graduiert ist doch studiert oder nicht?
Wie gesagt, zumindest nach dieser bundesweiten Initiative ist man Arbeiterkind, wenn man einen Nichtakademischen Hintergrund hat.
Ich habe das bisher auch nur so verwendet gehört.
Antworten
Ergebnis 1.541 bis 1.550 von 2719
-
29.03.2015, 19:54
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
-
29.03.2015, 19:58Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ohne Abitur.
Ich kenne diese Initiative nicht, die muss sich aber dann um verdammt viele Leute kümmern. Arbeiterkind im klassischen Sinne meint etwas deutlich anderes, da würde man heute eher "aus bildungsfernem Umfeld" sagen.Wie gesagt, zumindest nach dieser bundesweiten Initiative ist man Arbeiterkind, wenn man einen Nichtakademischen Hintergrund hat.
-
29.03.2015, 19:58
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Spontant würde ich unter Arbeiter jemanden verstehen, der vor allem mit den Händen/körperlich arbeitet und am Abend davon so schmutzig geworden ist, dass als Erstes eine Dusche ansteht.
gruss, barbara
-
29.03.2015, 20:05
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ok, ich vermute als heutiger Student kennt man die, die sind ziemlich groß.
Und ja, Arbeiterkind im ursprünglichen Sinne meint etwas anderes, der Begriff ist aber sehr im Wandel bzw. hat sich auch gewandelt.
Der Wikiartikel dazu (also, zu "arbeiterkind", nicht zu dem Verein) ist auch ellenlang.
Darüber, was ein bildungsfernes Umfeld ist kann man auch streiten - mein Vater ist zum Beispiel ganz sicher aus so einem Umfeld (aber eben Beamter, und der Beamte im mittleren Dienst war schon ein ziemlicher Aufstieg für ihn), meine Mutter ist aus einer Familie, die Wert auf Bildung legt aber wo kaum einer Abitur machte - da wurde und wird dann privat hohe Literatur gelesen usw.
Sie selbst hat einen für ihre Generation sehr typischen Frauenberuf (will eben ungern Anonymität aufgeben deswegen nicht genauer), direkt nach der Realschule in die Lehre.
Beide legten Wert darauf, dass ich mir Bildung aneigne, aber keiner von beiden legte Wert auf einen höheren Schulabschluss oder darauf dass ich studiere.
Allerdings legten sie mir auch keine Steine in den Weg was das angeht, und das scheint für Eltern, die selbst nicht studiert haben, eher untypisch zu sein (bzw. war es wohl vor 10-20 Jahren noch, ich weiß nicht wie sehr sich das gerade ändert).
Bei solchen Initiativen geht es auch oft um das Phänomen Stallgeruch - bei meinen Eltern gingen eben auch ganz andere Leute ein und aus als bei Freunden, wo beide Eltern Akademiker waren, und es gibt immer wieder mal Situationen (in beide Richtungen!) wo man das merkt.
-
29.03.2015, 20:08
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich habe unter Arbeiter früher Fabrikarbeiter verstanden - wohl, weil ich den Begriff hauptsächlich aus dem Geschichtsunterricht kannte, Arbeiter, das waren die, die in den 20ern SPD gewählt haben.
Arbeiter im klassischen Sinne (harte körperliche Arbeit) gibt es in D ja gar nicht mehr in der Masse wie noch in den 20ern oder 50ern.
Aber nochmal, ich habe mir den Begriff nicht ausgedacht, ich habe ihn ohne bösen Willen verwendet wie ihn mein Umfeld verwendet und wie es besagte Initiative (wie gesagt die sind ziemlich riesig mittlerweile) eben auch tut.
-
29.03.2015, 20:11
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
nicht mehr in dem Mass, aber es gibt immer noch genug davon, auf jeder Baustelle. Besonders Gipser sind in der Hinsicht sehr pittoresk, die hinterlassen nach Feierabend weisse Fussabdrücke auf dem Boden und wenn du ihnen auf die Schulter klopfst, steigen ganze Wolken auf.

Es werden auch vermehrt Ausländer importiert für die wirklich harten, mies bezahlten Jobs, vor allem in der Landwirtschaft.
Beamte sind dann eben - Beamte, eine Kategorie für sich.
gruss, barbara
-
29.03.2015, 20:14Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Dein Geschichtsverständnis ist bemerkenswert. 20er Jahre, nee, is klar.
Ich bin durchaus - in den 70ern und 80ern - mit Arbeiterkindern in die Schule gegangen. Die Väter waren Bergleute, Stahlarbeiter usw., teilweise sogar ungelernt.
Das heute das Kind eines - sagen wir mal - Bankkaufmanns und einer Bürokauffrau als Arbeiterkind (und damit wohl als förderungswürdig) gilt, macht mich ehrlich gesagt fassungslos.
-
29.03.2015, 20:14
-
29.03.2015, 20:18
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
So, aus dem Wikiartikel "arbeiterkind", die Info dass an Hochschulen HEUTE mit dem Begriff "niedrige soziale Herkunft" gearbeitet wird, darunter fallen:
Zu Studierenden mit niedriger sozialer Herkunft würden demgemäß Studierende zählen, deren Eltern
Beamte des einfachen und mittleren Dienstes (z. B. Schaffner, Amtshilfen, Sekretäre)
Angestellte mit ausführender Tätigkeit (z. B. Stenotypisten, Verkäufer)
Facharbeiter, unselbständige Handwerker
ungelernte, angelernte Arbeiter
sind
Passt doch.
-
29.03.2015, 20:20
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich weiß jetz nicht, ob die zu den "Angestellten mit ausführender Tätigkeit" zählen, was auch immer das genau ist.
Aber fassungslos macht mich das so gar nicht, wenn ich mir die anschaue die ich kenne und auch sehe, dass da die Einstellung zu akademischer Bildung (vom Elternhaus vorgegeben!) oft ist "geh Arbeiten, Studium kostet nur Geld und bringt nix!"
Und die Tatsache, dass deutlich weniger Kinder von Nichtakademikern studieren als von Akademikern (Prozentual) kann man auch nicht durch Fassungslosigkeit schönreden.


Zitieren

