Geht es Dir vielleicht eigentlich drum, die gescheiterte Beziehung mit Deinem Partner zu verarbeiten ... oder irgendwie daran festzuhalten?
Ich kenne Deinen anderen Strang allerdings nicht.
An dem Sprichwort: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, ist allerdings in meinen Augen etwas dran.
Und vor allen Dingen: Er hat (scheinbar) Dich belogen. Wenn Du Dich weiter auf ihn einlässt (und dieser Versuch/Überlegung) klingt für Dich in diesem Thema durch, dann zeigst Du ihm keine klare Grenze.
Für mich gibt es immer die eine Grenze: Ein Mensch, der mich belügt oder hintergeht ist für mich unten durch.
Bisher bin ich damit gut gefahren.![]()
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14.09.2013, 23:35Inaktiver User
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
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15.09.2013, 09:17
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Das finde ich eine interessante Ansicht.
Stimmig insofern, als dass man beim 1. Fehler ja denkt, das einzig Mögliche zu tun. Und erst hinterher erkennen kann, dass dieses Tun schädlich war.
Dieses Wissen hatte man beim 1. Mal nicht, beim 2. Mal kann man das berücksichtigen und wird sein Augenmerk auf andere Optionen lenken.
Die Frage, die mich schon seit mehreren Jahren beschäftigt ist der Umgang mit Fehlern, die sich absolut nicht mehr rückgängig machen lassen.
Oft lässt sich ja eine Art Schadensbegrenzung durchführen, indem man sich mit dem geschädigten Menschen zusammensetzt und das bespricht, sich entschuldigt oder Missverständnisse klärt.
Manchmal geht das nicht - als Beispiel: Fahrfehler, Autounfall, Unschuldiger kommt dabei ums Leben. Da hätte man dann einen Fehler gemacht, dessen Konsequenzen nicht mehr abzumildern sind.
Klar wird man wahrscheinlich versuchen, so einen Fehler nicht noch einmal zu machen. Wenn der Autolenker betrunken war, wird er vielleicht ab da nichts mehr trinken oder ein anderer wird vielleicht nie mehr in ein Auto steigen, je nach Situation. Aber dem Geschädigten nützt das nichts mehr. Und da frage ich mich oft, wie so etwas zu schaffen ist. Wie man mit solch einem Fehler weiterleben kann, ohne selbst daran zu zerbrechen.
Es muss schrecklich sein zu wissen, dass man einen Fehler (auch wenns der 1. Fehler war) gemacht hat, den man nicht mehr abschwächen kann. Wenn das Wissen, es beim nächsten Mal sicher nicht wieder zu tun, auch nicht weiterhilft - da fange ich dann an dem obigen Zitat doch zu zweifeln an.
Denn auch der Gedanke (oder Nicht-Gedanke), sich z.B. trotz Betrunkenheit ans Steuer zu setzen, war ja eine (in diesem Fall fatale) Entscheidung. Auch wenn man zu diesem Zeitpunkt eine andere Option (z.B. ein Taxi zu nehmen), nicht gesehen hatte, weil man ein eingeschränktes Denken hatte.
In meinem Bekanntenkreis ist vor vielen Jahren ein Kind dadurch umgekommen, weil ein betrunkener Autofahrer es überfahren hatte. Möglicherweise stimmt das Zitat bei Fehlern, die man im Nachhinein abschwächen kann. Bei Fehlern, die wirklich fatal waren, schützt offensichtlich Unwissenheit nicht vor (Selbst-)Strafe.
Liebe Grüße
Zio
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15.09.2013, 10:47
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Jeder kann immer anders und jede Situation ist anders. Selbsterkenntnis ist mMn immer der erste Schritt zur Veränderung und ich würde pauschal ohne jemanden zu kennen niemandem absprechen, sein Verhalten nicht ändern zu können.
Andererseits: die Frage stellst du ja wahrscheinlich, weil du ein Problem mit dem "Fehler" deines Freundes hast. Ich denke aber, ein Fehler ist nicht immer ein Fehler oder ein Mangel, er wird nur mitunter von vielen (im gesellschaftlichen Konsens von "das macht man nicht") als solcher benannt, im Einzelnen kann das aber eben einfach eine Charaktereigenschaft sein, die man genausogut auch lediglich akzeptieren kann, auch wenn man dann nicht unbedingt mit der Meinung der "Leute" übereinstimmt.
Es würde in diesem Falle eben auch um die - persönliche - Definition von "Fehler" gehen.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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15.09.2013, 12:26Inaktiver User
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
in meinem Fall ist es wahrscheinlich tatsächlich eine Frage, ob das nicht eine Charaktereigenschaft ist... aber es ist eine, die sowohl dem Betroffenen als auch seinen nahestehenden Mitmenschen Schwierigkeiten bereitet, nämlich zu lügen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Und ob man das "einfach so" akzeptieren kann, ist fraglich, denn meiner Meinung nach braucht jegliche Form von Beziehung eine Grundlage. Diese kann immer wieder neu ausgehandelt werden. Wenn sich jemand aber zum Verhandeln anbietet, der Gesprächspartner aber Wissen, Gefühle, Bedenken zurückhält, einer Grundlage zustimmt, hinter der er nicht wirklich steht (weil er nicht den "Mut" hatte, SEINE Vorstellungen zu äußern) und DANN aber entgegen diesen Vereinbarungen etwas macht (in unserem Fall, obwohl ihm DAS sogar als Option angeboten wurde), dann empfinde ich das schon als Fehler, unabhängig davon, was die gesellschaftliche Meinung ist.
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15.09.2013, 12:31
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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15.09.2013, 12:47Inaktiver User
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
allo Zio,
die Problematik, die du erwähnst, sehe ich auch. Mit SO einem Fehler zu leben, muss verdammt schwer sein. Aber meine Fragestellung, wenn man sie jetzt auf dein Beispiel übertragen würde, ging mehr in die Richtung, kann jemand, der z.B. leichtsinnigerweise regelmäßig unter Alkoholeinfluss ins Auto steigt, irgendwann sein Verhalten ändern? Oder liegt das, trotz "Einsicht" in die Fehlerhaftigkeit seines Tuns, womöglich gar nicht in seiner Macht?
Wobei ich gestehen muss, dass meine Fehler auch eher in die Richtung Umgang mit anderen Menschen gingen...
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15.09.2013, 13:59
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Ich denke, dass das dann mit dem (Gottseidank) fehlenden Ereignis zusammenhängt. Wenn die Folge eines Tuns schwer genug ist, dann wird wahrscheinlich ein massiver Umdenkprozess in Gang kommen.
Sind die Folgen gering (Blechschaden, um bei dem Beispiel zu bleiben), dann gäbe es vielleicht auch für den Betreffenden subjektiv keine Notwendigkeit, etwas zu verändern.
Liebe Grüße
Zio
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15.09.2013, 14:37
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
Gerade davon hängt es ab!

Bzw. kommt eine Kosten-Nutzen-Rechnung hinzu, wenn auch manchmal unbewusst:
Sind die (mögliche) Folgen stärker, größer, härter als die Zugewinne?
Wenn nein, los!
Daisymiller, bei euch geht es nicht um Fehler, begangen durch Unwissen, sondern um vorsätzliches, beuwsstes Handeln, wofür man sich eben davor bewusst entscheidet.
Alleine das sagt schon genügend aus. Nein, es sagt bereits alles!
Es war nicht Unwissen - es war Absicht.
Kann man seine Absichten ändern? Eher kaum.
Dafür muss man erst geläutert werden.
Und da sind wir schon wieder bei den Folgen...
Kopf hoch!
Kaori
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15.09.2013, 18:33Inaktiver User
AW: Einmal "Sünder" - immer "Sünder"?
eine spannende Diskussion, die sich hier ergeben hat ;-). Ich denke, die Erfahrungen, die daraus sprechen, sind ganz unterschiedlich... ich sehe die Schwierigkeit, gerade Gewohnheiten oder Verhaltensweisen zu ändern, die man sich im Laufe der Jahre angewöhnt und immer wieder praktiziert hat.
Andererseits empfinde ich mein eigenes Leben als ein stetiges Wachsen und Dazulernen, habe mich auch in den letzten Jahren in einigen Bereichen ganz schön geändert (auch in Bereichen, die ich eher als "Charaktereigenschaften" angesehen hatte - weil ich da keine anderen Erfahrungen hatte und keine Möglichkeiten, etwas anderes auszuprobieren). Ich habe Fehler gemacht, die ich so nicht mehr machen würde (im Sinne von, meine Bedürfnisse waren vielleicht "gerechtfertigt, aber die Art, wie ich damit umgegangen bin, war falsch und DAS würde ich beim nächsten Mal anders machen).
Was meinen "besonderen Fall" angeht, so weiß ich, dass die Möglichkeit besteht, dass der Lernerfolg sich nicht so schnell und womöglich nicht ohne Rückschläge einstellt. Ich weiß um das potentielle Risiko, dadurch möglicherweise nochmals verletzt zu werden. Dieser Gefahr würde ich mich nicht aussetzen, wenn ich meine Grenzen durch das Beenden der Beziehung setzen würde. Aber damit würde ich das Kind mit dem Bade ausschütten, sehr vieles wegwerfen, was mir wichtig ist und was auch gut ist - und ihm auch die Chance nehmen, aus seinem Fehler zu lernen und Verantwortung für die Konsequenzen zu übernehmen. Und dass das ganze Konsequenzen hat, ist ja offensichtlich, mein Vertrauen ist schwer beschädigt und mein Glaube an unsere Beziehung auch angekratzt. Ich denke aber, das beides wieder "repariert" werden kann - sofern der andere das auch so sieht und es ihm die Mühe wert ist.
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15.09.2013, 18:35Inaktiver User



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