Ich teile die Meinungen derer, die glauben, dass du dich zu sehr durch deine Borderline-Störung betrachtest. Das ist so, wie wenn jemand glaubt, die anderen lehnen ihn ab weil er dick oder klein ist, eine Brille trägt oder stottert.
Du hast oben betreutet Wohnen erwähnt. Hier ist das so, dass die psychisch kranken und auch behinderten Menschen in ihrer eigenen Wohnung wohnen und je nach Bedarf wöchentlich einmal oder mehrmals Besuch bekommen. Außerdem gibt es eine Tagesstätte, dort kann man immer Mittagessen und Kaffee trinken, gleichzeitig werden Kurse (Malen, nähen, Sport) und auch geringfügige Beschäftigung angeboten. Natürlich gibt es dort auch Beratung. Es gibt auch Angebote im Betreuten Wohnen, wo 3 - 4 Menschen zusammen wohnen und dort betreut werden. Teilweise engmaschiger und oft nach dem Klinikaufenthalt.
Vielleicht wäre ein Betreuer, der wöchentlich zu dir nach Hause kommt eine Alternative zur Gesprächstherapie, wenn es darum geht deinen Ballast los zu werden.
Im DBT Netzwerk wird auch ambulante Therapie angeboten, so dass du dir keine Sorgen um deine Katzen machen müsstest. Sicherlich mit Wartezeit, aber das wäre aktuell ja auch nicht so schlimm.
Ich fände es gut, wenn du deine Versuche von Kontaktaufnahme/Freundschaft therapeutisch/beraterisch begleiten lassen würdest. Um z. B. Verhaltensweisen von anderen zu reflektieren und deren mögliche Bedeutung(en) zu besprechen.
Eine Selbsthilfegruppe wäre vielleicht noch eine Idee.
Dann fällt mir ein Ehrenamt im Tierschutz ein. Da hättest du eine sichere Basis, also etwas dessen du dir sicher bist (Umgang mit Katzen) und könntest gleichzeitig an deinen sozialen Umgangsformen mit deinen Mitmenschen feilen.
Wenn du sicherer im Umgang mit anderen Menschen werden willst und daraus feste soziale Kontakte entstehen sollen, dann musst du unter andere Menschen gehen. In einem festen Rahmen, wie ein Sportverein oder ein Chor, gelingt das leichter.
Ich erwähne hier auch bewusst Sport und Musik, weil dies Tätigkeiten sind, wo man sich auf andere Menschen einstellen muss und darauf achten muss was sie tun. Sei es im Chor zu wissen wann der Einsatz der eigenen Stimme stattfindet, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man das gleiche Lied wie alle singt oder singen sollte. Beim Sport ist es ähnlich, im Mannschaftssport muss man das Ziel des Teams im Blick haben und den Ball abgeben, wenn ein anderer frei steht. Im Einzelsport muss man den Gegner im Blick haben. Ob es nun die Zeiten sind (z. B. beim Laufen) oder die Reaktionen des Gegners, bei einem Sport wie Tischtennis.
Ich gehe hier bewusst auf die praktische Ebene. Denn rumhirnen kannst du schon alleine ganz gut und du weißt auch, wie es geht. Ich lese aber deutlich, wie du dir selbst Stolperfallen stellst, weil du solche Fantasien hast, wie oben beschrieben (Ich fühle mich wie ein Kind, dass seinen Eltern lauscht).
Vielleicht musst du auch eher deine Selbstunsicherheit und die Unsicherheit im sozialen Umgang in den Griff bekommen. Möglicherweise hemmt dich das mehr, als die Borderline-Störung an sich.
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Ergebnis 41 bis 41 von 41
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28.10.2013, 06:26
AW: Borderline und Partnerschaft/Freundschaft/Kontakte
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte


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