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    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Ich finde es sehr vernünftig, sich Gedanken über eine PV zu machen und sie zu verfassen. Gerade bei Unfällen sind Angehörige total überfordert, wenn sie trotz des Schocks über die Unfallnachricht nach solchen Entscheidungen gefragt werden. Es muss auch jeder selbst entscheiden, ob ein eventuelles Leben im Rollstuhl vielleicht doch noch lebenswert sein könnte. Für einen Gesunden ist das ost nicht vorstellbar, aber mein Bruder z.B. hat das gut gemeistert. Gezwungen wird niemand, eine PV zu schreiben, aber sinnvoll ist es allemal. Und je detaillierter sie ist, desto besser. Die Hoffnung, dass sie nie gebraucht wird, muss man ja deshalb nicht aufgeben
    Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
    Wilhelm Busch

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    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Guten Morgen,
    Ich weiß aber nicht, was ich will, sollte ich durch eine Akuterkrankung, Unfall etc. in die Lage kommen, dass ich nicht mehr selbstständig Nahrung zu mir nehmen kann.
    Ich weiß, dass ich nicht reanimiert werden will. Sollte ich aber auf der Straße "umkippen" wird sowieso reanimiert und ich komme "gerettet" ins KH.
    Ich will keine lebensverlängernden Maßnahmen, dies habe ich alles detailliert aufgeschrieben. Künstliche Ernährung gehört zu den lebensverlängerenden Maßnahmen, die lehne ich "eigentlich" ab. Ich könnte eine Frist reinschreiben, ab wann nach einem Akutfall, die Ernährung eingestellt wird...? Ach, ich hab keine Ahnung...
    Sollte ich nach einem Unfall oder einer Akuterkrankung keine Nahrung zu mir nehmen können, wünsche ich die künstliche Ernährung nur, wenn die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben nach Ausheilung einer Unfallverletzung oder der Krankheit besteht.

    Wäre nur so eine Idee zum weiter dran rumfeilen
    Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
    Wilhelm Busch

  3. Inaktiver User

    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Ich habe verfügt, dass im ersten halben Jahr alles gemacht werden soll. Sollte ich danach meine Urteilsfähigkeit nicht wiedererlangt haben, sollen alle Systeme abgestellt und alle Schläuche entfernt werden. Behandlungen nur noch palliativ.

    Auch habe ich verfügt, dass ich im Falle eines sehr schweren Zwischenfalls, der unbehandelt schnell zum Tode führen würde (Schlaganfall, Herzinfarkt), keine Behandlung erfolgen soll.

    Wenn ich älter bin, will ich eine neue Verfügung abfassen. Dann will ich auch die Reanimation verweigern.

  4. Inaktiver User

    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Zitat Zitat von Letho Beitrag anzeigen
    Es geht mir nicht darum in einem ausweglosen Fall noch auf Teufel komm raus zwei zusaetzliche Tage Siechtum herauszuholen sondern darum, dass eine reelle Chance auf tatsaechliche Genesung auch genutzt wird. Man wird ja heutzutage schon fast genoetigt, so eine Patientenverfuegung zu hinterlegen.
    Hallo Letho,

    warum fühlst Du Dich (fast) genötigt?
    Darf ich fragen, ob Du Dich mit dem Thema Deines Sterbens und/oder einer eventuellen Hilflosigkeit schon einmal tiefgründig beschäftigt hast?

    Es geht ja eben nicht nur ums Leben retten. Was willst Du, wenn Dein Leben gerettet wurdest, Du aber ein ans Bett gefesselter, absolut hilfsbedürftiger Pflegefall bist?

    Für mich ist ein gutes Gedankenbeispiel das Buch und der Film: Schmetterling und Taucherglocke.
    Anhand dieser Bilder kann man sich m. E. gut Gedanken machen, was man will oder nicht, was übethaupt vorstellbar ist.
    Wenns juckt und man kann sich weder bewegen noch mitteilen und hat keine Zeitvorstellung, wie lange diese Qual und dieses Leben noch dauert.

    MissChris, danke für Deinen Satz.

  5. gesperrt

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    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Zitat Zitat von Letho Beitrag anzeigen
    Es geht mir nicht darum in einem ausweglosen Fall noch auf Teufel komm raus zwei zusaetzliche Tage Siechtum herauszuholen sondern darum, dass eine reelle Chance auf tatsaechliche Genesung auch genutzt wird. Man wird ja heutzutage schon fast genoetigt, so eine Patientenverfuegung zu hinterlegen.
    Mir hat ein Pat. welcher durch einen Motorradunfall schwerst verletzt wurde, erzählt, wie seine Eltern bei den Ärzten darum gekämpft haben, die Maschinen nicht abzustellen. Dieser Pat. obwohl schwerst entstellt, ist heute wieder vollberufstätig.

    Ein weiterer meiner Pat. wurde 2 mal wiederbelebt. War monatelang auf der Intensiv. Seine Ärzte baten die Angehörigen darum die Maschinen abstellen zu dürfen. Der Schwiegersohn ist eingeschritten und hat gesagt, das gibt es nicht. Dieser Pat. fährt heute wieder seinen LKW Vollzeit.

    Was wäre passiert, wenn diese Pat. keinen Angehörigen gehabt hätten der auf maximale Therapie bestand?
    Dann kann einem nur noch eine Patientenverfügung helfen die klarlegt, das solange noch ein Fünkchen Hoffnung besteht die Therapie fortzusetzen ist.
    Geändert von Luftpost (20.10.2013 um 15:49 Uhr)

  6. gesperrt

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    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Luftpost,


    Bluttransfusionen die ich eventuell benötige, während/nach einer geplanten (z. B. Gyn.-) Operation, weil ein hoher Blutverlust aufgetreten ist, sind für mich in Ordnung.

    Ich will auch nicht reanimiert werden, sollte es zu einem Herzstillstand kommen durch einen Herzinfarkt. Wenn mein Herz so geschädigt ist, dass es nicht mehr arbeiten kann, hat dies einen Sinn. Ich finde es absurd mich am Leben zu erhalten, wenn mein Körper nicht mehr "funktioniert". Alles hat seine Zeit, auch meine Lebenszeit. Ich lebe gesund und mach alles, damit es mir gut geht. Wenn es nicht mehr sein soll, dann ist das in Ordnung.
    Wenn dein Patientenverfügung enthält, das du kein Bluttransfussionen haben willst, wirst Du keine bei ungeplanten OP z.B. nach Unfall erhalte.

    Zudem ist ein erfülltes Leben mit Krankheit genau so möglich, wie ohne.
    Nur weil man einen Herzstillstand hatte, heißt das nicht, das man nicht mehr arbeiten kann.

    Die meisten Mensch n in diesem Land habe irgend eine chronische Krankheit und sind trotzdem glücklich.
    Geändert von Luftpost (21.10.2013 um 21:42 Uhr)

  7. gesperrt

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    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Wenns juckt und man kann sich weder bewegen noch mitteilen und hat keine Zeitvorstellung, wie lange diese Qual und dieses Leben noch dauert.
    Ich kann nicht sagen, das der von dir beschrieben Zustand eine Qual ist. Diese Mensch reflektieren ihre Situation nicht, sie sind dazu nicht in der Lage. Sie existieren einfach und solange ihre Bedürfnisse befriedigt werden, wirken sie ganz zufrieden.

    Es gehört übrigens zu mein Aufgabe solche Mensch durchzubewegen. Ich weis also wovon ich schreibe.

    Nur mein Aufgabe (durchbewegen) und die des Pflegepersonals (waschen, kleiden, umlagern) werden von dem zu Pflegenden als sehr unangenehm war genommen und entsprechend durch Mimik und Laute kommentiert.
    Im Grunde wird die Pflege und das Durchbewegen gegen den Willen des Betroffenen durchgeführt und das ist sehr belastet für den der es tun muss.
    Aber, das ist das Problem des Pflegepersonals und des Physios und nicht dem Zustand des Pat. anzulasten.
    Geändert von Luftpost (20.10.2013 um 16:20 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Wenn dein Patientenverfügung enthält, das du kein Bluttransfussionen haben willst, wirst Du keine bei ungeplanten OP z.B. nach Unfall erhalte.

    Zudem ist ein erfülltes mit Krankheit genau so möglich, wie ohne.
    Nur weil man einen Herzstillstand hatte, heißt das nicht, das man nicht mehr arbeiten kann.

    Die meisten Mensch n in diesem Land habe irgend eine chronische Krankheit und sind trotzdem glücklich.
    Hallo Luftpost,

    meine Patientenverfügung ist kein Ankreuzblättchen, sie ist von mir formuliert und differenziert unterschiedlichste Szenarien. Eine Bluttransfusion ist durchaus möglich, so ich diese einräume, z. B. während einer Operation, wie weiter vorn von mir schon erwähnt.
    Ich kann aber Bluttransfusionen ausschließen, sollten diese notwendig sein, z. B. während einer Chemotherapie, aufgrund einer Krebserkrankung.

    Meine PV enthält auch einen Satz, "dass die Überprüfung meiner aktuellen Lebenssituation vorzunehmen, um unten stehende Patientenverfügung einzusetzen".

    Und ich habe den Luxus, ganz allein für mich zu entscheiden, in welcher Situation ich mein Leben mir weiter vorstellen kann und will oder eben nicht.
    Wenn Mensch XYZ der Meinung ist, ein Leben sei lebenswert, wenn man die eigene Situation nicht mehr reflektiert, sich durchbewegen zu lassen und dabei zufrieden sein kann, gut, dann ist das so. Aber hier geht es eben nicht um Mensch XYZ, hier geht es nur um mich.

    Ich nehme meinen eventuell früheren Tod billigend in Kauf (auch im Rahmen einer großzügigen palliativen Sedierung), weil ich mir so ein Dasein nicht vorstellen mag.
    Jetzt habe ich ein erfülltes Leben, trotz massiver dauerhafter Unfallschäden und sich daraus entwickelten chronischen Erkrankungen und bin seit längerer Zeit unbefristet EM-berentet sowie schwerbehindert. Wenn ich mir vorstelle, mein Leben wäre jetzt zu Ende, wäre das mehr als schlimm. Aber ich will nicht um jeden Preis existieren, ich will eben ein "erfülltes Leben", nach meinen Vorstellungen.

    Du schreibst, dass es Deine Aufgabe ist, diese Menschen durchzubewegen, dass Du weißt, wovon Du schreibst. Dies stimmt, aber es ist Deine Wahrnehmung, von diesem Menschen. Du bist nicht dieser Mensch. Du empfindest Deine Gefühle, Gedanken. Du empfindest nicht seine Gefühle und Gedanken.

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    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Es geht ja eben nicht nur ums Leben retten. Was willst Du, wenn Dein Leben gerettet wurdest, Du aber ein ans Bett gefesselter, absolut hilfsbedürftiger Pflegefall bist?
    Wer weiss das denn schon, wenn er einem Verunglueckten Erste Hilfe leistet. Auch wenn jemand im Koma liegt, kann man nicht sagen, ob der noch mal auf die Beine kommt. Da sind schon Leute nach X Jahren wieder aufgewacht. Wer bin ich, dass ich zu beurteilen habe, ob deren Leben noch lebenswert ist oder nicht?

    Und wer bist du, dass du meinst, das sei eine Qual? Schon mal selber im Koma gelegen? Ich jedenfalls nicht und ich weiss nicht, wie das ist.

  10. Inaktiver User

    AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter

    Zitat Zitat von Letho Beitrag anzeigen
    Wer weiss das denn schon, wenn er einem Verunglueckten Erste Hilfe leistet. Auch wenn jemand im Koma liegt, kann man nicht sagen, ob der noch mal auf die Beine kommt. Da sind schon Leute nach X Jahren wieder aufgewacht. Wer bin ich, dass ich zu beurteilen habe, ob deren Leben noch lebenswert ist oder nicht?

    Und wer bist du, dass du meinst, das sei eine Qual? Schon mal selber im Koma gelegen? Ich jedenfalls nicht und ich weiss nicht, wie das ist.
    Guten Morgen Letho,

    entweder habe ich mich missverständlich ausgedrückt oder Du hast mich vollkommen falsch verstanden.

    Ich maße mir auf keinem Fall an, zu beurteilen, ob, wie, unter welchen Umständen, das Leben eines anderen Menschen lebenswert ist oder nicht.

    Auch wenn ich der Meinung bin, dass Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht sehr wichtig sind, kann jeder andere Mensch anderer Meinung sein. Er kann, darf, oder eben auch nicht, sich seine eigene Meinung dazu bilden. Er darf sich damit beschäftigen, er braucht sich damit nicht beschäftigen - wie er es für richtig hält.

    Aber, ich halte eine Patientenverfügung für mich immens wichtig. Es geht mir um meine Persönlichkeit und Autonomie.
    Ich weiß nicht, ob ein Koma für mich eine Qual wäre. Aber das ist mir auch egal, da ich weiß, dass ich nicht so leben möchte. Das ist einfach ein Fakt. Und da habe ich in diesem Land das Recht, vorher zu entscheiden, wie lange ein eventueller Zustand im Koma bei mir andauern soll, bis die lebenserhaltenden/lebensverlängernden Maßnahmen eingestellt werden, sollte das mein Körper nicht von selbst oder mit der bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten Unterstützung geregelt haben.

    Ich treffe im Vorfeld Entscheidungen, sehr wohl mit dem Bewusstsein, dass diese Entscheidungen eventuell lebensverkürzend sein könnten.

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