Ich finde, man sollte da genau unterscheiden: lehne ich etwas ab, weil ich es für mich als nicht stimmig empfinde, oder eher, weil ich Angst davor habe und mich dem nicht gewachsen fühle.
Ein Vermeidungsverhalten ist nun nichts, was einen stabilisiert oder entwickeln lässt, deshalb würd ich da schon genauer hinschauen.
Ruhig und ohne Drama ist für mich nicht "lauwarm" - ich finde, da vermischt die TE etwas, das ist für mich noch nicht so recht schlüssig. Auch eine verlässliche und unspektakuläre Liebe kann sehr tiefgreifend sein, irgendwie fehlt mir das aber in ihren Schilderungen. Bisher kommt bei mir eher an: wenn ich nicht so viel investiere geh ich auch kein großes Risiko ein - und das finde ich auch eher traurig.
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Thema: lieben
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18.09.2013, 10:14Inaktiver User
AW: lieben
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18.09.2013, 10:31Inaktiver User
AW: lieben
ja, hoffe ich auch für sie.
Sie ist echt eine ganz tolle Großmutter, schon sehr früh Mutter geworden.
Das mag hier konisch klingen, aber, sie ist ja eigentlich der Typ Urweib
und als reife Frau bringt sie ihre Persönlichkeit bei ihren Enkelinnen zum Beispiel ganz toll ein.
Da ist sie mutig, großzügig und feinfühlig
Ansonsten, denke ich:
wir sind von der Natur so ausgestattet dass wir uns ausleben sollen und müssen.
Und uns dabei anstrengen sollen.
Unterforderung kann auch ganz schlimm sein.
Das ist allerdings sehr schwer greifbar.
Da ist die Frau die an gebrochenem Herzen leidet oder auch stirbt schon präsenter.
Oder der Mann....
liebe freie_Seele,
du schriebst irgendwo oben, dass ein Waldspaziergang auch was Lebendiges sein kann.
Ja, das sind aber dann die Tiere die man beobachtet - meiner Meinung.
Lebendigkeit verbinde ich mit Spontanität, schnellen Entschlüssen - und Veränderungen
Alles Sachen vor denen man Angst haben kann....
weils eben nicht immer gut geht, weil der schnelle Arbeitsplatzwechsel nicht das Erhoffte brachte - und man nicht mehr zurück kann, oder die Kinder mehr Engagement erfordern als gedacht.....
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18.09.2013, 10:50
AW: lieben
Na ja, die Frage ist doch aber: kann sie sich denn wirklich verbessern?
Was soll diese "Selbstoptimierung" um der Optimierung willen? Die einzig wichtige Frage ist doch die nach der Zufriedenheit.
Und kar, im Leben wird man immer irgend etwas verpassen, aber man kann auch unnötigen Stress verpassen und dafür scheint sie sich ja entschieden zu haben, eine Art Sicherheitsdenken... warum nicht, wenn sie bisher schon genug Probleme in ihrem Leben hatte und sich Ruhe und "Normalität" (was ist schon normal?) wünscht ?Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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18.09.2013, 10:56
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18.09.2013, 11:02
AW: lieben
Okay, dann verstehe ich wie du es gemeint hast. So wäre das in meiner Definition und in diesem Zusammenhang ein eher temporäres Gefühl, nur für Augenblicke mitunter ... beim Sex oder in Momenten, in denen man sich ganz tief verstanden fühlt.
Aber von vielen wird damit auch diese unangenehme Form assoziiert, die mit Klammern und Unselbständigkeit verbunden ist ...Geändert von Sprachlos (18.09.2013 um 11:41 Uhr)
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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18.09.2013, 11:03Inaktiver User
AW: lieben
Da geb ich dir Recht.
Aber ein Denkanstoß war doch, dass sich emotional auf etwas einlassen nicht zwangsläufig Kontrollverlust bedeuten muss.
Ich finde schon dass es sich lohnt, sich solche verinnerlichten Verknüpfungen mal anzuschauen, wenn sie nur Glaubenssätze sind die einen an etwas hindern.
Insgesamt denke ich einfach, dass Schmerzvermeidung keine günstige Strategie ist, auch nicht für Zufriedenheit.
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18.09.2013, 11:07Inaktiver User
AW: lieben
Ich hab die Seiten nicht gelesen, aber die Überschrift hat mich gleich angesprochen :)
Ich kenne auch verschiedene Varianten. Verheiratet bin ich jetzt mit einem Mann, wo es keine überaufgeregten Schmetterlinge gab, den ich nicht sofort umwerfend fand.
Wir haben uns (im Alltag) kennengelernt und sofort prima verstanden. Und nachdem wir 2-3 Monaten jeden Tag miteinander verbracht hatten, uns nie miteinander langweilig wurde - wir zusammen lachen und auch zusammen schweigen konnten, wurde uns irgendwie klar - hey, wir sollten auch das Bett teilen
Und zwei Wochen später wusste ich dann auch: ok, das ist der Mann, den Du heiraten willst. Und er wusste das auch. Das haben wir dann 2 Jahre später umgesetzt und sind nun schon 2 Jahre verheiratet.
Alles in allem ziemlich unspektakulär, oder? Ich glaube, dass Liebe leicht sein muss. Sie muss nicht aufregend, neu, umwerfend sein - einfach leicht und unkompliziert. Beim Richtigen kann man nichts falsch machen heißt es doch.
Das wichtigste ist aber, dass man dieselben Ziele hat und dass man sich möglichst ähnlich ist. Klar, ist der sportliche Weltenbummler erstmal aufregend, aber passt er zu der häuslichen Mutter, die lieber an der Nordsee die Seele baumeln lässt? Ich glaube, dass viele Menschen von der Andersartigkeit des OdB fasziniert sind, um dann festzustellen, man findet keine Schnittmenge.
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18.09.2013, 11:20
AW: lieben
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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18.09.2013, 12:27
AW: lieben
bis hierhin hört es sich für mich nach ganz normaler Kumpelfreundschaft an.
Aber wie kommt man von hier nach da
ohne verliebt zu sein? Oder wenigstens erotische Anziehung? Das erklärt sich für mich nicht. Ich käme niemals auf die Idee, erotische Komponenten in eine Kumpelfreundschaft zu integrieren.......wurde uns irgendwie klar - hey, wir sollten auch das Bett teilen :
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18.09.2013, 14:19
AW: lieben
Nun, wenn jeder diese unbestimmte Sehnsucht in sich trägt und man sich langsam so vertraut wird, dass man auch darüber sprechen kann? Und natürlich nichts Natürliches (oder anderes) dem entgegen steht.
Ich kenne sogar Frauen, die ich als potentielle Partnerin oder auch nur als OdB total ausgeschlossen hätte, bis ich sie mir (aus ganz anderen Gefühlen heraus) vertraut gemacht hatte. Keine Ahnung, ob das tatsächlich hätte funktionieren können - es war nie eine denkbare Option. Aber zärtliche Anwandlungen gibt es durchaus immer noch und ich meine, auch beidseitig. Das wird wohl meinerseits erst aufhören, wenn sie endlich wieder einen Partner haben.
Also: Wenn es auch sonst gepasst hätte - Gelegenheit macht Liebe. Oder doch gerade oder sogar nur, weil es nicht gepasst hat? Manche setzen sich dann darüber hinweg - zu ihrem Glück. Es gibt keine eine, einzige Wahrheit...
Zudem ist es auch ein gewachsenes, teilweise auch gesteuertes Paradigma der entstehenden "befreiten" Medien- und Konsumgesellschaft, dass einen Verliebtheit jäh überfallen muss, damit Liebe entstehen kann. Dabei hat Klaus Lage schon 1984 gesungen "Tausend mal berührt..." (...und ich würde auch gerne mal wissen, wieviele "jähe" echte Chancen einfach schießen gelassen werden.)
Eva Illouz hat in verschiedenen Veröffentlichungen sehr verständlich herausgearbeitet, wie sich die Kontaktgepflogenheiten und -märkte in den Jahrzehnten und Jahrhunderten geändert haben - auch anhand von Weltliteratur. Unbestreitbar ist außerdem, dass andere Modelle in anderen Gesellschaften oder Schichten durchaus funktionieren oder bis zur Verwestlichung zumindest funktioniert haben. Und das nicht unbedingt schlechter als unsere, wenn man sich die Trennungs- und Singleraten anschaut.
Wenn unsere Gesellschaft wirklich so befreit wäre, wie sie immer tut, erübrigten sich alle Zweifel an anderen Lebens- und Liebesmodellen, oder? Jedenfalls an solchen, die niemanden unfreiwillig benachteiligen oder abhängig machen. Aber das gelingt ja nicht einmal unserem ausufernden Regulierungswahn bzw. teilweise ermöglicht er die Benachteiligung erst...Geändert von Cygnus (18.09.2013 um 14:25 Uhr)
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia



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