Mal angenommen, Schmetterlinge hingen tatsächlich mit Unsicherheit zusammen: Kann es tatsächlich eine Beziehung geben, die sofort mit dem Wissen beginnt, mit diesem Menschen sein Leben zu verbringen? Der Anfang einer Beziehung ist doch ganz automatisch unsicher - ist man doch dabei, einander kennenzulernen und festzustellen, ob man tatsächlich so gut zueinander passt, dass eine Beziehung längerfristig funktionieren kann. Auch wenn man einander bereits vorher gekannt hat - in einer Beziehung lernt man andere Facetten eines Menschen kennen als in einer Freundschaft.
Ich wüsste also nicht, wie man diese Unsicherheit "überspringen" könnte ...Einzig, wenn's einem egal ist, wie's weiter geht, weil man nichts / sehr wenig für die andere Person empfindet und darauf auch keinen Wert legt - dann kann ich mir das Ganze auch ohne Unsicherheiten vorstellen. Aber das hat dann nichts mit "Überspringen" zu tun sondern einfach mit geringer / nicht vorhandener emotionale Involviertheit.
Um zu oben stehender These noch was zu schreiben: Ich teile sie nicht. Für mich haben Schmetterlinge mehr mit großen Glücksgefühlen und Adrenalin pur zu tun als mit Unsicherheit. Aber das ist vielleicht wirklich Ansichtssache.
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Ergebnis 21 bis 30 von 94
Thema: lieben
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17.09.2013, 20:28
AW: lieben
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17.09.2013, 20:34
AW: lieben
Hallo FreieSeele,
ob es a u c h leise Liebe gibt?
Stell dir die Frage doch mal umgekehrt -
Ist nicht das, was du empfindest, der l a u t e n Liebe haushoch überlegen?
und lass dir g a a a a a n z viel Zeit für die Beantwortung dieser Frage
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17.09.2013, 20:34Inaktiver User
AW: lieben
Versteh ich nicht - die Unsicherheit liegt doch in einem selbst?
Mir geht es so, dass ich viele Leute nett finde - aber es nur bei wenigen so ein selbstverständliches Wohlfühlen vom ersten Moment an gibt, bei Frauen wie Männern. Und in letztere verlieb ich mich dann, wenn ich sie dazu noch körperlich anziehend finde und wir uns was zu sagen haben. Und auch das stellt man doch gleich fest. Mich hat noch nie jemand wochenlang gelangweilt und auf einmal dachte ich: oha, das ist jetzt aber spannend was der erzählt.
Und das spür ich doch: fühl ich mit dem nicht wohl, finde ich ihn nett, wie viele andere auch - oder fühl ich mich superwohl und entspannt mit ihm? Dazu muss ich doch nichts wissen - nur spüren.
Und unsicher machen würde mich das nur, wenn ich total fixiert drauf wäre dass der jetzt der Mann des Lebens sein muss - ansonsten kann ich mich doch erstmal drüber freuen dass ich so jemand Besonderen gefunden habe und dann schauen, ob und wie sich das weiter entwickelt. Wenn keine Beziehung draus wird éntwertet das ja die Begegnung nicht.Geändert von Inaktiver User (17.09.2013 um 20:38 Uhr)
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17.09.2013, 20:39
AW: lieben
Um ehrlich zu sein, ist mir diese Unsicherheits-These gerade erst eingefallen und ich weiß nicht genau, ob ich sie selbst richtig finde
.
Aber ich finde, es könnte etwas dran sein, denn mit zunehmender Sicherheit wird es auch mit dem Adrenalin weniger und es kommt zu Gefühlen von Geborgenheit etc.. Dieses Gefühl von "Verschmelzen" (wie Cygnus es nannte) steht in bestimmter Weise auch der ganz heißen, leidenschaftlichen Liebe entgegen.
Nicht umsonst enden die Liebesgeschichten in Filmen und Literatur damit, dass sie sich kriegen. Ab da wird´s offensichtlich langweilig.
Vielleicht ist freie_Seele jemand, die sich solche Partner aussucht, die von anderen als "langweilig" empfunden werden, aber stattdessen eben nur sehr verlässlich und bodenständig und wahrscheinlich sehr gute Partner sind?Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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17.09.2013, 20:41Inaktiver User
AW: lieben
Dem schließe ich mich an.
Ich finde, das alles hört sich sehr traurig an.
Wenn du mit dieser Art zu "Lieben" zufrieden bist, ist ja alles in Ordnung.
Ich finde allerdings, dass du deinem Partner da schon reinen Wein einschenken solltest. Denn ehrlich gesagt, ich möchte nicht mit einem Menschen zusammen sein, der (aus Angst, oder aus welchen Gründen auch immer) einen Bogen um Menschen macht, in die er sich verlieben könnte und stattdessen mich wählt, weil ich ihm ja nicht "emotional gefährlich" werden kann...
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17.09.2013, 20:50
AW: lieben
Hallo ihr.
Viv, wir haben uns missverstanden.
Das wollte ich gar nicht sagen.Genau so wenig führt der Weg nur mit Menschen zusammen sein zu wollen, in die man nicht verliebt ist, automatisch zu menschlich wertvolleren Partnern.
Du hattest in deinem vorigen Beitrag geschrieben, dass es für dich so klingt, als würde ich mich aus Angst vor großen Gefühlen mit "Mittelmaß" zufrieden geben. Ich wollte daraufhin nur erklären, dass "meine" Männer für mich keineswegs Mittelmaß waren, nur weil ich nicht verliebt in sie war. Sie waren FÜR MICH viel wertvoller, als die Männer, in die ich mich verknallt habe.
Ich wollte aber gar nicht grundsätzlich sagen, dass man wertvollere Partner hat, wenn man nur die nimmt, in die man nicht verliebt ist.
Mir war nur wichtig zu erklären, dass ich nicht finde, dass ich mich mit Mittelmaß zufrieden gegeben habe, nur weil ich nicht die ganz großen Gefühle für diese Männer hatte. Wobei man "groß" ja auch verschieden sehen kann. Ich fand das tief empfundene Wohlgefühl zwischen uns schon "groß", nur eben nicht so heftig und intensiv und kopf-verdrehend.
Ich gebe dir also recht, verlieben und Charakter des Partners hängen nicht miteinander zusammen. Es ist schlichtweg für mich persönlich so, dass ich mit Männern, in die ich mich "Hals über Kopf" verliebt habe, nicht zusammen sein könnte. Trotzdem können sie natürlich einen wundervollen Charakter haben.Verlieben, Kontrollverlust und Charakter des Partners sind 3 von einander m.E. nicht so abhängige Variable, wie das hier dargestellt wird.
Was verlieben und Kontrollverlust angeht... für mich hängt das beides zusammen. Sicher muss nicht zwangsläufig das eine zum andern führen, viele Menschen verlieben sich tagtäglich auf der Welt ohne sich selbst zu verlieren. Aber für mich ist diese Angst da und deshalb hängen für mich diese beiden Dinge zusammen. Für mich persönlich. Nicht allgemeingültig.
Ambiva, das habe ich für mich eben auch noch nicht so ganz herausgefunden. Hast schon Recht, wenn einen was so beschäftigt, kann es gut möglich sein, dass da was im Argen liegt.aber warum beschäftigt dich das dann...?
Wie gesagt liegt es vielleicht daran, dass ich Normalität inzwischen in vielen Dingen sehr schätze und es mir irgendwie doch innere Unruhe macht, wenn ich da scheinbar so eine andere Vorstellung von Liebe habe als die breite Masse.
Schnellschnell, dann tut es mir Leid, wenn ich da fälschlicherweise etwas unterstellt habe. Ich hätte nicht von "man" sprechen sollen, sondern von "ich", denn tatsächlich habe ich beschrieben, wie es bei MIR ist. Ich kann mich tatsächlich sehr schnell in jemanden verknallen, Hals über Kopf eben, ist mir schon passiert. Hingegen für diese tiefe Zuneigung und das Wohlgefühl mit jemandem, brauche ich schon einiges an Zeit. Das ist bei mir so. Ich habe mich nämlich auch schon in Menschen sehr getäuscht, habe da wohl kein so gutes Gespür wie du. Da geht es dann nicht um rationale Beweise, die ich bräuchte, sondern einfach Zeit um den andern mit seinen verschiedenen Facetten kennen zu lernen, bevor ich mich wirklich insgesamt wohlfühlen kann. Ich finde es natürlich toll, wenn du so intuitiv spürst, was du von den Menschen die dir begegnen erwarten kannst, und wollte dir das nicht absprechen oder das in Frage stellen!Wieso sollte denn dieses Wohlgefühl Zeit brauchen? Für mich ist das ein intuitives Erkennen, das ist sofort da - ganz unspektakulär. Setzt aber voraus, dass ich mich gut kenne und meinem Bauchgefühl vertrauen kann - und vor allem will.
Ich frag mich eher immer, wie blockiert man sein muss um das nicht gleich zu erspüren? Für einen Gleichklang muss ich erst dann rationale Beweise sammeln und mir Zeit nehmen, wenn ich es nicht fühlen kann oder mir da in meinem Empfinden nicht traue.
Leider wird denjenigen die da intuitiver unterwegs sind oft genau das unterstellt: ein Strohfeuer, das schnell wieder erlischt, großes Drama und nix dahinter.
Ich erleb das nicht so, ich weiß aber wer ich bin und was ich brauche und kann Leute ganz gut einschätzen. Und es ist mir nie passiert dass jemand das nicht auch auf lange Sicht eingelöst hat, was ich schnell gespürt hab: dass da eine besondere Nähe ist und ein "Erkennen". Spektakulär muss das nicht sein - spontan schon.
Hallo Cygnus,Mit "theoretisch" meinte ich, dass man solche starken Gefühle ohne einen konkreten Partner "kultiviert"
hm, ich habe gerade mal darüber nachgedacht, und festgestellt, dass ich solche Gefühle eigentlich nur personenbezogen kenne. Wenn ich verknallt war, gab es da schon immer einen Mann dazu, dem diese Gefühle galten. Und ich kann mir auch schlecht vorstellen, wie man rein theoretisch -ohne einen Menschen dazu -solche Gefühle kultivieren sollte? Oder meinst du es so, wie in deinem Fall mit der Frau, die du wie du sagst, nicht mal sicher wieder erkennen würdest -es also zwar einen Menschen zu dem Gefühl gab, aber es sehr anonym blieb, ohne dass du irgendwas näheres über die Person weißt?
Sowas kenne ich schon auch. Im Bus oder beim Einkaufen oder irgendwo, Blickkontakt, Lächeln, irgendwie ein Kribbeln im Bauch. Aber sowas ist für mich harmlos und fühlt sich für mich dann auch kaum bedrohlich an.
Na ja, liebevolle Beziehung und das darin mögliche kenne ich ja durchaus, ich hatte wirklich liebevolle Beziehungen und glaube auch keineswegs, dass alle Männer mir was schlechtes wollen oder so. Soll heißen, meine Ängste sind nicht auf Männer bezogen, sondern auf dieses intensive Erleben einer Paarbeziehung.Damit soll nicht gesagt sein, dass Du ein falsches Bild von "den Männern" hast - trotzdem aber ein leider unvollständiges Bild dessen, was in einer liebevollen Beziehung möglich ist.
Wenn sowas gelingt, finde ich es schön. Und natürlich muss ich für eine Beziehung mit Nähe auch meinen Partner in "meine Welt" hineinlassen. Das kann ich mit den Männern, mit denen ich eine Beziehung eingehe, auch ganz gut. Wichtig ist mir, Kontrolle zu haben und immer auch bei mir selbst zu bleiben. Dieses romantische "nicht mehr ohne den anderen leben können", finde ich ganz, ganz bedrohlich.Der erste Schritt ist eigentlich sogar, dass jeder den anderen in Sich aufnimmt, ihn in sich hinein lässt, ihn in seine Wirklichkeit, seine inneren Bilder integriert. Diese beiden Wirklichkeiten sind aber immer noch eigenständig und keinesfalls kongruent - aber sie beginnen, sich (hoffentlich) im Positiven zu beeinflussen.
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17.09.2013, 20:50
AW: lieben
Hmmm, ich weiß jetzt auch nicht, dieses Schmetterlingsgefühl setzt ja nicht sofort ein, wenn ich jemanden "nett" finde, sondern dann, wenn er anfängt, mir etwas zu bedeuten, wenn ich anfange mich zu fragen, wie er zu dem ganzen steht etc.. Und das ist ja nicht totales sofortiges Ausgeliefertsein, das sind auch keine ständigen Ängste, aber doch immerhin eine Art Berg-und-Tal-Fahrt. Wenn da sofort ein Geborgenheits-Gefühl einsetzen würde, denke ich, dass das nur ein allgemeines Wohlfühlen wäre, nicht so intensiv und kribbelig. Aber ich will weder einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben, noch kann ich das überhaupt für mich wirklich genau festmachen ...
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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17.09.2013, 20:54Inaktiver User
AW: lieben
Für mich erklärt sich das "ganz große Gefühl" einfach dadurch dass ich merke, das ist jemand ganz Besonderes für mich, einer wie ich nur sehr wenige treffe.
Wenn ich dieses Gefühl nicht hatte, dann war derjenige halt doch leicht ersetzbar, nichts Einzigartiges - und das find ich dann schon "Mittelmaß".
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17.09.2013, 20:57Inaktiver User
AW: lieben
Ist gar nicht so leicht festzumachen, das alles...

Sagen wir so: auf das große Drama steh ich gar nicht, und wenn es mir zu unsicher wird, weil der andere sich nicht so recht einlässt, dann ist es mit der Verliebtheit auch schnell wieder vorbei, inzwischen jedenfalls.
Daher kann ich die Verknüpfung Verliebtsein und Unsicherheit nicht so recht nachempfinden, weil ich mich genau darin verliebe dass ich spüre, dass da etwas zwischen uns ist, und nicht nur so eine One-Way-Vernarrtheit von meiner Seite aus, es geht um die Verbindung zwischen uns, die da sein muss.
Dann ist das Kribbeln schon auch aufregend und Vorfreude und Spannung, aber nicht angstbesetzt und verunsichernd.
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17.09.2013, 21:18
AW: lieben
Ja und nein - für mich. Ich habe da schon jeweils ganz sicher gespürt dass das nicht einseitig war von meiner Seite, es sind ja am Ende auch lange Beziehungen daraus geworden, trotzdem hat es eben einfach gedauert bis die Erwartungen und Wünsche miteinander abgeglichen waren, das war nicht von Anfang an klar, es wurde sozusagen "verhandelt".
Für mich ist das aber ein Normalzustand am Anfang, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass da von Anfang an alles klar ist, außer meinem Gefühl, dass es mit dieser Person klappen kann, wie auch immer "es" am Ende dann definiert sein wird.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)


Einzig, wenn's einem egal ist, wie's weiter geht, weil man nichts / sehr wenig für die andere Person empfindet und darauf auch keinen Wert legt - dann kann ich mir das Ganze auch ohne Unsicherheiten vorstellen. Aber das hat dann nichts mit "Überspringen" zu tun sondern einfach mit geringer / nicht vorhandener emotionale Involviertheit.
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