Um ehrlich zu sein, ich verstehe die Probleme der TE nicht.
Sie hat einen guten Appetit, sie hat Erfolge bei der Auswahl ihrer Sexpartner, die offensichtlich ihr äußeres Erscheinungsbild attraktiv finden.
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27.10.2013, 09:36
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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27.10.2013, 09:40
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
Du hast sicher recht, dass das nicht unnormal sein muss. Ich beziehe mich lediglich darauf, dass die TE es selbst so einschätzt und deswegen (?) in Therapie ist. Sie will ja offensichtlich etwas anderes im Leben.
Ich schließe nicht auf eine hohe Sinnlichkeit der TE, denn dann gäbe es ja noch viel mehr Möglichkeiten um Glück zu empfinden (so wie Ebayfan es beschreibt). Für mich liest es sich doch eher nach Verdrängung von Problemen durch Schaffung permanenter, kurzer Glücksmomente.
Konform gehe ich mit dir, dass es keinen Sinn macht, sich mit Gewalt zu disziplinieren, nur weil andere das ja schließlich auch können/machen. Das wäre nicht nur schädlich für die/den Betroffene(n) , sondern auch ein lebenslanger Kampf gegen Windmühlen.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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27.10.2013, 09:42
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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27.10.2013, 09:49
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
nein, ich finde, die verfügbaren Informationen geben diese Interpretation nicht her. Da müsste die Threaderstellerin noch mehr und Genaueres erzählen.
Die Variante, dass es gar kein Problem gibt mit Ausnahme des Drucks der Umgebung halte ich nach wie vor für denkbar und auch im Bereich des Möglichen.
gruss, barbara
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27.10.2013, 10:10
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
Der Eröffnungspost liest sich für mich jedenfalls sehr unzufrieden bis unglücklich und ich krieg deshalb immer noch nicht zusammen, worauf das Belohnungssystem denn nun reagieren buw warum es gestört sein soll?
Eigentlich ist es doch gar nicht das Belohnungssystem, das da anspringt, sondern das Kompensationssystem, oder?
Also gehts ja erstmal darum klar zu kriegen, was kompensiert wird und wie aus einer Kompensation Schritt für Schritt eine Bedürfnisbefriedigung werden könnte. Allerdings: "Eile mit Weile". Das sind ja keine kleinen Sachen hier, sondern wichtige und zentrale Pfeiler unserer Existenz.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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27.10.2013, 10:22
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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27.10.2013, 12:53
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
Ich habe nicht genau verstanden, woher die Annahme kommt, es liege ein "gestörtes Belohnungssystem" vor. Ich meine auch, daß es mir als Patient nicht so viel weiterhelfen würde, eine solche Information zu erhalten, wenn sie nicht eingebettet wäre in mehr Wissen und vor allem eine Verknüpfung zu mir selbst. Denn wie, so würde ich wohl grübeln, ändere/ent-störe ich nachträglich mein Belohnungssystem?
Grundsätzlich, neurobiologisch, handelt es sich beim "Belohnungssystem" um Bereiche im Vorder- und Mittelhirn, Stichwort Nucleus accumbens und seine Verbinungen, die an der Entstehung sehr positiver, freudvoller, glücklicher Gefühle beteiligt sind.
Diese Gefühle entstehen entwicklungspsychologisch dann, wenn es beim kleinen Kind (in den ersten paar Jahren) zu positiven Bindungserfahrungen, zu Momenten des gegenseitigen, innigen Austauschens und Verstehens kommt. Diese Gefühle, "ich werde gesehen, verstanden und geliebt (und später auch, ich sehe, verstehe und liebe zurück; wir sehen und verstehen uns)" sind die Ur-Glücksgefühle.
Menschen mit negativen Bindungserfahrungen können Probleme haben, über Bindung/Austausch mit anderen Menschen solche Glücksgefühle zu erfahren, zum Beispiel, weil für sie Nähe auch immer gleichzeitig Unsicherheit/Bedrohung impliziert.
Menschen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung können zwischenmenschlichen Begegnungen kaum Glückgefühle "abgewinnen", was eine ziemliche Leerstelle bedeutet. Sie sind ausgesprochen gefährdet, auf Substanzen zum erreichen dieser Glückgefühle auszuweichen.
Denn nicht nur Nähe, Verständnis, Liebe löst diese Glückgefühle aus, sie können auch, allerdings mit entsprechenden Nebenwirkungen, durch Opiate, Kokain, Alkohol und andere Stoffe "hergestellt" werden. Manche meiner Kollegen meinen, Substanzen als Ersatz für (gestörte) Bindung sei ein wesentlicher Grund für die Entstehung von Suchterkrankungen; ich finde diese Überlegungen sehr spannend.
Wenn ich also einfach die eingangs gestellte Frage, "wie kann ich das ändern?" weiterspinne: ändern läßt sich so etwas im Grunde, wenn man lernt, nähere Beziehungen und Bindungen an sich heranzulassen, ohne die innere Balance zu verlieren - wenn man, kurz gesagt, das (therapeutisch) nach-erfährt, was man mutmaßlich als junges Kind nicht erfahren hat: in einer sicheren Beziehung man selbst sein zu können, gesehen und gespiegelt zu werden, als "gut" und "wertvoll" angenommen zu werden und das selbst allmählich auch anderen gegenüber empfinden zu können. Dann kann man wesentliche Glücksmomente in Beziehungen erleben und muß sie nicht durch Substanzen/Essen oder einen Sexrausch (der ja auch etwas Feines ist, aber nicht anstelle von Bindung ) ersetzen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß man eine isolierte "Störung des Belohnungssystems" hat, Depressivität und als kaum steuerbar erlebtes Eß-und Sexverhalten, ohne daß man das Ganze nicht sinnvoller auch durch eine F60 Diagnose beschreiben, verstehen und danach behandeln könnte. Aber da hier ja nur sparsame Angaben sind, kann ich mich natürlich auch irren.
Mit dem Verstehenwollen und Verstehen fängt es an, dem sich allmählich Annehmen, Tempo 'Rausnehmen, Halten, nicht gleich Ausagieren ... und das alles in einer therapeutischen, geschützten Beziehung. Alles das nach"arbeiten", was früher nicht erlebt wurde. Das braucht Zeit, aber es ist absolut möglich, ich sehe das jeden Tag in der Praxis.Geändert von maryquitecontrary (27.10.2013 um 12:58 Uhr)
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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20.11.2013, 21:22
AW: ... gestörtes "Belohnungssystem"?
Schon mal danke für eure, teilweise sehr ausführlichen Antworte. Ich werde über sie nachdenken und versuchen darauf einzugehen und dann hier berichten.
Lieben Dank nochmal!


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