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01.03.2015, 22:14
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
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02.03.2015, 04:41Inaktiver User
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02.03.2015, 10:11Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Natürlich wäre das so. Und zwar ließe sich das auf jeden einzelnen Menschen übertragen. Egal was jemand macht, sagt, tut, denkt, in welche Richtung er sich entwickelt: Es wird immer Leute geben, die das gut finden, und andere, die es anders sehen.
Bei mehreren Milliarden Menschen auf dieser Welt, so vielen Kulturen, unterschiedlichen sozialen Prägungen, Persönlichkeitsmerkmalen und Vorlieben selbst innerhalb derselben Familie... ist es gar nicht möglich, dass alle das Handeln einer bestimmten Person als richtig empfinden. Es gibt in den meisten Fällen keine Schnittmenge, die alle Menschen des eigenen Umfelds umfasst.
Und das ist gut so! Stell Dir vor, alle wären gleicher Meinung, mit den gleichen Dingen zufrieden, hätten die gleichen Maßstäbe... wie langweilig wäre unser Planet!
Wenn jemand Deine Handlungen mal nicht so toll findet: so what? Du bist nicht auf der Welt, um alle Menschen zufriedenzustellen. Das kann niemand. Und ich für meinen Teil strebe das auch gar nicht an. Die täglichen Erfordernisse des Lebens mit meiner Zeit, Kraft, Energie und eigenen Vorstellungen unter den Hut zu bringen, ist genug Anspruch. ;-)
Saetien, es ist doch hoffentlich nicht wirklich Dein Ziel, in den Augen anderer Menschen alles richtig zu machen?
Was ist mit Dir selbst? Mit Deinen Wünschen, Ansichten, Wertvorstellungen, Zielen, Plänen?
Meiner Meinung gibt es in sozialen Belangen keine absoluten Wahrheiten. Person A sieht es so, Person B so, C hat wieder eine andere Meinung dazu und D hält das, was A,B und C sagen, insgesamt für Quatsch. Das sieht man zum Beispiel in der Politik sehr schön. Fast jeder hätte gern für sich die Deutungshoheit über "richtig" und "falsch" und über "wahr" und "unwahr". Und prompt kommt die Opposition daher und behauptet das Gegenteil.
Wer hat nun Recht?
Beide aus ihrer eigenen Perspektive und zugleich keiner. Alles ist relativ und kontextbezogen.
Na klar kann der völligen Unsinn denken. Aus Deiner Sicht. Er selbst sähe das wohl anders. Aber Dir steht es frei, es für Unsinn zu halten.
Ja, wieso gehst Du davon aus, dass jemand mit seiner These Recht hat, solange sie keiner widerlegt hat?
Und was tust Du, wenn Du eine ganz andere Meinung zu dieser Sache hast? Verwirfst Du dann Deine eigene Ansicht, weil Du sie durch das Posting des anderen Users als widerlegt erachtest?
Ich hoffe doch, Du lässt Dir nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen?
Erstens weißt Du nicht, wieviele Menschen die These lesen und denken "Oh, das seh ich aber gaaanz anders", jedoch nichts schreiben. Zweitens gilt für den Ersteller dasselbe wie für die anderen Menschen: Er kann alles nur durch seine persönlichen Wahrnehmungsfilter, vor seinem Lebensumfeld und wissensbezogenen Hintergrund seinen Standpunkt verfassen. Es gibt keine universale Bewertungsinstanz, die über allem schwebt und allgemeinverbindlich in "richtig" und "falsch" kategorisieren könnte.
Es gibt ja eben keinen allgemeingültigen "Unsinn", es sei denn, jemand verkündet naturwissenschaftlich objektiv messbare Irrtümer. ("Wasser kocht bei 45°C", "Die Erde ist pyramidenförmig" etc.)
Davon abgesehen kannst Du anhand Deines Vorwissens und Deiner eigenen Meinung, ob Du Dich der Aussage des Users anschließt oder nicht. Wenn ich einen Beitrag lese, signalisiert mein Bauchgefühl entweder "Zustimmung", "teilweise Zustimmung", "eher Nichtzustimmung", "komplett anderer Meinung" oder Farbschattierungen dazwischen.
Warum ist es wichtig für Dich, Deine oder die Aussagen des Gegenübers in "Unsinn" und "Nicht-Unsinn" einzuteilen?
Wäre es auch möglich für Dich, eine andere Meinung einfach so stehen zu lassen und trotzdem zu akzeptieren, auch wenn Du sie nicht teilst?
Keiner, weil es vermutlich genau so ist
Ich zumindest suche mir im Leben Menschen, mit denen ich gut auskomme. Die mich, meine Persönlichkeit und Lebenseinstellung mögen und denen ich umgekehrt die gleiche Sympathie entgegenbringe. Dann lebt es sich leichter, entspannter, angenehmer. Menschen, die mir wohlgesonnen sind, tun mir gut. Und umgekehrt.
Die Welt ist groß und bunt. Das Finden der eigenen Wohlfühlnische halte ich für einen wesentlichen Glücksfaktor.
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02.03.2015, 18:11Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Die eigene Wohlfühlnische kann manchmal ganz schnell und unerwartet fort sein. Und dann?
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07.03.2015, 22:11
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich glaube mir fehlt einfach Standardwissen, dass die meisten schon so lange haben, dass sie nicht mehr darüber nachdenken.
Zum Beispiel folgendes:
Mal angenommen ich habe irgendeine Eigenschaft oder Angewohnheit, die mich stört, die man aber von außen nicht sieht (also nicht Übergewicht oder die Frisur).
Unter einigem Training gewöhne ich mir das ab.
Oder was Neues an.
Meine Freunde und Bekannten werden das wahrscheinlich nicht auf Anhieb sehen.
Ich kann aber z.B. auch nicht zu meinen Freunden und Bekannten gehen und sagen: "Hey, an der und der Stelle ist das und das jetzt geändert, in diesem Punkt bin ich ab jetzt so und so."
Das heißt, kann ich schon, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie mir das auf der Stelle glauben und mich ab dem Zeitpunkt dieser Ansage mit der neuen Eigenschaft wahrnehmen werden ist eher gering.
Diese Erkenntnis ist für mich z.B. neu, dass ich nicht einfach sagen kann "ich bin ab heute so und so" und alle glauben das.
Da gibt es auch noch andere Punkte.
In meinen Threads kommt ja öfter "das kann ja sein, dass da in Deiner Erziehung etwas falschgelaufen ist, aber Du bist nun erwachsen und irgendwann muss man doch begreifen......."
Ich glaube, sowas unterschätzt das Ausmaß in dem ein Denkfehler im eigenen Kopf sitzen kann.
Irgendwann, bei mir in den letzten Jahren, habe ich bei einigen Sachen begriffen, dass ich falsch lag, das ja, das ja.
Das heißt doch nun aber noch lange nicht, dass ich weiß, wie es stattdessen funktioniert!
Das hat mehr was von: "Mein ganzes Leben dachte ich A. Ok, A ist falsch, das habe ich nun begriffen. Aber was stattdessen? B, C, D,.....Z?"
Und an der Frage scheitere ich im Prinzip durchgängig.
Und da hilft mir kein "aber langsam müsstest Du es doch mal begriffen haben!"
Nein, habe ich nicht.
Ich bin so doof.
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gesperrt
- Grund
- Respektlosigkeit gelöscht.
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08.03.2015, 07:29
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
(Bitte darum, sich Text in Orange vorzustellen.)
Bitte beachtet auch weiterhin die NUB in puncto Höflichkeit und Respekt. Wem etwas an diesem Strang missfällt, der möge hier nicht mitschreiben.
Gruß Mary/Moderation
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08.03.2015, 09:04
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Stimmt. Jene Dinge, die man nicht grösstenteils unbewusst als Kind lernt und ganz selbstverständlich kann, lernt man als Erwachsene deutlich mühsamer.
Ein kleiner Trost könnte sein: wer es dann endlich hat, hat es mit voller Bewusstheit und kann dann auch genau begründen, warum und wieso man ein bestimmtes Verhalten pflegt.
gruss, barbara
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08.03.2015, 10:00
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
So etwas sagt man ja idR auch nicht.
Würde mir zB jemand, der es mit der Wahrheit nicht so
genau nimmt, sagen, er wäre ab sofort ehrlich ... warum
sollte ich das unbeschaut glauben?
Oder wenn jemand ständig zu spät kommt und versichert,
von nun an pünktlich zu sein ... warum sollte er das
überhaupt ankündigen wollen? Er soll einfach pünktlich
sein.
Taten überzeugen immer mehr als Worte.
Letztere sind oft nur heiße Luft.
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08.03.2015, 10:46
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ja siehst Du, das ist mir neu. Ich würde davon ausgehen, den anderen informieren, sonst merkt er es vielleicht nicht.
Das ist so ziemlich das einzige Beispiel wo das funktioniert, wenn die Person als unehrlich bekannt ist.Würde mir zB jemand, der es mit der Wahrheit nicht so
genau nimmt, sagen, er wäre ab sofort ehrlich ... warum
sollte ich das unbeschaut glauben?
Nun, wenn der Mensch als ehrlich bekannt ist, dann muss ich ihm glauben - tue ich das nicht, unterstelle ich einem Menschen, den ich als ehrlich kenne, eine Lüge, er wäre wahrscheinlich sehr beleidigt.Oder wenn jemand ständig zu spät kommt und versichert,
von nun an pünktlich zu sein ... warum sollte er das
überhaupt ankündigen wollen? Er soll einfach pünktlich
sein.
Wenn ich jemanden als ehrlich kenne, glaube ich selbstverständlich alles was er über sich selbst sagt, das sehe ich als meine Pflicht.
Und Taten werde oft nicht gesehen.
Taten überzeugen immer mehr als Worte.
Letztere sind oft nur heiße Luft.
Wie oft kommt es zu Situationen, wo, in irgendeinem Streit, einer sagt "Immer machst Du......" und dann der andere reagiert mit "Das habe ich mir doch schon vor Ewigkeiten abgewöhnt!"
Und der erste dann nachdenkt und sagt: "Stimmt, war mir gar nicht aufgefallen!"
Da muss also der, der irgendwas Nerviges macht, quasi bis zum Nächsten Streit damit leben, dass es keinem auffällt, dass er das nun nicht mehr macht.
Er hat also eine nervtötende Eigenschaft weniger und TROTZDEM denken immer noch alle er hätte sie!
Wenn man das doch so einfach durch "Leute, ich bin nun anders!" verhindern könnte.
Grausam.
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08.03.2015, 12:08Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Wahrscheinlich ist es ja auch so, dass er von seinem guten Vorhaben in diesem Moment überzeugt ist: "Ab jetzt werde ich pünktlich zu Terminen und Verabredungen erscheinen. Die Unpünktlichkeit gewöhne ich mir endlich ab."
Der Mensch ist guter Dinge, hat die besten Absichten und ist motiviert zur Umsetzung seines Vorhabens.
Also ist seine Äußerung ehrlich gemeint.
Ob das in der Realität so klappt wie erhofft, steht auf einem anderen Blatt. Ich jedenfalls schaffe es nicht immer, den Schalter von heute auf morgen umzulegen. Ich nehme mir etwas vor und setze alles daran, es zu realisieren. Aber dann kommen stressige Phasen im Beruf dazwischen, dann erwischt mich eine fiese Erkältung, in der Beziehung oder im Freundeskreis tauchen unerwartete Missstimmungen auf, das alles kostet mich viel Kraft und - ohne es so zu wollen - falle ich vorübergehend wieder in den alten Trott zurück, weil sich der neue noch nicht eingespielt hat und mir noch Zusatzenergie abverlangen würde, die momentan nicht verfügbar ist. Das hasse ich an mir und kämpfe eigentlich schon Zeit meines Lebens gegen diese Art der Inkonsequenz an.
Und nach dem, was ich so höre und erlebe, geht es auch vielen anderen so.
Deshalb sind diese Menschen trotzdem ehrlich und glaubwürdig. Aber die Kräfte reichen nicht immer aus, um nachhaltig und konsequent die guten Vorhaben durchzuziehen.
Mein Fazit: Einem als ehrlich bekannten Menschen glaube ich, wenn er von neuen Vorsätzen berichtet.
Das ist in meiner Wahrnehmung Schritt 1: "Martin will ab jetzt überall pünktlich ankommen."
Ist positiv notiert.
Ob ich ihn dann aber dauerhaft als pünktlichen Menschen wahrnehme, hängt davon ab, wie erfolgreich er es schafft, den Plan auszuleben.
Möglicherweise denke ich ein halbes Jahr später, ohne dass er über seine Pünktlichkeitspläne wieder etwas anderes gesagt hätte: "Hmm, Martin ist in den letzten sechs Monaten fast immer 20 Minuten verspätet zu unseren Verabredungen aufgetaucht. Pünktlichkeit ist ihm entweder doch nicht so wichtig oder fällt ihm schwer."
Taten sprechen lauter als Worte.
Auch wenn ein notorischer Zuspätkommer auf einmal immer pünktlich kommt, ohne dass er eine Ansage gemacht hat, realisiere ich das. Dann bekommt er in meinem Hirn das Zusatzattribut "(mittlerweile) pünktlicher Mensch".
Meine Antwort darauf wäre: "Ja, dann denk in Zukunft erstmal nach, bevor du mir etwas vorwirfst, das schon lange nicht mehr zutrifft!"
Denn "gepennt" hat ja in diesem Fall die Person, die mir noch die alte schlechte Angewohnheit attestieren wollte, obwohl ich die längst abgelegt habe.
Also kein Versäumnis auf meiner Seite.
Nicht alle. Nur diejenigen, die eine Person in eine Schublade stecken und ihre eigenen (Vor-)Urteile nie auf den Prüfstand stellen. Denen, die offen und geistig unvoreingenommen an andere herantreten, dürfte es von allein auffallen.
Wenn z.B. Martin neuerdings pünktlich zu Verabredungen erscheint oder Katharina nicht mehr ständig auf ihrem Kopf herumkratzt, so dass die Schuppen auf den Esstisch rieseln, dann fällt mir das positiv auf. Oder ich vergesse irgendwann, dass Katharina diesen Kratzfimmel überhaupt hatte ;-)



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