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Ergebnis 31 bis 40 von 45
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10.09.2013, 09:21
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Geändert von Reduktion (10.09.2013 um 11:31 Uhr) Grund: selbstständig statt freiberufler

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10.09.2013, 09:44Inaktiver User
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10.09.2013, 10:38
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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10.09.2013, 10:51
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Vielleicht sind deine Ängste das Problem? Die Angst, nicht mithalten zu können, schwach zu erscheinen, etwas zu verpassen, nicht das beste herauszuholen?
Ich habe den Eindruck, spätestens mit 40 sollte man seine Prioritäten auf der Reihe haben. Da hast du noch neun Jahre, aber es schadet ja nichts, schon mal zu üben. Was willst du auf jeden Fall noch gemacht haben? Was ist wichtig? Was ist "nice to have"? Was tust du, weil du glaubst, daß andere es erwarten? Was macht dich stärker? Was nicht? Was würdest du, wenn niemand wüßte, daß es je existiert hat, lieber heute hals morgen rauswerfen? Was würdest du, wenn alles passen würde, lieber heute als morgen tun?
Multitasking hat immer einen "Overhead", und den spürt man. Bei Prozessoren und im Leben. Die Effizienz ist nie, was sie wäre, wenn man auf eine Sache fokussieren würde. Sich vorzumachen, sie müßte es sein, heißt, daß man schnell mal dauerhaft auf 120% läuft und sich dann wundert.
Wenn man sich so von Anforderungen hetzen läßt, daß das Hirn Raubbau am Körper betreibt, dann kommt die Energie auch nicht wieder. Der Körper ist dann mit sich selber beschäftigt ist und kann nicht mehr "liefern". Ich erlebe das manchmal in Sandkastengröße mit der Arthrose: Ich merke nicht, daß ich Schmerzen habe (blende das irgendwie aus), ich merke nur, daß ich immer müde und abgekämpft bin. Wenn ich eine Ibu vor dem Einschlafen nehme und beim Aufwachen ein neuer Mensch bin, muß ich mich mal wieder um meine Gelenke kümmern.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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10.09.2013, 18:17
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Auf jeden Fall! Pausen sind absolut wichtig, Langeweile ist wichtig, Nichtstun ist wichtig.
Die Pausen helfen aber nicht immer. Kein Berufstätiger hat soviel Ferien wie Lehrer und trotzdem brennen die aus. Das liegt m.E. eher an den Problemkindern aus Problemstadtteilen mit Problemfamilien. Die Probleme kann ein Lehrer nämlich nicht alleine lösen und so scheitert er an den Umständen. Nichts raubt so viel Energie, wie täglich an seinen eigenen Idealen zu scheitern.
Abgesehen davon studieren viele junge Leute Lehramt, weil sie sich den Beruf so chillig vorstellen. Sechs Wochen Sommerferien... ich kenne einige Lehrer. Längst nicht alle sind Idealisten.
Aber das war mal wieder o.T.
Liebe Grüße
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10.09.2013, 18:27
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Überleg dir doch lieber, was du wirklich WILLST. Nur weil du mal eine Diss schreiben und ins Ausland gehen WOLLTEST, bedeutet das doch nicht, dran festhalten zu müssen. Pläne und Wünsche ändern sich. Ein Leben ist eh zu kurz, um alles zu erledigen, was man theoretisch reinpacken könnte.
Und wenn du dir was "verbaust?" Na und? Dafür bekommst du dann was anderes.
Ich habe zum Beispiel keine Kinder; irgendwann habe ich mich dagegen entschieden und die Umstände passten auch nie. Dafür habe ich etwas anderes. Einen netten Job und viel Zeit für mich.
Dieser moderne Wahn, alles haben zu können, alles schaffen zu müssen (Kinder, Karriere, Küche, Kerl und noch ein famoses Liebesleben), ist es, der die Leute in den Burn-out treibt. Nur weil es die Zeitschriften propagieren und viele Leute es gehirngewaschen nachplappern, muss es noch lange nicht richtig sein.
Überleg' dir, was du willst. Und wirf die restlichen Pläne über Bord oder schieb sie auf.
Liebe Grüße
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11.09.2013, 10:36
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Bei den Lehrern seh ich das Problem nicht bei "Problem"-Kindern, sondern daran, dass sie sich in einem System bewegen, das unmögliche, nicht zu erfüllende, widersprüchliche Anforderungen stellt. Und die meisten interpretieren ihr Versagen darin als "ich bin nicht gut genug" statt korrekterweise zu sagen "leck mich am Arsch mit diesem menschenverachtenden, kaputtmachenden System, das schon rein logisch gar nicht funktionieren kann".
Ob man sich innerhalb eines solchen Systems bewegt, ist sicher auch wert zu prüfen. zB wenn im Beruf gleichzeitig verlangt wird "sei nett und kundenorientiert" und "Gespräche dürfen nicht länger als xy Minuten dauern". Sowas gibt eben Konflikte, die nur lösbar wären, indem die Rahmenbedingungen neu definiert werden - und nicht, indem man sich mehr anstrengt. Aber auch im Privaten, in der Familie, an vielen Orten können solche Systeme entstehen, die unmöglich zu befriedigen sind. Das sind enorme Energiefresser, sie schaffen Angst und Beklemmung und Verdauungsstörungen und wenn es weitergeht noch schlimmer, und zusätzlich machen sie noch Schuldgefühle jenen, die sie auffressen.
Die eigene Umgebung auf solche Systeme abzuklopfen und sich ihnen zu entziehen, wenn es geht, das lohnt sich immer. Solche Systeme zu ändern, besonders wenn es alte, traditionelle, stark verankerte Systeme sind, das ist hingegen sehr schwierig und kann durchaus eine eigene Quelle von Burnout sein. Aber manchmal muss man da durch, zB wenn es sich um die eigene Familie handelt, um Situationen, wo man nicht einfach weggehen kann und sich was Netteres suchen kann.
grüsse, barbara
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11.09.2013, 15:52Inaktiver User
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Ich sehe das differenziert,
ja, man kann neue Kräfte tanken, indem man etwas tut (oder nichts tut
), was einem guttut, was einem neuen Schwung gibt, Freude schenkt, einfach bereichert.
Für die einen ist das aktiv, andere tanken passiv Kraft.
Das gilt für die Alltagskraft- die man verbraucht, aber auch auftanken kann.
Schon der erste wärmere Sonnen-Tag nach einem Winter schenkt solche Kraft, die rückkehrenden Wildgänse, die ersten Blüten, ein gutes Buch, ein tolles Gespräch, ein Kinderlachen, ein Lächeln eines Fremden, eine liebe Geste- all sowas lädt den Akku.
Gleichzeitig gibt es aber Lebenssituationen (das empfindet natürlich jeder unterschiedlich), deren Überwindung (oder zumindest der Versuch dazu) einen so viel Kraft kosten, daß man das zwar schafft oder auch nicht
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aber nur einmal- und diese Kraft erneut zu mobilisieren, da würde dann die Kraft fehlen.
Mir ging das vor knapp 17 Jahren so,
ich habe mich mit viel emotionalem Kraftaufwand hochgerappelt,
im Nachhinein würde ich sagen, das ging weit über meine Verhältnisse und Ressourcen, aber mit dem Schwung und dem Willen der Jugend habe ich mich da durchgezwungen.
Heute denke ich, ich hätte damals nicht kämpfen sollen, sondern aufgeben- und neue Lebensumstände akzeptieren.
Selbst heute fange ich an zu weinen, wenn ich nur an die Zeit damals denke.
Ich habe gekämpft- aber mein Ziel trotzdem nicht erreicht- nur meine Kraft verbraucht.
Das war ein Fehler- aber erst im Rückblick zu beurteilen und nun nicht mehr zu ändern.
Heute empfinde ich, daß mich diese Zeit mehr gekostet hat, als ich hatte- deshalb denke ich tatsächlich, daß es sozusagen endliche Lebenskraft gibt.
Mit zunehmendem Alter - so ist es zumindest bei mir- fehlt diese damals verbrauchte Kraft.
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12.09.2013, 11:35
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Vielleicht ist es ja so wie mit Muskeln? Werden sie gar nicht trainiert, verkümmern sie, werden sie überbeansprucht, reißen sie.
@Reduktion
Wäre es denn finanziell möglich, so eine Art "Sabbatjahr" einzuschieben, damit Du mal Kräfte auftanken, für Dich was Gutes tun, in Ruhe das Haus sanieren, arbeitsmäßig eine Veränderung suchen könntest?
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12.09.2013, 14:54Inaktiver User
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Die körperlichen Energiereserven nehmen ab, das ist klar.
Im mentalen Bereich würde ich sagen es hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Frustrationstoleranz, Begeisterungsfähigkeit, Flexibilität, gesundheitlichem Befinden, sowie der eigener Biographie und der generellen Einstellung zum Leben.
Ich denke mit einer entsprechenden Sichtweise auf die Dinge kann man sich auch in höherem Alter noch einen guten Teil seiner Lebenskraft bewahren.



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