Unfall oder Anfall sind schon zwei sehr unterschiedliche Dinge.
Meine Meinung zur Reanimation bei Unfall habe ich ja schon geschrieben.
Bei einem Anfall, der aufgrund einer chronischen Krankheit immer wieder auftreten könnte, sieht die Sache für mich schon wieder anders aus.
Ich bin chronisch krank durch Unfallfolgen. Mein Leben ist jetzt absolut lebenswert und ich bin froh, dass es mir verhältnismäßig gut geht. Ich weiß aber, dass sich dies jeden Moment ändern könnte, z. B. durch einen Anfall.
Bei der Formulierung meiner Patientenverfügung gehe ich sehr ins Detail, weil bei mir Vorerkrankungen bestehen.
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Ergebnis 11 bis 20 von 30
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19.10.2013, 16:14Inaktiver User
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
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19.10.2013, 16:21Inaktiver User
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
Opelius, danke, diese Zitate sind gute Grundlagen, damit ich ein Stück weiterkomme.
Eine Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht habe ich schon fertig.
Meine erwachsenen Kinder bekommen je eine Kopie von allen Schriftstücken, ebenso meine Eltern.
Promethea, ich bin Anfang 50.
Mir ist wichtig, dass in unserer Familie offen darüber geredet wird. Hier hat jeder sein Tempo, aber im Großen und Ganzen, weiß jeder von jedem was er will und vor allem was er nicht will.
In meiner Patientenverfügung stehen auch so Sachen, wie, ich will (fast) immer ein angeklapptes Fenster, da ich frische Luft brauche. Oder Kuschelsocken an den Füßen, dass man mir meine Füße nicht in die Decke einschlagen darf, weil ich sonst Platzangst bekomme.
Es wird praktisch wie eine Handlungsanweisung, durch Gespräche habe ich erfahren, dass das den Umgang mit einer hilflosen Person ungemein erleichtert, man muss nicht groß rumrätseln, auf manche Dinge kommt man ja gar nicht...
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19.10.2013, 22:36
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
Ich dachte bisher, die gehen von der ueblichen Annahme aus, dass der Patient gerne weiterleben moechte. Dass man das nun extra in eine Patientenverfuegung schreiben muss, war mir neu. Wenn das so ist, brauche ich wohl mal eine, damit mir keiner vorzeitig den Stecker raus zieht, nur weil die im Krankenhaus das Bett brauchen.
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19.10.2013, 23:01
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
Unterumständen suche sie aber nach einem Blutspendeausweis zur Blutgruppenfestellung oder Allergieausweis und wenn sie dann die Patientenverfügung finden auf der Wiederbelebung und Bluttransfusionen abgelehnt werden, werde sie sich daran halten.
Es kann immer zu Situationen kommen, z.B. nach OP, in den man Blut braucht.
Man kann in mittlerem Lebensalter einen Herzstillstand durch Herzinfakt habe. Willst Du dann wirklich nicht wiederbelebt werden?
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19.10.2013, 23:06
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
klingt so, als wüsstest Du genau, was Du willst - ich würde das anwaltlich festhalten lassen. Dafür gibt es doch Spezialisten
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19.10.2013, 23:18
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
Das entspricht auch meinen Erfahrungen mit der Ärzteschaft heute.
Auch während des langen Leidensweges meines Vater bin ich von Ärzten und Pflegepersonal immer wieder gefragt worden, ob im Notfall eingegriffen werden sollte. Ob weitere Medizinisch notwendige Maßnahmen ergriffen werden sollten oder der Natur ihren lauf gelassen wird. Ich war die gerichtlich bestellte Betreuerin meines Vaters, von daher mussten sie mich fragen.
Aber, der Fall zeigt halt auch sehr deutlich, das bei einem alten oder/und sehr kranken Menschen lange nicht mehr alles medizinisch mögliche selbstverständlich durchgeführt wird. Dazu sind die Ressourcen unseres Gesundheitssystems einfach zu knapp.Geändert von Luftpost (19.10.2013 um 23:25 Uhr)
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19.10.2013, 23:21
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20.10.2013, 08:56Inaktiver User
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
Hallo Luftpost,
auch das sind wieder Situationen, die man auseinander halten muss, in punkto Patientenverfügung.
Ersthelfer, Rettungssanitäter und Notärzte suchen eben nicht nach einem Blutspendeausweis. Die retten, reanimieren, machen alles, was in ihrer Macht steht, um den Menschen am Leben zu erhalten oder ins Leben zurück zu holen.
Erst im Krankenhaus, auf der Intensivstation wird sich um Blutspendeausweis etc. gekümmert. Wobei das Suchen nach einem solchen unwichtig ist. Es wird Blut abgenommen, Blutgruppe bestimmt und wenn nichts (medizinisch und bürokratisch) gegen eine Blutinfusion spricht, wird eine solche angefordert und bevor diese infundiert wird, erfolgt die s. g. Kreuzprobe.
Bluttransfusionen die ich eventuell benötige, während/nach einer geplanten (z. B. Gyn.-) Operation, weil ein hoher Blutverlust aufgetreten ist, sind für mich in Ordnung.
Ich will auch nicht reanimiert werden, sollte es zu einem Herzstillstand kommen durch einen Herzinfarkt. Wenn mein Herz so geschädigt ist, dass es nicht mehr arbeiten kann, hat dies einen Sinn. Ich finde es absurd mich am Leben zu erhalten, wenn mein Körper nicht mehr "funktioniert". Alles hat seine Zeit, auch meine Lebenszeit. Ich lebe gesund und mach alles, damit es mir gut geht. Wenn es nicht mehr sein soll, dann ist das in Ordnung. Eines meiner Kinder ist im Kindergartenalter an Krebs gestorben, auch dieser Tod hatte seinen Sinn, weil der kleine Körper irgendwann nicht mehr konnte. Unser Kind hat uns mit seiner Weisheit ganz klar gezeigt, dass dies sein Weg ist.
Hallo Karla,
ich fühle mich sehr sicher, in der Abfassung meiner PV. Wenn ich nicht weiter komme mit der Formulierung, hole ich mir punktuell Hilfe und oder Anregung, so wie hier.
In den letzten Jahren habe ich mich auch beruflich immer wieder damit beschäftigt und viele PV gelesen, ich habe auf einer Palliativstation gearbeitet.
Durch die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung in Medien, sei es www oder Broschüren, Patientenorganisationen, hat man doch alle Chancen, sich da selbst gut vorzubereiten. Das soll natürlich jeder so machen, wie er es will/braucht.
Aus rechtlicher Sicht, braucht man keinen Anwalt, keinen Notar (wenn man selbst unterschreiben kann), dann muss die PV nicht mal schriftlich sein. Neben der PV ist es mit am wichtigsten, dass man mit seinen Angehörigen, Freunden darüber spricht. Und sollten die Personen, die man als bevollmächtige Betreuer einsetzt, m. M. n. "standhaft" sein und mit der Ärzteschaft auch in der Lage sein, zur Not diskutieren zu können, um sich durchzusetzen.
Hallo Gizmo,
die Erfahrungen, die Du hier schreibst, habe ich so nicht erlebt.
In meinem Berufsumfeld (Palliativstation und Hospiz) wurden immer die Wünsche und Ausführungen der Patienten befolgt. Und waren diese unbekannt, wurde sich Zeit genommen, auch immer und immer wieder, diese in Zusammenarbeit mit Angehörigen und Freunden herauszukristallisieren. Dies gilt auch für meine Freundin, die ich in ihrem Sterben im Hospiz begleitet habe und für meinen Schwiegervater im Krankenhaus/Pflegeheim.
Waren die Patienten in der Lage, diesen Prozess mitzugestalten, war dies natürlich ein großes Geschenk und für die dann irgendwann Hinterbliebenen auch ein Trost.
Am "entspanntesten" habe ich immer die Menschen erlebt, die diese Dinge geklärt haben, bevor ein solcher Fall eingetreten ist, so ist mehr Zeit zum Abschied nehmen und es besteht auch keine/weniger Scheu über den Tod zu reden.
Ich weiß sehr wohl, dass auf anderen Krankenhausstationen/Intensivstationen die Uhren anders ticken und hier die Zeit viel schnelllebiger ist. Auch der finanzielle Druck der Krankenhäuser steht hier viel mehr im Mittelpunkt bei der Behandlungsplanung. Umso wichtiger ist es, sich beizeiten Gedanken darüber zu machen, was man will und was man nicht will.
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20.10.2013, 09:38
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
Es geht mir nicht darum in einem ausweglosen Fall noch auf Teufel komm raus zwei zusaetzliche Tage Siechtum herauszuholen sondern darum, dass eine reelle Chance auf tatsaechliche Genesung auch genutzt wird. Man wird ja heutzutage schon fast genoetigt, so eine Patientenverfuegung zu hinterlegen.
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20.10.2013, 09:55
AW: Patientenverfügung - komme nicht weiter
Im Idealfall hätte tatsächlich jeder eine Patientenverfügung - und noch viel wichtiger sich tatsächlich mit dem Thema beschäftigt und mit seinen Angehörigen besprochen.
Das würde es für alle Betroffenen wesentlich leichter machen mit der Situation umzugehen und sich auf das wesentliche zu konzentrieren, nämlich auf den Kranken oder Sterbenden.
Und eine Patientenverfügung kann ja in jede beliebe Richtung formuliert sein.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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