Ich schließe mich mal Kistenkumpel an und muss sagen, dass ich unter der Überschrift etwas ganz anderes erwartet hatte.
Unter spielen verstehe ich schlicht etwas unernstes. Vor allen Dingen Gedankenspiele, was wäre wenn, was passiert wenn man xyz mit abc zusammensteckt.
Zudem weiß ich gar nicht was du genau mit "Wahrheit" meinst?
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Thema: Könnt ihr spielen?
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24.09.2013, 15:53
AW: Könnt ihr spielen?
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25.09.2013, 21:33
AW: Könnt ihr spielen?
Ernüchternde Erkenntnis:
Absolute Ehrlichkeit ist lebensgefährlich.
Ob man alternativ "spielen" muss, ist damit nicht gesagt. Es gibt so viele Nuancen dazwischen
meint syrahnoir
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26.09.2013, 19:31Inaktiver User
AW: Könnt ihr spielen?
Ich hatte die Eingangsfrage auch etwas anders verstanden. Aber inzwischen hat sich die Diskussion ja auf das Thema Lügen fokussiert.
Dazu möchte ich mal aus einer Kolumne von Harald Martenstein zitieren, zu dessen Fans ich mich inzwischen auch zähle:
"Die Frage, ob im Leben auch mal Notlügen erlaubt sind, zum Beispiel um die Gefühle eines Menschen nicht zu verletzen, wird von Abgeordneten aller Parteien mit großer Mehrheit verneint. Es sei besser, jemanden mit der Wahrheit zu verletzen, als seine Gefühle mit einer Lüge zu schützen – diesen Quark behauptet eine Mehrheit in sämtlichen Parteien. Wenn in der Wahlversammlung von CDU, SPD, Grünen oder wem auch immer ein von eiternden Warzen übersätes kleines Mädchen aufsteht und fragt: "Bin ich schön?", dann wird der oder die Abgeordnete demnach antworten: "Aber nein, mein liebes Kind. Du bist so hässlich, wie die Nacht schwarz ist. Deine Hässlichkeit ist nachhaltig." Wir werden von Monstern regiert.
Natürlich war die Antwort der Abgeordneten gelogen. Ein Leben ohne Lüge ist unmöglich. Ein Autor hat es mal ausprobiert und darüber ein Buch geschrieben, er hat immer die Wahrheit gesagt, nach kurzer Zeit war er sozial isoliert, seine Freundin wollte ihn verlassen. Zu behaupten, dass man niemals lügt, ist die größte überhaupt denkbare Lüge."
Wen's interessiert, hier ist der vollständige Text:
Harald Martenstein: Über die Schuldgefühle eines Wählers und die Ehrlichkeit der Politiker | ZEIT ONLINE
Ich meine, man muss nicht jedem Menschen zwingend und immer die absolute Wahrheit über die eigene Meinung auf's Auge drücken und kann auch mal das Augenmerk in eine andere Richtung lenken.
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26.09.2013, 20:03Inaktiver User
AW: Könnt ihr spielen?
nettes stück von martenstein, aber wie oft in der diskussion über lüge und wahrheit, arg eindimensional.
denn er reduziert die frage der lüge auf inhaltliche ebene der kommunikation.
oft hat kommunikation aber noch weitere ebenen.
beispielsweise wollte das mädchen vielleicht nicht nur eine position zu ihrem aussehen, sondern hatte auch eine frage zu ihrer gesamten gruppenzugehörigkeit - "bin ich schön?" fragt dann auch nach gesellschaftlicher anerkennung oder ausschluss, oder verlangt ein bekenntnis zu allgemeinen höflichkeitsregeln.
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28.09.2013, 14:15
AW: Könnt ihr spielen?
Hmh, habe jetzt erst alle Posts nochmal in Ruhe durchgelesen, kann schon sein, dass ich da ein wenig missverstanden wurde.
Ich habe nicht von Manipulationen gesprochen, auch nicht wirklich, von handfesten Lügen. Ja, Spielerei bedeutet etwas Leichtes, Unangestrengtes.
Aber das ist es ja nicht bei mir. Ich für meinen Teil bin zur absoluten Ehrlichkeit erzogen worden, dies war nicht nur ein Wert, den man irgendwann für sich selbst entdeckt, sondern hatte sicher auch etwas mit einer gehörigen Portion Angst vor den Konsequenzen zu tun.
Absolute Ehrlichkeit ist im Alltag nicht möglich. Es sei denn, man wird unhöflich, taktlos und verletzend. Andererseits wirkt absolute Ehrlichkeit authentisch und frisch. Und man weiß woran man ist.
O.k. ihr merkt schon, es macht sich eine gewisse Verwirrung breit bei mir.
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28.09.2013, 22:29
AW: Könnt ihr spielen?
Zwei Aspekte, die ich in meinen Überlegungen zum Thema, "wie ehrlich kann/will/muß ich sein" sehr hilfreich fand, waren
a) Bin ich aus Respekt vor meinem Gegenüber ehrlich, oder aus niederen Motiven (mentale Trägheit, Dominanzgehabe, Aggression, Egozentrismus, Selbstgerechtigkeit, ...)
b) Habe ich hinreichend berücksichtigt, daß ich nicht zu allem und jedem meinen Senf geben muß? (Nicht mal in Foren. Und schon gar nicht im wirklichen Leben.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.09.2013, 00:24
AW: Könnt ihr spielen?
Hallo zusammen
ich kehre mal zum ursprünglichen Thema zurück, weil meiner Meinung nach dort wichtiges zu finden ist.
QUOTE=Mangelware;23271526]
Ich bin nun schon ein Weilchen geboren, nach wie vor beschäftigt mich die Frage, warum es Menschen gibt, so wie mich, die einfach keine Spielchen spielen können.
Lange Zeit glaubte ich, das wäre doof. Ehrlichkeit ist unabdingbar. Das war ein fester Wert in meinem Leben. Obwohl ich oft gespürt habe an Grenzen zu stoßen.
Mittlerweile glaube ich aber selber, man würde sich das Leben unendlich erleichtern, wenn man ab und zu etwas spielerischer mit der Wahrheit umginge. Das fängt an bei Notlügen und hört auf bei Dingen, wo man weiß, das würde jetzt gar nichts bringen, die Wahrheit zu sagen und würde eine Situation nur unnötig erschweren.
Trotzdem geht es mir irgendwie innerlich gegen den Strich, ich würde gerne ein paar Erfahrungen von euch lesen.[/QUOTE]
Spiel
""Spiel (von althochdeutsch: spil für „Tanzbewegung“) ist eine Tätigkeitsform, Spielen eine Tätigkeit, die zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung, aber auch als Beruf ausgeführt werden kann (Theaterspiel, Sportspiel, Violinspiel). Es ist eine Beschäftigung, die oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird. Ein Großteil der kognitiven Entwicklung und der Entwicklung von motorischen Fähigkeiten findet durch Spielen statt, beim Menschen ebenso wie bei zahlreichen Tierarten. Einem Spiel liegen oft ganz bestimmte Handlungsabläufe zugrunde, aus denen, besonders in Gemeinschaft, verbindliche Regeln hervorgehen können. Die konkreten Handlungsabläufe können sich sowohl aus der Art des Spiels selbst, den Spielregeln (Völkerball, Mensch ärgere Dich nicht) oder aber aus dem Wunsch verschiedener Individuen ergeben, gemeinschaftlich zu handeln (Bau einer Sandburg).""
Du sagst, du magst nicht spielen. Und glaubst es liegt am lügen, die dir zu wieder sind.
Und Du fragst nach Erfahrungen.
Ja, ich kenne dieses Empfinden. Auch der Gedanke, das es an der Verlogenheit der Mensch liegt, das ich nicht spielen mag.
Im Rückblick kann ich sagen, das ich in Lebensphasen in denen ich so empfunden habe immer sehr depressiv war. Ich war nicht in der Lage Vergnügen, Entspannung, Freude zu empfinden und schon gar nicht im Zusammensein mit anderen.
Ich habe immer nur das negative gesehen, das Geschichte ausdenken und Handlungen erfinden im Spiel empfand ich so wie du als Lüge. Das war meine depressive Sichtweise, die nichts positives zuließ.



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