Aber Begeisterungsfähigkeit als solches ist schon ne Kraft.
Sie hilft uns was Neues anzufangen - oder auch durchzuhalten.
Oder ist überhaupt nötig um zu lernen.
Mir sagt man oft nach ich wäre immer so mit Feuereifer dabei. Besonders meine nächst jüngere Schwester.
Und ich muss sagen: es hatte mich schwer getroffen. Ich fand mich in der Ecke der Infantilen, Unrealistischen.
Bis ich über drei Ecken mit bekam wie sie mit mir angab: meine Schwester ist ne verrückte Nudel...
Sie scheißerte mir auch immer hinter her.
Begeisterungsfähige Menschen wirken ein wenig wie Traumtänzer.
Ich glaube, es ist aber der Motor fürs Leben.
Meine Kinder hab ich voll infiziert. Die fande es einfach spannend in die Schule zu gehen - und später all die Möglichkeiten wahrnehmen zu können die ein Uniabschluß so bietet.
Am "spannensten" im wahrsten Sinne des Worte war für zu erleben wenn sich meine Kinder "frei gelesen" haben.
Wenn sie nicht mehr buchstabieren mussten - und das Gelesene geniessen konnten.
An den Erfolg den sie später hatten hab ich nicht die Bohne gedacht.
Nicht jeder Mensch kann und soll so sein.
Ich bin und wars ja auch nicht mein Leben lang. Wenn ich aber mal an die Zeit im Leben denke in der mich eine Depression im Griff hatte - ist lange her - dann waren es genau die Sachen die mir fehlten.
Alles war grau und mühsam.
Also, ich bin dann lieber doch ein wenig spinnerter.
Ohne Alkohol und Drogen.
Manche Sachen sind eben einfach berauschend schön.
Und eventuelle Neidgefühle können einen in die richtige Richtung leiten...
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07.10.2013, 06:51Inaktiver User
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
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07.10.2013, 09:00
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
Hallo Motte,
nach Deinen Postings #12 und #14 würde ich nun zur Sicherheit zusätzlich in Richtung depressiver Verstimmung und beginnendem Burnout "forschen" - die letzte Zeile Deines Eingangspostings ließe ja durchaus die Interpretation zu, Du habest in der Rückschau eine starke Veränderung in Deinem Verhalten und an Deinen Gefühlen wahrgenommen.
Ich glaube und erlebe allerdings selbst, dass man mit zunehmender Erfahrung - je nach Veranlagung und Ausleben - auch ganz "normal" anspruchsvoller oder gar fundamentaler hinsichtlich persönlicher und innerer Werte werden kann und das sicher besonders in dieser Zeit, die mit wachsendem Tempo wertevariabler und werteinstabiler wird, im Sinne der Ökonomie der Aufmerksamkeit bzw. dem Klickibunti-Geflackere und möglichst lautem Schreien, um Aufmerksamkeit zu erreichen.
Irgendwann fühlt man sich vielleicht auch unter Druck hinsichtlich ständiger "Updates" und verweigert sich einfach mehr oder weniger. Das kann man sowohl durch Überschwänglichkeit in nicht oder nur wenig kommerziellen Dingen tun, durch Nostalgie, durch beharrliches Relativieren - aber auch durch das bewusste Lenken seiner Aufmerksamkeit und seiner positiven Gefühle sowie durch Achtsamkeit, Hinterfragen usw. usf. ...
Andererseits vertrete ich seit meinem tieferen Eintauchen in die Neurowissenschaften die Ansicht, dass alles mit allem zusammenhängt und nichts in Richtungen wie beipielsweise "antisozial", "depressiv", "narzisstisch" etc. pp. nur in zu schwarz, ganz normal und zu weiß existiert, sondern in individuellen Intensitäten, deren Bedeutsamkeit auch noch mit dem Umfeld und der Situation schwankt oder sich verändert.
Wenn Partner sich da sehr unterscheiden, kann das sowohl als Korrektiv wirken (bei gut entwickelter Paar-Persönlichkeit) wie auch nervend und trennend. Die Intensität und ein Darunter-Leiden bestimmen dann individuell den Bedarf, sich das bewusster zu machen (und zu halten) oder sogar aktiv dagegen anzugehen. Die grundsätzliche Bereitschaft sollte allerdings beidseitig bestehen.
Vielleicht ist der Grund aber auch nur eine veränderte bis verzerrte Wahrnehmung des anderen oder seiner selbst? Durch Änderungen in sozialem Umfeld und Umständen, durch Medikamente, den Hormonstatus, oder..., oder..., oder...? Ja, angeblich sogar durch veränderte Ernährungsgewohnheiten...
Wenn es in Deinem Erleben allerdings garkeine Begeisterung mehr geben sollte, gäbe mir das eben doch entsprechend zu denken.Geändert von Cygnus (07.10.2013 um 09:03 Uhr)
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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07.10.2013, 12:47
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
Hallo, grundsätzlich bin ich schon begeisterungsfähig. Doch nicht so der Typ, der zu allem und jedem/r gleich sagt, wie toll, hübsch, nett, wundervoll etc. das ist für mich zu platt. Vor allem wenn ich nicht einmal weiß, ob es denn wirklich so ist.
Vieles sieht auf den ersten Blick so aus, ist es dann aber nicht. Leute, die ich nicht so gut kenne, beurteile ich nicht mit, hach ist der/die nett. Sie sind mir mal sympatisch oder nicht. Was noch draus wird, wer weiß. Oft hab ich Leute zu schnell beurteilt und kam dann drauf, dass ich komplett falsch lag, sowohl in die positive Richtung als auch in die negative.
Nun ja, mein Alter bringt es mit sich, dass derzeit alles am Nestbauen ist. Natürlich gibt man zu dem Haus, dem Kind, dem Hund dann meist einen Kommentar ab. Meiner beschränkt sich meist auf ein, och, ein süßes Baby, oder sieht gemütlich aus, das Haus etc. Wie gesagt, vielleicht liegt es daran, dass es für mich jetzt SO auf die Art und Weise das nicht mehr geben kann. Mein Freund ist familientechnisch versorgt Kind & Kegel, ich habe auch ein Kind und ich finde es auch auf gewissen Weise schön so. Aber ich wäre auch nochmal gerne Mutter geworden, hätte gern eine größere Familie gehabt. Nur das will er nicht, weil er schon versorgt ist diesbezüglich. Und obwohl mir der Verstand sagt, du HAST eine Familie, hab ich immer das Gefühl es fehlt irgendwas, das TIEFE ist nicht da. Ich mag die Kinder meines Freundes, hab sie auf gewisse Weise auch lieb. Aber dieses Gefühl, hier bin ich daheim, ist nicht da. Ich mag wenn alle da sind, wenn zusammen etwas gemacht wird. Er schwebt im siebten Familienhimmel, nun, da bei seinen Kindern alles gut läuft, Jobs und Familien scheinbar wirklich passen. Nur ich fühle mich innerlich leer. Denke, alles was ich mache, kratzt an der Oberfläche, hat keinen Tiefgang. Motte
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07.10.2013, 13:32Inaktiver User
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
ich habe gerade deinen anderen thread gelesen, dein problem ist ein ganz anderes. Es wäre wohl hilfreich, wenn du dich damit auseinandersetzen würdest, warum du in dieser Familie lebst.Nur ich fühle mich innerlich leer. Denke, alles was ich mache, kratzt an der Oberfläche, hat keinen Tiefgang.
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07.10.2013, 14:57
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
Hallo moncherie, wobei ich diesen Thread nicht unbedingt mit einem der vorigen in Verbindung bringen würde. Dieses Gefühl, eben der wenigen Begeisterungsfähigkeit, des fehlenden Tiefgangs, steigt in letzter Zeit verstärkt auf, unabhängig von anderen. Motte
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07.10.2013, 18:23Inaktiver User
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
glaubst du wirklich du hast dieses Gefühl unabhängig von all diesen Ereignissen???? Ich kann dich schon verstehen, es ist einfacher sich auf ein Symptom zu konzentrieren, denn dann kann man die Ursache noch besser beiseitedrängen. Ich finde deine Geschichte wirkich herzzerbrechend und will wirklich nichts mehr dazu sagen, warum du dich scheinbar nicht freuen kannst. Ich habe sowas schon mal im nahen Freundeskreis miterlebt.
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08.10.2013, 10:03
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
Hallo, mein Freund ist natürlich sehr glücklich, dass bei ihm bzw. uns familiär alles so gut läuft. Wieso sehe ich das anders? Bei unseren Treffen ist es zwar schön aber auch hier finde ich, kratzt es an der Oberfläche. Ich vermisse tiefere Gespräche, kann auch sein manchmal ein Problemgespräch. Einfach sich mit den/dem anderen auseinandersetzen. Das gibt es bei uns bzw. mit seinen Töchtern kaum. Bei uns werden nur die schönen Dinge erzählt, was ja auch gut ist aber oftmals langweilig. So nehme ich die anderen oft als Ikonen wahr, bei denen rein außen alles gut ist. Ich denke jedoch, man sieht den Menschen dann in seiner Komplexität doch nicht, man kennt ihn doch eigentlich gar nicht, wenn man seine Sorgen, Ängst, Träume, Wünsche nicht kennt?
Motte
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08.10.2013, 10:55
AW: Abgestumpft??? Unfähig mich ECHT zu freuen?
Bist du dir sicher, dass sie selbst ihre Sorgen, Ängste, Träume und Wünsche vollständig kennen? Ich habe manchmal das Gefühl, dass es Leute gibt, die daran wenig Gedanken verschwenden. Sie verarbeiten gedanklich nur das, was unmittelbar auf sie zukommt, das was unvermeidbar ist. Alles was darüber hinaus gehen könnte, wird durch Belanglosigkeiten abgeblockt.
Wenn du solche Gespräche führen willst, müssen sie anfangen nachzudenken. Viele wollen das gar nicht, weil dabei schmerzhafte Erkenntnisse ins Bewusstsein gelangen könnten. Anderen ist das einfach nur zu anstrengend und oft findet man eine Kombination aus beidem.
Ich will keinem was unterstellen, aber ich vermute sogar, dass ihr Gehirn mit der Verarbeitung zusätzlicher Aufgaben überfordert ist. Glaube mal nicht, dass das Nachdenken über solche Fragen zu den leichten Prozessen im Kopf gehört.
Es kann gut sein, dass dein Umfeld dir geistig einfach nicht ganz gewachsen ist. Das musst du ihnen nicht zum Vorwurf machen, dafür können sie nichts. Es bringt aber nichts, wenn du sie damit quälst oder dich damit abmühst, ihnen Dinge zu entlocken, für die das Potential fehlt.
Ich kenne dich nicht wirklich, aber hast du schon mal darüber nachgedacht, dass du evtl. überdurchschnittlich intelligent sein könntest? Wenn das der Fall ist, kannst du nicht erwarten, dass die völlig normalen Leute in deinem Umfeld dir immer folgen können.


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