Dann widerspricht sich das aber mit Deiner Vorstellung, dass es eine Art Moral ist, die entscheidet, ob Du mögen darfst/musst oder nicht.
Denn sie ignoriert dessen Moral, die unter Umständen auch die Moral von ganz vielen Leuten sein kann und damit auch eine "allgemeine" Moral.
Ich meine damit, welchen Gesetzmäßigkeiten folgst Du da genau? Deinem ur-eigenstem Gefühl, verletzt worden zu sein? Dann wäre es ja auch ok - nur sehe ich da noch einige Nuancen zwischen mögen oder nicht mögen, z.B. die, es auszusprechen, dass es Dich verletzt hat.
Dieses Recht hast Du immer, ganz unabhängig vom Mögen.
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21.09.2014, 16:12
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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21.09.2014, 16:15
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Nicht von Leuten, die mich nie gesehen haben natürlich.
Und auch beim eigenen Bekanntenkreis nimmt man das mögen ja oft nie in Anspruch dafür sind das einfach zu viele.
Aber ja, an sich habe ich schon den Anspruch an Leute die ich so kenne, dass sie, wenn ich nix Böses getan habe, mich genau so behandeln wie alle anderen auch, die nicht direkt engster Freundeskreis oder Partner sind.
Ich mache das umgekehrt auch.
Ehrlich gesagt habe ich auf die Art auch schon einen Haufen interessanter Leute kennengelernt - ich kenne in paar Leute mit...äh...ich sage mal gewöhnungsbedürftiger Außenwirkung, die sind auch etwas unbeliebter weil sozial sehr ungeschickt.
Mehr aber tatsächlich nicht, also nicht bösartig oder so.
Mir gingen die anfangs teilweise auch auf den Geist, dann habe ich mich hingesetzt und die beobachtet. Im Alltag.
Festgestellt dass die zumindest in meinem Beisein nix Böses tun.
Also festgestellt dass ich kein Recht habe was gegen die zu haben.
Ab und an mal unterhalten, solche Dinge.
Teilweise rutschen die sogar in den Bereich "Freunde" bei mir rein, an sich können das echt interessante Menschen sein.
Hätte ich mir nun einfach erlaubt, die nicht zu mögen, wie es ja anscheinend üblich ist, hätte ich die nie kennengelernt.
Andersrum hatte ich es auch schon, dass ich Leute, die an sich recht beliebt sind oder waren, bei ein paar Sachen erlebt habe, die ich moralisch fragwürdig finde.
Genauer beobachtet, festgestellt es gibt ein Muster - also die Leute auf Abstand gehalten.
Nicht unfreundlich oder so, aber darauf geachtet dass der Kontakt nie über "Bekannte" hinausgeht.
Und Jahre später zerbrechen dann Freundschaften dieser Leute mit meinen Freunden an genau den Eigenschaften die mich früher schon gestört haben.
Und meine Freunde sind dann ganz perplex, von wegen die Leute waren doch so nett, und man hätte ja gar nicht damit gerechnet...........
Ich schon.
Die waren vor Jahren schon so.
Es hat sich nur sonst keiner die Mühe gemacht, hinzugucken, ob die drauf achten, keine Leute zu verletzen.
Ich habe auch fast nie Freundschaften die wirklich brechen.
Ein paar alte aus Schulzeiten, zu Zeiten wo ich bei Freunden noch nicht auf Moral geachtet habe.
Und gaaaaanz selten mal eine neue, udn das ist dann fast immer eine wo ich mir gedacht habe: "na komm, der/die is so nett, nimmstes mal nich so genau und guckst beim Rest nich so 100% genau hin."
Die, wo ich die Leute erst ein paar Monate beobachte, wie ihr Verhalten so im Allgemeinen ist, da passiert das kaum.
Wäre das nicht viel praktischer wenn das alle so hielten?
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21.09.2014, 16:18
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Denn sie ignoriert dessen Moral, die unter Umständen auch die Moral von ganz vielen Leuten sein kann und damit auch eine "allgemeine" Moral.
Nein tatsächlich nicht.
Ich kann jemanden respektieren und mögen solange er konsequent handelt und sich an seine eigene Moral hält.
Wenn es da zuviele Punkte gibt wo es nicht passt passt es nicht, aber dann wird erstens der andere das wohl genau so sehen (= kein Konflikt) und zweitens kann ich ihn dann immer noch respektieren.
Nein Moment.Ich meine damit, welchen Gesetzmäßigkeiten folgst Du da genau? Deinem ur-eigenstem Gefühl, verletzt worden zu sein? Dann wäre es ja auch ok - nur sehe ich da noch einige Nuancen zwischen mögen oder nicht mögen, z.B. die, es auszusprechen, dass es Dich verletzt hat.
Die Verletzung muss ja gar nicht mich meinen, es kann auch jemand anders sein.
Ich gucke einfach nur hin, wie oft jemand anderen Leuten wehtut und wie er üblicherweise reagiert wenn er sowas merkt.
Es ist erstaunlich wie unterschiedlich die Menschen da sind.
Jemand, der reagiert, als wäre ihm das offensichtlich egal (ja gibt es), kommt nicht in meinen engeren Kreis, ich habe ein Recht ihn nicht zu mögen.
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21.09.2014, 16:19
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21.09.2014, 16:19
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ok, das klingt aber eher wie "ich bin tendenziell neutral, abwartend und offen" und nicht wie "ich mag gleich jeden." "Mögen" ist für mich schon sehr aktiv positiv.
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21.09.2014, 16:22Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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21.09.2014, 16:28Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich finde all das, was du schreibst, sehr interessant und war bei deinen Beiträgen ganz oft mit einem Schmunzeln dabei, weil ich manches genau so bestätigen kann.
Weißt du, vieles rührt einfach daher, dass die meisten Leute keine Lust haben, sich zu reflektieren. Wenn sie ein schlechtes Gewissen haben, bei dem was sie tun und jemand macht sie auf ihr seltsames verhalten aufmerksam, sagen sie nicht: ja stimmt eigentlich.
Sondern wettern zurück und rechtfertigen sich rüde.
Naja, also nicht die meisten, aber doch einige.
Und dieses: ich muss ja nicht jeden mögen, auch wenn der nix schlimmes tut, find ich persönlich auch immer etwas merkwürdig.
Oft ist es doch so: da hat jemand einen ähnlichen Eigengeruch wie der eigene Vater, mit dem man nicht gut klar kommt und schon ist der ahnungslose Mitbürger unsympathisch.
Oder die Kollegin zieht sich an wie eine alte Freundin, mit der man den Kontakt abgebrochen hat, weil die einen ständig bevormundete. Also mag man die Kollegin nicht. Und die Freundin einerFreundin hat ein Gucci-Täschchen und sofortwird sie in die Schublade gesteckt: die ist bestimmt so wie die Klassenkameradinnen, die mich wegen meiner Altkleiderpullis aufgezogen haben.
Dabei vergibt man sich die Chance, eventuell tolle Leute kennenzulernen.
Und warum? Weil man sich nicht reflektiert. Ist doch spannend zu kucken, woher so Abneigungs- und Sympathiegefühle kommen.
Es gilt ja nicht nur, jedem Menschen 'eine Chance' zu geben, sondern in Wahrheit gibt man sich selbst die Chance, jemand kennenzulernen, bei dem man erst ein komisches Gefühl hatte, dann aber draufkam, dass das mehr mit einem selbst als dem anderen zu tun hatte.
Und ich denk, so musst du es auch betrachten. Andersherum.
Wenn manche Menschen zu faul sind, die Gründe für ihre Abneigung gegenüber dir, anzusehen, dann vergeben sie sich die Chance einen tollen Menschen kennenzulernen, nämlich dich.
Und sind solche Leute für dich überhaupt interessant, die sich von ihrer angeblich verlässlichen 'Intuition' aufs kreuz legen lassen?
Ich glaube: Nein!
Also hör auf, Angst vor Ablehnung zu haben.
Wie schon vielerorts geschrieben wurde: leider gibt es nirgends einen allgemeingültigen Kodex. Was in der einen Gruppe super ankäme,wäre bei jemand anders nicht gern gesehen. Und es geht nur darum, dich in der Nähe von Leuten aufzuhalten, die in etwa gleiche vorstellungen haben, von dem was okay und was nicht.
Und dann auch dazu zu stehen. Lass das los, dass du allen gefallen musst. Und gegen unreflektierte ignoranten kannst du in der Tat nichts tun. Aber die können dir auch sonst wo vorbeigehen. Denn das ist eine Sorte Mensch, die du nicht magst.
Und dir das erlaubst. Find ich gut. Lass dir das nicht nehmen!
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21.09.2014, 16:30
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Bist Du Dir sicher dass Du nicht einfach nur nicht genau genug hinguckst?
Nimm mal eine beliebige Schulklasse (da fängt die Art Sozialisierung ja an, vorher hat man ja nicht soviel Wahl, mit wem man seine Zeit verbringt), da ist doch ständig Zickenkrieg.
Bei einem Haufen etwa gleichaltriger Studenten ist das logischerweise ähnlich.
Ich war jetzt mittlerweile in 3 unterschiedlichen Studentengruppen drin, auch nicht immer selbst ausgesucht (1x zum Beispiel einfach durch den Studiengang zusammengeworfen, aber eben länger weil "Blockunterricht"), und in allen Gruppen war es so, dass es vorkam, dass es Prügelknaben gab - irgendwer liegt immer unten.
DAS ist auch ganz normale Gruppendynamik, das lässt sich ab einer gewissen Gruppengröße kaum verhindern, und es kommt auch durchaus ab und an mal vor, dass der Prügelknabe nicht ganz unbeteiligt ist in diese Rolle zu geraten.
Und DANN ist es interessant hinzuschauen, wer von den Leuten, mit denen man da gerade ist, prügelt mit, wer steht still dabei sagt aber nix Böses und wer verteidigt den vielleicht noch?
Ihr wart doch alle auch schon in nur so halb selbst gewählten sozialen Gruppen.
Schulklasse, Ausbildungsklasse, Uni.
Habt Ihr es da NIE erlebt dass irgendwer gemobbt wurde?
NIE?
Ganz ehrlich das glaube ich nicht.
Wer mit Mitte 30 nicht schon ein paar Mal Mobbing gesehen hat, der hatte entweder sehr sehr sehr sehr sehr viel Glück oder so gar kein Auge für sowas.
Und die, die bei sowas mitmachen, das sind eben die, mit denen ich nichts zu tun haben will.
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21.09.2014, 16:33Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Liegt vielleicht daran, dass ich nie ein Gruppenmensch war und bin, das ist von Haus aus nix für mich.
Wenn, bin ich eher der Außenseiter, was mich inzwischen aber nicht mehr stört, man kann dadurch auch der Paradiesvogel sein, nicht nur der weggebissene outlaw. Auch das ist eine Frage meiner Bewertung.
Soll doch jeder so sein wie er will, manche sind halt mehrheitsfähiger und brauchen viel Gleichgesinnte um sich, andere nicht. Aus dieser Nichtpassung konstruiere ich aber eben nicht zwangsläufig irgendeine Bösartigkeit.
Vorsätzliche Mobber gibt es, die begegnen mir aber nicht ständig. Und für mich hat so jemand ein massives Problem und kann einem leid tun.
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21.09.2014, 16:40
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Das finde ich auch ok und das ist ja auch Dein gutes Recht.
Das Problem dabei ist ja nur, dass Du von Dir auf alle anderen schließt, d.h. wenn Du Menschen aufgrund ihres Verhaltens nicht magst, so hättest Du ein falsches Verhalten gezeigt, wenn sie Dich nicht mögen.
Die Rechnung geht nicht auf, jeder Mensch tickt anders.
Vielleicht hast Du irgendetwas, das sie an andere erinnert oder das sie triggert - und schon hat das erstmal gar nichts mit Dir zu tun, sondern allein mit ihnen selbst. Das kann man respektieren und als gegeben hinnehmen und muss nicht nach Gründen bei sich selbst suchen.



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