Hi!
Bin noch neu hier, les aber schon lange in der Bri immer mal wieder mit. Und jetzt meld ich mich mal zu Wort
Der Titel ist was reißerisch gewählt, ganz so krass mein ichs nicht.
Ich lese hier wie gesagt schon lange mit und immer wieder fällt mir auf, dass es für viele Leute ziemlich viele No-gos zu geben scheint. Für einen potenziellen Partner. Drüben im Kennenlern-Forum liest man viel über "Problemfälle". Über Männer, die sich klettenhaft verhalten. Männer, die trockene Alkoholiker sind. Männer, die beim ersten Sex ängstlich reagieren. Männer, die sich widersprüchlich verhalten. Die zu schnell Liebe schreien. Nicht selten lautet der Rat "nimm die Beine in die Hand und lauf". Der hat sie nicht alle.
Ich weiß, dass crossposten hier nicht erwünscht ist, sonst hätte ich gerne was reinkopiert...
Offenbar ist es so, wenn Menschen ein gewisses Maß an unnormalem Verhalten zeigen, dann meidet man die lieber. Die scheinen dann irgendein Problem zu haben, aber man ist ja nicht Mutter Teresa, die sich dessen annehmen müsste, es gibt ja auch genug Männer zur Auswahl, die keinen Knall haben.
Die sich so fehlerhaft und unzulänglich zeigen, werden aussortiert.
Ich würde mal sagen, ich bin so ein Problemfall (ein weiblicher) und wenn meine Exen hier ihre Kennenlern-Geschichte mit mir gepostet und um Rat gefragt hätten, denke mal, es hätte geheißen: nimm die Beine in die Hand und lauf. Die hat sie nicht alle.
Auch im realen Leben hab ich diese Erfahrung gemacht.
Dass man bei der Partnerwahl nicht alles abnickt und in Kauf nimmt, klar.
Wie fehlerhaft "darf" man sein, sodass es noch akzeptabel ist?
Ist es, sobald es schwierig und problematisch ist, falsch?
Was ist mit denen, die so fehlerhaft sind. Sollen die lieber Single bleiben? Weil es eine Zumutung für jeden Partner wäre? Ernsthafte Frage. Wenn man weiß, man ist ein Problemfall, wie egoistisch darf man sein und trotzdem Beziehungen wollen und haben? Oder lieber altruistisch die Finger davon lassen? Dann pflanzt sich die Mangelware auch nicht fort.
Ich bin ein Problemfall und die Partnersuche gestaltet sich schwierig. Die Männer, die normal ticken, sind meistens schnell weg, weil ihnen das alles zu kompliziert ist. Die, vor denen ich mich kaum retten kann, sind solche, die mich gerne retten wollen, die sich moralisch extrem überlegen fühlen und mich das auch spüren lassen. Da bin ich nur Mittel zum Zweck für den großen Retter. Brauch ich nicht haben.
Bin ich dann einfach nicht für Beziehung gemacht, weil zu viele Macken und Unzulänglichkeiten?
Über Antworten würd ich mich freuen. Nur bitte mich nicht in der Luft zerreißen, Kritik geht ja auch respektvoll, gell.
Grüße, melodi
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Ergebnis 1 bis 10 von 101
Thema: Fehlerhaft und aussortiert?
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30.09.2013, 22:22
Fehlerhaft und aussortiert?
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30.09.2013, 22:32Inaktiver User
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
der denkfehler liegt darin, nach der tauglichkeit für eine "normale" beziehung zu fragen.
wenn man von diesem "normalen" modell abstand nimmt, tun sich sehr viele möglichkeiten auf, mit viel platz für macken.
ich kenne ja deine konkreten probleme nicht, muss aber an eine freundin denken, die im übermaß fürsorge sucht. ich denke, eine normale partnerschaft ist wirklich kaum lebbar mit ihr, außer der mann hat eine entsprechend passende macke - aber solche männer mag sie nicht.
also muss sie für sich ein anderes modell von beziehung entwickeln, denke ich, eines, dass eher eine eltern-kind-beziehung nachlebt, aber wo die partner nicht unbedingt das ganze leben und den alltag teilen, wie man es gemeinhin machen würden, sondern dafür noch ein weiteres soziales netz aufspannen...
ähnlich bei menschen, die nähe nicht so gut aushalten - z.b. muss man dann nicht zusammen leben, kann schauen, welche sachen zusammen gut gehen, und den rest bleiben lassen. das ist dann eben auch was anderes als die herkömmliche partnerschaft.
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30.09.2013, 22:43
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
Hi ambiva, das klingt alles total tolerant und hört sich für mich an, als ist es eine Sache von flexibler Beziehungsgestaltung (und einen Partner finden, der für ein unkonventionelles Beziehungsmodell offen wäre).
Finde ich nen schönen Ansatz.
Das wird aber seltenst vorgeschlagen. Wenn hier wieder mal so ein Problemfall geschildert wird. Da schlägt kaum mal jemand vor, vielleicht andere Wege zu gehen mit ihm oder ihr. Sondern: das wird doch nix, das is doch nix, der ist durchgeknallt, lad dir doch nicht noch ein Problem auf.
Und so ist es auch im realen Leben.
Verstehen kann ichs ja.
Gibt ja auch genug Auswahl an Menschen, mit denen das herkömmliche Beziehungsmodell gut lebbar ist. Auf zum nächsten.
Ich fall da dann halt durchs Raster.
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30.09.2013, 22:48Inaktiver User
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
also, wenn du denkst, dass ein vollbad im selbstmitleid hilft... aber pass auf, dass du nicht absäufst...

hier sind viele mainstreamige leute unterwegs, ich habe auch schon die eine oder andere breitseite abbekommen wegen unkonventionellerer ansichten. finde es ganz spannend, immer wieder die eigenen ansichten zu spiegeln, hinterfragen zu müssen - aber auch bestätigt zu bekommen.
die meisten hier suchen halt das "normale".
wenn du was anderes willst bzw. brauchst, entscheide das für dich. du musst selbst die verantwortung dafür übernehmen, was du willst, dafür sind nicht die bri-user zuständig.
wichtiger ist sowieso das "echte" leben.
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30.09.2013, 22:57
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
Weder bade ich im Selbstmitleid noch hab ich gesagt, dass jemand für mein Leben Verantwortung übernehmen muss.

Thema Selbstmitleid: Ich bin gewohnt, Tatsachen beim Namen zu nennen, dazu gehört unter anderem eben auch, dass ich ein "Problemfall" bin und schnell aussortiert werde. Durchs Raster falle. Das ist halt so. Finde ich jetzt weder sonderlich bemitleidenswert noch gefall ich mir in der Rolle. Es ist nur ein Fakt.
Stimmt. Wenns nur die Bri-Welt wärwichtiger ist sowieso das "echte" leben.
Mir passiert das aber auch so im normalen Leben. Habe in meinen wenigen Beziehungen immer stark Gegenwind bekommen, von Kumpels/Geschwistern/Eltern des Partners. Unverhohlenes Unverständnis, warum sucht er sich grad "so eine".
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30.09.2013, 23:21
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
Das machen alle Lebewesen so, warum sollte der Mensch die einzige Ausnahme sein.
Das haengt, wie immer, vom Einzelfall ab. Manchmal finden sich ja zwei Fehlerhafte zusammen und geben nach aussen ein vollstaendiges Bild ab.Wie fehlerhaft "darf" man sein, sodass es noch akzeptabel ist?
Der Wunsch nach einem Partner ist nun mal in uns drin, da ist es auch legitim, danach zu streben. Ob das Eingehen einer Beziehung gelingt ist eine andere Frage.Wenn man weiß, man ist ein Problemfall, wie egoistisch darf man sein und trotzdem Beziehungen wollen und haben?
Auf Fortpflanzung verzichten sollte man nur, wenn man bekannterweise eine Erbkrankheit hat, die man an die Nachkommen weitergeben wuerde.Oder lieber altruistisch die Finger davon lassen? Dann pflanzt sich die Mangelware auch nicht fort.
Ich kenn dich nicht, also kann ich dazu nichts sagen. Wenn sich nur Maenner fuer dich interessieren, die du nicht willst, weil sie dich instrumentalisieren, ist das schade aber so direkt erstmal nicht zu aendern. Du kannst ja keinen anderen Menschen aus dir machen.Bin ich dann einfach nicht für Beziehung gemacht, weil zu viele Macken und Unzulänglichkeiten?
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30.09.2013, 23:48Inaktiver User
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
Jeder ist wie er ist. Nicht nur er, sie natürlich auch.
Was heisst denn schon "normal" ? Da meint wohl jede/r sich selber mit oder kokettiert mit seinem "nicht-normal-sein", was immer das heisst. Ist halt relativ.
Bei zwei Menschen muss es schlichtweg passen. In der Liebe will ich mich nicht anstrengen (na gut, zumindest meistens nicht) und schon garnicht verbiegen. Weil ich mit der einen oder anderen Verhaltensweise nicht leben kann und das auch nicht mache: na und ? Muss ich mir denn etwas geben, was mir nicht entspricht ? Nur damit der andere vermeintlich zufrieden ist ?
Ich verstehe das Eingangsposting ehrlich gesagt nicht. Männer wollen mit irgendwelchen Macken oder Unzulänglichkeiten (die hier keiner genauer kennt) nicht leben. Ok, das ist dann halt so. Jammern hilft da wenig.
Soso......
Gruß, Elli
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01.10.2013, 00:25
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
Hm. Kanns dann wohl schlecht rüber bringen, worum es mir geht. Wenn es nicht verstanden wird, macht nix. Nur, also ums jammern gehts mir nicht.
Interesse haben auch andere Männer, das ändert sich dann oft wenn Altlasten auf den Tisch kommen.Wenn sich nur Maenner fuer dich interessieren, die du nicht willst, weil sie dich instrumentalisieren, ist das schade aber so direkt erstmal nicht zu aendern.
Nee, haste Recht, muss man natürlich nicht. Ich sag ja auch, dass ich mit gewissen Männern nicht kann und würde mich in so eine Beziehung dann auch nicht rein biegen.Muss ich mir denn etwas geben, was mir nicht entspricht ? Nur damit der andere vermeintlich zufrieden ist ?
Ach, jetzt weiß ich selber nicht mehr richtig, was ich wollte.
Vielleicht verstehen, warum so wenige Leute einem überhaupt eine Chance lassen, wenn man gewisse Mängel zeigt. Woher die große Ablehnung kommt, wenn man sich nicht der Norm entsprechend verhalten kann oder verhält und warum es gleich von allen Seiten heißt: das kann nicht gut gehen, nimm die Beine in die Hand und lauf.
Wie darf ich das verstehen?Soso......
Glaubst du mir das nicht?
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01.10.2013, 00:57
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
Hi Melodi,
ich finde es etwas schwierig, mir eine Meinung zu Macken abzuringen, die ich nicht einmal mit Namen kenne (sozusagen). Zu bestimmten könnte ja jemand eventuell die verstärkende Ergänzung oder das stimulierende Komplement liefern und damit wäre alles gut oder sogar viel besser, als bei Otto und Ottilie Normal-Langweilig.
Dass dafür andere Lebensmodelle notwendig sein könnten, mag noch zusätzlich verbinden, selbst wenn es räumlich trennt oder nicht recht gesellschaftskonform ist. Nur dann bitte auch konsequent, sprich: ohne inkompatible Anleihen bei den Spießern - und dazu zählen möglicherweise auch Kinder, meines Erachtens bei Weitem nicht nur bei Erbkrankheiten.
Soviel Verantwortungsbewusstsein sollte dann m. E. schon sein, wobei mir unsere gesellschaftliche Normalität gerade nicht besonders kindergeeignet erscheint und ich gut verstehen kann, wenn jemand eben wegen seines Kinderwunsches alternative Lebensmodelle sucht. Aber das ist ja wohl keine der gemeinten Macken und gehörte dann eher ins Auswanderer-Forum?
Zur Problemakzeptanz gehört natürlich die eigene Lebensgeschichte und Erfahrung mit dazu - ich kann z. B. grundsätzlich nicht mit Süchtigen, also auch nicht mit Rauchern. Was werde ich also Menschen raten, die wie ich ein deutliches Problem damit haben? Sicher nicht "Sei doch tolerant!" Das würde ich aus meiner Erfahrung heraus garnicht verantworten mögen und kann das auch trefflich begründen.
Und bei bestimmten psychischen Auffälligkeiten sehe ich grundsätzlich schwarz - die meisten Menschen (und Umstände) haben da nun mal eher ein negatives als ein positives Entwicklungspotenzial, solange sie nicht schon aus sich heraus degegen angehen (nicht nur angehen möchten). Da könnte der Beginn einer toleranten Partnerschaft sogar negativ versichernd wirken... (i. S.: "alles nicht so schlimm")
Mitunter geht es bei solchen Geschichten auch garnicht um Bequemlichkeit und die Einfachheit einer besseren Wahl - sondern um Selbstachtung und Selbstschutz - bevor es dann zu spät ist und "nur noch" um den Selbsterhalt geht...
Gerade hörte ich wieder einmal etwas über Autisten - von einer Autistin. Da sehe ich nichts grundsätzlich Unüberwindbares - solange ein Partner nicht nur der Gesellschaftskonformität halber oder wegen eines Kinderwunsches etc. gesucht wird. Nur sollten sich solche Paare ihrer möglichen Fehleinschätzung der Entwicklung des einen und der Belastung des anderen einerseits und der Unkenntnis seiner tatsächlichen Grenzen andererseits bewusst sein und einander die Option einer Trennung zugestehen und einplanen. Auch das kann besonders verbindend wirken und viel bewusster für die Partnerschaft machen.
Aber da Du im Eingangsposting schon mit Moral kommst, nehme ich mal an, es geht Dir garnicht um etwas so unwägbar "ausbaufähig" Belastendes, sondern eher um eine Art besonderen Lifestyle, über den Du Dich eigentlich gerne offener austauschen würdest, Dich aber nicht recht traust?Geändert von Cygnus (01.10.2013 um 01:01 Uhr)
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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01.10.2013, 01:10
AW: Fehlerhaft und aussortiert?
Man muss das eigentlich gar nicht verstehen, sondern nur akzeptieren.
Jeder Mensch, auch Du oder ich beispielsweise, hat bestimmte Vorstellungen davon, wie seine Beziehung sein soll.
Und wie der Mensch sein soll, mit dem man die zu führen versuchen möchte.
Wenn nun aber jemand, Du oder ich beispielsweise, bestimmte Eigenschaften aufweisen, die es schwer bis unmöglich erscheinen lassen, mit Dir oder mir beispielsweise eine Beziehung wie die Gewünschte zu führen, dann werden Du oder ich beispielsweise nicht als Beziehungspartner in Betracht gezogen. Also aussortiert.
Ob es schlau ist, uns beispielsweise aufgrund des Anscheins eines Beziehungshemmnisses auszusortieren, sei mal dahingestellt.
Wird wohl auch davon abhängen, was denn das so für Eigenschaften sind, die ein Beziehungshemmnis darstellen oder vermuten lassen.
Aber mal ehrlich: Du machst das doch anscheinend genau so:
Insofern alles ... naja ... OK?
Zitat von melodi



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