angeregt durch mein Problem mit meinem Partner, der mir von seinem Doppelleben erzählt hat, aber auch durch ähnliche Überlegungen in einem Beitrag unter "Der gebrauchte Mann", frage ich mich, wie das so mit den Menschen ist... können die sich überhaupt ändern? Wenn jemand einen Fehler gemacht hat, hat er damit "bewiesen", dass er grundsätzlich fehlerhaft ist und diesen (oder ähnliche) Fehler immer wieder machen wird? Gibt es das, die einen, die Guten, die manche Fehler grundsätzlich nicht machen (und unter keinen Umständen machen würden) und die Schlechten, die halt unverbesserlich sind und es immer und immer wieder machen?
Oder sind alle Menschen zu allem fähig und es kommt auf die Situation an? Ich weiß, dass das in gewisser Hinsicht eine recht philosophische Frage ist, die wahrscheinlich auch nicht abschließend beantwortet werden kann... daher würden mich viel mehr eure Erfahrungen interessieren... habt ihr Fehler gemacht, die ihr als solche erkannt habt? Habt ihr diese wiederholt? Welche Erfahrungen habt ihr mit Mitmenschen gemacht? Inwieweit kann man sich als Mensch ändern und über seine Schwierigkeiten hinauswachsen? Ist das überhaupt möglich? Falls ja, wovon hängt es ab?
Antworten
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13.09.2013, 11:44Inaktiver User
Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
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13.09.2013, 12:14Inaktiver User
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Menschen machen Fehler. Das ist nun mal Teil der menschlichen Natur.
Davon wird sich wohl kaum jemand ernsthaft freisprechen können.
Zu einem Fehler gehört allerdings (zumindest in diesem Augenblick) der Glaube alles richtig zu machen, ansonsten ist es kein Fehler, sondern Vorsatz.
Relevant finde ich vor allem, ob man aus seinem Fehlern lernt.
Ob man so selbstreflektiert ist, sich zu hinterfragen.
Und ja, ich glaube grundsätzlich das Menschen in der Lage sind (wenigstens in einem gewissen Maß) sich zu ändern, wenn Wille und Selbsterkenntnis vorhanden sind.
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13.09.2013, 12:16
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Frag Dich doch mal selbst, habe ich Fehler wiederholt? Und wenn ja warum? Dann kannst Du doch schon selbst erkennen was möglich ist und was nicht....
Das Leben macht was es will und ich auch!
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13.09.2013, 12:43
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Das ist ein sehr komplexes Thema. Ich versuch es mal mit ein paar kleinen Teilaspekten.
Wegen eines Fehlers ist niemand grundsätzlich "fehlerhaft". Ich glaube ja auch an die Lernfähigkeit des Menschen und es kommt ja auch auf die Art des Fehlers an etc. ...
Sollte dieser Fehler durch eine bestimmte - ich sag mal vereinfacht "schlechte" - Charaktereigenschaft verursacht worden sein, dann ist es sicher problematischer so etwas abzustellen, zumal wenn die Person nicht Willens und in der Lage ist, zu erkennen, dass es sich um einen Fehler handelte und dass die Charaktereigenschaft damit im Zusammenhang stand.
Ich finde gerade diese Frage interessant. In letzter Zeit bin ich oft recht froh, dass ich nicht genug Ehrgeiz hatte und habe, um an gewissen Entscheiderstellen zu sitzen oder an gewissen Forschungen beteiligt zu sein etc.. Denn ich finde, um ein "guter" oder zumindest kein "schlechter" Mensch zu sein, kommt es tatsächlich auf die Situation an, in die man sich bringt.Oder sind alle Menschen zu allem fähig und es kommt auf die Situation an?
Irgendwie ist man ja nur selten in der Position , gar nichts falsch zu machen. Mit jeder Entscheidung die man in einer komplexen Situation trifft tut man ja auch etwas Falsches. Je höher man in einer Hierarchie angesiedelt ist, desto mehr Fehler kann man machen, desto schwieriger wird es, sich nicht nur für etwas Positives zu entscheiden, sondern mit genau dieser Entscheidung auch jemandem zu schaden. Viele Entscheidungen sind doch einfach nur die Abwägung, den geringsten Schaden anzurichten.
Ich bin da jetzt vielleicht nicht genau an deinem Thema dran, aber das wäre das, was mich dazu bewegt. Es ist so etwas wie die Frage nach der "Unschuld".Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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13.09.2013, 12:43
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13.09.2013, 12:59Inaktiver User
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Einmal Sünder immer Sünder? Das stimmt so nicht.
Im Alter werden die meisten Leute brav - zumindest braver als in der Jugend.
Aber nicht, weil sie geläutert sind ...sie sind müder und haben nicht mehr so viel Energie.
Dann schimpfen sie auf die jungen Leute..und denken voller Wehmut an die schönen sündigen Jugendtage zurück :-/
nein, im Ernst:
Man kann sich ändern. Hierfür gibt es etliche positive Beispiele.
Natürlich: wir bleiben immer Menschen und werden immer Fehler machen..damit wir was zu lernen haben...
Und..niemand ist nur sein Fehler...jeder Mensch hat gute und weniger gute Anteile.
Das sind auch die Erfahrungen, die ich mit meinen Mitmenschen gemacht habe...ich glaube an das Gute im Menschen - aber blindes Vertrauen? Nein...es sind nämlich "nur" Menschen, wie ich ja auch.
Sicher habe ich Fehler gemacht, jede Menge - werde ich wohl auch noch. " Es irrt der Mensch, solange er lebt"..nicht aus Bösartigkeit, aber aus Dusseligkeit, Unerfahrenheit, Unwissenheit, Faulheit...ich arbeite dran.
ES fällt mir auch nicht leicht, damit umzugehen - aber Fehler gehören einfach dazu. Nicht immer einfach die eigene Fehlbarkeit anzunehmen...aber es erleichtert vieles, denn Perfektionszwang verhindert, dass man sich unvoreingenommen mit etwas befasst.
Jeder Mensch ist prinzipiell zu Ungeahntem fähig...es kommt auf die Situation an.
Allerdings: wirklich "Schlechte" oder "Böse" gibt es auch..wenn auch nur wenige.
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13.09.2013, 13:00Inaktiver User
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
liebe daisy, wie gehst du selbst mit dir und deinen fehlern im leben um?
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13.09.2013, 13:10
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Hallo Daisymiller,
das ist wirklich eine philosophische Frage und ohne Zweifel ein weites Feld. Da ich kein Philosoph bin, kann ich nur meinen bescheidenen Beitrag leisten und aus eigener Erfahrung berichten:
Es gibt sicher -ich nenne es jetzt mal rechtschaffenere Menschen und weniger rechtschaffene Menschen. Menschen, die genau zwischen richtig und falsch unterscheiden können und sich danach richten. Ebenso gibt es Menschen, die zwar unterscheiden können, aber dennoch bewusst Dinge tun, die sie eigentlich als falsch erkennen, dies aber erfolgreich verdrängen oder eben als zweitrangig ansehen.
Was ist eigentlich ein Fehler ? Etwas, was sich im nachhinein als falsch herausgestellt hat oder etwas, wovon ich von vorneherein schon weiss, dass es falsch ist und ich mach es trotzdem, in der Hoffnung, dass es mir mehr einbringt als kostet.
Ich will damit sagen, wer einen Fehler bewusst macht, hofft natürlich, dass er glimpflich davon kommt und verspricht sich ja auch etwas von dem Fehler.
Wer aus Fehlern lernen kann, hat schon die halbe Miete. Das ist aber - glaube ich zumindest - nicht bei allen Menschen der Fall. Wer nicht aus Fehlern lernt, wenn er sie als solche erkannt hat, bewegt sich nach meiner Auffassung an der Grenze zur Dummheit und das kann ich gar nicht ab.
Meiner Meinung nach sind nicht alle Menschen zu allem fähig, aber viele zu mehr als es den Anschein hat. Ich bin mir sicher, ohne Hemmungen auf jemanden schiessen zu können, wenn es die Situation für mich erfordert. Ob das dann ein Fehler war, würden wohl andere beurteilen.
Wenn es eine 100%ige Sicherheit gäbe, mit einem Fehler davon zu kommen, von dem man sich etwas erhofft, würden wohl nahezu 100 % diesen Fehler begehen (z.B. Bankraub). Aber auch dies ist rein hypothetisch, denn eine 100%ige Sicherheit gibt es ja nicht und weniger reicht in diesem Fall nicht aus.
Für mich persönlich kann ich mir nicht vorstellen, einen grösseren Fehler, den ich bisher nicht gemacht habe, zu wiederholen (siehe weiter oben, Stichwort Dummheit).
Auch bin ich davon überzeugt, dass Menschen sich ändern können, aber nicht alle in dem gleichen Mass.
LG
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13.09.2013, 13:12
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13.09.2013, 13:17
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Man macht einen Fehler nur einmal, denn das zweite mal ist es eine Entscheidung!
Ich bin auch der Meinung, dass Menschen nunmal einfach Fehler machen, denn aus Fehlern lernt man (sollte man zumindest..) und so kommt man zur Erfahrung.
Ja Menschen können sich ändern, aber nicht wenn andere das verlangen, sondern wenn man selbst einsieht, dass man etwas ändern muss! Unter Druck ändert man sich nur eine gewisse Zeit, bis man wieder in alte Muster verfällt.
1x Sünder immer Sünder finde ich also falsch ausgedrückt. Meiner Meinung nach hat jeder eine zweite Chance verdient, jedoch ist es schon abhängig was für ein Fehler begangen wurde und ob ich ihn wirklich vergeben kann.Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln.


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Steinigung!


