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  1. Inaktiver User

    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    Zitat Zitat von Cytheria Beitrag anzeigen
    Das heißt, wenn du dann bist, wer du "bist", kannst du dich niemals ändern?
    Und du wirst immer der gleiche, egal wie die Rahmenbedingungen sind?
    Das heißt, ein Mensch kann nicht plötzlich und willentlich ein völlig anderer werden. Jede Veränderung baut auf etwas auf,
    das schon (versteckt/im Unbewusstsein/in seiner DNA/seinen Erfahrungen/seiner Erziehung/seiner Weltanschauung usw. usf. etc.) vorhanden ist.

    Aus dem Nichts heraus entsteht eben "nichts"

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    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    Das sagt doch eigentlich genausowenig, wie der infrage stehende Schwurbelsatz - es ist teilweise banal, teils ungenau und zum Teil sogar falsch bzw. auf falsche Fährten leitend. Solche Aussagen entstehen aus unserem Bedürfnis nach einfachen Erklärungen, sind aber allenfalls Verklärungen.

    Für unseren seltsamen Umgang mit (und unsere Sehnsucht nach) Glaubensvereinfachungen und Ordnungen gibt es m. E. einen einfach nachzuvollziehenden Selbsttest: Wer würde 1-2-3-4-5-6 beim Lotto tippen? Die Zahlenreihe ist aber genau so (un-) wahrscheinlich, wie jede (!) andere.

    Wer's nicht glaubt (sic!): Die alte Ziehungsmaschine enthielt 49 Kugeln, die sich nur durch die aufgemalten Zahlen unterschieden - warum sollten also sechs andere "vorhergesehene" Kugeln wahrscheinlicher "gezogen" werden, als diese? Trotzdem tippen Unmengen von Gläubigen Lotto, glauben an und hoffen auf den selben Zufall, an den sie andererseits nicht glauben...
    _____

    Die Bücher von Martin Urban zur Anreicherung des eigenen Weltbildes hatte ich ja schon empfohlen. Auch in Bezug auf die Aussage, dass niemand plötzlich ein anderer werden könne, habe ich Literaturvorschläge, wobei man sich jetzt an dem "völlig" und an dem "willentlich" aufhängen kann. Aber mir geht es nur darum, wie extrem dünn das Eis ist, auf dem sich unser ICH bewegt:

    Bei Interesse suche man in seiner Bücherei nach den Autoren Oliver Sacks und Vilayanur S. Ramachandran. Ihre Fallgeschichten präsentieren sich unterhaltsam und spannend, lustig und traurig, bizarr bis unglaublich und sind doch alle aus dem Leben gegriffen und wahr.

    Spiegel Online schreibt als Beispiel zu Oliver Sacks:
    Von den schrecklichen, erschütternden, manchmal auch zum Lachen reizenden Leiden seiner Patienten erzählt dieser Autor auf bezaubernde Art, mit einem schönen Sinn für klaren Ausdruck, mit einer gradlinigen Menschlichkeit und in einem bei aller Nüchternheit wärmenden Ton.
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    Geändert von Cygnus (03.10.2013 um 17:37 Uhr)
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  3. Inaktiver User

    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    @ Cygnus,

    niemand hat die Weisheit gepachtet, oder ???

    Es ist alles eine Frage der Sichtweise, und wir tauschen eben hier unsere Meinungen und Sichtweisen aus, nicht mehr und nicht weniger, oder ?

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    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    Hallo Monika,

    es darf eine Frage der Sichtweise sein, wenn es um persönliche Erfahrungen geht. Aber wenn zu alten "Weisheiten" die rhetorische Frage gestellt wird:
    Was ist daran so schwer zu verstehen?
    ist der Hinweis auf die heutige "Weisheit" (den heutigen Stand der Forschung und eine darauf basierende Philosophie) wohl angebracht, gerade wenn sie schwerer zu verstehen ist.

    Das gilt für meine Begriffe erst recht, wenn das heutige "schwerer" nur darauf beruht, dass die leicht erreichbare aktuelle Information bloß umfangreicher ist. Wie gesagt: Wir lieben einfache "Wahrheiten" - deshalb sind wir auch so verführbar.

    Nein, niemand hat die Weisheit gepachtet - aber schon garnicht die alten Philosophen, Theologen und Wissenschaftler (von Politikern ganz zu schweigen). Da kann man getrost sehr, sehr vieles ins Museum verfrachten und müsste das wenige andere mit den neuen Grundlagen zumindest neu bedenken und interpretieren.

    Ist es nicht seltsam, dass viele der mit der Zeit immer plausibler gewordenen "alten Gedanken" dagegen heute kaum noch hervorgeholt werden, stattdessen aber jeder Quatsch, solange er eingängig und zweckdienlich-nützlich erscheint oder dahingehend zurechtgeschwurbelt werden kann?
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  5. Inaktiver User

    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    Die Gedanken sind frei !!!

    und jeder stellt die Fragen, die ihn/sie bewegen.

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    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    Oh-oh!

    Sag' das erste keinem Neurowissenschaftler - er wird es widerlegen können.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

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  7. Inaktiver User

    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    viel Spaß Dir hier weiterhin mit Deiner Klugsch...erei ....

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    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das heißt, ein Mensch kann nicht plötzlich und willentlich ein völlig anderer werden. Jede Veränderung baut auf etwas auf,
    das schon (versteckt/im Unbewusstsein/in seiner DNA/seinen Erfahrungen/seiner Erziehung/seiner Weltanschauung usw. usf. etc.) vorhanden ist.

    Aus dem Nichts heraus entsteht eben "nichts"
    hmm.. diese Meinung teile ich nicht. Meine Eltern und Verwandten sind total anders als ich. Hätte ich noch Kontakt mit meinem Vater und er würde mich heute sehen, würde er mich verstossen. Auch meine Mutter hat grosse Schwierigkeiten mit meinem Lebensstil umzugehen. Der Glaube und das Auftreten wurde mir anders beigebracht; nie aufmüpfig und immer brav sein, immer schön lernen und einen guten Abschluss machen, an Jesus & Gott glauben, schlank bleiben usw, all dem bin ich nicht gerecht geworden, also bin ich logischerweise auch nicht so wie meine Eltern.

    Früher war ich jedoch anders, nämlich wie meine Eltern sich eine Tochter gewünscht haben, ich habe mich aber dann verändert, weil ich bemerkt habe, das ich so nicht weiter komme im Leben. Ich habe einen total anderen Lebensweg eingeschlagen. Früher war ich schüchtern, wurde gehänselt, hatte keine Freunde, heute bin ich sehr aktiv, kommunikativ und habe viele gute Freunde. Ich bin mit meinen Eltern nie verreist, hatte deswegen auch nie das Bedürfnis zu verreisen, jetzt mit meinem Mann erkunde ich aber die ganze Welt und es macht mir richtig Spass!

    Also aus dem Nichts heraus entsteht alles mögliche, würde auf mich zutreffen ;)
    Geändert von Leandra_82 (04.10.2013 um 09:34 Uhr)
    Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln.

  9. Inaktiver User

    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    nun, aus dem "Nichts" ist das ja nicht entstanden, sondern die Umstände waren der Anstoß zur Veränderung, aber der eigentliche "Motor" dazu war ja in DIr selbst, und wenn in DIr nicht die Fähigkeiten und Möglichkeiten gewesen wären, hättest Du diese Veränderungen auch nicht geschafft.

    Das andere war ja nur Erziehung und von außen aufgezwungene "Werte" - aber mit zunehmender Reife entscheidet man sich ja nach seinem eigenen, Inneren...

    Die Einstellungen verändern sich und damit ändert man ja auch sein Verhalten, seine Lebensweise....es ist ein Prozess über einen längeren Zeitraum.

    Du bist sicher nicht ausgezogen und ein Fingerschnipp- und Du warst so, wie Du heute bist?

  10. User Info Menu

    AW: Wer bin ich eigentlich...?

    Hallo Monika,

    die Frage ist, was Du eigentlich suchst?

    Willst Du auf einer einigermaßen dem Wissen der Zeit entsprechenden Basis dahinter kommen, wie wir in gewissen Details funktionieren, wie ein "Ich" oder "Selbst" am plausibelsten zu erklären ist und wie und unter welchen Einflüssen es "aus sich heraus" oder meinetwegen "von innen heraus" entsteht, oder suchst Du einfach irgendein Bild, nur um überhaupt eines zu haben, wenigstens irgendeine Art von Ordnung in das Mysterium "Wer bin ich eigentlich...?" zu bringen, nachdem heute die Seele und der von Gott zugewiesene unveränderliche Platz im Leben nicht mehr reicht?

    Wir wissen bei Weitem nicht viel, aber je länger wir forschen, desto mehr - wenngleich die Anzahl der Fragen mitwächst. Und wir wissen, dass eine ganze Menge der alten Vorstellungen heute als widerlegt oder zumindest als sehr abwegig anzusehen sind. Das geht selbst an den Ansichten eines Nobelpreisträgers der Medizin und Physiologie und frühen Wegbereiters der Neurowissenschaften wie John C. Eccles nicht vorbei und auch nicht an denen eines Sigmund Freud und anderer.

    Natürlich kann man Modelle solange benutzen, wie sie einigermaßen funktionieren, obgleich sie fehlerhaft sind - sie bringen einen aber der Wahrheit nicht näher, sie sind Krücken. Das kennen wir doch schon lange aus der ach so unbezweifelbaren Physik: beispielsweise den Äther. Und noch älter ist die Himmelsmechanik, die die Erde im Mittelpunkt sehen wollte, das Ptolemäische Weltbild. Aber es gibt astronomische Mechanismen (Planetarien und astronomische Uhren), die darauf beruhen und korrekte Planetenstellungen anzeigen - trotzdem ist das geozentrische Weltbild falsch.

    Und so ähnlich verhält es sich nun mal mit vielen Vorstellungen bezüglich des Ich - auch was den "freien Willen" angeht.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

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