Jo, aber woraus soll ich meine Motivation ziehen? Geld kann man natürlich auch mit einem Job verdienen, der einen wenig kratzt, aber das schlaucht doch auch! Da kann man sich auch ordentlich abnutzen und auf den Hund kommen.
Der Vergleich mit einer verflossenen Liebe ist mir auch schon eingefallen. So im Sinne von "Das war vertane Liebesmüh." Da gibt es durchaus Parallelen.
Das Thema "Vertane Liebesmüh" hatte ich viele Jahre. Da weiß ich, wovon ich rede. Mann, war das anstrengend.Bin jetzt aber schon seit einigen Jahren glücklich liiert.
Hätte ich früher nicht für möglich gehalten. Hoffentlich entwickelt sich das im Job auch noch so. Wenn ich nur wüsste, was ich aktiv dafür tun kann. Also jetzt nicht in puncto Bildung, sondern in puncto Einstellung.
Wenn ich wütend bin und alles in mir tobt, denke ich, dass ich von vernünftigen Einsichten gerade am denkbar weitesten entfernt bin. Ich bewundere Leute, die ruhig bleiben und einen kühlen Kopf bewahren können.
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Ergebnis 21 bis 24 von 24
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13.09.2013, 20:08
AW: Ich würde so gerne meine Wut beherrschen
Geändert von Malory (13.09.2013 um 20:17 Uhr)
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13.09.2013, 23:53Inaktiver User
AW: Ich würde so gerne meine Wut beherrschen
Hallo Malory,
ich kenne, das was Du beschreibst aus eigener Erfahrung. Du hast Dich sehr engagiert, warst mit dem Herzen dabei und wenn ich es richtig verstehe, ging es bei Deiner beruflichen Tätigkeit um Menschen ... Und es wurde Dir die gebührende Anerkennung und Achtung verweigert, das ist kränkend und macht wütend und traurig.
Zuerst war ich auch sehr wütend, dann kam eine Phase, in der ich eher traurig darüber war und heute ist die Kränkung verschwunden - ich konnte die Traurigkeit annehmen und mich auf eine gute Art von der Arbeit verabschieden und habe eine neue Aufgabe gefunden. Heute freue ich mich darüber, dass ich meine Arbeit für die Klientel mit soviel Liebe und Engagement getan habe, das erkenne ich mir selbst an und es ist nicht mehr wichtig, ob damalige neue Vorgesetzte das anerkannt haben oder nicht, ich weiß, dass die Menschen, mit denen ich zu tun hatte, das gespürt haben und mich hat es mit Sinn erfüllt - das kann man mir nicht nehmen.
Aber Missstände gerade im sozialen Bereich regen mich heute immer noch auf und Menschen, die so imprägniert sind, dass sie nichts mehr aufregt und aus der Ruhe bringt, die sich an nichts mehr reiben und alles so hinnehmen wie es eben nun mal ist, Hauptsache, das Gehalt wird korrekt überwiesen, machen mich auch wütend einerseits - andererseits denke ich, denen fehlt auch was. Es ist doch auch sehr schön, eine berufliche Tätigkeit zu haben, die einen erfüllt, zu der man ganz Ja sagen kann und der man mit Leidenschaft nachgeht. Also ich habe das so empfunden und empfinde es auch im Nachhinein so ...
Wie sieht es mit der Traurigkeit bei Dir aus, die mit solchen Erfahrungen ja auch einhergeht. Vielleicht hast Du diesem Gefühl bisher zu wenig Raum gegeben und konntest Dich daher noch nicht gut verabschieden? Aber gar nicht mehr wütend werden und nur noch gelassen sein finde ich persönlich nicht erstrebenswert, auch wenn meine Wut bezüglich dieser einen Arbeitsstelle längst verraucht ist. Ich habe aber auch eine Zeitlang bewusst den Kontakt zu alten ArbeitskollegInnen gemieden, eben um auch trauern zu können und die Wut nicht immer von neuem anzustacheln.
In versuche auch meine neue Tätigkeit mit Liebe zu tun und nicht einfach so nur um des Geldes willen - und ich habe mir einen ehrenamtlichen Nebenjob gesucht, der mich auch mit Sinn erfüllt und so fahre ich ganz gut ...
Lieben Gruß
Evelyn
Geändert von Inaktiver User (14.09.2013 um 00:13 Uhr)
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23.09.2013, 14:35
AW: Ich würde so gerne meine Wut beherrschen
Ich bin auch jemand der ganz schön schnell an die Decke gehen kann, ich musste allerdings schon früh lernen das mir dieser Charakterzug viele Probleme macht. Außerdem hatte ich das Gefühl das auch körperliche Symptome auftreten wenn man immer im negativen Gefühlsspektrum unterwegs ist. So bin ich heutzutage immer mal wieder verführt mich rein zu steigern aber ich lasse es einfach weil ich weiß das es mir nicht gut tut und nebenbei bemerkt auch selten zu den gewünschten Resultaten führt.
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25.09.2013, 15:22
AW: Ich würde so gerne meine Wut beherrschen
Erst mal Kompliment für Dein Engagement bei der Arbeit. Scheinbar bist Du ein Mensch, der sehr emotional ist.
Das finden dann alle prima, wenn man sich riesig freut, arbeitet wie bescheuert, weil mal total begeistert ist, Leute umarmt, die man mag usw. ... traurig sein darf man auch mal.
Aber Wut? Wut ist tabu. Dumm gelaufen für Leute mit überschwappenden Emotionen.
Wobei ich nicht weiß, ob das bei Dir öfter der Fall ist. Die Situation war ja auch sehr bedeutend und selten.
Also, ich bin öfter mal stinkwütend. Bei mir sind ganz viele hohe und tiefe Emotionen. Einmal habe ich sogar wortwörtlich rot gesehen.
Früher habe ich das auch ausgelebt.
Aber man ist wütend verletzlich wie eine offene wunde. Wie ich gemerkt habe zudem der Lächerlichkeit preisgegeben. Geht garnicht.
Unterdrücken bringt auch nichts. Ich bin in der Probierphase "Ich will nicht mehr peinlich wütend sein" regelrecht krank geworden durch unterdrückte Wut. Ich habe eine Stelle am Rücken, die fühlte sich an wie durchdolcht, wenn ich Wut runterschluckte.
Ich muss das rauslassen wie Lachen bis zum Umkippen, wenn ich glücklich bin.
Also ich gehe einfach weg. Von der Situation, von den Menschen.. Einfach raus da. Ich habe dann immer den Satz im Kopf: "Kind komm weg da. Das tut Dir nicht gut." Man will ja dann weiterkämpfen - so wie du in der Öffentlichkeit.
Bringt aber nix.
Also sich selber am Ärmel nehmen, wegziehen.
Versuchen, das Ganze aufzugeben, wegzuwerfen.
Wenn noch was zu klären ist, abstrakt klären. Als abstraktes Problem.
Menschen meiden, die einen wütend machen.
Und dann neue Inhalte nachschieben - mit was Positivem beschäftigen.
Es hilft auch, vorher zu wissen, wenn man in eine Wutsituation kommt und sich dann nicht auch noch x andere Sachen vorzunehmen. Bei mir macht Stress z. B. auch oft Wut. Als hilfloses "Was-das-soll-ich-jetzt-auch-noch-schaffen". Dann besser Tempo raus.
Also mit den Tricks, die ich so nach und nach rausgefunden habe, komme ich ganz gut klar.
Ich hoffe, es ist was für dich dabei!! :)
In der konkreten Situation hätte ich zu Beispiel die unangenehme Person alleine fahren lassen, wäre was einkaufen gegangen und hätte vielleicht den anderen betroffenen später angerufen und ihm gesagt, dass es mir mal genauso gegangen ist. Meist freuen sich die Leute dann und man hat neue freunde. Vielleich dann gemeinsam überlegt, ob man was machen kann. einen Brief an die Vorgesetzte der Person beispielsweise. Oder - wenn das für dich geht - einfach nicht mehr draan denken. Du arbeitest da schließlich nicht mehr.Geändert von DummGucken (25.09.2013 um 15:33 Uhr)


Bin jetzt aber schon seit einigen Jahren glücklich liiert.
Hätte ich früher nicht für möglich gehalten. Hoffentlich entwickelt sich das im Job auch noch so. Wenn ich nur wüsste, was ich aktiv dafür tun kann. Also jetzt nicht in puncto Bildung, sondern in puncto Einstellung.
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