Warum sagt einem das keiner?
Also, kann ja sein dass meine Familie einfach komisch war, aber auch in der Schule (über 1000 Schüler, also keine winzige Schule) wurde konsequent vertreten, dass das unehrenhaft und zu unterlassen sei.
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07.06.2015, 12:51
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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07.06.2015, 12:54
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Das gehört zu den Dingen, die unterschwellig einfach vorausgesetzt werden und über die man eigentlich auch nicht spricht, da irgend einer Ecke des GEwissens durchaus bewusst ist, dass dies nicht korrektes, ehrenhaftes Verhalten ist.
Doch gerade in Grossunternehmen wird eine Menge Zeit auf Mikropolitik verwendet. Dies kann man durchaus ignorieren und dabei einfach nicht mitmachen und seinen Job in Ruhe erledigen, doch falls man Karriere machen wollte, muss man diese politischen Spielchen beherrschen.
gruss, barbara
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07.06.2015, 13:07
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Kann man nicht.
Mikropolitik ist viel mehr als nur gezielte Manipulation, ich vermute mittlerweile, rel. viel läuft da auch instinktiv.
Selbstdarstellung wird im Wikiartikel dazu genannt - z.B. als kompetent.
Das ist ja prinzipiell nichts Schlechtes.
Ich versuche halt, mich im negativstmöglichen Licht zu präsentieren (damit mir keiner Manipulation vorwerfen kann) aber außerdem zu vermitteln, dass ich den Vertrag buchstabengetreu erfülle (damit mir keiner Pflichtverletzung vorwerfen kann).
Warum tue ich das:
Weil ich dachte, genau das wird von einem Erwachsenen erwartet:
-alle Pflichten gewissenhaft zu erfüllen
-keinesfalls sich besser darstellen als man ist, auch nicht aus Versehen
Und dann habe ich mich gewundert, warum andere, die sich nicht so sklavisch an diese beiden Regeln gehalten haben, mehr gelobt werden.
Wenn diese Regeln so gar nicht existieren, ist klar warum.
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07.06.2015, 13:09
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Direkt vom Hirn in die Tastatur, Geistesblitz:
.....denn in dem Moment wo mir jemand was vorwerfen KANN, habe ich sowieso verloren, denn gegen Vorwürfe kann man sich nicht wehren........das glaube ich wohl immer noch.
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07.06.2015, 13:27
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ja sicher. Raushalten kann man sich trotzdem und einfach nicht auf den ganzen Blödsinn eingehen.
ich halte es mit "was nicht gefragt wird, beantworte ich nicht." also wenn ich zB mal länger Pause machen sollte als per geschriebenem oder ungeschriebenem Gesetz vorgesehen, erwähne ich das NICHT, gegenüber NIEMANDEM, ausser ich werde direkt und explizit danach gefragt.Ich versuche halt, mich im negativstmöglichen Licht zu präsentieren (damit mir keiner Manipulation vorwerfen kann) aber außerdem zu vermitteln, dass ich den Vertrag buchstabengetreu erfülle (damit mir keiner Pflichtverletzung vorwerfen kann).
Pflichten erfüllen, ja. Wer seine Pflichten buchstabengetreu erfüllt, macht sich dadurch quasi unverletzlich für eine ganze Menge von möglichen Angriffspunkten. Denn wenn erst mal jemand rausgemobbt werden soll, guckt man als Erstes auf "einfache" Angriffsmöglichkeiten, zB "die telefoniert immer privat", "die kommt immer zu spät", "die wäscht ihre Tasse nie in der Büroküche" und solche Dinge.Weil ich dachte, genau das wird von einem Erwachsenen erwartet:
-alle Pflichten gewissenhaft zu erfüllen
-keinesfalls sich besser darstellen als man ist, auch nicht aus Versehen
Aber "sich keineswegs besser darstellen"... nö. Das setzt ja schon voraus, dass man sich korrekt einschätzt, und nur schon das ist meist nicht der Fall. Es ist extrem schwer, sich selbst korrekt einzuschätzen.
Du kannst nicht beeinflussen, wie andere dich einschätzen; solange du nicht absichtlich eine völlige Fehleinschätzung bewusst propagierst, ist es in Ordnung. Wobei cih ein bewusstes sich-schlechter-Darstellen genauso als Irreführung betrachte wie ein bewusstes sich-besser-darstellen.
auch der Glaube kann sich im Lauf der Zeit ändern......denn in dem Moment wo mir jemand was vorwerfen KANN, habe ich sowieso verloren, denn gegen Vorwürfe kann man sich nicht wehren........das glaube ich wohl immer noch.
Du beobachtest doch sicher gelegentlich auch, wie andere Leute mit Vorwürfen umgehen.
gruss, barbara
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07.06.2015, 13:30
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Merkst du, wie du dich schon wieder moralisch über andere zu stellen versuchst?
Du hast zutreffend festgestellt, dass es diese Regeln nicht gibt.
Wenn Du also die Regeln, die es nicht gibt, sklavisch einhältst, ist das nicht korrekter, als die Regeln, die es nicht gibt, zu übertreten.
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07.06.2015, 13:50
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Richtig.
Deswegen stelle ich mich schlechter dar, als ich denke, dass ich bin, um sicherzugehen, dass ich mich nicht aus Versehen besser darstelle.
Quasi Sicherheitsabstand.
Wie Du richtig bemerkt hast, eine exkat richtige Darstellung ist nicht möglich - daher versuche ich, eher eine schlechtere zu erwischen.
Du kannst nicht beeinflussen, wie andere dich einschätzen; solange du nicht absichtlich eine völlige Fehleinschätzung bewusst propagierst, ist es in Ordnung. Wobei cih ein bewusstes sich-schlechter-Darstellen genauso als Irreführung betrachte wie ein bewusstes sich-besser-darstellen.
Und dass ich nicht beeinflussen kann, wie andere mich einschätzen, damit kann ich überhaupt nicht umgehen.
Hoffentlich.
auch der Glaube kann sich im Lauf der Zeit ändern.
Du beobachtest doch sicher gelegentlich auch, wie andere Leute mit Vorwürfen umgehen.
Nein.
Ich habe nur äußerst selten gesehen, dass welche ausgeteilt würden.
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07.06.2015, 13:52
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Paraplumeau,
ich DACHTE mal, es hat was mit Moral zu tun - hat es aber gar nicht.
Ich denke halt, wenn ich diese Regeln einhalte, dann kann mir niemand was vorwerfen und ich bin sicher.
Denn sobald mir jemand was vorwerfen kann, ist jede Chance die ich jemals hatte dahin.
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07.06.2015, 14:05
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
du bist doch ein wahrheitsliebender Mensch. Sollte da das Anliegen nicht eher sein, dich so darzustellen, wie du bist? Wie könnte man denn rein theoretisch rechtfertigen, dass man Leute bewusst in die Irre führt, indem man sich selbst schlechter oder massiv schlechter darstellt, als man ist?
Die grundsätzliche Unkontrolliertheit des Lebens (und als Unterabteilung davon: die Unkontrollierbarkeit über anderer Leute Urteile) ist tatsächlich einer der schwierigsten psychischen Brocken für die allermeisten Menschen. Also gräme dich nicht darüber, wenn er dir noch eine ganze Weile lang schwer im Magen liegt.Und dass ich nicht beeinflussen kann, wie andere mich einschätzen, damit kann ich überhaupt nicht umgehen.
Achte doch mal darauf, Vorwürfe gibt's immer wieder zu sehen. Dass zB im Laden eine Kundin dem Verkäufer Vorwürfe macht, wenn das Produkt nicht ihren Erwartungen entspricht. Oder auch am Fernsehen, wie Politiker miteinander sprechen, da gibt es massenhaft Vorwürfe.Ich habe nur äußerst selten gesehen, dass welche ausgeteilt würden.
gruss, barbara
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07.06.2015, 14:11
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Siehe oben.
Es ist das kleinere Übel, das in Kauf genommen wird, um zu garantieren, dass man andere nicht durch BESSER darstellen beeinflusst, da eine exakte Darstellung nicht möglich ist.
Ich könnt ja jetzt sagen, Politiker, die nimmt eh keiner ernst......bzw. gerade im TV, das ist doch eh alles nicht echt, die lügen alle und das ist auch abgesprochen, oder nicht?Achte doch mal darauf, Vorwürfe gibt's immer wieder zu sehen. Dass zB im Laden eine Kundin dem Verkäufer Vorwürfe macht, wenn das Produkt nicht ihren Erwartungen entspricht. Oder auch am Fernsehen, wie Politiker miteinander sprechen, da gibt es massenhaft Vorwürfe.
Im realen Leben begegnet mir das selten - und die Verkäuferin kriegt ja normalerweise nicht als Mensch Vorwürfe gemacht sondern als Verkörperung von Lidl.
Zum Beispiel.
Da, wo wirklich die Leistung nicht stimmt (unfreundlicher Kellner, schlechtes Essen) sagen doch die meisten "danke, hat gut geschmeckt" und geben noch Trinkgeld.


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