Worüber reden wir? - über Machtmenschen oder Tonangeber? - ich weiss noch nicht mal, ob das sinnvolle Kategorien sind oder ob Kategorien da überhaupt sinnvoll sind - aber für mich sind "Machtmenschen" wirklich eher in Richtung Macht um der Macht willen - one-upmanship - zielstrebig "nach oben" wollend - verortet. Wohingegen ich unter tonangebend eher Leute verstehe, die Initiative ergreifen und Farbe bekennen.
Diese Einschätzung rührt allerdings auch daher, dass ich selbst, von aussen betrachtet, eher "tonangebend" bin. Jedenfalls sage ich, was ich meine. Habe allerdings gar keine Probleme damit, wenn andere das auch tun - im Gegenteil, ich fühle mich sehr wohl mit ebenfalls raumgreifenden, Ideen-beitragenden Menschen. Aber ich weiss schon, dass ich (und meinesgleichen) für stille Menschen, die ihre Gedanken für sich behalten, gelegentlich sicher schwer erträglich bin (sind).
Auf der anderen Seite: ich mache mich angreifbar, zeige nicht nur Farbe sondern auch Schwächen, klar, denn wer was macht, macht auch mal was falsch. Und ich würde mich freuen, wenn von den Stillen mal mehr käme, denn es mag ja sein, dass sie ganz wertvolle Beiträge in sich tragen - nur werden wir's jemals erfahren? Wenn sich die "Lauteren" zurückhalten, dann entsteht meiner Erfahrung nach eher eine unstrukturierte Beliebigkeit, es treten dann nicht etwa die sonst Zurückhaltenden nach vorne und bringen sich ein.
Und in puncto Selbstsicherheit/Unsicherheit - da kann ich mich etwas Capbreton anschliessen. Jedenfalls weiss ich wohl, was Unsicherheit ist, ich bin auch oft innerlich weniger ungerürt, als es wirken mag, ich spreche auch nicht ohne Anspannung vor grösseren Menschenmengen, habe oft das Gefühl, mir die Finger zu verbrennen, wenn ich mich vorwage - aber ich tu's eben trotzdem. Weil es nicht zu tun, auch keine tolle Sache wäre, weil es mir oft wirklich um das Thema geht und ich da etwas erreichen möchte, oder weil im Zweifelsfall keiner sich rührt und ich dann halt Verantwortung übernehme.
Insofern: es kostet mich auch was. Allerdings, es ist auch Übungssache - wenn man gewohnt ist, dass einen ein gewisser Prozentsatz der Leute "doof" findet, weil man so deutlich sicht- und kritisierbar ist, und nicht immer so "nett" - dann wird die Haut auch etwas dicker.
Solange ich Bodenhaftung behalte und " as long as I shine my shoes for the fat lady", ist es wohl ok.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 44
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07.09.2013, 23:40
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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08.09.2013, 11:20
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
Geduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist.
Gut sein ist edel. Andere lehren, gut zu sein, ist noch edler.
Und leichter.
(Mark Twain)
In der Liebe und beim Singen kann man nichts erzwingen.
Das Gedächtnis ist ein sonderbares Sieb. Es behält alles Gute von uns und alles Üble von den anderen.
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08.09.2013, 11:21
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
doppelt oops ;-)
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08.09.2013, 11:25
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
@ TE
Es gehören immer zwei dazu. Wenn du die Dominanz eines anderen zulässt, dann machst du beim Spiel auch mit und solltest dich im Nachhinein nicht beschweren.
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08.09.2013, 12:35Inaktiver User
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
Genau meine Gedanken.
Nur ist das nicht mein Problem, wenn jemand das schwer erträgt.
Mit Leuten die sich ewig nicht entscheiden können oder nicht in der Lage sind zu artikulieren was sie wollen kommt man nie aus dem Quark.
Aber anstatt sich mal zu fragen wieso man nicht imstande ist ganz entspannt für sich einzutreten beschwert man sich lieber über die, die das können, was ich im übrigen völlig normal finde. Und würde man sich einbringen anstatt den Mund zu halten würde man wohl oft feststellen, dass es nicht darum geht andere zu dominieren. Wer schweigt und sich hinterher ärgert dass er nicht bekommen hat was er wollte, den kann ich nicht recht ernst nehmen.
Wenn jeder für sich selbst sorgt ist für alle gesorgt, das erwarte ich von erwachsenen Personen, das sie das können. Die Verantwortung dafür auf andere abwälzen finde ich "übergriffig". Wie komme ich dazu, jemand Gleichgestellten irgendwo "abholen" zu sollen???
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08.09.2013, 12:45
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
Es gibt auch tatsächlich Menschen die sich souverän wähnen, was sich allerdings nur diffus auf Herablassung gegenüber anderer stützt. Das würde ich brachiale unsichere Dominanz nennen. Die nervt ist allerdings häufig bei Chefs anzutreffen, die nicht wirklich geeignet sind.
Niemand braucht jemanden der rumkrakeelt und Dialog stört. Warum ich das sage, ich arbeite in einer Branche mit recht vielen Nerds, die sind von sich aus ruhiger und meistens ein wenig schüchtern (sozial gesehen). Ihre Meinung ist jedoch wichtig, sie muss gehört werden. Von daher geht es ruhiger zu, da jeder weiß, dass das Know How sich auch ruhig und langsam einbringen kann und alle das Know How brauchen. Ich bin selbst eher ein ungeduldsmensch, habe allerdings gelernt, mich anzupassen. Denn anders geht das Know How verschütt.
MaryContrary das hört sich wirklich nach in sich ruhender Souveränität an
Geändert von _Farmelli (08.09.2013 um 12:50 Uhr)
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08.09.2013, 12:50Inaktiver User
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08.09.2013, 14:18
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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08.09.2013, 17:00
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
Oder anders ausgedrückt: Die eigenen Fähigkeiten auch in den Dienst anderer stellen und nicht nur aus Selbstbezogenheit und zum eigenen Vorteil einsetzen.
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08.09.2013, 19:49Inaktiver User
AW: Machtmenschen/ Menschen, die den Ton angeben
Im Job? Ich weiß nicht. Da geht es um die Sache, die Aufgabe soll bestmöglich gelöst werden, und nicht um den Dienst am Kollegen, der nicht muh und mäh macht. Es kann sein dass ich aus dieser Motivation heraus den anderen abhole - aber eigentlich erwarte ich von mir gleichgestellten Kollegen das gleiche Engagement für die Sache und dass ich ihre Erkenntnisse nicht mühsam aus ihnen rauskitzeln muss.
Ich mein, die werden ja nicht fürs Schweigen bezahlt sondern dafür dass sie aktiv mitwirken am Geschehen, oder??


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