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09.09.2013, 20:02Inaktiver User
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
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09.09.2013, 20:38
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Ich glaube nicht, dass Energie linear aus dir rausfließt und dann verschwunden ist und dir irgendwann fehlt. Ich denke, dass es auf die Dinge ankommt, in die du Energie steckst. Wenn du sie liebst, sie mit Begeisterung tust, bekommst du dieselbe Energie auch zurück. Sie fließt quasi im Kreis.
Beispiel: Jemand ist ein leidenschaftlicher Chirurg und liebt, was er tut. Er lässt viel Energie im Job und verbringt dort 50 Stunden in der Woche. Aber er liebt diese Tätigkeit und je komplizierter die OP, desto faszinierender für ihn. Die Energie fließt durch diese Leidenschaft wieder in ihn zurück und er geht nach getaner Arbeit totmüde aber beschwingt nach Hause. Während die Bürokauffrau, die Buchhaltung hasst und nur den Job macht, weil sie nichts anderes bekommen hat, nach einem halben Tag schon müde und energielos dem Feierabend entgegenarbeitet.
Von der Theorie, mit wenig Stress, guter Ernährung und so weiter, seine Kraft zu erhalten, bin ich nur eingeschränkt überzeugt. Manchmal sollte man nachts beschwippst die Kneipe rocken - das gibt genug Energie für eine ganz Arbeitswoche
Energie bekommst du durch alles, was Spaß macht. Ständig vernünftig zu leben, kann ganz schön Energie rauben.
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09.09.2013, 21:09
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
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10.09.2013, 06:31
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Ich würd jetzt auch bei einer längeren Autoreise die Frage nicht falsch finden, wie viel Benzin noch im Tank ist und falls es wenig ist, woher der Nachschub kommen soll. Warum sollte man bei der Frage nach einem weiteren Kind sich diese Frage nicht stellen? Es rein nur mit "ich will" durchzuzwängen ist sicher auch keine glückliche Lösung. Und dass es früher, oder andernorts. Menschen gab und gibt, denen es massiv beschissener geht als uns hier und heute, ist auch kein gutes Argument.
Burn-Out ist ja sehr oft eine Folge von erstens "ich finde dies toll ich kann das schaffen" begleitet vom Mangel an Frage, ob man überhaupt die Ressourcen dazu hat.
grüsse, barbara
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10.09.2013, 06:39
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
jein.
Es ist wahr, eine Tätigkeit, die sinnstiftend ist, die schenkt auch viel. Das ändert aber nichts daran, dass Menschen ihre Pausen brauchen, und zwar ganz besonders dann, wenn man begeistert ist. Wenn man nicht begeistert ist, da funktionieren die normalen lebenserhaltenden Reflexe gut, aber Begeisterung plus unsere leistungsorientierte Mentalität, das kommt oft nicht gut. Ich halte es nicht für einen Zufall, dass gerade Lehrer so oft Burnout und Co. haben. Die fangen praktisch alle als Idealisten an.
Auch das Mass-Halten soll man mit Mass vornehmen. Was unser Leben prägt und unsere Gesundheit gestaltet, sind jene Dinge, die wir täglich tun, nicht jene Dinge, die wir einmal pro Monat tun. Oft haben schon simple Massnahmen, wie sich zB ein Paar wirklich bequemer Schuhe zu gönnen oder eine passende Thermoskanne zur Fahrt zur Arbeit eine wundervoll erhebende Wirkung, da sie Quellen von ständigem kleinem, aber nagendem Stress entfernen.Von der Theorie, mit wenig Stress, guter Ernährung und so weiter, seine Kraft zu erhalten, bin ich nur eingeschränkt überzeugt. Manchmal sollte man nachts beschwippst die Kneipe rocken - das gibt genug Energie für eine ganz Arbeitswoche
grüsse, barbara
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10.09.2013, 08:37Inaktiver User
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
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10.09.2013, 08:45Inaktiver User
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Burnout hat IMMER äussere Kriterien UND eigene innere.
Dass manche Berufsgruppen anscheinend häufiger damit belastet sind, hat sicher auch viel damit zu tun, dass Menschen mit entsprechender Disposition genau diese Berufe wählen.
Einigen von ihnen wäre auch schon geholfen, wenn Sie nach der Devise "Glas halb voll" statt "Glas halb leer" leben würden ... oder einfach mal über ihren Tellerrand hinaussehen würden!
Ich nehme echtes Burnout sehr ernst, bin aber der Meinung, dass diese Diagnose öfter mal sehr schnell und leichtfertig gestellt wird.
Sich selbst gelegentlich mal ganz gepflegt in den eigenen Allerwertesten zu treten ist unmodern geworden ...
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10.09.2013, 09:01Inaktiver User
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10.09.2013, 09:12
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Das spricht mich gerade sehr an. Ich war immer Powerpaket, bzw. wollte Powerpaket sein. Dann habe ich mich 2008/09 "verhoben" und irgendwie hängt mir das immer noch nach. Studium, (ein) Kind, in den Ferien nie Auszeit sondern Praktika, Engagement in der Hochschule, Auslandssemester (hat Spaß gemacht, musste aber organisiert und Kind aufgefangen werden), 6 Monate studienbedingt 4-Stunden Wochenendpendelei. 2009 war dann mit einmal Schluss - ich konnte nichts mehr machen.
Und jetzt dasselbe in grün aber nicht mehr ganz so anstrengend: Mann Freiberufler, d.h. immer die Wochenenden unterwegs (ich am WE also mit den Kindern alleine), Sanierung Haus, ich mach unseren Freiberufler-Steuer-Kram, meine Arbeit, Aktivitäten der Kinder.
Dann die Gedanken: eigentlich wolltest Du noch eine Diss schreiben. Oder nochmals ins Ausland. Dann kann ich mich mittlerweile ganz gut beruhigen, innerlich zurücklehnen und sagen: Alles hat seine Zeit. Aber eine andere Stimme sagt: Schiebst Du das nicht nur vor? - andere Menschen haben viel mehr Energie.
Am Wochenende traf ich eine Mutter aus der Klasse meines Sohnes: schwanger mit dem 5. Kind. Diese Familie hat eindeutig den Fokus auf Familie gelegt - alles richtet sich danach. Brotjobs für beide, die Geld bringen - sie in Teilzeit.
Es wäre sicher erfüllender, einfacher, wenn auch ich den Fokus auf nur einen Bereich legen würde und mir dann das "Jonglieren" spare. Aber das kann ich nicht. Angst, mir was zu Verbauen. Dabei bin ich überhaupt nicht mehr auf "Karriere" versessen, wie ich das vielleicht zu Beginn meines Studiums war.
So und noch was zu den Vorfahren: letztlich sind genau die auch ein Grund für meine Frage. Meine Mutter war zeitlebens Vollzeit berufstätig in einem physisch und psychisch anstrengenden Job, 2 Kinder (jeweils ein Jahr zu Hause). Sie ist heute mit Mitte 50 echt kaputt, ständig körperliche Schmerzen, großes Ruhebedürfnis. Da frage ich mich: Das ging alles zu sehr an die Substanz - wo, wann, an welcher Stelle hätte sie mehr zurückhalten sollen? Wahrscheinlich in der Kleinkinder-Phase. An der Stelle bin ich jetzt, wobei ich mich im Gegensatz zu meiner Mutter schon stark zurücknehme (35-h-Woche statt Vollzeit mit Nacht- und Wochenendschichten).
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10.09.2013, 09:19Inaktiver User
AW: Gibts sowas wie eine endliche Lebenszeit-Kraft?
Ja kann man
Eine Schwangerschaft an sich kostet Kraft und zehrt an den Kräften. Nicht zuletzt weil man sich als Mutter auch zugunsten des Kindes selbst zurücknimmt.Konkreter Hintergrund meiner Frage ist die Überlegung nach weiteren Kindern (wir haben zwei) bei z.T. anstrengenden Berufen. Wenn ich hier weitere Kraft und Energie hineinstecke - fehlt die mir irgendwann?
Die Frage ist aber so digital nicht zu beantworten, denn Menschen können auch bewusst eine Einschränkung in Kauf nehmen und trotzdem ein glückliches Leben führen.
Es kommt auch auf das Alter von einem selbst an und warum bei Euch die Motivation für ein weiteres Kind besteht, vielleicht dient es unbewusst dazu eine "Ausrede" zu haben, Elternzeit in Anspruch nehmen zu können um sich so eine Legitimation für den Beruf zu schaffen?



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