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Saetien, ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich Dich hier mit Deinen eigenen Zitaten einzingle- aber meinst Du, Du könntest mal versuchen, anhand all dessen auseinanderzufrickeln, inwiefern hier kein Widerspruch vorliegen soll?
Du scheinst irgendeine konkrete Vorstellung davon zu haben, dass und wie die prinzipielle "Unauflöslichkeit" einer Bindung, die allen Entwicklungsveränderungen enthobene "Bedingungslosigkeit" einer Beziehung und die "einklagbare Verlässlichkeit" einer Freundschaft funktionieren soll, ohne notwendig in eine ichverschmelzende, symbiotische Abhängigkeitsstruktur zu münden - wie wir sie (idealiter) aus der frühkindlichen Mutter-Kind-Symbiose kennen. Und die Du selbst, so wie Du sie heute noch im Verhältnis Deiner Mutter zu Dir angelegt siehst, zum Fürchten findest.
Ich verstehe sie noch nicht.
Gruß,
Aen
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Ergebnis 1.101 bis 1.110 von 2719
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08.11.2014, 10:50
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Geändert von Aen (08.11.2014 um 10:58 Uhr)
Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
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08.11.2014, 11:04
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Zum Fürchten ist übrigens der falsche Ausdruck, aber egal.
Und wie das Funktionieren soll?
Na so, wie das zwischen mir und ALLEN anderen Verwandten, zu denen ich überhaupt Kontakt habe, auch funktioniert!
So wie ich immer dachte es funktioniert zwischen allen normalen Menschen und ihrer Verwandtschaft!
Ehrlich gesagt dass hier doch einige geschrieben haben sie könnten sich durchaus eine Situation vorstellen in der sie ihre Kinder nicht mehr lieben, und das anscheinend auch ganz in Ordnung finden, hat mich echt geschockt!
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08.11.2014, 11:14Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Saetien, mein Eindruck ist, dass du dem Kern von Aens Argument ausweichst. Einerseits willst du eine symbiotischen, nicht beendbare Beziehung. Andererseits empfindest du genau das als unangenehm.
Egal ob Mutter, Partner oder Kind: du stellst damit die Person, die dich liebt, vor einen Widerspruch.
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08.11.2014, 11:15Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
verstehe und sehe ich genauso (auch wenn das vielleicht nicht auf jede mutter zutrifft, aber doch sicher auf viele).
jetzt muss ich aber nochmal nachfragen: was ist daran schlimm?
was belastet dich daran?
kannst du nicht einfach sagen, ok, deine mutter liebt dich, ihre sache, du lebst jetzt dein leben...? warum nicht?
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08.11.2014, 11:16
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Es ist kein Widerspruch.
Ich will einfach nur mit einem Partner dieselbe Art Symbiose die ich mit allen Verwandten außer meiner Mutter haben!
Wenn das doch bei allen anderen seit 28 Jahren funktioniert, wo ist da dieser riesige Widerspruch, von dem Ihr alle redet?
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08.11.2014, 11:23Inaktiver User
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ach so, vielleicht war das missverständlich, weil du zwar die Liebe deiner Mutter, aber nicht die Liebe der anderen Verwandten beschrieben hast (oder ich hab es überlesen).
Hm, ich überlege, wo ich das wieder finde. Unter Symbiose stelle ich mir etwas sehr enges vor, das hab ich in meiner Verwandtschaft eigentlich gar nicht. Ich bin zb sehr froh, einen Bruder zu haben, aber ich fühle mich ohne ihn durchaus gut lebenfähig (was ja bei einer Symbiose nicht so einfach wäre).
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08.11.2014, 11:23
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Ich werd' nicht mehr auf Zitatejagd gehen ;-), aber das für Dich Beklemmende der Art und Weise, wie "verlässlich" Deine Mutter ihre Beziehung zu Dir angelegt hat, hast Du auf den letzten sieben Seiten doch mehrfach eindrücklich beschrieben.
Erm, weshalb springst Du jetzt zur Verwandtschaft? Die Frage ging doch nach Deiner Vorstellung von Freundes- und Liebesbeziehungen - mit Bezugspunkt zur Mutterliebe, den Du selbst theoretisch hergestellt hast (s. obige Zitate),Und wie das Funktionieren soll?
Na so, wie das zwischen mir und ALLEN anderen Verwandten, zu denen ich überhaupt Kontakt habe, auch funktioniert!
So wie ich immer dachte es funktioniert zwischen allen normalen Menschen und ihrer Verwandtschaft!
(bzw. abwehrst, wenn es für Dich darum geht, zu bewerten, wie Deine Mutter sich de facto Dir gegenüber verhält.)
Du wünscht Dir Deine Freundschaften und Beziehungen so angelegt wie die zu Deiner Verwandtschaft? Wie den "Kontakt" zu Deiner Tante, Deinem Onkel, Deiner Cousine ...? Die Du mutmaßlich acht Mal im Jahr siehst? Inwiefern ist der Kontakt zu Deiner Verwandtschaft so "einschnürend-symbiotisch mutterliebend" wie Du Dir das von Freunden und Partnern wünschst (und von Deiner Mutter unbedingt nicht willst)? Ergibt das für Dich Sinn?
Gruß,
AenEine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
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08.11.2014, 11:26
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
So sehe ich das auch Saetien. Du schreibst, dass deine Mutter dir das gesagt hat, dass sie Opfer für dich erbracht hat. Auch wenn es so wäre, sollte das eine Mutter ihrem Kind am Besten nicht sagen. Oder höchstens mit dem erwachsenen Kind sprechen. Du siehst deine Mutter als Heilige. Das ist sie nicht. Eine Heilige wäre sie, wenn sie die Opfer die sie gebracht hat (waren wirklich Opfer da??) nie erwähnen würde, niemandem gegenüber. Vielleicht solltest du deine Mutter mal als normalen Menschen betrachten, der auch Fehler macht.
Mutterliebe ist in ihrer Echtheit durch nichts zu erschüttern. Ich werde mein Kind immer lieben, egal was passiert. Er ist der Mensch den ich mir sehnlichst in meinem Leben gewünscht habe, den ich in meinem Leib 9 Monate lang getragen habe. Nichtsdestotrotz wäre ich furchtbar enttäuscht und wütend wenn er ein Verbrechen beginge. Ich würde mich fragen was falsch gelaufen ist, und wie ich übersehen konnte, dass er sich in eine falsche Richtung entwickelt.Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
sondern viel mehr der Kopf
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08.11.2014, 11:32
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Erm, weshalb springst Du jetzt zur Verwandtschaft? Die Frage ging doch nach Deiner Vorstellung von Freundes- und Liebesbeziehungen - mit Bezugspunkt zur Mutterliebe, den Du selbst theoretisch hergestellt hast (s. obige Zitate),
Ach da kam das Missverständnis her.
Nein, ursprünglich habe ich beschrieben, was ich in einer Beziehung gerne hätte.
Insbesondere das "nicht einfach gehen dürfen".
Dann schrieb irgendwer, das sei Mutterliebe, und ich habe das aufgegriffen.
Das was ich selbst als Mutterliebe kenne ist aber was anderes - oder vielleicht ist es auch dasselbe und es war nur deshalb so schlimm, weil meine Grenzen noch nicht ausgebildet haben.
Dasselbe mit einer Person die ich jetzt erst kennenlerne wäre etwas ganz anderes als als kleines Kind ohne Fremderfahrungen.
Im Moment sehe ich die seltener, weil ich weit weg wohne, aber bevor ich weggezogen bin war das deutlich häufiger, davon wohnen ja viele auf einem Fleck.Du wünscht Dir Deine Freundschaften und Beziehungen so angelegt wie die zu Deiner Verwandtschaft? Wie den "Kontakt" zu Deiner Tante, Deinem Onkel, Deiner Cousine ...? Die Du mutmaßlich acht Mal im Jahr siehst?
Inwiefern ist der Kontakt zu Deiner Verwandtschaft so "einschnürend-symbiotisch mutterliebend" wie Du Dir das von Freunden und Partnern wünschst (und von Deiner Mutter unbedingt nicht willst)? Ergibt das für Dich Sinn?
Naja sie dürfen nicht gehen.
Verwandte bleiben sie technisch sowieso, aber solange ich nicht böse werde, haben sie KEIN Recht, mich aus ihrem Leben zu werfen.
Niemals.
Dann wären sie selbst böse und hätten kein Recht mehr, sich gut zu fühlen.
Es KANN nicht passieren, dass ich sie unverschuldet verliere.
DAS ist das Symbiotische, was ich will.
Und unterscheiden tut es sich von der Mutterliebe in allererster Linie durch 3 Dinge:
-beginnendes Alter
-selbst ausgesucht
-wenn böse, dann Abstoßung erlaubt
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08.11.2014, 11:33
AW: Spät erkannte, angeblich offensichtliche Irrtümer
Naja, "bei allen anderen funktionert" ...
Der Widerspruch ist, dass ich niemanden kenne, der symbiotisch-mütterlich abhängige Beziehungsansprüche an seine Freunde und seinen Partner formuliert und zugleich das (hier ja von Dir ausformulierte) Schreckbild einer Mutter im Nacken hat, die sich tatsächlich - noch im Erwachsenenalter des Kindes - symbiotisch-abhängig geriert.
Gäbe es diesen Widerspruch nicht, könnte man immernoch sagen: Fein, dann schau, dass Du Deine symbiotisch ichverschmelzenden Beziehungsansprüche klar formulierst und dann Freunde und Partner findest, die das genauso symbiotisch-abhängig und eng und auf prinzipielle Unauflöslichkeit angelegt mögen und brauchen wie Du. Warum sollte es da draußen nicht mehr "von Dir" in der Hinsicht geben? Dann passte ja alles.
Aber da funkt ja Dein eigenes Mutter-Schreckbild, wie Du es hier zeichnest, dazwischen. Und dann passt es nicht.
Gruß,
AenEine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow



- aber meinst Du, Du könntest mal versuchen, anhand all dessen auseinanderzufrickeln, inwiefern hier kein Widerspruch vorliegen soll?
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