Hallo,
da sitze ich nun, lese das ein oder andere von Euch.
Ich weiß nicht recht, wie ich es ausdrücken soll.
Ich sage es mal so: Ich leide unter so einem echten Wahnsinns Trotz.
Ich hasse es, wenn Leute mich festlegen - z.B. weil ich eine Frau bin.
Ich hasse Zuordnungen jeglicher Art, Klischees. Eigentlich lehne ich mich gegen alles auf, mache es aber mehr mit mir selber aus.
Deswegen kam ich auch nie so recht mit Psychologie klar, weil man da immer von dem Mädchen und dem Jungen ausging der sich auf jedenfall immer so und so verhält.
Ich lasse mir nichts sagen.
Ich grenze mich dann auch aus.
Dann fühle ich mich eher neutral als männlich oder weiblich.
Ich sehe eher weiblich aus. Und eigentlich mag ich es auch so.
Aber innerlich ticke ich eher männlich: verkopft, analytisch
Ich bin aber auch kreativ, gestalte gerne - das wirkt fast therapeutisch.
Und ich bin auch ständig müde!
Das war auch schon immer so. Mir fehlt der Antrieb und dann laste ich mir doch auch noch verantwortungsvolle Tätigkeiten auf.
Ja, und immer dieses Männerproblem. Vielleicht will ich ja auch keinen Mann.
Ich hatte auch schon Freundinnen, die lesbisch oder bi waren. Allerdings hatte ich nie eine Beziehung im sexuellen Sinn mit ihnen.
Ich komme nicht weiter...
Wie werde ich glücklich und vor allem mit wem - wenn ich immer so kritisch bin?
Es grüßt Euch
stachelbeere
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Ergebnis 1 bis 9 von 9
Thema: so wie ich bin
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24.09.2013, 16:52
so wie ich bin
Zwischen Lachen und Weinen liegt die Schaukel des Lebens
(Autor unbekannt)
stachelbeere62

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24.09.2013, 17:46
AW: so wie ich bin
"lustitg" habe gerade auch einen Strang mit einem ähnlichen Titel und ähnlichem Inhalt eröffnet... Das Männlich Verhalten und Weiblich aussehen kenn ich nur zu gut. Auch das mit dem fehlenden Antrieb.. An der Zeit würde es nicht liegen, die findet man immer wenn man will!
Auch das mit den Frauen ist momentan ein sehr präsentes Thema bei mir. Es kam so plötzlich wieder, aber ich bin eigentlich total glücklich mit meinem Ehemann und würde ihn auch für Niemanden verlassen. Aber da sind Gefühle, Lust Gefühle.. hmm?
Wie du siehst, kann ich dich sehr gut verstehen, dir aber nicht wirklich einen Rat geben. Ich hoffe selbst, dass es nur eine Phase ist und ich mir einfach zu viele Gedanken mache...
Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln.
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24.09.2013, 18:14
AW: so wie ich bin
Und was gibt Dir das?
Was passiert bzw, würde passieren, wenn Dich mal jemand irgendwie festlegt, und Du einfach schweigst, lächelst und Dir Deinen Teil denkst?
Das tut die Psychologie nicht.Deswegen kam ich auch nie so recht mit Psychologie klar, weil man da immer von dem Mädchen und dem Jungen ausging der sich auf jedenfall immer so und so verhält. ...
Lediglich bestimmte Felder der Psychologie befassen sich mit Geschlechtern.
Und auch da wird meist untersucht, welche Verhaltensweisen eher bei Männern oder Frauen anzutreffen sind und woher das wohl kommt.
Oder meinst Du pseudo-psychologische Literatur, diese Ratgeberbücher?
Die kannste m.E. eh vergessen.
Andererseits:
Was ist denn so schlimm daran, in bestimmten Aspekten "typisch Frau" zu sein?
Ich bin ebenfalls in manchen Aspekten "typisch Mann", aber in vielen anderen eben nicht.
Das ist jedoch kein größeres Problem für mich.
Wenn Du diese platten Geschlechtertypologien so furchtbar findest, warum benutzt Du sie dann selbst?Ich lasse mir nichts sagen.
Ich grenze mich dann auch aus.
Dann fühle ich mich eher neutral als männlich oder weiblich.
Ich sehe eher weiblich aus. Und eigentlich mag ich es auch so.
Aber innerlich ticke ich eher männlich: verkopft, analytisch
Wie Du an Dir siehst, kann eine Frau ohne Weiteres auch "verkopft, analytisch" sein, selbst wenn sie weiblch aussieht.
Das ist dich schön, dann sei mehr kreativ.Ich bin aber auch kreativ, gestalte gerne - das wirkt fast therapeutisch.
Ohne das ich jetzt genau wüsste, inwiefern Du eine Therapie brauchst.
Wenn's Dir gutut, tu's.
Wenn nicht, lass es.
Und zusätzlich: hälst Du "kreativ sein", "gern gestalten" für eher weiblich?
Oder eher männlich?
Oder warum erwähnst Du dies?
Und warum tust Du das?Und ich bin auch ständig müde!
Das war auch schon immer so. Mir fehlt der Antrieb und dann laste ich mir doch auch noch verantwortungsvolle Tätigkeiten auf.
Es wundert mich übrigens nicht, dass Du immer müde bist.
Du klingst schon hier im geschriebenen wahnsinnig angestrengt.
Musste ja auch nicht.Ja, und immer dieses Männerproblem. Vielleicht will ich ja auch keinen Mann.
Siehe oben, wenn es Dir gut tut ... undsoweiter.
Naja, probier's halt aus, aber ich halte es für einen Irrtum, dass eine Beziehung mit einer Frau für eine Frau grundsätzlich einfacher ist als eine mit einem Mann.Ich hatte auch schon Freundinnen, die lesbisch oder bi waren. Allerdings hatte ich nie eine Beziehung im sexuellen Sinn mit ihnen.
Zudem brauchts für eine Liebesbeziehung ja auch erotische Anziehung.
Die lässt sich meiner Erfahrung nach aber schwerlich herbeidenken oder -analysieren.
Wie wäre es, wenn Du erst ma mit Dir selbst glücklich zu werden versuchtest?... Ich komme nicht weiter...
Wie werde ich glücklich und vor allem mit wem - wenn ich immer so kritisch bin? ..
Denn bevor das nicht so halbwegs klappt, wird Dir auch sonst niemand dabei nützlich sein können, glücklich zu werden.
Mal abgesehen davon, dass Nützlichsein mit Liebe nicht so rasend viel zu tun hat.
Also, was genau ist Dein Problem?
Was genau willst Du, was genau nicht (mehr)?
KK
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24.09.2013, 19:50
AW: so wie ich bin
Hallo Kistenkumpel,
also ich möchte jetzt hier nicht analysiert werden und kritisiert werden. Ich leide unter einem Zwiespalt und kann nicht einfach nicht trotzig sein.
Therapien habe ich schon gemacht, aber es hat bis auf ein paar gute Gespräche, nicht so viel gebracht.
Sicherlich: man wird festgelegt. Doch sobald es an die Geschlechterfrage geht, fahre ich die Stacheln aus.
Ich hab einfach das Gefühl "anders zu sein"
Ich passe nirgendwo rein damit.
Ich suche Gleichgesinnte.
Vor allem in einer Umschulung mit 10 Männern und 4 Frauen - gab es immer wieder diesen Krieg in mir. Ich hatte das Gefühl, mich in einer besonderen Weise behaupten zu müssen.
Im Übrigen: ich hatte Psychologie als Fach in meinem Studium! Also nicht diese Alltagspsychologie.
@Leandra82
Ja, Du scheinst mich zu verstehen. Ich glaube auch, dass ich nicht die einzige bin. Nur manchmal da zieht es mich runter und ich weiß nicht mehr, wo es mich hinzieht.
Ich bin auch arbeitslos und werde ohnehin manchmal damit stigmatisiert.
Dieser innere Krieg befindet sich irgendwie zwischen Kopf und Bauch.
Dass ich mir Aufgaben suche liegt daran, dass ich arbeitslos bin und mir die Richtung fehlt.
Viele Grüße
stachelbeereZwischen Lachen und Weinen liegt die Schaukel des Lebens
(Autor unbekannt)
stachelbeere62

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24.09.2013, 20:03
AW: so wie ich bin
Hallo Stachelbeere,
für mich wird es nicht ganz deutlich, was bei dir passiert. Ich lese es so, dass die Geschlechterfrage dein zentrales Thema ist und du dich immer wieder in deinem Alltag dadurch "festgelegt" oder "zugeordnet" fühlst. Kannst du das mal ein bisschen beschreiben?
Ich sehe auch weiblich aus und fühle mich weiblich. Das heißt aber doch lange nicht, dass ich dadurch alle Klischees bedienen müsste, die es zu "Frausein" gibt.
Ich kann gut Auto fahren, Löcher in Wände bohren, organisieren und mich durchsetzen. Und ich fühle mich "trotzdem" oder "erst recht" weiblich.
Hast du Freunde? Freundinnen? Oder bist du viel allein?
Sammle Ideen, was dir gut tun würde. Schreibe dir doch eine Liste mit lauter Sachen, die du schon immer einmal machen wolltest.
Was macht dir Freude? Was kannst du gut?
LG
Capbreton
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24.09.2013, 21:46Inaktiver User
AW: so wie ich bin
Ich kenne das. Reagiere auf solche Stereotypisierungen geradezu allergisch.
Bei mir kommt es denke ich zum Teil durch familiäre Erfahrungen. Für meinen Bruder galten immer andere Regeln als für mich. Dabei sind mein Bruder und ich uns sehr ähnlich (mal abgesehen von rein biologischen Tatsachen halt).
Dann hat es auch etwas damit zu tun, dass sich Leute nicht die Mühe machen, mich tatsächlich wahrzunehmen. Solche typische Mann, typisch Frau Aussagen werden ja keinem Menschen gerecht, sie sagen höchstens etwas über den, der sie äußert.
Und diejenigen, die sowas allen ernstes äußern sind meiner Erfahrung nach oft Menschen mit eingeschränktem Horizont, die einfach alles schwarz und weiß haben mögen. Noch so eine Sache, die ich ganz schrecklich finde.
Was meinst du mit "nicht reinpassen"? Mir geht es so, dass ich mich weder in Frauengruppen richtig wohl fühle noch in Männergruppen, aber eher noch in letzteren. Ich habe und hatte nie wirklich diese typischen Frauenfreundschaften. Das ist jetzt nicht abwertend gemeint, aber ich merke halt, dass Frauen anscheinend mit Bezug auf eine Bekanntschaft oder Freundschaft etwas erwarten, was ich nicht geben kann.
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24.09.2013, 22:39
AW: so wie ich bin
In anderen Communities, in denen ich mich früher betätigte, gab es immer wieder Frauen, die aufgrund bestimmter Äußerungen und Überzeugungen meinten, sie hätten es bei mir mit einer Frau zu tun, die einen Mann faked, um nicht angebaggert zu werden. Andere vermuteten zumindest ein Paar hinter dem Nick (das war da im "familiären" Kern der Community nicht ganz unüblich).
Ich empfand das eigentlich immer als Kompliment, wollte (und will) nie ein "typischer" Mann sein und konnte auch mit "Superweibern" nie wirklich etwas anfangen - mit "Mannweibern" allerdings auch nicht. Bei Männern "suche" ich mir automatisch welche, die nach meinem Empfinden starke weibliche Anteile haben (ohne Tendenz zu schwulen Männern).
Typische Männergruppen-Beschäftigungen und deren Auftreten und Verhalten hasse ich geradezu. Vorwiegend erscheint mir so etwas vor allem stereotyp, komplexbehaftet und reichlich unreflektiert.
Ich bilde mir also sogar etwas darauf ein, in dem Sinne nicht "normal" zu sein und bekomme es bestens in mein Weltbild integriert.Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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25.09.2013, 00:06
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25.09.2013, 09:08
AW: so wie ich bin
Ein paar verspätete Grinser von mir: Das sind doch auch Klischees - ich meine, dass Männer das besonders gut könnten.
Ich kenne genug, die miserabel Auto fahren, permananent Löcher in dünne Bretter bohren, völlig unorganisiert (unreflektiert) sind und sich bei Weitem nicht gut durchsetzen, sondern nur "gut" Gewalt anwenden können. Das finde ich jetzt nicht typischer, aber wesentlich auffälliger.
Wenn ich sage, ich bin anders, verwende ich natürlich auch Klischees als Gegenpol - irgendwie kommt man da bei aller Verweigerung auch nicht raus...
(Vielleicht ist das der eigentliche Ärger?)Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia


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