Ich weiß nicht, ob du dir vorstellen kannst, dass ich mir mitunter was denke, bevor ich schreibe.
Da ich dich nun, wenngleich virtuell, in etlichen Strängen erlebt habe, kann ich mir das eine oder andere vorstellen. Und empfehle dementsprechend.
Das innere Kind ist, wenn man so will, ein einfaches und wirkungsvolles Konstrukt, von der Hirn-/Psychotherapieforschung bestätigt, und wird durch Erwähnung in eventuell dummen Strängen trotzdem nicht dumm. Es ist letztlich ein Konzept zum Erlernen von Affektregulierung.
Ich rate dir durchaus zu Neuem, da es tatsächlich die Umbewertung und damit erfolgende Regulierung ist, um die es hauptsächlich geht. Diese ist, eingebettet in ein umfassenderes Verstehen, wesentlicher Bestandteil eines psychotherapeutischen Änderungsprozesses. Und ich entnehme deinen Strängen schon, dass das noch anstehen könnte.
Du fragst öfter, wie ich auf das eine oder andere "komme". Vielleicht drückst du damit auch aus, dass ich dir zu nahe treten oder dich unterschätzen könnte. Aber mal wörtlich geantwortet: ich denke mir das eine oder andere weil ich das halt beruflich mache, und nur weil du dich mit dem Themenbereich noch nicht näher beschäftigt hast, kann da trotzdem etwas sinnvolles zu holen sein.
Etwas Vertrauen und Entspannung - wie isses damit? Hat sonst was von Kaktus treffen.
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13.10.2014, 21:03
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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13.10.2014, 21:12
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Das ist wahrscheinlich gar nicht mal so sehr Wut gegenüber einem wie auch immer gearteten inneren Kind.
Ich weiß nicht wie ich das sagen soll, zumal ich damit jetzt garantiert wem auf die Füße steige, also wem das Konzept wichtig ist bitte nicht weiterlesen.
Es gibt so ein paar Phrasen, wenn ich die lese gehe ich gefühlt Wände hoch.
Eine ist das mit dem inneren Kind.
Eine andere ist "gut für sich selbst sorgen".
Dieser Gedanke, sich so viel um sich selbst zu kümmern - wenn ich Leute gesehen habe, die das tatsächlich gemacht haben mit genau der Begründung, dann waren das immer die, die das als Begründung hergenommen haben, sich nicht mehr drum scheren zu müssen ob sie anderen wehtun.
Also, im realen Leben jetzt.
Von daher machen mich die entsprechenden Phrasen aggressiv.
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13.10.2014, 21:19
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Also gerade bei Dir hätte ich das jetzt nie in Frage gestellt, zumal gerade Du ja auch manchmal (habe ich in einem anderen Strang gesehen) noch Wochen später mit Literaturrecherche kommst.
Mich stört auch weniger das Konzept.Das innere Kind ist, wenn man so will, ein einfaches und wirkungsvolles Konstrukt, von der Hirn-/Psychotherapieforschung bestätigt, und wird durch Erwähnung in eventuell dummen Strängen trotzdem nicht dumm. Es ist letztlich ein Konzept zum Erlernen von Affektregulierung.
Was mich wirklich stört ist die Idee, zu mir selbst weich sein zu müssen.
Zu nahe treten tatsächlich nicht, unterschätzen manchmal schon.Du fragst öfter, wie ich auf das eine oder andere "komme". Vielleicht drückst du damit auch aus, dass ich dir zu nahe treten oder dich unterschätzen könnte.
Der letzte Beitrag (nicht nur der und nicht nur Deiner) hörte sich z.B. so an, als ob Du meinst, ich könne, in welcher Situation auch immer, von einem Gefühl auf dass ich mich dann plötzlich einlasse, überrascht werden.
Das triggert bei mir insofern was, als das bei mir so rüberkommt, als würde unterstellt, ich würde das entsprechende Gefühl ja so gar nicht fühlen.
Ich habe wegen sowas mal eine Freundschaft abgebrochen, im Wesentlichen aufgrund ebendieser Unterstellung (von der besagter Freund auch so gar nicht abzubringen war).
Und weißt Du warum mich das so stört?
Weil ich die ganze Zeit hier stehe und schreie "Ich fühle das doch, wahrscheinlich intensiver als Ihr, ich kann es nur nicht ausdrücken!"
Mangelnde Gefühlsintensität ist nicht das Problem.
Nur, ich bin da entweder auf Null (im Alltag) oder auf 100 (bei ganz engen Freunden, Partner) es gibt nichts dazwischen.
Und wie das aussähe, wenn ich im Arbeitsalltag auf 100 wäre, könnt Ihr euch selbst vorstellen, daher 0.
Das garantiert.Aber mal wörtlich geantwortet: ich denke mir das eine oder andere weil ich das halt beruflich mache, und nur weil du dich mit dem Themenbereich noch nicht näher beschäftigt hast, kann da trotzdem etwas sinnvolles zu holen sein.
Entschuldige, das mit dem Kaktus verstehe ich nicht, könntest Du das erklären?Etwas Vertrauen und Entspannung - wie isses damit? Hat sonst was von Kaktus treffen.
Aber Vertrauen und Entspannung klingt gut - an Entspannung sollte ich arbeiten, aber an sich finde ich vertraue ich hier doch schon ziemlich viel?
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13.10.2014, 21:20Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Die Sache ist nur die: wenn sich jeder um sich selbst kümmern würde, dann könnte einem ein anderer gar nicht mehr weh tun. Insofern denke ich, diese Wut ist einfach Neid, dass man selbst das nicht kann und es ist dann einfacher, das auf den bösen anderen zu schieben als zu erkennen, dass man da ein Reifedefizit hat. Für mich sorgen ist tatsächlich meine Aufgabe, diese Verantwortung auf andere zu verlagern ist zwar bequem aber nicht hilfreich. Jedenfalls nicht für Erwachsene.
Wobei ich hier natürlich nicht von Machtverhältnissen ausgehe. Aber außerhalb einer Hierarchie frag ich mich tatsächlich, wieso mir jemand auf Dauer wehtun kann. Wenn jeder für sich selbst sorgen würde wäre so jemand sehr schnell völlig isoliert und hätte keinen mehr, den er als Punchingball verwenden kann. Problem gelöst.
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13.10.2014, 21:20
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Kleine Korrektur zum Ausdrücken von Gefühlen.
Ich kann sie schon Ausdrücken .
Nur eben nicht angemessen.
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13.10.2014, 21:25
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ehrlich gesagt, nee.
Tatsächlich ist die Empfindung dabei: SO will ich NIE werden.
Spricht aus meiner Sicht jetzt eher gegen Neid.
Wobei ich hier natürlich nicht von Machtverhältnissen ausgehe. Aber außerhalb einer Hierarchie frag ich mich tatsächlich, wieso mir jemand auf Dauer wehtun kann. Wenn jeder für sich selbst sorgen würde wäre so jemand sehr schnell völlig isoliert und hätte keinen mehr, den er als Punchingball verwenden kann. Problem gelöst.
Achso.
Nein, ich dachte gar nicht an Leute die gezielt irgendwen als Punching Ball verwenden.
Mehr allgemeine Haushaltsrücksichtslosigkeit.
Sowas wie (erfundenes Beispiel) Du rufst jemanden an, weil Dein Leben gerade in Scherben liegt, warum auch immer (und Du tust das nicht ständig oder so), bist quasi in Tränen aufgelöst und kriegst dann "Du tut mir Leid ich kann gerade echt nicht ich muss morgen fit sein".
Sowas in der Art.
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13.10.2014, 21:30Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Also ich finde Leute sehr angenehm, die für sich selbst die Verantwortung übernehmen. Ich hasse es hingegen wenn man mir die ungefragt auflädt.
Bei jemand der gut für sich sorgt muss ich nicht ständig aufpassen ob ich ja nichts tue oder sage was ihn jetzt wieder furchtbar verletzen könnte, weil er das für sich warum auch immer so einsortieren will. Der sagt mir dann schon wenn ihm was stinkt, da weiß ich woran ich bin.
Wieso, ist doch ne klare Botschaft. Und ich weiß, auf den kann ich nicht zählen, ich muss mir da wen anders suchen. Steht jedem frei denke ich, so zu sein, dass ich daraus die Konsequenzen ziehen muss erspart mir keiner. Das ist meins.Mehr allgemeine Haushaltsrücksichtslosigkeit.
Sowas wie (erfundenes Beispiel) Du rufst jemanden an, weil Dein Leben gerade in Scherben liegt, warum auch immer (und Du tust das nicht ständig oder so), bist quasi in Tränen aufgelöst und kriegst dann "Du tut mir Leid ich kann gerade echt nicht ich muss morgen fit sein".
Sowas in der Art.
Auch hier: ich weiß woran ich bin und kann handeln. Darauf dass der für mich da sein muss weil ich das gern hätte hab ich keinen Anspruch. Ich weiß aber auch, dass ich dem dann nix schuldig bin.
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13.10.2014, 21:35
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich auch.
Jetzt habe ich ein bisschen das Problem ich könnte da einen halben Aufsatz zu schreiben, fürchte aber das führt arg vom Thema weg.
Weil, da landen wir wieder in meinen Vorstellungen (und diesmal in denen, die ich behalten will) von richtig/falsch, und an sich, nicht böse sein, würde ich eigentlich gerade lieber wissen wie ich mit meinem Gefühlsleben klarkomme.
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13.10.2014, 21:57
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Mich erinnert das hier alles sehr an einen Freund.
Die Situation ist sehr anstrengend für mich, denn ich versuche ihm seit gefühlten Ewigkeiten zu erklären, das die Menschen nicht berechenbar sind. Das sie oft NICHT Dinge tun, weil sie ihm schlechtes wollen, sondern aus vielerlei tausend möglichen Gründen, die NICHTS, aber auch gar nichts mit ihm persönlich zu tun haben müssen.
Wie er selber auch sagt, fühle er auch ganz viel. Und das, was er fühlt, wird zu seiner Realität. Und so reagiert er dann postwendend darauf. Hinterher entschuldigt er sich auch oft dafür.
Sebst dann, wenn es tatsächlich offensichtlich gegen ihn persönlich gerichtet war. Was mich dann wiederum, warum auch immer, ärgert.
Wie man lernen kann, was jetzt persönlich zu nehmen ist und was nicht, bei welchen Menschen es sich "lohnt" auch mal ein Auge zuzudrücken und von welchen man sich getrost VOR eventuellen Verletzungen verabschieden sollte, weiß ich leider auch nicht.
Fakt ist aber, es wird immer Verletzungen und Enttäuschungen durch andere geben. Das gehört leider zu Leben.Geändert von Lilith10 (13.10.2014 um 22:26 Uhr)
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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13.10.2014, 22:36
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Es geht wohl mehr darum, die Idee von weich sein zu differenzieren. Aber ohne Annahme gibts keine Änderung, Tricksen (ich nehm dich an, damit du weggehst) geht nicht, und reines Wegschieben funktioniert nicht (weil dann innen leer oder niedergeschlagen, oder merkwürdige Durchbrüche rätselhaften/kindischen Verhaltens oder anderes mehr).
Nein, da hast du mich mißverstanden. Ich glaube, ich habe schon mitgeschnitten, daß du fühlst und nicht zu knapp. Meine früheren Empfehlungen bezogen sich nicht auf einen etwaigen Gefühlsmangel oder Unkenntnis von Gefühlen, sondern auf eine Ungelenkheit, Unbehaglichkeit, äußerste Verkopftheit gegenüber dem Bereich Gefühle, so daß ich eine vorsichtige Erkundung des Terrains vorschlug. (Ich kann dazu sagen, daß ich in meiner täglichen Arbeit unter anderem mit Leuten zu tun haben, die Angst vor dem Fühlen haben, weil sie da schon Überwältigungs- und Hilflosigkeitserfahrungen gemacht haben. Insofern empfehle ich, es weder zu umgehen noch sich hineinzustürzen, sondern sich heranzutasten).
Dass es schmerzhaft und unheimlich ist, wenn Gefühle gleichsam eine Art Eigenleben in einem selbst führen und dann plötzlich groß und nicht mehr steuerbar werden können, kann ich mir gut vorstellen. 100 ist sehr viel, 0 ist sehr wenig. Viel Gefühl (85?) kann sehr schön sein, wenn man die Gewißheit hat, es "containen" und auch wieder herunterregulieren zu können. Sonst ist es nicht schön.
Wenig Gefühl ist gut, wenn man mal kurzfristig seine Affekte beiseiteschieben muss, um 100% bei der Sache zu sein. Aber eigentlich ist 0 zu wenig, da man dann seinen inneren Kompass, sein "gut feeling" nicht zur Hand hat.
Eine Lockerheit und Zuversicht den eigenen Gefühlen gegenüber, das wäre was...und die entspringt aus der Integration, der Annahme, Verankerung aber gleichzeitig auch Regulierung und Platzzuweisung einzelner Gefühle. (da wären wir dann beim verhaßten Weichsein, u.a., aber es ist komplexer als so ausgedrückt). Und ich garantiere: man ist hinterher nicht egoistisch und selbstkreisend - sondern empathie- und entsagungsfähig, wenn nötig und und nicht die innere Ökonomie gefährdend.
Ja, das finde ich auch
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum


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