Finde ich nicht. Ausleben heißt für mich nicht, dass ich mit Tellern werfe oder andere beleidige. Sondern dass ich das Gefühl akzeptiere, erlebe, durchlebe.
Wenn ich dabei andere verletzen würde, wäre das für mich ebenso unangenehm wie für dich - kommt bei mir echt selten vor, dass ich Menschen durch unbedachtes Verhalten verletze.
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21.09.2014, 13:57Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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21.09.2014, 14:00Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Saetien,
ich finde es schade, dass du wiederum so absolut reagierst.
Ich habe in meinem bisher schon recht langen Leben die Erfahrung gemacht, dass eher die Menschen einen anderen Menschen enorm verletzen können, die ansonsten auf Samtpfötchen gehen, von aller Welt in Watte gepackt werden wollen.
Vor lauter Angepasstsein und Fähnchen nach dem Wind drehen, verlieren sie den Kontakt zu den eigenen Gefühlen, die werden gedeckelt und irgendwann explodiert der Dampfkessel, fliegt ihnen und ihrem Umfeld um die Ohren.
Fragt man dann, warum Vorwürfe, Vorhaltungen und Anschuldigungen erst nach Wochen, Monaten, z. T. Jahren gemacht werden, dann kommt gerne die Antwort: "Ach da war es doch gerade so schön harmonisch, alle mochten sich doch und niemanden hat dies/das gestört, ich darf doch eine Stimmung nicht zerstören ...".
Oder auch: "Die Anderen hatten doch gerade Probleme, da darf ich doch nicht sagen, dass mich stört, mich verletzt hat, dass mir gesagt wurde, ich hätte doch keine Ahnung, mir geht es doch IMMER gut ...".
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21.09.2014, 14:09
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Sariana, irgendwie verstehe ich nicht was dieser Beitrag mit mir zu tun haben soll?
Es geht ja gerade NICHT darum, Gefühle, die man hat, nicht zu zeigen, weil gerade alles so schön harmonisch ist, es geht darum, sie gar nicht erst zu haben, wenn man keine Rechtfertigung dafür hat!
Vorwürfe, Vorhaltungen und Anschuldigungen sollten nicht erst nach 20 Jahren kommen, sondern gar nicht!
Wem soll das auch helfen? Nichts davon ist konstruktiv.
Meine Argumentation WÄRE im Zweifel eine andere:
Ich KANN nicht absolut sicher sein, dass der andere was er gerade sagt oder tut böse meint - also kann ich zwar vorsichtig nachfragen, keinesfalls aber Vorwürfe machen, keifen, anschreien, weinen oder dergleichen.
All dies wäre nur gerechtfertigt wenn der andere mir bewusst wehtun wollte.
In dem Fall gibt es dann EINEN gepfefferten Anschiss mit genau EINER Chance für eine Entschuldigung oder Erklärung.
Kommt dann keine, verschwindet der Mensch aus meinem Leben.
Kommt aber äußerst selten vor, denn wann ist man sich schon mal wirklich sicher, dass der andere wirklich was böse gemeint hat?
Andersherum, wenn jemand eins der genannten Dinge bei mir tut, gehe ich auch davon aus, er meint zumindest, dass ich ihm ganz bewusst wehtun wollte.
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21.09.2014, 14:12
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Hm, Nachgedanke:
Das erklärt dann auch meine Einstellung zu Gefühlsäußerungen anderer Leute:
Wenn jemand mal soweit ist dass er mich ankeift, anschreit oder aufgrund von etwas was ich getan habe weint, dann befinde ich mich aus meiner Sicht in der Situation, dass ich genau noch EINE Chance habe das in den nächsten 5 Minuten zu richten, ansonsten will der andere nie nie wieder was mit mir zu tun haben.
Diese Situation will ich natürlich vermeiden (ich vermute das will jeder).
Da ich aber festgestellt habe, dass andere sehr viel früher mit solchen Gefühlsäußerungen anfangen als ich (aus meiner alten Sicht: also OFFENSICHTLICH sehr viel früher bereit sind, Leute aus ihrem Leben zu werfen) muss ich eben sehr viel mehr Rücksicht nehmen als sie, um nicht sowas auszulösen.
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21.09.2014, 14:13
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich klink mich hier mal kurz ein.
Gefühle hat man, oder nicht. Die sind selten, bis gar nicht, zu kontrollieren.
Ungefiltert kann man sie ausleben (Reaktion) Nur muss man eben damit rechnen, das man sein Gegenüber damit verletzt, nervt o a
Filtert man sie, kann man sie z.T ausleben, z.T nicht. Wenn nicht, dann muss man sich andere Möglichkeiten schaffen, diese auszuleben, ohne sich und anderen damit zu schaden.
Keine Ahnung, der eine malt, der andere treibt Sport. Da gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, wie es Menschen gibt.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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21.09.2014, 14:18Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich hab noch eine andere Sicht: ich sortiere es erstmal nicht als Verletzung ein. In den allermeisten Fällen kann man sich das ersparen, in dem man es - ich hab es schon mal geschrieben - einfach als andere Meinung einordnet, die problemlos neben der eigenen stehenbleiben kann, man muss sich also gar nicht auf richtig oder falsch einigen, und schon gar nicht auf eine Einheitsmeinung. Und so geh ich auch erstmal davon aus, dass mich jemand nicht kränken will dadurch dass er nicht meiner Meinung ist oder gar etwas kritisiert.
Ich staune hier ein bisschen, umso mehr bei einer Prozentzahl von 80% - wie genau muss man sich denn deine Unterhaltungen vorstellen, dass du da immer Gefahr läufst jemand wehzutun???
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21.09.2014, 14:19
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Irgendwie bin ich minimal irritiert darüber, dass die Einstellung, Gefühle seien so absolut gar nicht beeinflussbar, hier so vorherrschend ist.
Nehmt mal zum Beispiel Ausländerfeindlichkeit - oder im kleineren eben irgendein negatives Gefühl, wenn man Menschen von Nationalität xy sieht.
Gibt es.
Ist geächtet.
Und zwar nicht nur die Äußerung, sondern das Gefühl.
Da wird ganz selbstverständlich verlangt, dass Menschen, die das Pech haben, aufgrund von Erziehung oder was auch immer, solche Gefühle zu haben, sich redlich bemühen, dieses Gefühl abzustellen - das Gefühl, nicht nur die daraus folgenden Handlungen!
Warum soll das dann bei anderen Gefühlen plötzlich so unrealistisch sein?
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21.09.2014, 14:20Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Saetien, mich würde interessieren: wie gehst du denn mit übertrieben positiven Gefühlen um? Mit unbändigem Lachen, auch wenn's gar nicht sooo lustig war? Mit der spontanen Freude an gutem Wetter, auch wenn man im Büro sitzt? Mit dem völlig überflüssigen Glücksgefühl, weil einen ein Fremder anlächelt?
Ist ja alles auch unangemessen - aber missen möchte ich es trotzdem nicht.
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21.09.2014, 14:21Inaktiver User
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21.09.2014, 14:23Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Nein, eben nicht - dein Gefühl (ich rede jetzt nicht davon aus diesem Gefühl heraus eine Pumpgun abzufeuern) ist immer gerechtfertigt und du kannst es auch immer zeigen. Das ist deins.
Und der andere muss dann damit klarkommen. Das ist seins.
Bei dir verschmilzt das immer zu einer Ebene, als ob alles und jedes sich immer auf dich bezieht und mir dir gelöst werden muss. Muss es aber nicht. Lass es doch einfach so stehen.
Für mich klingt das irgendwie nach Minenfeld, auf dem man sich mit dir bewegt. Und man weiß nie so recht, wo du dabei bist, du zeigst dich ja gar nicht, das wird alles erst gefiltert und angepaßt. Ich könnte auf so einer Basis keine Beziehung zu dir aufbauen, weil ich gar nicht wüßte wer du bist, sondern nur wer du glaubst sein zu sollen.



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