Ich denke, ihre Eltern haben ihr zu verstehen gegeben:
"Saetien, wenn du negative Gefühle hast, bist da als Person negativ."
So irgendwie.
Ich erinnere mich, daß mich mal eine Jungenbande gemobbt hat, dann hab eine solche Wut gekriegt, und hab dem Anführer eine aufs Maul gehaut, was meinen Eltern zu Ohren kam.
Da wurde nicht meine Wut gerügt, aber mein Verhalten.
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24.09.2014, 12:52
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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24.09.2014, 12:55Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Interessanterweise hat nun genau dieser Post ein gewisses
in mir ausgelöst. Dein Marathon-Vergleich lässt mich verstehen, worum es dir geht (glaube ich jedenfalls) - was ich allerdings nun nicht mehr verstehe, ist, warum das ein Problem ist und warum genau du befürchtest, dir wichtige Menschen könnten sich unverhofft von dir abwenden.
Vielleicht haben wir das Ganze auch mit vereinten Kräften erst zu einem Problem gemacht.
Liegt es vielleicht an den Worten? Ich meine mich zu erinnern, dass es diesbezüglich auch schon mal eine Nachfrage von dir gab. Nicht, dass irgendwas an deiner Wortwahl falsch wäre, nur, dass dadurch Dinge ein Gewicht bekommen, das sie eigentlich gar nicht haben müssten. Das spekuliere ich hier aber so vor mich hin, weil es mich gerade verblüfft, dass der Marathonvergleich meine Wahrnehmung plötzlich so verschoben hat, was alle Posts vorher nicht geschafft haben.
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24.09.2014, 14:10
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich hatte ja kurz versucht, mich an dem Strang zu beteiligen, es dann aber wieder aufgegeben, da mein Beitrag offenbar nicht als hilfreich erlebt wurde. Es mag also sein, dass ich mit meiner Perspektive hier nichts beitragen kann. Aber einen kurzen Versuch möchte ich doch noch starten:
Ich hatte angeregt, sich mehr Informationen über Gefühle zu beschaffen, ihre Natur und Entstehung, ihre persönliche und soziale Funktion, ihr Platz in der Entwicklung und ihre Regulierung. Ich meine nach wie vor, dies hätte dem Strang gut getan.
Gefühle sind ja begleitet von körperlichen Empfindungen, Regulationsvorgängen im Körper, Gedanken, Einordnungen und auch etlichen unbewussten Prozessen, die seit Freuds seinerzeitigen Modellen doch erheblich besser erforscht worden und Teil der neueren Neurobiologie geworden sind, Lehrbuchstoff.
Gerade diese unbewussten Vorgänge (unbewusst, da in Hirnregionen ablaufend, die dem Bewusstsein vorgeschaltet sind) sind diejenigen, die früh im Leben geprägt werden, und zwar durch soziale Erfahrungen in der Familie, nicht durch elterliche Aussprüche/Ratschläge.
Diese Vorgänge sind so eingewoben in die Persönlichkeit, dass sie als "selbst", als zu einem gehörig empfunden werden, und sie sind der Reflexion nur schwer zugänglich.
Gefühle sind viel weniger beliebig hantierbar, als hier im Strang öfter postuliert.that was the river - this is the sea
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24.09.2014, 15:32
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
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24.09.2014, 17:23
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ja, so isser.

Aber dennoch ein Kumpel. Hat halt auch andere – durchaus gute – Seiten.
Weil die Gruppe hyper-entspannt ist. Locker halt. Ich bin meist diejenige, der so was auffällt und die so was – da es Prinzipien betrifft, die mir wichtig sind, wie bspw. eine faire Verteilung - anspricht.
Hat natürlich auch Nachteile, aber die nehme ich in Kauf. Fahre trotzdem nicht ganz schlecht damit.
Ih finde es soo lustig, dass ausnahmslos jeder, der auf etwas angesprochen wird, das er NICHT machen will mit dem Pflichtspruch ankommt: "Ich bin ja nicht verpflichtet, dass...!
"
Um Gotteswillen, nein! Wer sagt denn so was??? Wo steht das??
Irgendwie vergucken sich da die meisten: Man spricht eine Empfehlung aus, da geht der andere an die Decke. Aber nicht weil die Empfehlung per se schlecht ist, nein.
Die Verweigerung von etwas, das man durchaus bringen könnte, aber eben halt nicht WILL, macht durchaus biestig. Daran kann man Unwille sehr schnell erkennen. Bestens in diversen Strängen der Bri unterlegt. Wer am härtesten beißt...
Da muss ich immer schmunzeln. Es hören sich Erwachsene und weit drüber hinaus User/innen plötzlich wie bockige Kleinkinder an.
G'schenkt.
Aber nochmal in aller Klarheit: Nein Saetien, du bist zu rein gar nix verpflichtet, um irgendwas beliebiges zu erreichen. Niemand MUSS irgendwas. Man KANN.
Es war eine ganz normale Frage: Warum schließt das Eine für dich das Andere aus?
Ich finde hier liegt nämlich der Kern deines „Problems“ oder nennen wir’s mal Verwunderung.
Du kannst sie beantworten oder nicht. Du kannst hinschauen oder auch nicht.
Ich habe hier kein Problem mit anderen, mir und die Welt. Ich find das Thema im theoretischen Sinne spannend und schreibe halt mit, wenn mir was auffällt. Ohne irgendetwas davon zu haben, außer die Möglichkeit meine Selbsterfahrungen mit dir und anderen zu teilen.
Und da du für mich auch nicht greifbar bist, so wie für (nehme ich an) allen anderen hier - ist mir nicht einmal etwas an deinem persönlichen Glück gelegen. Denn ich wüsste ja nicht wessen Glück das wäre. Also nimm gar nix von mir irgendwie persönlich.
Ich bin hier auf eine halbe Metaebene unterwegs. Einfach weil ich mich dazu berufen fühle.
Ich bin so.
Und weißt du warum?
Weil ich jeder einzelnen meiner Regungen vertraue. Jedem Urteil. Jedem Eindruck.
(Außer bei negativen Eindrücken von Menschen, die ich eigentlich mögen möchte/sollte. Das ist dann knifflig zu leben aber gefühlsmäßig trotzdem durchaus klar.)
Und bisher äußerst hervorragend zwischenmenschlich damit fahre.
Ich muss mich also nicht innerlich zensieren. So wie du.
Es fühlt sich schlicht anders an. Ich kann sehr direkt sein. Sehr ich.
Es gibt Gefühle wie Neid, die will ich nicht spüren. Das Beste, was man dagegen machen kann ist einfach sagen: "Ach Mensch Paula, was du erzählst, das ist so toll - ich bin so neidisch auf dich!"
Als Kompliment gemeint. Sie anstrahlen, ihren Glück teilen, die positive Energie genießen und hoffen, sie wird sich seinerzeit auch mit mir freuen und schätzen können, wenn mir etwas Gutes passiert.
Du legst aber eine Maske auf. Und ich: Alles was ich spüre, darf sein und darf auch ausgesprochen werden. Denn: Ich bin KEIN schlechterer Mensch als alle anderen. Nicht besser, aber auch nicht schlechter.
Also eben ganz menschlich. Alles also, was ich ausspreche, ist menschlich, daher kann mir keiner blöd kommen. Und ist bisher keiner, weil ich menschliche Gefühle ausspreche, die andere durchaus kennen und verstehen, sich vielleicht nur nicht trauen auszuleben. Würden sie sich gegen meine Aussprache wenden, wenden sie sich damit auch gegen ihren eigenen Gefühlsleben. Das macht keiner. Ich kann daher sehr gut dazu stehen. Das erleichtert meine Seele und wandelt negative Gefühle in durchaus positiven um, da sie kein dunkles Geheimnis bleiben, das ich selbst zu hüten und zu be-(ver-)urteilen habe, sondern genauso ausgelebt werden können, wie die, die "gesellschaftskonform" sind.
Hm, ich habe da durchaus mittlerweile (in meinen Augen gut geprüften) Automatismen.
Es gibt Dinge, die gehen nicht - das weiß ich sofort. Heute Morgen haben sich zwei Jungs (naja junge Männer) neben der Straße geprügelt.. Es hat nicht eine Sekunde gedauert, dass ich mein Telefon gezuckt habe. Es gibt Reaktionen, die einem ins Fleisch übergehen. Ich will nicht später in der B-Zeitung lesen müssen: „Junger Mann tödlich verunglückt. Durch Prügelkollege auf die Straße gedrängt und überfahren.“ – und wissen, ich bin mir nichts, dir nichts an sie vorbeigelaufen. Es gibt Dinge, da muss man vielleicht kurz nachdenken. Aber doch nicht bei allen. Meist weiß man sofort, was passt und was nicht.
Deshalb zum Hundertsten Mal hier die Frage an dich: Warum vertraust du deinen Inneren Kompass so wenig? (Und bevor du wieder gelich konterst, denk lieber nach. Ich weiß natürlich warum..)
Wer ist ihr und was meinst du damit?? Das ist ein übler Fehlschluss deinerseits.
Da ich deinen analytischen Intellekt nicht unterschätze, würde ich sagen, du bist total bockig und Hauptsache auf Kontra hinaus. Du, wenn's dir was bringt.
(Aha nein, ich weiß, warum du so allergisch drarauf reagierst. Du willst auf keinem Fall so werden, wie jemand, den du kennst..)
Wenn du meinst...
Ich meine das so ungefähr so zu machen.
Instinkte halt, Bauchgefühl, Erfahrung und Konzentration. Dazu noch viel Selbstreflektion und -kritik. Warum sollte ich da schlechter sein, als andere?
Im Gegensatz: Weil mich gerade solche Dinge sehr interessieren und ganz natürlich beschäftigen, halte ich mich gar für „besser“ als manch ein anderer. Gibt natürlich auch weit „bessere“ als mich. (Alles im Sinne der Quote.)
Aber ja, mein Bauchgefühl ist stark, mein Instinkt noch stärker. Ich lerne gerade ausnahmslos darauf zu vertrauen. Denn ich liege äußerst selten falsch...
Und dann würde ich es im Kauf nehmen mich zu entschuldigen, echt. Anstatt mich durch Zurücknahme und Verdrängen meiner Eindrücke in (FÜR MICH SELBST) doofen, nachteiligen Situationen reinzureiten. Das bin ich mittlerweile niemandem schuldig. Das habe ich jetzt ausgelernt. Durch vielen Wunden.
Aber ich bin auch ursprünglich offen und neutral zu allen. Alles andere, ist früher oder später Grund zur Reue (imho).
Saetien, ich empfehle dir: Lese. Lasse wirken. Gehe nicht gleich und ständig auf Kontra.
Es ist immer ein: „Hmm/Aber/Nein/Nahja, aber/Was?!/Bitte?! usw. usf.“ – das folgt.
1000 mehr oder weniger kluge und einfühlsame Beiträge (ich selbst sage dir, ich ticke so sehr ähnlich wie du) – und du bist stets dagegen. Das fällt auf. Lasse wirken. Du wirst bemerken: So weltfremd sind wir alle hier nicht.
KaoriGeändert von KaoriNight (24.09.2014 um 17:35 Uhr) Grund: Vermutung in Klammern dazu
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24.09.2014, 17:43
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich habe auch Tausend Seiten vorher empfohlen, den Blick auf die Eltern zu richten
Gerade weil ich mich seit ein Paar Wochen etwas besser verstehe, dadurch, dass mir etwas über meiner Mutter aufgefangen ist, was ich bisher zwar irgendwie begriff, aber nicht wirklich erkannte und wovon ich mich tatsächlich ein Leben lang für Teil hielt. Dabei ist sie es. Aber dadurch, dass es mich erst nur mit ihr gab, kann ich es von mir genau so wenig wegbekommen. Ich verstehe daher äußerst gut, was du da schreibst. In meinen Augen stimmt’s total.
Aber ich habe auch das Gefühl Saetien gibt gerade immer dort auf, wo es zu Veränderung kommen könnte.
Sie versucht uns, aber vor allem SICH zu Überzügen, dass es doch gut ist wie sie es macht.
(Nicht, dass es schlecht ist. Es ist nur noch nicht ganz ausgereift.)
Überzeugt sie uns, werden wir wiederum sie überzeugen können.
Da ihre Selbsterfahrung NUR durch den Blick der anderen bestätigt werden kann.
(Mensch, ich kenne das alles so gut. Ich steck doch im genau selben Sumpf, wage ich mich zu behaupten. Aber ich finde ihn auch durchaus spannend. Ich liebe Gefühle. Was soll’s.
)
Kaori
P.S. maryquitecontrary hast du Lektüre-Empfehlungen, bitte?
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24.09.2014, 18:42Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
@ maryquitecontrary,
Du bist das ja gewohnt, mit Gefühlen zu arbeiten und kannst vielleicht Deine eigenen gut erkennen und ... jetzt weiß ich nicht mal, was bzw. wie ich schreiben soll.
Sag' ich's mal so: Du hast gelernt mit Messer und Gabel zu essen und kannst es.
Nicht nur das: Du hast außerdem durch Deine gesamte Entwicklung gelernt, was Du da isst und wie Du es daraufhin kaufen, bewerten, schmecken, zerteilen, aufnehmen usw. wirst.
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24.09.2014, 18:52Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
... und selbst dann kann ich doch nur Dir glauben oder davon ausgehen, dass es so ist, wie Du sagst und mich auf Deine Lauterkeit verlassen (was ich übrigens tue).
Wenn mir jemand sagt, er kann fliegen und ich sehe ihn fliegen - okay ich glaube es - oder es ist ein Zaubertrick, kann natürlich auch sein ...
Du verstehst die Schwierigkeit?
Es ist ein schwieriges Ding mit den Gefühlen.
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25.09.2014, 13:59
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Da kam was falsch rüber.
Eine typische Situation muss man sich in etwa so vorstellen:
KleinSaetien: "Die xy in der Schul war soooooo gemein!!!!!"
Mutter: "Wieso, was ist denn passiert?"
KleinSaetien (erzählt).
Mutter: "Achso. Aber überleg mal, bist Du Dir denn sicher, dass Du das alles richtig verstanden hast? Könnte die xy das dann nicht z.B. auch so oder so gemeint haben?"
KleinSaetien (überlegt).
Kam ich dann nach meinen Überlegungen zu dem Schluss, nein, das HAT die so gemeint, wurde mir das auch geglaubt.
Falls aber nicht, war die direkte Folge davon, aus meiner Sicht natürlich, dass auch die Wut auf xy verschwunden ist.
Denn wenn sie das eigentlich ganz anders gemeint hat, vielleicht sogar nett, warum sollte ich dann sauer auf sie sein?
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25.09.2014, 14:00



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