Ich ganz sicherlich, vermute ich. Ich bin aus der Mittelschicht ins Prekariat abgestürzt und gebe mich da keiner Illusion über mich hin.
Ich vermute, der Abstieg ins Hochkriminielle erfolgt stufenweise über Angst und Verdrängung und irgendwann ist man dann so schuldig, dass es einem schon eh' alles egal sein kann, zumal, wenn einem noch die Gesellschaft dabei hilft, es zu vertuschen.
Heutzutage sollten sich auch Frauen darüber Gedanken machen. Früher hatten wir ja vorwiegend die Männer als für das Böse zuständig. Da waren wir Frauen fein 'raus.
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23.09.2014, 19:25Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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23.09.2014, 19:30
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich habe auch darüber nachgedacht, schon immer - will heißen schon als Kind - daher habe ich für mich mit dem Thema auch ziemlich gut abgeschlossen.
Aber ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es ein paar bestimmter Charaktereigenschaften bedarf, um zum Täter dieser Art zu werden. Großer Ehrgeiz oder besonderes Geltungsbedürfnis gehören z.B. dazu, oder eine besonders schlimme Obrigkeitshörigkeit.
Ich finde, man kann in vielen Positionen zum Täter werden, Dürrenmatt setzt sich z.B. in "Die Physiker" ebenfalls mit der Schuldfrage auseinander... na ja, wie gesagt, zu philosophisch um es hier zu diskutieren.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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23.09.2014, 19:33Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Im dritten Reich nach der großen Wirtschaftskrise hat es bei vielen schon gereicht, dass sie eine interessante Arbeit haben und sie ihre Miete bezahlen, eine Familie mit Kindern und Sex und ein einigermaßen normales Leben mit ganz normalen Nachbarn haben wollten.
Wie wir heute alle auch. Also gar nicht mal besonders großer Ehrgeiz.
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23.09.2014, 19:33
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Spatz22:
Stehst Du nicht, habe ich zu wenig auf Dich reagiert, entschuldige?
Mich würde Deine Meinung durchaus interessieren.
Ist das jetzt ein Test um zu sehen wie schnell ich meine Fehler bei mir suche oder habe ich wirklich irgendwas getan dass Du das glaubst?
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23.09.2014, 19:44
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23.09.2014, 19:53Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich denke, da gibt es das Potenzial und jeder verwirklicht es auf seine ihm gemäße Weise und von dem Platz aus, wo er gerade steht.. Ich würde da nicht unter Täter und Mitläufer unterscheiden.
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23.09.2014, 19:54
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Was ich an deiner Haltung problematisch finde, ist dieser Dualismus in "gut" und "böse". So als sei Moral eine Einbahnstraße und wer einmal vom "rechten Wege" abkommt, der rutscht geradezu in den Abgrund des Bösen. Denn das Problem liegt ja nicht unbedingt daran, dass man nicht versuchen sollte, seinen moralischen Vorstellungen zu folgen, sondern in der Frage, was denn passiert, wenn es einem einmal nicht gelingt. Ist dann letztlich alles egal? Einmal "böse" = immer "böse"?
Ich denke, es ist durchaus ein gewaltiger Schritt zwischen jemandem, der plakativ gesagt, den letzten Schokopudding frisst und jemandem, der Menschen quält und umbringt. Und es gibt ebenfalls einen gewaltigen Unterschied zwischen den "Alltagsegoisten", deren moralisches Fehlverhalten du zur Rechtfertigung nimmst, sie nicht mögen zu müssen, und einem KZ-Aufseher.
Und der Unterschied liegt nicht unbedingt darin, dass es unterschiedliche Menschen sind, sondern in der Schwere einer Verfehlung.
Und das heißt nicht, dass man das Recht hat, gandenlos seinem Egoismus zu fröhnen, das heißt, dass man sich immer wieder entscheiden kann. Und das heißt wiederum, dass man auch mit sich und seinen Schwächen und Fehlern gnädig sein darf und das heißt, dass man eben auch darauf hoffen darf, dass Freunde einen mögen und einem verzeihen, auch wenn man mal Mist baut.
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23.09.2014, 20:22Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Du hast Angst vor deinem "Giftschrank", Saetien.
So einen "Giftschrank" hat so ziemlich jeder - nicht umsonst brauchen wir etwas wie "Moral", um sozialfähig sein zu können.
Das Ding ist nur: Je mehr Angst ich vor meinem "Giftschrank" habe, desto weniger kenne ich ihn. Und je weniger Angst ich davor habe, desto besser kenne ich ihn und desto entspannter kann ich damit umgehen - und: desto sicherer kann ich ihn verschlossen halten, so dass nicht unverhofft irgendwas rausflutscht und für Unheil sorgt.
Wenn ich meinen "Giftschrank" kenne, dann kann ich auch damit arbeiten. Ich kann beginnen, Dinge daraus in homöopathischen Dosen zu verwenden, um damit Positives zu erreichen. (--> "Die Dosis macht das Gift.")
Beispiel Manipulation: Wenn man ein Talent dafür hat, kann man das wunderbar dazu benutzen, Menschen zu motivieren. Dann geht's denen gut, sie werden leistungsfähiger und -williger, sie fühlen sich anerkannt und wertgeschätzt.
Und wenn ich mein Talent gut kenne, dann weiß ich auch, wo die Grenze ist und kann dann entsprechend stoppen.
Wenn ich immer nur Angst davor habe, weiß ich natürlich nicht, wo die Grenze ist und muss permanent in der Angst leben, Grenzen zu überschreiten. Und wer weiß, vielleicht bewahrt die ganze Angst dann nicht davor, genau das zu tun, wovor man die ganze Zeit Angst hatte.
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23.09.2014, 20:29
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich sehe schon, den Ruf "ängstlich" werde ich hier nicht mehr los....
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23.09.2014, 20:35Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ja, aber, ist es denn nicht so dass du Angst hast
- dass bestimmte Menschen schlecht von dir denken
- dass du etwas "moralisch Verwerfliches" tust, und sei es auch noch so klein
- dass du deinen Ansprüchen und Standards nicht genügst
- dass du andere Menschen verletzt, und sei es auch nur aus Versehen
- dass du etwas "Falsches" tust, so dass sich von dir hochgeschätzte Menschen von dir abwenden
?



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