Wie kommst du darauf? Natürlich wird jeder in einem Streit seine Meinung äußern, sich selbst darstellen und davon überzeugt sein, was er sagt. Also auch glauben, dass er widerspruchsfrei argumentiert. Aber es kann durchaus passieren, dass eingelenkt wird, weil bei einem Streit auch eingesehen werden kann, dass man falsch liegt, sich verrannt hat. So absolut wie du würde ich es also nicht sehen.
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05.05.2015, 22:15Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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05.05.2015, 22:20Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Kann man das immer so zweifelsfrei beurteilen? Ich denke nicht. Um die Argumentation eines anderen Menschen zu beurteilen, so wie du es tust, müsstest du ihn sehr genau kennen, seine Biografie, seine Gefühle, seine Lebensumstände, seine Wünsche, Bedürfnisse, Erfahrungen, Schmerzen, seinen Glauben, seine Resignationen. Also, mir ist deine Sichtweise zu eingeschränkt der anderen Person und ihren Worten gegenüber.
Und man kann etwas mißverstanden haben, sich verhört haben, es würde sich auf jeden Fall lohnen sehr vorsichtig zu bleiben und wohlwollend. Vor allem, auch mal nachfragen, die eigenen Gedanken verbalisieren, bzw in eigenen Worten wiederholen, was ich gerade verstanden habe, das kann schon einiges klar machen helfen, klären.
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05.05.2015, 22:28
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Dafür dass man das so zweifelsfrei gar nicht beurteilen kann beurteilen das aber viele bei mir.
Äh ja, das ist das, was ich hier versuche.Und man kann etwas mißverstanden haben, sich verhört haben, es würde sich auf jeden Fall lohnen sehr vorsichtig zu bleiben und wohlwollend. Vor allem, auch mal nachfragen, die eigenen Gedanken verbalisieren, bzw in eigenen Worten wiederholen, was ich gerade verstanden habe, das kann schon einiges klar machen helfen, klären.
Was hat es mir gebracht?
Eine Woche Sperrung und viele Streits.
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05.05.2015, 22:28
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Urgh.
Entschuldige bitte Smirna.
Im Frust so hingeschrieben, meine ich auch so, Du bist aber tatsächlich überhaupt nicht persönlich gemeint.
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05.05.2015, 22:31
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ah, Missverständnis. Ich meinte an der Stelle nicht bloß Widersprüche in Deinen Ausführungen zu Deiner "persönlichen Lebensproblematik". Nimm beispielhaft diesen Widerspruch von vorhin:
Wäre es so, wie Du hier vermutest - dass also "subjektive" Konsistenzeindrücke nicht notwendig mit 'objektiver' Konsistenz in eins gehen -, wäre Deine Frage, die Du hier nochmal konkretisierst:Ansonsten halte ich selbst das was ich poste für konsistent.
Nur, das geht wahrscheinlich jedem mit sich selbst so.
Hm.
Oder nicht?
ja im selben Zuge mitbeantwortet. Weshalb sollte für andere in diesem Punkt (was man selbst für Konsistenz hält, ist es nicht notwendig für andere) anderes gelten als für Dich?Aber nein, ich meinte tatsächlich, war vielleicht missverständlich, Konsistenz bei anderen.
Wie löst Du diesen Widerspruch auf?
Praktisch alle meine Forenkonflikte kommen (von meiner Seite aus) deswegen zustande, weil ich einen Widerspruch bei dem sehe, was jemand anders sagt, diesen Widerspruch aus meiner Sicht immer und immer wieder aufzeige - und nie eine direkte Reaktion kommt!
Oft kommt dann irgendwann [...] Spott in meine Richtung, aber praktisch nie eine direkte Reaktion auf den aus meiner Sicht aufgezeigten, sehr wichtigen Widerspruch beim anderen!
Warum reagierst Du denn jetzt nicht direkt und klärst den "sehr wichtigen" Widerspruch (oder löst ihn auf), den ich Dir zu zeigen versuchte?
Das meine ich, wenn ich sage, mir geht es mit Dir genau so, wie Du es in Deinem Vorwurfsszenario an andere schilderst.Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
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05.05.2015, 23:00
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ja das war eine Frage, ob das jedem so geht.
Nur, wenn ich sowas finde (also, jemand unterstellt mir Inkonsistenz) und ich denke dran (was ich tue, wenn jemand das immer und immer wieder wiederholt), dann kläre ich auf, warum ich meine, der gezeigte Zusammenhang sei doch konsistent.
Eben dies tun Leute aber eher selten, wenn ich selbst auf Inkonsistenzen hinweise.
Siehe oben.Warum reagierst Du denn jetzt nicht direkt und klärst den "sehr wichtigen" Widerspruch (oder löst ihn auf), den ich Dir zu zeigen versuchte?
Ich erklärte, warum da aus meiner Sicht kein Widerspruch ist.
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05.05.2015, 23:08
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich muss in die Falle, Saetien. Ich schau morgen nochmal drüber.
'Nacht.Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
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05.05.2015, 23:22
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Naja viele Widersprüche entstehen schon mal durch den Unterschied zwischen Denken und Handeln. Nehmen wir an, ich ärgere mich über die Wäsche der Nachbarn, nehme es aber hin und toleriere es eben, obwohl es mir nicht gefällt, denn erwarte ich vermutlich gleiches mit den Aktgemälden an meine Balkonwand. Mosert jetzt mein Nachbar herum, dann ärgert mich eigentlich, dass er nicht ebenso tolerant gegenüber mir ist.
Hier im Forum werde ich mich aber gegebenenfalls über aufgehängte Wäsche ärgern und gleichzeitig vielleicht in einem anderen Thread äußern, dass mein Nachbar sich nicht so anstellen solle. Tatsächlich glaube ich nicht, dass es sich vollkommen widerspruchsfrei leben lässt.
Ich weiß nicht, ob du das meinst, aber Denken und Handeln lassen sich meiner Meinung nach nicht vollkommen in eine widerspruchsfreie Einheit überführen. Man wird in dem, was man tut immer Kompromisse eingehen. Die Frage ist für mich nicht, ob man derartige Kompromisse eingeht, sondern wie weit.
Zusatz: Andere Widersprüche entstehen einfach aus der unterschiedlichen Bewertung von Sachverhalten. Halte ich die Aktgemälde an der Wand für Kunst, dann hat das für mich gegebenenfalls eben eine völlig andere Wertigkeit als draußen aufgehängte Wäsche.Geändert von schlumpsi (05.05.2015 um 23:30 Uhr)
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06.05.2015, 09:59
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Oft ist es möglich (setzt voraus, dass man den Leuten zuhört und dass man logisch denkt, und das vielleicht auch noch zwei, drei Schritte weiter als nur grad offensichtlich ist) und ich gehör zu denen, denen es praktisch körperlich weh tut, wenn jemand heute was ganz anderes im Brustton der Überzeugung behauptet als noch vorgestern, und das nur weil's offenbar besser in den aktuellen persönlichen Kram passt.
Es geht ja nicht um EINE Argumentation, es geht darum, dass ZWEI völlig unterschiedliche Argumentationen, mit unterschiedlciher Grundlage, vom selben Menschen geäussert wird. Ich muss den Menschen gar nicht kenne, um das feststellen zu können. Es reicht, schlicht die beiden Aussagen nebeneinander zu stellen und festzustellen, das passt nicht zusammen.Um die Argumentation eines anderen Menschen zu beurteilen, so wie du es tust, müsstest du ihn sehr genau kennen, seine Biografie, seine Gefühle, seine Lebensumstände, seine Wünsche, Bedürfnisse, Erfahrungen, Schmerzen, seinen Glauben, seine Resignationen.
Und man kann etwas mißverstanden haben, sich verhört haben, es würde sich auf jeden Fall lohnen sehr vorsichtig zu bleiben und wohlwollend.
bin ich ja. Ich merk's trotzdem oft, auch mit genauem Zuhören und wohlwollender Interpretation. Und mach mir meine Gedanken dazu.
gruss, barbara
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06.05.2015, 10:02
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Eine Annahme über die Welt wird revidiert. Dafür ist doch dieser Thread da.
Und Saetiens Annahme war eben bisher "allen Leuten ist es wichtig, konsistent zu argumentieren, auch im Zeitraum über mehrere Tage/Wochen/Jahre hinweg"
Und da hat sie eben festgestellt, dass viele Leute alles andere als konsistent argumentieren, und keine sozialen Strafmassnahmen von andern getroffen werden.
Warum reagierst Du denn jetzt nicht direkt und klärst den "sehr wichtigen" Widerspruch (oder löst ihn auf), den ich Dir zu zeigen versuchte?
Weil sie das schon an den Rand der Sperrung brachte, als sie es tat? - würde ich jetzt als plausible und naheliegende Annahme treffen.
gruss, barbara



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