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    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Stop.
    Ich habe NIRGENDS geschrieben, sie hätte diese Opfer FÜR MICH erbracht.
    Ok sorry dann habe ich das falsch verstanden

    Sie hat sie erbracht weil sie es "richtig" fand, weil sie sonst ein schlechter Mensch gewesen wäre, hätte sie die Opfer nicht gebracht.
    In den Nachrichten oder in Serien ist häufiger mal die Rede von Menschen, die in ähnlicher Situation das entsprechende Opfer nicht bringen - es war immer klar, dass das im Verhältnis zu "uns" schwache Menschen sind, vielleicht sogar schlechtere.
    Das kann ich nicht nachvollziehen. Dieses "Opferbringen" hat für mich keinen Zusammenhang mit "ein guter Mensch sein".

    Weil die eben lieber in Kauf nehmen, was Schlechtes zu tun und damit andere zu verletzen, als einfach mal die Zähne zusammenzubeißen und das Leid auszuhalten.
    Wie ein guter Mensch es tun würde.

    In meiner Kindheit (in einem anderen Staat, wo Kinder immer in Horden den ganzen Tag draußen waren) gab es einen Spruch der übersetzt so lautet: Lieber soll deine Mutter weinen als meine. Sprich, ich leide nicht für andere nur um als guter Mensch da zu stehen. Und heutzutage ist die Welt noch viel egoistischer geworden.

    Allerdings habe ich als Alleinerziehende früher auf so einiges verzichtet, damit ich meinem Sohn manches ermöglichen und gönnen kann. Das habe ich gern getan und fühle mich deswegen nicht als besserer Mensch.

    ...Er kann machen was er will, er muss IMMER damit leben, dass DU Dich schuldig fühlst wenn er was falsch macht.

    Ich habe gar kein Recht mich falsch zu entwickeln - wenn ich zum Verbrecher werde, ist meine Mutter schuld!
    Das habe ich so nicht geschrieben. Ich habe geschrieben, ich würde mich fragen was falsch gelaufen ist und was ich übersehen habe. Ich habe nunmal ab einem gewissen Alter keinen Einfluß mehr auf seine Handlungen gehabt. Ich konnte höchstens in eine Richtung weisen, aber ihn nicht zwingen das zu befolgen. Und wenn ein Mensch zum Verbrecher wird ist mitnichten seine Mutter schuld, sondern tatsächlich er selber.

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    ...Ich will einfach nur eine Garantie, dass wenn der Partner geht, es MEINE SCHULD ist....

    Was daran liegt, dass ich Liebesentzug als Strafe kenne.
    Heißt, praktiziert das jemand bei mir, fühle ich mich bestraft.
    ...
    Wie traurig
    Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
    sondern viel mehr der Kopf

  2. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Hm. Wünschst du dir denn eine solche katholische Hochzeit? Würdest du dich mit dieser Art Eheversprechen gut fühlen? Das wäre doch mal ein Ansatzpunkt, wie du zu einer zufriedenstellenden Beziehung kommen könntest. Es gibt ja genug Männer, die sich das genauso wünschen.

  3. gesperrt

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    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    i

    was du nicht erfahren hast, ist, dass menschen bei dir bleiben, weil du intelligent, lustig, inspirierend, mitreissend, analytisch oder was auch immer bist - jedenfalls, weil du ein toller mensch bist.

    Docj weil ich irgendwas der oben genannten bin, schon.
    Aber, ich könnte ja z.B. auch Alzheimer kriegen.
    Oder sonst eine Krankheit, die meine Persönlichkeit verändert.
    Ich will doch Menschen, die SELBST DANN noch bei mir bleiben.
    inzwischen kannst du das auch gar nicht mehr erfahren, weil du dich schon lange nur angepasst verhältst und gar nicht so zeigst wie du bist.
    Ich glaube das ist ein Missverständnis in diesem Thread, sehr viele hier bestehen auf dieser Fehlannahme.
    Es ist eben nicht so dass ich mich fortwährend bewusst verstelle, zumindest nicht bei Leuten die ich etwas besser kenne.
    Denen spiele ich nichts vor.
    Ich versuche tatsächlich so zu SEIN.
    dabei fände ich interessanter auf deine freundschaften und liebschaften zu schauen und mal von der familie abzulassen, die dir ja in dieser hinsicht nichts gutes beschert hat.
    Naja, ich habe eben Leute gesucht, die verlässlich sind.
    Verlässlich und keine Heuchler.
    Andere Anforderungen hatte ich nie, denn mit der oben genannten Anforderung sortiert man schon 90% der Menschheit aus, noch heikler wollte ich dann doch nicht sein.

    frage wäre also: was schätzen deine freunde an dir? wer ist wann auf dich zugegangen, was wollen die mit dir machen? und wie war das früher? ich würde da bis in die kindheit zurückschauen.
    In der Kindheit hatte ich keine Freunde.
    Von daher bringt zurückschauen nix.

  4. gesperrt

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    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hm. Wünschst du dir denn eine solche katholische Hochzeit? Würdest du dich mit dieser Art Eheversprechen gut fühlen? Das wäre doch mal ein Ansatzpunkt, wie du zu einer zufriedenstellenden Beziehung kommen könntest. Es gibt ja genug Männer, die sich das genauso wünschen.
    Ja nur welche Art Mann ist das dann.....also, im Sinne, katholisches Umfeld ist nicht so meins, ich bin von den Einstellungen her nicht konservativ genug.

    Aber ja, ich bin immer davon ausgegangen irgendwann gibt es mal ein solches Eheversprechen und ab dem Punkt bin ich dann endlich in Sicherheit, denn DANN darf der Partner nicht mehr gehen, außer ich bin böse.
    Wenn mich jemand so sehr liebt, dass er mir zusichert, dass er nur geht, wenn es meine Schuld ist, bin ich in Sicherheit.
    Das muss nicht unbedingt ein formales Eheversprechen sein, das geht auch mündlich.

  5. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Naja sie dürfen nicht gehen.

    Verwandte bleiben sie technisch sowieso, aber solange ich nicht böse werde, haben sie KEIN Recht, mich aus ihrem Leben zu werfen.
    Niemals.
    Dann wären sie selbst böse und hätten kein Recht mehr, sich gut zu fühlen.


    Es KANN nicht passieren, dass ich sie unverschuldet verliere.

    DAS ist das Symbiotische, was ich will.
    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Ich will einfach nur eine Garantie, dass wenn der Partner geht, es MEINE SCHULD ist.


    Ansonsten ist mir freiheitlich auch lieber.
    Also am liebsten ab und zu mal sehen, schöne Zeit verbringen, nebenher eigene Hobbies/Freundeskreise haben, all sowas.
    Nur eben das Recht abgeben, die Beziehung zu beenden.


    Was daran liegt, dass ich Liebesentzug als Strafe kenne.
    Heißt, praktiziert das jemand bei mir, fühle ich mich bestraft.
    Und ich will einfach nur eine Garantie, dass diese Strafe nie bei mir ausgeübt wird außer ich habe es auch verdient.

    DAS klingt schlicht nach manifester Verlustangst. Ist schrecklich. Kenne ich leider auch.

    Weißt Du, was mir neulich das beste Gefühl seit langem gegeben hat? Ich habe zu meinem Partner gesagt: "Ich habe Dich zu oft festgehalten - ich lasse Dich frei. Ich wünsche mir, daß Du bleibst, ich habe panische Angst, daß Du gehst, und ich werde trotzdem überleben. Ich möchte mit Dir leben - und bin bereit, Dich gehen zu lassen."

    Ich war nicht sicher, wie er reagiert. Ich bin sehr glücklich, daß er sich aus freien Stücken für mich und uns entschieden hat. Und nun fühle ich mich so frei UND sicher, sowohl in der Partnerschaft als auch in mir selbst, wie seit sehr, sehr langer Zeit nicht.

    Schönen Samstag!

    Sin

  6. gesperrt

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    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer




    Das kann ich nicht nachvollziehen. Dieses "Opferbringen" hat für mich keinen Zusammenhang mit "ein guter Mensch sein".
    Ok, was denn dann?



    In meiner Kindheit (in einem anderen Staat, wo Kinder immer in Horden den ganzen Tag draußen waren) gab es einen Spruch der übersetzt so lautet: Lieber soll deine Mutter weinen als meine. Sprich, ich leide nicht für andere nur um als guter Mensch da zu stehen. Und heutzutage ist die Welt noch viel egoistischer geworden.

    Hm.
    Bei uns in der Gegend gab es 2 Grundschulen die in Frage kamen.
    Eine kirchliche, eine staatliche.
    Es war Allgemeinwissen dass die kirchliche besser war - was daran lag, dass auf die staatliche die ganzen Kinder gingen, bei denen zu Hause kein deutsch gesprochen wurde.

    Ich ging auf die kirchliche, weil meine Mutter DA tatsächlich mal egoistisch war und auch immer so ein bisschen Schwierigkeiten hatte, das zu verteidigen.
    Eine Bekannte ging auf die staatliche Schule, weil deren Mutter ihrem Kind ganz gezielt keine Vorteile verschaffen wollte.

    Was die Mutter der Bekannten gemacht hat war doch relativ unstrittig die bessere Handlung.



    Das habe ich so nicht geschrieben. Ich habe geschrieben, ich würde mich fragen was falsch gelaufen ist und was ich übersehen habe.
    Ja und Dein Sohn ist verpflichtet es Dir zu ersparen Dich zu fragen was Du übersehen haben könntest.
    Schließlich liebst Du ihn, da kann er Dir diese Fragen doch nicht antun!

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Original-Sin:

    Glück gehabt.

    Weil, im Prinzip, wenn ich sowas machen würde und er ginge, könnte ich mich auch gleich erschießen.
    Nur, das ginge ja auch nicht, denn wenn man das dann täte würde man ja, selbst wenn man das nicht will, dem Partner Schuldgefühle für den Selbstmord aufladen.
    Man muss also ab so einem Punkt dahinvegetieren bis man irgendwann von selbst stirbt und auch noch allen die einem wichtig sind vorspielen man käme zurecht.
    Was für ein Risiko!

  8. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    "In Sicherheit". Damit könnte ich so gar nichts anfangen, offenbar ist das keiner meiner Werte - oder einer, den ich mir selbst erfülle. Was wäre an deinem Leben besser, wenn du "in Sicherheit" wärst? Weniger Angst? Weniger Bedrohung? Weniger finanzielle Sorgen? Mehr ... irgendwas? Gibst du dir selbst keine Sicherheit?

  9. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Original-Sin:

    Glück gehabt.

    Weil, im Prinzip, wenn ich sowas machen würde und er ginge, könnte ich mich auch gleich erschießen.
    Nur, das ginge ja auch nicht, denn wenn man das dann täte würde man ja, selbst wenn man das nicht will, dem Partner Schuldgefühle für den Selbstmord aufladen.
    Man muss also ab so einem Punkt dahinvegetieren bis man irgendwann von selbst stirbt und auch noch allen die einem wichtig sind vorspielen man käme zurecht.
    Was für ein Risiko!
    Oder man geht durch das Tal der Tränen hindurch und wird ohne den anderen wieder glücklich.

  10. Inaktiver User

    AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer

    Zitat Zitat von Saetien Beitrag anzeigen
    Original-Sin:

    Glück gehabt.

    Weil, im Prinzip, wenn ich sowas machen würde und er ginge, könnte ich mich auch gleich erschießen.
    Nur, das ginge ja auch nicht, denn wenn man das dann täte würde man ja, selbst wenn man das nicht will, dem Partner Schuldgefühle für den Selbstmord aufladen.
    Man muss also ab so einem Punkt dahinvegetieren bis man irgendwann von selbst stirbt und auch noch allen die einem wichtig sind vorspielen man käme zurecht.
    Was für ein Risiko!
    Ich habe panische, wirklich panische Verlustängste. (Das wußte ich vorher übrigens auch nicht - es erschreckt mich, weil es sich nicht gesund anfühlt und mir rational auch ungesund erscheint.) Und trotzdem bin ich gewillt, zu leben. Ich selbst bin mir der wichtigste Mensch auf dieser Erde. Ich bin gewillt, glücklich zu sein. Und ich weiß, daß ich es irgendwann wieder sein werde.
    Was ist mit Dir? Hast Du keine Lebensberechtigung und kein Lebensglück ganz für Dich allein "verdient"?

    Ich kann Dir sagen, warum ich das gegenüber meinem Partner getan habe: ein festgehaltenes Glück, eine festgehaltene Liebe, hinterläßt einen schalen Geschmack. Man kann sich nie so ganz sicher sein... Und je mehr man versucht, daran festzuhalten, desto weniger bekommt man, was man eigentlich will.


    Noch ein Nachtrag zu Deiner Idee von "nur wenn Du 'schuld' bist, dann 'dürfen' die anderen Dich verlassen, sonst wären sie schlechte Menschen":

    a) sehr viele Menschen werden das anders sehen und diesen moralischen Anspruch nicht teilen

    b) sehr viele Menschen handeln mit schlechtem Gewissen, aber trotzdem egoistisch

    Solange Deine Ansprüche Dir selbst gegenüber eben die Deinen sind, aber die anderen sich diesen nicht ebenfalls verpflichtet fühlen, solange kannst Du Dir selbst gegenüber nahezu unmenschliche Ansprüche stellen und versuchen, Dir in Deinem Wertesystem daraus die "Belohnung" = ewige Treue/Bindung zu verdienen: es wird Dir nichts nützen. Du krepierst an Deinen Ansprüchen und bekommst trotzdem nicht, was Du Dir so sehnlichst wünschst. Mal etwas drastischer ausgedrückt. Und das fände ich sehr schade für Dich!

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