Antworten
Seite 4 von 11 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 101
  1. User Info Menu

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Wieso nun so eine Information dann beispielsweise an Schwiegereltern, Schwager, Schwagerinnen etc. weiterkommuniziert werden muss (auch von denen fühltest Du Dich ja stark abgelehnt), das verstehe ich überhaupt nicht.
    Nein dieses spezielle Thema wurde nicht weiter kommuniziert, bis auf ein Mal, wo die Eltern von ihm das erfahren haben. Er hatte so ein enges Verhältnis zur Familie und hats den Eltern mal erzählt.

    Was dann eher so auch Thema im Umfeld war, waren andere Sachen. Ich schreib mal morgen was dazu. Werd grad richtig müde. An dich auch ein Dankeschön fürs so späte Zu-lesen und antworten

    Gute Nacht!

  2. User Info Menu

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Es kann so vieles hinter deinem Suchen stecken. Das was du vordergründig nennst, Suche nach anderem Lebensmodell muss nicht das Wesentliche sein.
    Verdrängen, Schuldgefühle, Scham nicht gut genug zu sein, tatsächliche psychische Krankheit, ....
    Siehst du, da haben wir uns glaub falsch verstanden.
    Ich such nicht aktiv nach einem anderen Lebensmodell.
    Ich verhalte mich in vielen Dingen anders als andere, was ich mir nicht alles selber ausgesucht hab und manches davon lässt sich sicher ändern und ich bin da auch dran, anderes ist auf absehbare Zeit einfach Teil von mir, Teil von dem was ich bin und ich möchte (wie ja die allermeisten andern Leute auch) eine Beziehung wo ich eben so sein kann, wie ich bin. Ja dazu gehört auch psychische Beeinträchtigung. Und das ist eben das Stigma, dass von außen so schnell darüber geurteilt wird ob so jemand wie ich beziehungsfähig ist oder nicht, ob ich schädlich bin für andere oder nicht. Nur weil ich in manchen Sachen mich doch sehr anders verhalte, heißt das nicht gleich dass ich nen Knall habe und als Partnerin absolut ungeeignet bin. Meine Stärken und Fähigkeiten liegen dann woanders. Was wahr ist, ist, dass es sicher in manchen Dingen mehr Toleranz und/oder Geduld vom Partner erfordert. Das möchte nicht jeder und das ist ok. Ich will aber nicht allgemein in die Ecke "beziehungsuntauglich" gestellt werden, passiert allerdings immer wieder.

    Therapie mach ich schon seit langem.

    So ich geh mal schlafen, gute Nacht

  3. User Info Menu

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Halo melodi,

    Ich habe nichts alles gelesen, aber wollte auf deine Frage antworten ob du nicht gut rueber bringen kannst was du meinst ;)

    Ich verstehe deine Frage sehr gut!

    Ich hatte letztes Jahr auch eine Beziehung zu jemandem wo vieles schwierig war. Furchtbare Kindheit, dadurch keine wirkliche Offenheit, Nahe möglich. Ich habe nicht sofort die Beine in die Handgenommen. Was mich aber irgendwann doch veranlasst hat zu gehen war die Tatsachedass keinerlei Auseinandersetzungen mit der eigene Vergangenheit stattfand. Stattdessen wurde auf mir rumgetrampelt.

    Ich finde das Bewusstsein, dass man Baustellen hat wichtig , und den Umgang damit (Therapie). Dann bin ich auch bereit, zu 'geben'.

    Ich glaub das ist auch der Grund warum hier eher pro-Strangoeffner geraten wird, denn das ist dann meist die Person die sich Gedanken zu machen scheint.

    Alles Gute dir!!

  4. User Info Menu

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Zitat Zitat von melodi Beitrag anzeigen
    Ja dazu gehört auch psychische Beeinträchtigung. Und das ist eben das Stigma, dass von außen so schnell darüber geurteilt wird ob so jemand wie ich beziehungsfähig ist oder nicht, ob ich schädlich bin für andere oder nicht. Nur weil ich in manchen Sachen mich doch sehr anders verhalte, heißt das nicht gleich dass ich nen Knall habe und als Partnerin absolut ungeeignet bin.
    Liebe Melodi,

    diese Botschaft kommt bei mir nicht rüber, wenn ich hier in der Bri lese. Die meisten SchreiberInnen berichten doch über ein konkretes Problem, das sie mit einem Mann/ einer Frau haben... Auf dieser Grundlage kommt man dann u.U. zu dem Schluss, dass die Beziehung der TE womöglich schadet - aber nicht genrell wegen psychischer Beeinträchtigungen des Partners, sondern wegen konkreter Verhaltenweisen, die ich mir gegenüber nicht akzeptieren würde. Das "anders verhalten", wie du es so neutral ausdrückst, läuft dann auf ein "sich daneben benehmen" (respektloses/verletzendes Verhalten im weitesten Sinne) hinaus - wie das bei dir ist, kann ich natürlich nicht beurteilen!

    Aus (Für)sorge wird dann öfter geraten, über eine Trennung nachzudenken oder zumindest auf sich aufzupassen. Würde ich gegenüber einer Freundin genauso kommunizieren.


    Mary

  5. Inaktiver User

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Interessantes Thema.


    Zitat Zitat von melodi Beitrag anzeigen
    Das ist das, was mir so schwer fällt zu verstehen, warum einem teilweise so heftige Ablehnung entgegen schlägt, wenn man dies oder jenes tut, getan hat.
    Da entscheiden viele Menschen nicht mehr nur für sich persönlich: damit könnte ich in einer Beziehung nicht leben.
    Sondern entscheiden gleich ganz allgemein dass so jemand als Partner nicht geeignet ist. Weil die oder der ja einen Knall hat.

    Ich versteh dich ganz gut und wundere mich auch hin und wieder, wie schnell in diversen Strängen über "hopp" oder "top" geurteilt wird. Allein aufgrund einzelner Merkmale. Genauso wundert mich aber die Erwartungshaltung von den Problemstellern. Manchmal geht es auch nur um Bestätigung und Zuspruch, auf den schon vorhandenen Zweifel zu hören.
    Und irgendwie passt das dann halt auch wieder.

    Ich denke, man darf vieles hier nicht ganz so ernst nehmen im Sinne von: auf sich beziehen.
    Was weiß ich denn, wie gerade die Menschen wirklich sind, die am strengsten über andere urteilen?
    Was sollte sie für mich zu einer achtbaren und entscheidenden Institution machen in einem anonymen Forum?

    Ich achte da eher auf die Argumentation, als auf Killersätze. Und dann ist doch einiges wieder bereichernd für mich, was ich lese. Weil ich dann andere Perspektiven kennen lerne.

    Weil du dich selbst als Problemfall bezeichnest: ist das so für andere - oder ist das auch dein Selbstverständnis?
    Hast du das übernommen oder siehst du dich selbst tatsächlich so?
    Es kommt doch immer darauf an, an welchem Idealbild von Partnerschaft und Menschsein man sich orientiert.
    Und auch, was man schon erlebt hat.
    Ich wollte mir z.B. kein Urteil erlauben über die Beziehungstauglichkeit von trockenen Alkoholikern, weil ich noch mit keinem zu tun hatte in puncto Beziehung. Wenn andere das tun - dann mache ich schon einen Unterschied für mich beim lesen, ob da jemand aus Erfahrung spricht oder nicht.

    Letztendlich kannst du aber niemand überzeugen, dass es anders sein könnte/sollte.
    Es ist, wie es ist.

  6. User Info Menu

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Zitat Zitat von 100wasser Beitrag anzeigen
    Ich glaub das ist auch der Grund warum hier eher pro-Strangoeffner geraten wird, denn das ist dann meist die Person die sich Gedanken zu machen scheint.
    Ich sehe das eher so, dass das die Person ist, von der ich die Geschichte höre und deren Sicht ich damit einnehme (die andere Seite kenne ich ja nicht). Daher bin ich auch parteiisch, so wie eben alle anderen Ratgebenden auch.

    Zitat Zitat von melodi Beitrag anzeigen
    Ich lese hier wie gesagt schon lange mit und immer wieder fällt mir auf, dass es für viele Leute ziemlich viele No-gos zu geben scheint. Für einen potenziellen Partner. Drüben im Kennenlern-Forum liest man viel über "Problemfälle".
    Wie schnell hier geraten wird "die Beine in die Hand zu nehmen" fällt mir auch regelmäßig auf. Ich finde das einerseits schade, denke aber andererseits, dass das wohl im Falle der Ratsuchenden ein guter Tip sein kann, denn sie wären ja meist nicht mit ihrer Frage im Forum, wenn sie die Persönlichkeit dazu wären, mit derlei zurecht zu kommen.

    Es gibt hier auch Fragesteller, die sich nicht von den anfänglichen "nimm die Beine in die Hand"- Ratschlägen verschrecken lassen und ihren Thread dann in eine solch konstruktive Richtung zu lenken in der Lage sind, dass man merkt, die könnten auch mit ihrer Beziehung ähnliches schaffen.

    Ich will sagen: hier in der Bricom kann man seine Gedanken mit Unterstützung fremder Menschen sortieren. Wenn diese Menschen nichts anderes zu sagen haben als den Rat zur Flucht zu geben, würde mich deren Urteil auch nicht interessieren.

    @melodi: wenn du also "anders" bist, dann kannst du sicher nicht erwarten, deine Partner innerhalb des Mainstream zu finden und du kannst nicht erwarten, dass der Bricom-Mainstream deine Meinung oder die deiner potentiellen Partner abbildet.

    Also musst du dich unbedingt davon frei machen, auf das Urteil fremder Menschen Wert zu legen. Wenn du keinen Retter als Partner für dich magst, was ich sehr gut verstehen kann, dann wirst du jemanden brauchen, der autark genug ist, um sich nicht um die Meinung "der Leute" zu kümmern und der stark genug ist um deine "Fehler" bzw. Macken zu ertragen, zu tolerieren oder was auch immer.

    Es gibt sogar die Variante, dass man seine Art zu sein und zu leben (für sich) zum Maßstab der Dinge macht (ich nenne es mal das Pippi-Langstrumpf-Prinzip) und damit ganz bewusst gegen den Mainstream lebt. Und es gibt nicht wenige Menschen, darunter auch Paare, die das tun.

    Ich schließe mich der Vermutung der anderen User hier an, dass du deine "negativen" Besonderheiten überbewertest.

    Ich bin zwar kein Mann, aber z.B. sich in der Vergangenheit prostituiert zu haben würde ich für eine gegenwärtige Beziehung nicht überbewerten, allenfalls, wenn das dir irgendwelche bleibenden Schäden verursacht hat. Und ein Mann der seinen Eltern davon erzählen muss ...?

    Zitat Zitat von 100wasser Beitrag anzeigen
    Was mich aber irgendwann doch veranlasst hat zu gehen war die Tatsachedass keinerlei Auseinandersetzungen mit der eigene Vergangenheit stattfand. Stattdessen wurde auf mir rumgetrampelt.

    Ich finde das Bewusstsein, dass man Baustellen hat wichtig , und den Umgang damit (Therapie). Dann bin ich auch bereit, zu 'geben'.
    Das empfinde ich ebenfalls als den wesentlichen Aspekt: nämlich wie gehst du um mit dem, was du selbst auch als ein - charakterliches, psychisches etc. - Problem erkennst welches einem potentiellen Partner tatsächlich schwer zuzumuten sein könnte.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  7. Inaktiver User

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    sprachlos:
    Das empfinde ich ebenfalls als den wesentlichen Aspekt: nämlich wie gehst du um mit dem, was du selbst auch als ein - charakterliches, psychisches etc. - Problem erkennst welches einem potentiellen Partner tatsächlich schwer zuzumuten sein könnte.
    es kommt auf das verhalten an, finde ich auch.

    ich hab auch schon ein paar mal geschrieben, nimm die beine in die hand.

    ich rate es immer dann, wenn das verhalten eines menschen auf mich sehr fremdgesteuert wirkt. wenn er also seltsame oder stressige verhaltensweisen an den tag legt, die nichts mit dem verhältnis zur jeweiligen te zu tun haben, sondern aus einem ganz anderen trieb heraus kommen.

    ich habe halt selbst erlebt, wie schmerzhaft und überfordernd es sein kann, sich mit jemandem auseinanderzusetzen, der eigentlich innerlich in einer ganz anderen debatte gefangen ist und nicht offen und nicht frei für eine beziehung und für mich.
    und der, anstatt das zu akzeptieren und die beziehung entsprechend umzugestalten, dann versucht, diese normalität zu erzwingen, die er selber gar nicht leben kann.

  8. User Info Menu

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Zitat Zitat von melodi Beitrag anzeigen
    An was für Auffälligkeiten denkst du denn da?
    Zum Beispiel würde ich mir bestimmt niemanden mit Borderline, Dissozialer bzw. Antisozialer Persönlichkeitsstörung oder Histrionischer Persönlichkeitsstörung antun und das dementsprechend auch niemandem raten.

    Ausgeprägter Narzissmus wäre auch ein Hinderungsgrund. Ich habe zwar keine Probleme mit Menschen, die Minderwertigkeitskomplexe haben, aber sehr große mit solchen, die diese auf Kosten anderer kompensieren.

    Mit all dem inklusive Sucht und suchtähnlichem Verhalten habe ich in unterschiedlicher Ausprägung Erfahrungen sammeln "dürfen", wenn auch nicht als Partner. Wie hoch eine Tendenz in eine dieser (für mich zumindest) problematischen Richtungen sein darf, entscheidet zuerst das Gefühl und zweitens die eigene Stabilität bzw. die eigene Tendenz.
    _____

    Jetzt hat man natürlich immer schnell das Problem der sprichwörtlichen rosaroten Brille und dass ein potenzieller Partner etwas womöglich besonderes, seltenes bieten könnte, worauf man total abfährt, dass einen die Belastung (auch durch etwas anderes, zu ihm gehöriges) zu unwesentlich erscheinen lässt oder dazu führt, dass man sich selbst überschätzt. Die Ratio sollte dann sagen, dass bei den üblichen oder auch nur wahrscheinlichen Belastungen in einer Partnerschaft (auch unbeeinflussbaren externen) so etwas dann doch sehr schnell zum entscheidenden Knackpunkt werden kann.

    Bei vielem sehe ich aber gute Möglichkeiten, wenn man das gemeinsam (!) intellektuell angehen kann, in einer sehr bewussten, intentionalen Entwicklung einer Paar-Persönlichkeit. Kinder, so nicht schon vorhanden, würde ich da aber lieber von vorneherein ausschließen. Unbedingte Offenheit und Ehrlichkeit sind auch Voraussetzung, wie auch ggf. eine Meidung der auslösenden bzw. belastenden Faktoren oder Umfelder.
    _____

    Das klingt jetzt zu sehr nach einer therapeutischen Beziehung anstelle einer Partnerschaft? Solange das beide so als gut empfinden, muss das doch kein Problem sein. Als professioneller Therapeut sollte man sich und dem anderen das aber sicher ersparen, da ist das Ungleichgewicht und da sind berufliche Abstraktionsprobleme vorprogrammiert.

    Einfachheit würde ich also nicht zur Grundbedingung einer Beziehung machen, ja gerne sogar das Gegenteil, solange die Komplexität gut reflektiert ist und erst recht, wenn sie gemeinsam (!) in eine Bereicherung umgedeutet werden kann. Wichtig ist, dass man Leiden auf beiden Seiten nach bestem Wissen und Gewissen ausschließen kann.


    Zitat Zitat von melodi Beitrag anzeigen
    Lifestyle im weitesten Sinne... und ein paar Altlasten.
    Was sind Altlasten? Welche Halbwertszeit? Atommüll, Giftmüll, sicheres inaktives Deponat oder Biomasse? Oder doch eher aktive/notwendige Emissionsrechte?

    Empfindest Du sie selber als Lasten oder werden sie Deiner Meinung nach nur von den anderen als solche empfunden? Oder sind es gar Dinge, die Du als Altlasten empfindest, auf die bestimmte Männer (anders als die von Dir erwähnten moralischen Entsorger) aber gerade anspringen - allerdings Männer, die Du nicht (mehr) als Partner in Betracht ziehen möchtest?

    Das ist ein bisschen schwierig zu verbildlichen - nehmen wir irreversible Körpermodifikationen, meinetwegen Tattoos oder Brandings, womöglich einer bestimmten Szene zuzuordnen, der Du nicht mehr zuneigst, weil sie Dir nicht gut tut.

    Oder denken wir an BDSM, dass Du immer noch ausleben möchtest oder sogar musst (das gibt es durchaus), aber nicht mit einem Lebenspartner - wo Du keinen Lebenspartner aus der Szene (oder der ehemaligen Klientel, z. B. als Domina) willst, aber einen, der das versteht und akzeptieren, womöglich sogar modifiziert mitspielen kann (auch das gibt es).

    Oder willst Du Dich praktisch weiter "prostituieren", vielleicht nicht mehr gegen Freikaufen mit Geld, sondern gegen echte Zuwendung (Spielpartnerschaft), weil Du Deine Präferenzen selbst nicht mit einer (romantischen) Liebe, Ehe, Familie, Kindern unter einen Hut bekommst, trotzdem aber eine solche suchst?
    _____

    Du siehst, die Spekulationen könnten endlos ausufern, allein aufgrund Deiner Einlassungen "Prostitution" und "Moral" und meiner Prämissen, warum Du hier postest.

    Meine "Mitnahme" aus jahrelangen, ehrlichen und offenen Diskussionen (und noch viel mehr aus zweiseitigem Austausch) in anderen Communities besagt, dass es eigentlich nur individuelle Lösungen geben kann, kaum allgemeine Richtlinien, und dass das Finden eines Partners dann halt komplizierter ist und länger dauert und dass sich die Beziehung und der Lifestyle bzw. die Präferenzen auch ändern werden, weil der Mensch sich ändert, weil die Partnerschaft sich und die Partner verändert.

    Nach meinem Empfinden braucht es dazu auch Selbst-bewusstere (die Trennung ist zur Verdeutlichung gewollt), reflektiertere Menschen, die man dort auch wieder nicht sooo zahlreich findet - andererseits aber irgendwie auch einfacher als anderswo.

    Aber drehen wir den Spieß doch einfach mal um: Ich würde einem Menschen mit bestimmten sexuellen Präferenzen auch raten, sich nicht auf einen Vanilla-Partner einzulassen, der damit so garnichts anfangen kann... (Meist löst sich das Problem so herum aber quasi von selbst - nur eben nicht das der Partnerlosigkeit.) ...und dagegen votieren, seine Präferenzen einfach zu marginalisieren oder marginalisieren zu lassen.
    _____

    Noch eine Anmerkung: Es gibt gerade im Bereich BDSM und seiner Communities eine ganze Horde von Persönlichkeitsgestörten, die garkeine wirklichen Präferenzen haben, sondern "nur" etwas kompensieren, substituieren, projizieren, oder die schlicht wildern oder garkeine anderen Chancen auf (emotionale und/oder sexuelle) Kontakte haben.

    Da ist BDSM ein Surrogat, eine Tarnung oder eine Täuschung und Selbsttäuschung. Auch damit muss man rechnen. Jemandem, der so garkeinen Schimmer hat, würde ich da im Sinne der obersten meiner Zeilen auch zur Vorsicht raten, sobald ein Bauchgefühl in eine der genannten Richtungen ensteht oder sogar ein deutlicher Eindruck. Einfach wegen des hohen Unglückspotenziales und nicht eben unwahrscheinlicher Manipulationen und Abhängigkeiten.

    Entscheiden muss aber jeder das selbst (oder professionelle Beratung suchen).

    Zitat Zitat von melodi Beitrag anzeigen
    Das ist das, was mir so schwer fällt zu verstehen, warum einem teilweise so heftige Ablehnung entgegen schlägt, wenn man dies oder jenes tut, getan hat.
    Da entscheiden viele Menschen nicht mehr nur für sich persönlich: damit könnte ich in einer Beziehung nicht leben.
    Sondern entscheiden gleich ganz allgemein dass so jemand als Partner nicht geeignet ist. Weil die oder der ja einen Knall hat.
    Ja, und auch Kistenkumpel möchte ich in den meisten Fällen zustimmen: (Fast) jeder versucht hier, seine Sicht als mögliche einzubringen, als Gedankenrichtung und -anstoß. Manche haben aber manchmal soviele Eigenanteile, dass sie sich praktisch mit involvieren.

    Da bleibt dann die nötige Distanz nicht mehr gewahrt und wenn sie dann auch noch angegriffen werden oder sich unnötiger- oder berechtigterweise missachtet fühlen (in, wohlgemerkt - aber unbemerkt, ihren eigenen Gefühlen!), dann ist da auch nichts mehr zu relativieren, dann fliegen oft die Fetzen (und meist zwischen zweien).

    Sonst könnten sie ja nachträglich einfach schreiben: "Sorry, ich habe da besonders miese Erfahrungen - nehmt das halt als Worst-Case-Szenario". Es müssen ja nichtmal Erfahrungen "am eigenen Leib" sein, es kann ja auch eine Freundin oder eine Verwandte sein, die an so etwas kaputtgegangen ist.

    Mich selbst treibt eher die Traurigkeit um, dass so viele Menschen Angepasstheit und Normalität für so essentiell halten, dass sie garnicht merken, wie sehr sie darin manipuliert werden, aber aufgrund dessen und dieser Manipulation auch die tatsächlichen Gefahren nicht sehen. In den erwähnten Communities war ich bei einigen regelrecht als Suchtparanoiker verschrieen - und habe mir meinen Teil dazu gedacht...
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  9. Inaktiver User

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Zitat Zitat von Cygnus Beitrag anzeigen
    Zum Beispiel würde ich mir bestimmt niemanden mit Borderline, Dissozialer bzw. Antisozialer Persönlichkeitsstörung oder Histrionischer Persönlichkeitsstörung antun und das dementsprechend auch niemandem raten.

    Interessante Gedanken...

    Zu deiner Einleitung eine Frage: ist da nicht das Problem der Einschätzung?
    Wie und vor allem wann komme ich zu der Einschätzung, mein Gegenüber ist ein "Problemfall" diesen Kalibers?
    Oft ist es doch so, dass man dann schon mitten in der Beziehung drinsteckt, wenn einem da gewisse Lichter aufgehen. Manches muss man ja auch erst erlebt haben, um zu erkennen.

    Mein Eindruck ist, dass der Wunsch, sich vor all diesen "Störungen" (beim anderen!) zu beschützen, dazu führt, sehr früh ein Urteil über einen Menschen zu fällen. Wie sehr das Urteil dann auf den konkreten Menschen zutrifft, oder eben gerade aus den eigenen Ängsten gespeist ist, wird nicht von jedem fein säuberlich getrennt.

    Zudem kann das beängstigende Merkmal durchaus das Gesamturteil über den Menschen bestimmen.
    Im Fall von melodi mag es für einige Männer schon genügen, dass sie sich früher einmal prostituiert hat. Wie sie heute dazu steht, was ihr Leben heute ausmacht, so weit wird sie gar nicht kommen, sich zu erklären.
    So gesehen hat sie da wohl schon ein Handicap. Aber auch ein Handicap kann von Nutzen sein: sollte sie überhaupt jemand wollen, der so schnell urteilt? Ist jetzt meine Meinung dazu.

  10. Inaktiver User

    AW: Fehlerhaft und aussortiert?

    Zum Beispiel würde ich mir bestimmt niemanden mit Borderline, Dissozialer bzw. Antisozialer Persönlichkeitsstörung oder Histrionischer Persönlichkeitsstörung antun und das dementsprechend auch niemandem raten.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Interessante Gedanken...

    Im Fall von melodi mag es für einige Männer schon genügen, dass sie sich früher einmal prostituiert hat. Wie sie heute dazu steht, was ihr Leben heute ausmacht, so weit wird sie gar nicht kommen, sich zu erklären.
    Die Frage ist aber berechtigt inwieweit das überhaupt nötig ist. Es passiert nichts ohne Grund. Ich würde z.b. auch niemals einen Mann wählen, der schon Vergewaltigt hat oder oben beschriebene Merkmale aufweist. Denn ich weiß, das dieser Mensch mir sehr schaden wird wenn ich mich auf ihn einlasse. Wenn ich mich auf einen solchen Mensch als Partner einlasse, bin ich nicht gesund!

    Wieso sollte ein Mensch einen ihn schädigenden Mensch als Partner wählen?
    Aber auch:
    Wie kann man einen Partner lieben, dem man schadet?


    (Im übrigen möchte ich nur anmerken, dass ich nicht der Meinung bin die Te würde überdramatisieren. Die tatsächliche Einschätzung kann nur die Te machen. Vieles hier deutet aber daraufhin, dass dieser Aspekt verdrängt wird.)

Antworten
Seite 4 von 11 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •