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    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    wildwusel, ja, da wird ein Schuh draus.
    Ich sehne mich nach jemandem, der mich "rettet". Nach jemandem, der sich kümmert und da ist. Im Gegenzug unterstelle ich dem Retter, dass er auch meine Hilfe braucht. Da habe ich dann die Kontrolle wieder, die mir so wichtig ist. In der Tat sind die "Retter", die ich kennengelernt habe, selbst bedürftig in der einen oder anderen Form.
    Dass dieses Muster ungesund ist, weiss ich genau. Es hat etwas von zwei Ertrinkenden, die sich gegenseitig immer mehr in die Tiefe ziehen. Keiner rettet schlussendlich den anderen.

    Ich erhoffe mir immer, dass ich etwas zurückbekomme für das, was ich "geleistet" habe. Da kommt aber nix. Also nehme ich erstmal einen, der mir noch schwächer erscheint als ich es bin, in der Hoffnung, der würde dankbar doch noch zum Retter.

    Ich sehe, dass das ganz schön schwurbelig ist in meinem Kopf. Und so nix wird.

    Die, die nicht gerettet werden müssen oder mich nicht retten wollen, brauchen mich ja in der Tat nicht. Und da kriege ich es mit der Angst. Ich frage mich, wozu sie mich auswählen sollten. Wo mein "Nutzen" liegt.

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    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Kenzia: eindeutig bei den Rettern. Bei denen, die mich blutend von der Straße aufheben und wegtragen (im übertragenen Sinne) - die Helden sozusagen. Ich bin das kleine Mädchen, der Mann der große Beschützer, der alles wieder gut macht. Er muss aber - und jetzt kommts - trotzdem selbst etwas sehr Verletzliches an sich haben. Und trotzdem ist er der Stärkere, Souveräne.
    Im Grunde genommen bin ich das selbst. So handle und so lebe ich - als bräuchte ich nichts und niemanden.

    Offensichtlich "Schwachen" fühle ich mich von Anfang an überlegen und spiele mit ihnen.

  3. Inaktiver User

    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Du fühlst also Erotik bei den Rettern?
    Das passt gerade in meine Gedankenwelt gut hinein

    Für mich sieht es nämlich so aus,daß Du in Deinen Beziehungen das nachlebst, was Du "gelernt" hast.
    Nur mit dem Aspekt, daß Du ganz offensichtlich dann in Deine alte Kindrolle verfällst.
    Ein Vater, den man retten musste.......ein Kind, welches viel zu früh eine Verantwortung übernommen hat, die viel zu groß war!
    Genau das lebst Du nach. Nur, daß es keine Beziehung dann im eigentlichen Sinne ist-- keine zwischen Mann und Frau......und ich vermute mal, daß diese Schwachen Männer auch keine "wirklichen Männer" sind sondern auch eher kindlich geblieben.-- So ist von Euch jeder in einer sicheren Rolle......

    Was dann die wirkliche WEiblichkeit in Dir angeht- so spürst Du in Dir das tiefe Bedürfnis nach Ausgleich und Harmonie-- ein anderer der rettet, dem kann man vertrauen und auch mal loslassen.....das ist der Teil in Dir, der wirklich "ganz normal" tickt-- so sollte es nämlich sein!
    Es spricht gar ncihts gegen gleiche Eigenschaften.....jeder Retter braucht auch mal einen Arm zum Anlehnen, aber er ist an sich verlässlich.

    Jeder von diesen verschiedenen Menschen bringt Dich ein Stück weit zu Dir- an Dich heran.
    Der Retter bringt Dich mit Deiner ersehnten Weichheit in Kontakt- der Schwache mit Deiner Stärke.

    Sicherer fühlst Du Dich allemal mit dem Schwachen.....die Rolle kennst Du und darin kannst Du Dich sicher fühlen!
    Der Retter- würde Dir viel abverlangen.....noch ist es nur Sehnsucht und Wunsch, aber es wird sicher der Tag kommen an dem Du Dich in eine Geborgenheit begeben kannst, die Dir das gibt,was Du schon seit der Kindheit vermisst.



    kenzia

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    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Danke Kenzia :)

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    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Zitat Zitat von Lilliput Beitrag anzeigen
    Kenzia: eindeutig bei den Rettern. Bei denen, die mich blutend von der Straße aufheben und wegtragen (im übertragenen Sinne) - die Helden sozusagen. Ich bin das kleine Mädchen, der Mann der große Beschützer, der alles wieder gut macht. Er muss aber - und jetzt kommts - trotzdem selbst etwas sehr Verletzliches an sich haben. Und trotzdem ist er der Stärkere, Souveräne.
    Im Grunde genommen bin ich das selbst. So handle und so lebe ich - als bräuchte ich nichts und niemanden.

    Offensichtlich "Schwachen" fühle ich mich von Anfang an überlegen und spiele mit ihnen.
    Tja, der Traumprinz halt. Im Moment heißt er wohl Christian Grey. Ist es nicht irgendwie seltsam, dass die sooo selten sind? Gibt es sie überhaupt, gab es sie je, oder waren sie immer schon reine Fiktion?

    Wer malt eigentlich solche Bilder, die - zumindest in unserer Gesellschaft - so wenig stimmig sind, wie die (Ersatz-) Mutter, Heilige und Hure in einer Person, von der "die Männer" träumen?

    Ich denke, ein Paar kann sich (für sich exklusiv) unter guten Bedingungen dort hinarbeiten, aber direkt "kompatibel" gibt es so etwas nicht. Oder?

    In sich selbst schon, das kann ich eher nachvollziehen - da ist man ja auch niemandem die Kommunikation und tatsächliche Realisation beider Seiten der Traumvorstellungen schuldig, da kann man jederzeit einfach und schnell switchen...

    Am ehesten muss man sich dann wohl einen Partner suchen, der eine sehr intensiv reflektierte Gestaltung seiner selbst und der Partnerschaft leben möchte und kann - und dazu natürlich genauso offen sein.

    Ich sehe das Problem darin, dass wir heute alles quasi fertig haben wollen - in einer Zeit der scheinbar unendlichen Wahlmöglichkeiten und der Kataloge. Das ist, da täglicher Usus, schwer zu überwinden. Und dazu braucht's ja auch wieder zwei...
    Geändert von Cygnus (23.09.2013 um 14:22 Uhr)
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  6. Inaktiver User

    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Hi Lilliput,

    Und wie willst du dem Ganzem demnächst begegnen ?
    Hast du eine Idee, wie du aus der 'Rolle' heraus kommst ?

    Ich frage aus durchaus Eigeninteresse, denn ein wenig geht es mir wie dir ;-)
    Und beschäftige mich seid einiger Zeit damit.

    Hätte das von mir übrigens nie so recht geglaubt..das ich so auf - gut, 'Retter' ist vllt das falsche Wort..'Helden' ...stehe, aber ich tue es doch ;-)...oder zumindest jene, die ich zunächst dafür halte....

    Faktisch habe ich aber immer eher Männer um mich gehabt- und in den letzten Jahren deutlich vermehrt-
    welche selbst wenn schon eher 'gerettet' werden wollten...Schutz suchten etc .
    Oder früher, die zumindest mir ggü nie irgendwelche auch nur Ansätze von 'Schutz' und dergleichen boten.
    Und dann bin ich auch auf diesen Zug eher aufgesprungen- selbst 'Retterin' zu sein.
    (Wobei ich noch sagen muss...mit dem Begriff 'retten' habe ich so meine Problemchen...je nachdem, wie man ihn versteht...denke aber, so wie du es beschrieben hast ihn durchaus zu verstehen und kann es nachvollziehen)

    Und ich kenne das definitiv aus meiner Familie- alle Männer waren da keine solchen Typen: Helden, Retter & Co.Sie haben auch ihre Stärken, definitiv: Nur auf diesen Gebieten wenig und mir gegenüber im Prinzip gar nicht.Auch nur annähernd Beschützendes, für mich eintreten oder dergleichen- gab es nie.
    Da musste ich selbst irgendwo immer die 'Starke und die Macherin' sein.
    (was mich auch nicht immer und stets stört...hat auch seine Vorteile- nur im krassem Ungleichgewicht und erst Recht in engen Beziehungen...stimmt dann doch immer irgendwas nicht und funktioniert auch nicht)

    Deshalb denke ich auch, das kenzias post schon trifft...


    lara

  7. Inaktiver User

    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Zitat Zitat von Cygnus Beitrag anzeigen
    Tja, der Traumprinz halt. Im Moment heißt er wohl Christian Grey. Ist es nicht irgendwie seltsam, dass die sooo selten sind? Gibt es sie überhaupt, gab es sie je, oder waren sie immer schon reine Fiktion?

    Wer malt eigentlich solche Bilder, die - zumindest in unserer Gesellschaft - so wenig stimmig sind, wie die (Ersatz-) Mutter, Heilige und Hure in einer Person, von der "die Männer" träumen?

    Ich denke, ein Paar kann sich (für sich exklusiv) unter guten Bedingungen dort hinarbeiten, aber direkt "kompatibel" gibt es so etwas nicht. Oder?
    Äh- da möchte ich doch direkt mal widersprechen.Zumindest für mich.
    "Grey" - du meinst den mit den 50 shades oder ??? >>> gleich für mich: *Grusel*-Faktor.


    Ich stehe bestimmt auch nicht auf (fertige) 'Traumprinzen' oder habe je unter einem solchem Syndrom gelitten.
    Ich kann nur für mich und mein Leben...auf welches ich heute ein paar Tage zurückblicken kann inkl. meiner Erfahrungen und Beobachtungen meiner Umwelt/Mitmenschen sagen: Ich habe mir für mich schon aussergewöhnlich häufig Beziehungspartner gesucht, welche definitiv selbst meinten ( sogar so geäussert) gerettet werden zu müssen, im wahrstem Wortsinn sehr bedürftig zu sein...viel für sich zu brauchen und sehr wenig 'Heldentum' zu haben ( es gibt auch ganz normale 'Alltagshelden')...oder gar anderen in jeglicher Form 'Schutz' zu bieten...
    ...alles Dinge, welche ich übrigens dem anderem auch immer bereit war zu geben bzw teils gegeben habe......

    Und ich habe aufmerksam die letzten Jahre meine Umwelt beobachtet- andere Beziehungen, andere Menschen/Männer...
    Da sehe/sah ich schon genügend, welche für meine Begriffe sehr wohl zumindest meinen Vorstellungen diesbezüglich entsprechen- ich habe nur auch gesehen: das ich mir diese nahezu nie als potentielle Partner suchte....

    Für mich trifft dein statement damit gar nicht zum Thema...ist nicht passend.

    Ich weiss nicht, wie es bei Lilliput ist.

    lara

  8. User Info Menu

    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Mein Statement bezog sich auf die Vorstellung des Helden, der aber irgendwo auch sehr verletzlich sein soll (hoffentlich nicht nur in seinem Ego - das diskutieren wir immer mal wieder in anderen Strängen...).

    Laut Rezensionen wird dieser Multimilliardär ja letztendlich von der (hierin total überlegenen) Protagonistin bekehrt, seinen weichen Kern herauszulassen. Ich glaube, er war auch irgendwie kindheitsgestört oder sogar beide - hab's nicht selber gelesen.

    BDSM wird von den (echten) Rezensenten mehr als Füllmaterial angesehen, nicht mal als pornös. Irgendeinen Spannungsbogen muss es ja geben und das war gerade zufällig zeitgeistig, ob nun *grusel* oder *schmacht*. Andere nehmen Vampire zur Brust...

    Nein, wenn Du mit einem Alltagshelden zufrieden wirst, passt das Bild natürlich nicht. Ich denke nur, man muss sich gegenseitig und selbst zu dem machen und machen lassen (wollen), was man voneinander erwartet. Das soll jetzt nicht verbiegen heißen, sondern erkennen, dass das Gemeinsame in der ständigen, suchenden Veränderung liegt.

    Das ist zwar eigentlich die Natur, aber irgendwarum nicht unsere gelebte. Deshalb ist es wohl auch so schwierig, sich darüber vorher zu verständigen und einfacher, sich erst garnicht wirklich aufeinander zu verständigen (oder sich früher oder später wieder zu verselbständigen...).
    Geändert von Cygnus (23.09.2013 um 15:29 Uhr)
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

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  9. Inaktiver User

    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    @ cygnus

    Nur kurz, will mich in den thread von Lilliput nicht weiter damit ausbreiten-
    Ich ahne schon, in welcher Richtung du das alles meinst.
    Ich persönlich kann nur damit gar Nix anfangen.
    Ich sehe und bemerke auch dieses Phänomen- verstehe aber ganz ehrlich auch gar nicht, weshalb so viele Frauen auf den *Mist* abfahren.....in meinen Augen völlig uninteressant.
    Und kenne unterdessen auch unzählige Diskussionen dazu: wenn ich das als *Mist* betitle und somit eindeutig Stellung beziehe...und sich viele davon auf den Schlips getreten fühlen....

    Nein- ganz objektiv gilt die Feststellung: es spricht offenbar ein breites Publikum an und das ist für sie kein *mist*- kann ich akzeptieren und so stehen lassen.
    Für mich persönlich bleibe ich bei dem Genanntem.

    Ich fand deshalb den Komentar von kenzia......auf ganz anderer Ebene passend.
    Ich merke nämlich schon selbst jetzt beim Antworten....das es so ein leicht missverständliches Feld zu sein scheint ....

    lara

  10. User Info Menu

    AW: Ich stehe auf "Retter" und rette dann selbst. Was läuft hier falsch?

    Die Missverständlichkeit ist vermutlich der Knackpunkt und erzeugt auch das Diskussionsbedürfnis.

    Wieso "sollte es so sein", dass immer die Männer die "Retter" oder "Helden" geben müssen? Wo steht das - im Evolutionsprotokoll? Oder etwa in einer EU-Richtlinie?

    Psychologisch ist an Kenzias Aussage meiner Meinung nach alles richtig - aber was ist "weiblich" und was ist "männlich"? Sollten wir nicht endlich aufhören, uns das vorschreiben zu lassen? Sie selbst schreibt danach ja auch "Es spricht gar nichts gegen gleiche Eigenschaften.....jeder Retter braucht auch mal einen Arm zum Anlehnen, aber er ist an sich verlässlich."

    Ich finde, wir sollten aufhören, in Kategorien zu denken (außer, wenn wir sie als solche enttarnen). Der eine kann das eine besser, der andere das andere. Manchmal kann man dem anderen sogar auf's Pferd helfen, obwohl man es selbst garnicht reiten kann oder gar Angst vor Pferden hat...

    Ich habe immer die Befürchtung, dass die Erkenntnis einer Rolle dazu führen kann, ins andere "Extrem" zu verfallen und damit ebenso daneben zu liegen oder getäuscht bzw. enttäuscht zu werden.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

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