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  1. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Dieses "enttäuscht sein von dir" ist eine fiese Waffe. Eine, gegen die man nichts tun kann - denn schließlich liegt die Enttäuschung in der Erwartungshaltung und nicht in der Art, wie du handelst. Und gegen die Erwartungshaltung lässt sich nichts machen, egal wie irrational sie sein mag. Dagegen hilft nur klare Abgrenzung, man schiebt die Verantwortung an den zurück, bei dem sie liegt: "Wenn du enttäuscht bist, ist das dein Problem und nicht meines. Deine Erwartungen sind in deiner Verantwortung, nicht in meiner."


    Zum Thema "um andere kümmern" noch ein Gedanke:
    Der Mensch ist ein soziales Tier. Es liegt in uns, uns um andere zu kümmern, und es verschafft uns Glück und Befriedigung. Schon kleine Kinder empfinden den Wunsch, einen Weinenden zu trösten, und Genugtuung, wenn das gelingt. Einem geliebten Menschen ein gutes Essen kochen, eine Aufgabe zum Wohl der Gemeinschaft erfüllen, einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen - das gehört zu den Dingen, die uns froh machen. (Immer abgesehen von der vergleichsweise geringen Zahl echter Psychopathen, die keine Empathie empfinden können und bei denen das nicht funktioniert. Aber zu denen gehörst du ja nicht.)

    Wer also auf sein eigenes Glück bedacht ist, wird automatisch immer auch darauf bedacht sein, anderen Menschen dann und wann etwas Gutes zu tun. Andersrum sind Menschen, die "böse" handeln, eigentlich fast nie glückliche Menschen. Wer mobbt, empdindet meistens selbt Angst und Neid. Aggressionen tauchen fast immer dort auf, wo man selbst schon Opfer von Aggressionen war oder das Gefühl hat, schon lange vorher zu kurz gekommen zu sein. Schau dich um: die "Bösen", das sind eigentlich nie glückliche Menschen.

    Was ist der Schluss daraus? Wer darauf achtet, selbst glücklich zu sein, wird mit viel höherer Wahrscheinlichkeit auch "gut" sein.
    Das Schwierige ist manchmal, Glück von momentaner Bedürfnisbefriedigung zu unterscheiden. Wer den letzten Keks isst, zahlt damit nicht unbedingt in sein allgemeines Glücksbefinden ein. Diesen Unterschied sollte man schon machen.

  2. gesperrt

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    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Wenn du enttäuscht bist, ist das dein Problem und nicht meines. Deine Erwartungen sind in deiner Verantwortung, nicht in meiner."

    Naja, Jain.
    Da sind wir wieder beim alle Menschen sind gleich Schema.
    Ich wäre ja von den Sachen, von denen sie enttäuscht wären, im umgekehrten Fall auch enttäuscht, empfinde die Enttäuschung also als gerechtfertigt.

    Und ja, ich fände einen wie auch immer festgeschriebenen Verhaltenscodex (Etikette) erheblich einfacher, als das was wir heute haben.

    Wer also auf sein eigenes Glück bedacht ist, wird automatisch immer auch darauf bedacht sein, anderen Menschen dann und wann etwas Gutes zu tun.
    Ist das nicht eher abstoßend wenn jemand mir was gutes tut weil es ihm dann besser geht?
    Ich bin dann also das Objekt, was seiner Bedürfnisbefriedigung dient, es geht gar nicht um mich?

    Andersrum sind Menschen, die "böse" handeln, eigentlich fast nie glückliche Menschen. Wer mobbt, empdindet meistens selbt Angst und Neid.
    Das wären ja dann alle.
    Wie im anderen Thread mehrfach festgestellt wurde gibt es genug Leute die ab und an mal bewusst "die Sau raus lassen".

    Alles unglückliche Menschen?

    Zuviele.
    Außerdem klingt mir das "Böse Menschen sind unglücklich" so ein bisschen wie ein Schutzmechanismus gegen die eigene Machtlosigkeit den Bösen gegenüber.
    Oder eine Selbstrechtfertigung, warum man nicht so werden will, wenn die es doch soviel einfacher haben.
    Man redet sich dann eben ein, die wären unglücklich.

    Ob sie es sind - keine Ahnung.

  3. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Ist das nicht eher abstoßend wenn jemand mir was gutes tut weil es ihm dann besser geht?
    Ich bin dann also das Objekt, was seiner Bedürfnisbefriedigung dient, es geht gar nicht um mich?
    Ich finde das nicht abstoßend, sondern grandios von der Evolution.
    (Ganz merkwürdig finde ich dagegen Menschen, die "gut" handeln, um ihrem Gott zu gefallen oder sich den Eintritt in ein Himmelreich zu verdienen. Da steckt für mich eine komische Strebermoral dahinter.)

    Persönlich hab ich kaum je böse Menschen erlebt. Insofern ist es bei mir keine Machtlosigkeit, denn die empfinde ich nicht. Wenn in meinem Umfeld mal gemobbt wurde, passierte das nie mir und ja, ich habe immer wahrgenommen, dass die Schädiger meist besonders ängstliche Menschen waren. Dass jemand durch das Unglück eines anderen tatsächlich selbst glücklicher wurde, habe ich noch nie erlebt.

  4. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Und ja, ich fände einen wie auch immer festgeschriebenen Verhaltenscodex (Etikette) erheblich einfacher, als das was wir heute haben.
    da bist du sicher nicht die einzige.
    meinst du denn jetzt wirklich nur benimm-regeln, in welche hand die gabel gehört o.ä. (etikette)?

    ich dachte, es ging um weitergehende regeln.

    aber wem kann man so weit vertrauen?
    wer soll diesen kodex festlegen?
    wer ist so allwissend?

    der wunsch nach regeln bzw. die überforderung damit, selbst welche aufzustellen, dürfte es sein, der menschen in die hände von extremisten treibt. die gaukeln nämlich die festen regeln vor...

  5. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Oh, und nochwas:
    Für die Welt ist es egal, ob du gut bist. In ein paar Dutzend Jahren bist du tot. In ein paar zehntausend Jahren ist die Menschheit ausgestorben. In ein paar Millionen Jahren wird auch die Erde den Weg alles Irdischen gehen, wie man so schön sagt. Niemand wird danach fragen, ob du ein Massenmörder, ein Langweiler oder eine Mutter Theresa gewesen bist.

    Auch deswegen finde ich es ein sinnvolleres Ziel, glücklich und mit sich selbst zufrieden zu sein.

  6. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oh, und nochwas:
    Für die Welt ist es egal, ob du gut bist. In ein paar Dutzend Jahren bist du tot. In ein paar zehntausend Jahren ist die Menschheit ausgestorben. In ein paar Millionen Jahren wird auch die Erde den Weg alles Irdischen gehen, wie man so schön sagt. Niemand wird danach fragen, ob du ein Massenmörder, ein Langweiler oder eine Mutter Theresa gewesen bist.

    Auch deswegen finde ich es ein sinnvolleres Ziel, glücklich und mit sich selbst zufrieden zu sein.
    diese haltung kann man sich allerdings auch nur in einer saturierten wohlstandsgesellschaft zulegen, oder?
    ich stelle mir grade vor, was leute wie die kurdischen flüchtlinge sagen würden, wenn du sie damit konfrontierst...

  7. gesperrt

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    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    da bist du sicher nicht die einzige.
    meinst du denn jetzt wirklich nur benimm-regeln, in welche hand die gabel gehört o.ä. (etikette)?
    Hm, nein.

    Sowas gerade nicht.
    Ich meinte Regeln für Konversation.
    Die gab es ja auch mal.
    Es gibt ja noch was zwischen "Wir erzählen uns unsere Probleme" und "Reiner Smalltalk".
    Im Großen wären das wahrscheinlich formale Veranstaltungen, die offiziell als privat fungieren: Runde Geburtstage z.B., die etwas größer sind, wo 1000 unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen von denen sich die Hälfte nicht leiden kann, wo aber klar ist, dass keine größeren Konflikte gewünscht sind.
    Wenn da alle wissen, wie man geschickt Konversation macht, kann man zur Not auch Ausfälle einzelner abfangen.

    Nur, die Art Konversation gilt ja heute als langweilig.


    Im Kleinen würdegenau die Art Konversation im Alltag eben auch bei guten Freunden betrieben - etwas persönlicher, aber mit relativ festen Signalen, an welchem Punkt das Thema gewechselt wird oder etwas in der Art.


    aber wem kann man so weit vertrauen?
    wer soll diesen kodex festlegen?
    wer ist so allwissend?
    Diesen Kodex gab es ja mal, in gewissen Schichten gibt es den auch heute noch.
    Wir haben ihn nur vergessen bzw. ganz bewusst verdrängt.
    Das war das, was irgendwann im Rahmen sozialer Revolutionen dann auf einmal nur noch spießig hieß.

  8. gesperrt

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    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Auch deswegen finde ich es ein sinnvolleres Ziel, glücklich und mit sich selbst zufrieden zu sein.
    Warum? in 10000 Jahren ist es auch vollkommen egal, ob ich glücklich und zufrieden war.

  9. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    diese haltung kann man sich allerdings auch nur in einer saturierten wohlstandsgesellschaft zulegen, oder?
    ich stelle mir grade vor, was leute wie die kurdischen flüchtlinge sagen würden, wenn du sie damit konfrontierst...
    Öhm, was willst du mir damit sagen?

    Die Selbsterhaltung wird immer vor dem Wohlbefinden stehen (und auch vor der Moral), aber die ist ja bei uns allen hier abgesichert. Die Erkenntnis der eigenen Unwichtigkeit ist davon eigentlich unbetroffen.

  10. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Warum? in 10000 Jahren ist es auch vollkommen egal, ob ich glücklich und zufrieden war.
    Ja - aber jetzt und für dich nicht. Und du lebst nun mal jetzt und nicht in 10000 Jahren.

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