebens und diese Fragen wird von Philosophen schon seit Jahrtausenden gestellt und die ernüchternde Antwort lautet: Es gibt keinen tieferen Sinn
Es geht um Überleben und Fortpflanzen und alles andere ist nur eine oberflächliche Deckschicht, weil wir Menschen es gerne "schriftlich" hätten, dass da mehr ist...
Ganze Religionen sind auf dieser Frage aufgebaut und die Antwort ist, dass der Sinn des Lebens darin besteht, sich zu qualifizieren für ein besseres nächstes Leben (Paradies, reichere Wiedergeburt) oder das Entkommen aus dem sicher geglaubten Zyklus der Wiedergeburt, was automatisch impliziert, dass das Leben doof ist
Viele Menschen stellen sich deshalb sicherhaltshalber lieber nicht diese Fragen, sondern knallen sich den Terminkalender voll, damit erst garkeine Zeit zum Nachdenken bleibt, gerne auch verbunden mit ordentlich Alkohol und das neue Auto oder Smartphone als Ersatzbefriedigung.
Für andere Menschen ist dagegen die Frage nach dem warum-weshalb-wieso ein elementarer Teil ihrer Persönlichkeit und wird es immer sein.
Ich kann der TE nur empfehlen, zu analysieren, warum sie sich zeitweise gut fühlt und dies dann zu kultivieren.
Sich in seiner Haut meistens einigermaßen wohl zu fühlen, ist meiner Meinung nach das Maximum dessen, was man erreichen kann und ich bin schon froh, wenn mir dies kurzzeitig gelingt.
An den Buddhismus angelehnte Meditation kann, einige Übung vorausgesetzt, wohl nachweislich die Gehirnströme "beruhigen" im Sinne von harmonisieren und wird inzwischen auch in der Depressions-Therapie eingesetzt, um das Übel an der Wurzel zu packen
Ein solches Forum kann ja ausschließlich die persönlichen Erfahrungen und daraus resultierenden Ratschläge von eigentlich Fremden wiedergeben und somit maximal Hilfe zur Selbsthilfe und Selbsterkenntnis sein.
Wobei die Selbsterkenntnis ja auch die Erkenntnis sein kann, dass man externe Hilfe braucht.
Die TE hat ja schon Erfahrungen mit therapeutischer Hilfe gesammelt und bezeichnet sich selbst als nicht Suizidgefährdet. Das ist prima und hilfreich.
GrüßeGeändert von cristata (01.11.2013 um 17:01 Uhr) Grund: Ergänzung


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