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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Zitat Zitat von Andreas41 Beitrag anzeigen
    Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das nach dem Sinn des Lebens fragt und damit des Öfteren ziemlich unglücklich dasteht ... weil er denken kann. Die Tatsache, dass es keinen Sinn gibt, ist für die meisten Menschen frustrierend. Daher erfinden die Menschen einen Sinn. Ebenso wie sie Gott erfunden haben, weil sie Angst davor haben, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass sie selbst für alles verantwortlich sind, was durch sie passiert. Und weil man Kinder damit trösten kann, dass verstorbene geliebte Wesen nicht ganz weg sind, sondern im Himmel.

    Ebenso wie eine Ameise, ein Wurm, eine Vögelchen und jedes beliebige andere Tier oder auch eine Pflanze entsteht der Mensch, lebt und stirbt. Das war's. Ein Sinn existiert nicht. Machen wir das Beste draus :-)
    Das mag Deine persönliche Welt- und Wirklichkeitserfahrung sein, und die kann ich auch so stehen lassen. Aber nicht als absolute Wahrheit. Genauso wenig wie ich beweisen kann, dass es Gott und damit einen tieferen Sinn im Leben gibt, kannst Du beweisen, dass es ihn nicht gibt. Zumindest ist das "Konstrukt" Gott mal nicht auszurotten, egal wie aufgeklärt und naturwissenschaftlich geschult wir auch sind.

    Und selbst wenn es Gott nicht gibt, hat mir mein Glaube im Leben in existenziellen Nöten so viel Halt und Kraft und einen tiefen Sinn gegeben, dass ich schon deshalb nicht darauf verzichten wollte.

    Wenn es jemandem reicht zu sagen, wir leben und dann sterben wir halt, dann sei ihm das zugestanden. Vielen Menschen reicht das aber eben nicht. Und viele Menschen machen, wenn sie sich auf die Suche nach dem tieferen Sinn begeben, tiefe innere Erfahrungen. Das einfach als mentale Krücke abzutun, ist mir zu einfach. Zumal es nicht nur psychisch labile oder geistig naive Menschen sind, die diesen tiefen Halt erfahren. Es sind durchaus oft Menschen, denen ich ohne weiteres zutraue, ihr Leben auch ohne diese "Krücke" zu meistern, die sich aber dennoch anders entschieden haben. Und ich finde, das kann man auch dann respektieren, wenn man den Glauben an sich nicht teilt.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Zitat Zitat von Chrispi Beitrag anzeigen
    Hallo Andreas41,

    das klingt ja ganz schön desillusionierend.... "ein Sinn existiert nicht". Das sehe ich absolut anders. Natürlich hat das Leben einen Sinn, ich bin zu einem bestimmten Zweck hier auf der Erde. Es gilt diesen heraus zu finden. Du denkst, dass nach dem Tod Ende Gelände ist???
    Wieso meinst du, dass Gott erfunden wurde? Ich jedenfalls habe vor vielen Jahren Gott kennen lernen können und habe eine enge persönliche Beziehung zu ihm. Ohne ihn wäre mein Leben deutlich ärmer, genau genommen sinnloser. Er hilft mir in meinem Alltag, gibt mir das was ich brauche an Zuversicht, Gelassenheit, Liebe und einen Haufen Freude. Ehrlich gesagt würde ich das jedem Menschen gönnen :-)
    Nein, es ist ganz und gar nicht desillusionierend Warum ist etwas wertvoller oder schöner, wenn es einen Sinn hat? Ein Stein, der in der Gegend rumliegt, hat nicht mehr oder weniger Sinn als das Dasein eines Menschen. Aber ich sehe das nicht negativ, sondern einfach als Tatsache. Nichts Schlimmes. Aber ich glaube, dass genau Deine Empfindung dazu der Grund ist, warum Menschen einen Sinn suchen. Warum ist es eigentlich so schlimm, wenn das Leben keinen Sinn hat? Es klingt im ersten Ansatz sehr negativ, weil es Menschen sagen, die keine Lust mehr auf das Leben haben, aber Tiere wissen doch auch nichts von einem Sinn und haben dennoch Freude am Leben, wenn es ihnen gut geht. Warum kann man das als Mensch nicht genauso sehen (mir lag "akzeptieren" auf der Tastatur) und dennoch glücklich sein?

    Die Diskussion über Gott zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen macht absolut keinen Sinn. Man dreht sich im Kreis und kommt dennoch auf keinen gemeinsamen Nenner. Ein "Ungläubiger" neigt zudem zur Überheblichkeit. Ich werde niemand überzeugen wollen, dass es keinen Gott gibt. Es ist meine Wahrheit, zu der ich stehe. Ich vertrete es auch als absolute Wahrheit, denn wieso sollte ich es anzweifeln? Da braucht aber niemand an die Decke zu gehen, denn ich greife weder jemand an noch lasse ich mich von Gegenteil überzeugen. Und ich weiß, welche Energie Menschen aus ihrem Glauben beziehen können und daher hat jeder Glaube, der Positives bewirkt, seine Existenzberechtigung

    Bitte sehe meinen Beitrag auch an Dich gerichtet, Malina
    Tritt manchmal einen Schritt zurück und überlege Dir, was wirklich wichtig im Leben ist. Besonders, bevor Du mit Jemanden einen Streit anfängst.

  3. gesperrt

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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Wenn Lügen und Betrug in meinem Leben auftauchen, dann merke ich doch, dass ich sie erkennen kann. Ich muss damit nicht leben, sondern kann die Wahrheit ungestraft und laut sagen. Warum soll ich nicht ohne sie auskommen? In meinem Leben lebe ich nach meinen moralischen Vorstellungen, die Lug und Trug ausschließen, und stelle mit zunehmendem Alter fest, dass ich leichter und glücklicher werde, zufriedener, ausgeglichener.
    Dafür haben Liebe, Mitgefühl, Lachen mehr Raum in meinem Leben bekommen. Ich gehe aufrecht durchs Leben, kann jeden Morgen in den Spiegel blicken und gebe lieber, als dass ich nehme. Manchmal nehme / bekomme ich auch und schätze das sehr.
    Meine Pläne sind weit reichender als früher. Ich genieße mehr und länger und intensiver. Und die Liebe ist bei mir wieder eingekehrt und bereichert mein Leben.

    Und so eine Grundstimmung wünsche ich euch allen.

  4. Inaktiver User

    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Dankeschön. Was kann es Besseres geben.
    In jungen Jahren musste ich und bestimmt viele Andere auch bestimmte Kompromisse schließen.
    Und dann hab ich mein Leben eben so verändert dass das nicht mehr nötig ist.

    Dieses "Schwimmen im Leben" genieße ich total.
    Irgendwann gibt es bestimmt wieder ein paar Eckpunkte - aber bis dahin surfe ich durchs Leben.

    Es gibt immer leichte und schwerere Zeiten.
    Nur - nach ein paar Runden - ist man halt seltener verzweifelt.

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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Hallo Andreas,

    dass Menschen sich gerade in existenziellen Krisen (Tod eines nahen Angehörigen, schwere Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung, etc.) nach dem Sinn ihres Lebens und vor allem auch ihres Leids fragen, halte ich für ganz normal und menschlich. Die Frage stellt sich im Alltag, wenn alles einigermaßen glatt läuft, halt oft nicht oder vielleicht nur bei solchen Leuten, denen der Alltag einfach nicht genügt. Man kann sich bei allem Leid, was einem so zustößt, natürlich immer damit trösten, dass man eben schlechte Karten in der Lebenslotterie gezogen hat. Manch einem reicht das schon als Sinngebung. Viele verbittern aber auch in ihrem Leid, weil sie keinen Sinn darin erkennen können. Und das finde ich persönlich schlimm.

    Meine Tante ist für über zwanzig Jahren an Krebs gestorben und war zuletzt sehr verbittert. Da hab ich mir schon geschworen, dass ich, sollte mich so ein Schicksal mal ereilen, damit anders umgehen will. Tja, nun ist es soweit, und ich bin froh, dass ich zumindest bislang einen Sinn in allem für mich erkennen kann. Das hilft mir ganz enorm und gibt mir Zuversicht, egal wie die Geschichte ausgehen mag.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Hallo Andreas,

    dass Menschen sich gerade in existenziellen Krisen (Tod eines nahen Angehörigen, schwere Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung, etc.) nach dem Sinn ihres Lebens und vor allem auch ihres Leids fragen, halte ich für ganz normal und menschlich. Die Frage stellt sich im Alltag, wenn alles einigermaßen glatt läuft, halt oft nicht oder vielleicht nur bei solchen Leuten, denen der Alltag einfach nicht genügt. Man kann sich bei allem Leid, was einem so zustößt, natürlich immer damit trösten, dass man eben schlechte Karten in der Lebenslotterie gezogen hat. Manch einem reicht das schon als Sinngebung. Viele verbittern aber auch in ihrem Leid, weil sie keinen Sinn darin erkennen können. Und das finde ich persönlich schlimm.

    Meine Tante ist für über zwanzig Jahren an Krebs gestorben und war zuletzt sehr verbittert. Da hab ich mir schon geschworen, dass ich, sollte mich so ein Schicksal mal ereilen, damit anders umgehen will. Tja, nun ist es soweit, und ich bin froh, dass ich zumindest bislang einen Sinn in allem für mich erkennen kann. Das hilft mir ganz enorm und gibt mir Zuversicht, egal wie die Geschichte ausgehen mag.

    Viele Grüße,

    Malina
    Aber was für einen Sinn sollte es denn haben, Krebs zu bekommen und daran zu sterben? Schau Dir an, wie ein Hund oder eine Katze damit umgehen, wenn sie ein Bein verloren haben. Sie rennen auf 3 Beinen durchs Leben und haben Freude. Ich meine, nur der Mensch ist durch sein Denkvermögen in der Lage Selbstmitleid zu empfinden. So hart es ist ... ich sehe keinen Sinn hinter einer Krankheit, an der man stirbt. Es ist einfach so. Ebenso wie es keinen Sinn hat, dass Menschen bei Verkehrsunfällen oder im Krieg ums Leben kommen.

    Ich kann gut verstehen, dass man nach einem Sinn sucht. Und wenn jemand Kraft dadurch erfährt, dass er an einen Sinn glaubt oder für sich einen findet, ist das voll in Ordnung. Ich habe eine kleine Tochter, die zum Glück bisher noch kein Verlust eines geliebten Lebewesens erfahren musste. Aber sie und ihre Mutter haben einen Hund, der jetzt 8 Jahre alt ist. Und sie hat einen Hasen. Weiterhin sind meine Eltern 77 und 79 Jahre alt. Sie sind zum Glück noch sehr fit, aber man weiß nie. Wenn eines dieser geliebten Wesen mal stirbt, ist es sehr verlockend meine Tochter damit zu trösten, dass es jetzt im Himmel ist. Vielleicht mache ich das auch, denn ich finde, dass schöne Geschichten wie auch z.B. der Weihnachtsmann oder der Osterhase ihre Existenzberechtigung haben, wenn sie jemanden trösten.
    Tritt manchmal einen Schritt zurück und überlege Dir, was wirklich wichtig im Leben ist. Besonders, bevor Du mit Jemanden einen Streit anfängst.

  7. Inaktiver User

    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Ich frage mich halt schon, welchen Sinn ich meinem Leben geben sollte, um am Ende oder bereits jetzt schon mal zufrieden zu sein. Auf was werde ich zurückblicken? Was werde ich zurücklassen?
    In welchen Momenten bist du glücklich?
    Die sind der Sinn deines Lebens. Vorausgesetzt, du machst sie dazu, indem du sie wahrnimmst und wertschätzt.

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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Zitat Zitat von Andreas41 Beitrag anzeigen
    Aber was für einen Sinn sollte es denn haben, Krebs zu bekommen und daran zu sterben?
    Die Frage kann sicher nur jeder für sich selbst verantworten. Ich würde mir nicht anmaßen, anderen Menschen Deutungsangebote für ihre persönlichen Lebenskrisen zu machen. Das fände ich übergriffig. Ich persönlich kann meine Krankheit als Aufgabe sehen, in bestimmten Punkten zu reifen, vielleicht auch Dinge zu ändern. Und selbst wenn ich daran sterben muss, kann ich meinem Sterben noch Sinn geben, indem ich ein Zeichen setze, dass ein gutes, versöhntes Sterben möglich ist. Das ist sogar Sinn ganz unabhängig von Transzendenz. Die Transzendenz kommt erst ins Spiel, wenn ich diese Aufgabe als bewusst mir zugedacht erfahre, nicht als zufällig mir vor die Füße geworfene Lebenskrise.

    Ich denke, die meisten Menschen hadern zumindest zeitweise mit einem schweren Schicksal. Wir können uns eben nicht auf das geistige Niveau einer Katze begeben oder uns daran orientieren. Offenbar haben wir aus welchem Grund auch immer die Fähigkeit nach einem Sinn im Leben zu fragen. Und ein für sich selbst erkannter Sinn hilft zweifellos bei der Bewältigung von Lebenskrisen, wobei es meiner Erfahrung nach leichter ist, diesen Sinn auch schon vorher zu erfahren, denn in Krisen greift man ja gerne auf bewährte Verhaltens- und Deutungsmuster zurück, weil einem die Kraft fehlt, neue zu entwickeln. Daher finde ich es durchaus vorausschauend, sich schon bezeiten, in krisenfreien Zeiten Gedanken über den Sinn des eigenen Lebens zu machen.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. Moderation

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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Zitat Zitat von Chrispi Beitrag anzeigen
    Natürlich hat das Leben einen Sinn, ich bin zu einem bestimmten Zweck hier auf der Erde.
    Ich finde das eine extrem belastende Vorstellung. Ich verbringe schon viel zu viel Zeit als Mittel zum Zweck, da muß ich nicht auch noch den Rest von mir funktionalisieren.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Moderation

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    AW: Zwischen all den Lügen und Betrug den Sinn des Lebens finden

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Wenn Lügen und Betrug in meinem Leben auftauchen, dann merke ich doch, dass ich sie erkennen kann. Ich muss damit nicht leben,
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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