Ich habe die Anregung aus dem Strang aufgegriffen sowie das allgemeine Interesse an einer Diskussion der Frauenbilder - der verliknten wie generell der in den Medien. Dann kann im Ausgangsstrang ("Äußerlichkeiten") weiter das Anliegen der TE besprochen werden - obwohl ich sehen kann, daß es sich hier und da überschnitten hat, war doch zu viel OT in dem ursprünglichen Strang.
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03.09.2013, 22:31
Schönheit, Frauenbilder und Medien - Outtake
Geändert von maryquitecontrary (04.09.2013 um 22:43 Uhr)
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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04.09.2013, 09:26Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Schönheit als Währung - das hat sich nicht verstärkt in den letzten jahren. Eher im Gegenteil.
Früher mussten Frauen schön sein - sonst hatten sie wenig in die Waagschale zu werfen. Bildung war ihnen versagt.
Also mussten sie zumindest "fruchtbar" (oder schön) aussehen, damit sie "wer" waren.
Das Ideal schöne frau begleitet uns seit Beginn an: lies mal Märchen von früher...der Mann ist alles mögliche, stark, clever, reich...die frau hat eines zu sein: schön.
Ist doch kein Wunder, dass Schönheit einen so hohen Stellenwert hat.
Daran werden wir auch nichts ändern - die Welt ist nun mal so - jeder muss selbst einen Umgang damit finden.
Medienkompetenz alleine wird nicht nutzen - vielleicht eher Resilienztraining.
Einige sind es wohl nicht mehr gewohnt, mit Frustation angemessen umzugehen....ertragen es nicht, dass es Schönere gibt, manche leiden entsetzlich, und sind mehr fähig, sich realistisch einzuordnen, kriegen Depressionen...wir lernen alles mögliche, aber nicht, mit Fehlschlägen und negativen Gefühlen wie Ablehnung, Frust, Neid umzugehen...was ich schade finde. Übrigens...ich kann das auch nicht immer tu mein Bestes, es wenigstens zu lernen..Geändert von Inaktiver User (04.09.2013 um 09:30 Uhr)
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04.09.2013, 10:36
AW: Äußerlichkeiten
@FlirtingWithDesaster
Die TE ist nicht mit ihrem Leid geboren, sondern dergestalt leidend gemacht worden.
Insofern halte ich es nicht für off-topic und respektlos, hier den größeren Kontext zu diskutieren.
Meine Absicht dabei ist zudem, ihr zu verdeutlichen, wie wenig allein sie mit ihrem Problem ist und wie wenig sie sich schämen oder scheuen muss/sollte, wirklich wirksame, also professionelle Hilfe bei der Bewältigung in Anspruch zu nehmen.
Denn m.E. kann ein Interntforum auch im günsigsten Falle nicht bieten und leisten, was die TE effektiv für ein besseres Leben braucht.
@Visual
Und wieso ist das anzunehmen?
Zitat von Inaktiver User
Anzunehmen ist m.E. maximal, dass sie keine Veranlassung sehen, ihren Körper zu verstecken.
Etwas nicht zu verstecken und den starken, siutationsinadäquaten Drang zu empfinden, sich nackt zu präsentieren, sind jedoch zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe.
Ich habe Dir dies als mögliche Erklärung angeboten, warum Du die selbe Handlung (sich öffentlich nackt zu zeigen) von Menschen mit Contergan-Schäden anders bewertest als bei "gesunden, "normalen" Menschen.Wer sagt denn, dass die Personen auf den Bildern, die ich verlinkt hatte, "hässlich" sind? Sie haben Körper, die vom gängigen Schönheitsideal abweichen.
Ob jemand diese Contergan-Opfer, genauer gesagt die inszenierten Bilder von ihnen nun hässlich findet oder nicht, entscheide doch jede/r für sich. Aber besser nicht öffentlich - wegen des Respekts.
Und wegen der politcal correctness.

Vielleicht ist es auch exhibitionistisch, so einen Körper vorzuzeigen - ich sehe dieses Wort offensichtlich wertfreier als du.
Ach Gottchen, jetzt also das sattsam bekannte, stinklangweilige "Ich versteh das Wort aber ganz anders als Du."?
Na, wenn es denn mal wieder sein muss:
Exhibitionismus ist eine klar definierte psychische Störung, offiziell als behandlungsbedürftig anerkannt, ICD-Code ICD 10 F65.2.
Die Zur-Schaustellung eines Exhibitionisten ist also kein:
"Schau, so sehe ich aus. Ich finde mich schön und Du bist es auch."
Exhibitionismus ist auch kein leicht frivoles Ausleben der eigenen Eitelkeit.
Wer also diesen Begriff benutzt, weiss oder sollte wissen, dass er damit ein Negativwertung vornimmt.
Und damit haben wir's dann bei Schopf:
Die Nackt-Photos mit den Contergan-Opfern funktionieren vielleicht, wenn es darum geht, den gängigen Schönheitsbegriff in Frage zu stellen. Ich bezweifle es, denn sie laufen quasi "außer Konkurrenz".
Aber sie versagen meines Erachtens, wenn es darum geht, den mitunter seltsamen individuellen Umgang mit dem gängigen Schönheitsbegriff und dem individuellen Körperhader oder Körperstolz offenzulegen.
Denn die meisten Menschen sehen die Nacktphotos der Conterganopfer und reagieren pflichtbewusst moralisch einwandfrei oder auch nur politisch korrekt:
"Ja, auch so können menschliche Körper aussehen."
Und viele denken höchstwahrscheinlich:
"Wenn die grausame Keule pharmakologisch bedingter Missbildung zugeschlagen hat - die sind logischerweise keine Vergleichsobjekte für mich."
Aber sobald diese Menschen, auch Du, wieder Nacktphotos von "ganz normalen Menschen" sehen, springt -von politischer Korrektheit ungehindert- ganz automatisch wieder die Vergleichs-/Be-/Verurteilungsmaschine an. Mit den bekannten Maßstäbe und Verlgeichswerten:
a) sich selbst
b) die als schön Anerkannten
Eben deshalb wirken diese NUR-Photos von "ganz normalen Frauen" so subversiv. Mensch meint, hier dürfe er ruhig vom Leder ziehen.
Darf er auch - kein geschriebenes oder ungeschriebenes Gesetz verbietet es.
"Wenn man das anschauen darf, darf man es auch niedermachen."
Genau das ist es aber, das trauige Phämonmen:
Ein Mensch sieht einen Menschen und vergleicht ihn sofort mit sich.
Da wird genau geschaut und genau verglichen:
Hintern, Brüste, Muckis, Schwanz, Cellulite, Haare, Zähne etc.
Und dann wird beurteilt: Zu klein, zu groß, zu krumm, zu dick, zu dünn, hängt zu sehr, "Iiiieh, Haare" (Scham oder Achsel), oder "Oooooooh Haare!" (Kopf), Piercings, Tatoos - "Wie eklig" oder auch "Heisssssssssssssssssss", wie schön, wie abturnend etc. usw. pp. ff.
Falls es nicht klar herausgekommen ist:
damit meinte ich auch Dich und mich, Visual.
Zitat von Kistenkumpel
Stellvertretend für Millionen Andere, hier und überall.
Die Subversion des Projekts funktioniert hervorragend, ohne dass ich weiss, ob die Herausgeber diese Bildbandes sich dieses subversiven Potentials überhaupt bewusst waren oder sind oder es gar so geplant hatten.
Es geht mir nicht darum, Dich persönlich an einen Pranger zu stellen, denn x Millionen Andere, auch ich, agieren zumindestens zu Beginn der diesbezüglichen Reflektion ganz genauso.
Damit sind wir TäterInnen und Opfer in Personalunion.
Auf die Frage, wie mensch diesen Körper- und Beautyfetisch begegnen könnte, gehe ich gesondert ein, da dies wirklich weit vom Ausgangsthema ist im SInne von "Das wird der TE konkret nicht mehr nützen.".
Cheers,
KKGeändert von Kistenkumpel (04.09.2013 um 10:56 Uhr)
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04.09.2013, 10:55
AW: Äußerlichkeiten
Und was kann man nun generell tun, wie wollen wir mit dem Körper- und Schönheitswahn umgehen?
Das wird teilweise schon gemacht, sogar gut, wird aber nicht wirklich Besserung bringen.
Zitat von Inaktiver User
Du siehst doch hier: die Leute wissen genau, wie es funktioniert und warum es gemacht wird - und dennoch wirkt es.
Zudem finde ich es lächerlich, was die Kindertagesstätten, Schulen und Horte heute noch alles leisten sollen und müssen - allemal bei den mickerigen Budgets, die denen für ihre Arbeit zugestanden werden.
Gerade diese sehr intimen und schambesetzten Themen gehören in ein wesentlich geschützteres Umfeld, idealerweise das einer intakten Familie, eines intakten sozialen Umfeldes.
Siehe auch Sexualkunde - die steht seit über 40 Jahren in den Lehrplänen, aber bei den sozial verwahrlosten Kindern kommt es immer noch zu heftigen sexuellen Übergriffen und ungewollten Schwangerschaften.
Ich halte die Sendung mittlerweile für weit harmloser als angenommen.
Zitat von Inaktiver User
Ich kenne eine Reihe Teenie-Mädels, die sich die Show Non-diet-Coke-trinkender- und Full-fat-Kartoffelchips-futternderweise zusammen ansehen und die erbärmlichsten Aussprüche der "schönen Hohlen", insbesondere der "Chefschnepfe" Klum, zu geflügelten Worten einkochen.
Auch die dort zu sehenden Körperlichkeiten werden beileibe nicht so platt idealisiert, wie auch ich mal befürchtete. Dazu sind zumindestens die meisten Kinder und Jugendlichen in meinem Umfeld zu sehr an eine wirklich gesunde Lebensführung gewöhnt. Es kennen auch einfach zuviele Kinder heute eine/n Magersüchtigen und das damit verbundene Elend persönlich.
Nein, schlimmer sind die subversiven Indoktrinationen und Zwänge.
Da wirbt beispielsweise die Brigitte damit, die Modestrecken nicht mehr mit Models, sondern normalen Frauen zu photographieren. Und was für normale Frauen sind das dann?
Handverlesene Ausnahmeschönheiten, die der Betrachterin nicht einmal mehr den Rückzug darauf erlauben, dass es sich hierbei um professionelle Schönheiten handelt. Da ist die Botschaft dann wirklich:
"Tja, den Body könntest Du auch haben, wennn Du nur hart genug "an Dir" arbeitest."
Ich glaube, dass gerade die "harmloseren", vermeintlich weniger hart am Körperideal segelnden Frauenmagazine wesentlich mehr zu diesm fatalen Schönheits- und Körperwahn beitragen als die extremen Body-Beauty-Boutiquen-Blätter.
Was aber sowieso immer bleiben wird, sind die haarfeinen Spitzen und rasiermesserscharfen Kommentare in den Schulklassen, Umkleideräumen, im Schwimmbad etc. Und die tun nicht nur richtig weh, die wirken auch um ein vielfaches stärker als jedes Modelphoto.
Da helfen m.E. nur Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit vertrauter und vertrauenswürdiger Erwachsener. Als Töchter- bzw. Schulkameradinnenpapa und Nichtenonkel bin ich immer wieder erstaunt, welches Gewicht meine Haltung in, meine Meinung zu, mein Umgang mit insbesondere "Körper-Fragen" haben.
Von nichts und niemandem lernen Menschen so leicht und so gern wie von einem selbst gewählten Vorbild.
Was jedoch diesen Einfluss angeht, schlagen wir alle als Eltern, Verwandte, Nachbarn, Freunde oder Lehrer jede Heidi Klum, jede Daniela Katzenberger, jede dieser "Ikonen" locker um Längen, wenn wir denn in den Ring steigen.
Dabei geht es alleridngs nicht um plattes "Alles-schön-finden", sondern um respekt- und liebevolle Ehrlichkeit.
Is' aber auch mal anstrengend.
Wer also keine Kinder erziehen will und/oder kann, soll eben keine zeugen. Und wer mit Kinder nicht menschlich umgehen kann oder will, soll halt die Klappe halten und Finger von ihnen lassen.
Um ein Kind großzuziehen, sind gemeinsam kooperativ erziehende Eltern schon mal ein netter Anfang, aber tatsächlich braucht man eben wirklich ein ganzes Dorf - etwas, was die achso "Erste Welt" von der vermeintlich "Dritten" lernen könnte.
In knapp drei Wochen wird übrigens mal wieder gewählt.
Schaut doch mal, wem ihr wirklich glaubt bzw. zutraut, etwas Positives und Sinnvolles in diesem Sinne zu versuchen.
Ich höre immer "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist soooooooooo wichtig." Ist sie auch, aber warum muss dann noch im Ernst darüber gestritten werden, ob rauen und Männer gesetzlich garantiert und staatlich durchgesetzt die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit bekommen sollen?
Waru dann nicht einen gesetzlich garantiert und staatlich durchgesetzten Mindestlohn, von dem mensch wirklich leben kann (und nicht € 8,50 die Stunde, €1.360,00 brutto monatlich, € 1.085,00 netto plus € 184,00 Kindergeld bei 40/Woche, LSK 3, 1 Kind - was für ein zynischer Witz ist das denn?)
Ich höre immer "Bildung ist sooooooooooooo wichtig." - und warum wird dann für jedem Dreck bereitwilligst mehr Geld ausgegeben als für Bildung?
...

Pardon me, I'm drifting.
Hoffe aber dennoch, angeregt zu haben.
KKGeändert von Kistenkumpel (04.09.2013 um 11:41 Uhr)
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04.09.2013, 11:25Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Das erwähnte ich schon. Ich meinte die Ausweitung des Schönheitsideals auf die Karriere - oder zumindest die Suggestion davon. Frühere Fabrikarbeiterinnen mussten nicht schön sein, heute gibt es sogar Statistiken darüber, dass Männer mit vollem Haupthaar eher Karriere machen als solche mit einer Glatze.

Das Thema "Aussehen" hat im beruflichen Bereich in den letzten Jahrzehnten generell zugenommen.
Dem stimme ich zu.
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04.09.2013, 11:49Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Gerade deswegen erstaunt es mich, dass sie ihn in einem Buch bzw. einer Website zeigen. "Nicht verstecken" würde bedeuten, dass sie FKK praktizieren. Sich nicht verstecken bzw. das eigene Bild in einem Medium zu veröffentlichen, sind, wie du schon schreibst, zwei verschiedene Dinge.
Und ich habe dir meine Erklärung angeboten - die du offensichtlich nicht akzeptierst: Einen normalen nackten Körper in einem öffentlichen Medium zu präsentieren, hat mE. keine gesellschaftliche Relevanz, weil "Normalität" überall zu sehen ist.
Wenn ein Contergan-Opfer sich selbst und seine Mitstreiter so zeigt (die Fotos sind im übrigen viel dezenter als in dem erwähnten Portal, bei den Contergan-Opfern sind keine Genitalien zu sehen), hat das sehr viel mehr gesellschaftliche Relevanz. Es geht um die öffentliche Akzeptanz versehrter Körper und um das Aufzeigen der Hybris von Medizin.
Gut, dann nehme ich dieses Wort zurück. Ich verwendete es im umgangssprachlichen Sinne.
Das ist zu kurz gegriffen. Sie funktionieren dort, wo es darum geht, gesellschaftliche Akzeptanz für anders aussehende Körper einzufordern.
Der ganze Tamtam um den Schönheitsbegriff verblasst angesichts der Tatsache, dass es Menschen gibt, die mit ganz anderen Körpern geboren wurden.
Fotostrecken wie die erwähnte bewegen sich innerhalb des üblichen Diskurses über Schönheit. Es geht um ein Aussehen, das völlig normal ist: Breite Hüften, Hängebrüste.....indem das überhaupt erwähnt und nicht einfach für selbstverständlich genommen wird, ist es affirmativ und nicht geeignet, diesen Diskurs zu beenden. Es füttert ihn nur noch.
Richtig, und so halten sie diesen völlig absurden Diskurs am Laufen.
Es ist eben nicht subversiv, das ist mein Hauptkritikpunkt. Wie sagte jemand mal so schön: Opposition ist die maulende Abhängigkeit von den herrschenden Thesen.
Jemand, der überhaupt auf die Idee kommt, er müsse ein Foto seines normalen, gesunden Körpers veröffentlichen, um gegen das herrschende Schönheitsideal aufzutreten, demonstriert damit vor allem eines: Dass er selbst dieses Ideal völlig verinnerlicht hat. Er trägt dazu bei, dieses Thema weiter am Laufen zu halten.
Man muss solche Körper nicht als "normal" präsentieren, sie SIND normal.
Ich fände es sehr viel sinnvoller, diese Art von Diskussion nicht mit Büchern, Internetportalen etc. weiter anzuheizen. Es gibt inzwischen sogar eine Seite, auf der Mütter mit Fotos demonstrieren, was die Schwangerschaft ihrer Schönheit "angetan" hat. Das ist doch einfach pervers, denn das alles ist völlig normal.
Das Beispiel mit den Conterganopfern zeigt, wie lächerlich es ist, dass gesunde Menschen mit einem völlig normalen Körper so viel Zeit und Energie darauf verschwenden, sich zu fragen, ob ihr Körper "richtig" ist.Geändert von Inaktiver User (04.09.2013 um 12:10 Uhr)
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04.09.2013, 12:22
AW: Äußerlichkeiten
Diese Akzeptanz ist leicht zu erreichen.
Denn jeder wird denken: "Die können ja nichts dafür, dass sie so aussehen."
Plus "Und vermutlich würden die auch lieber so aussehen wie ich - oder, wo wir schon am Wünschen sind, wie Brad Pitt."
Mit derselben Methode wird versucht, beispielsweise Hartz-IV-Empfängern Dankbarkeit abzupressen und/oder sie mundtot zu machen:Der ganze Tamtam um den Schönheitsbegriff verblasst angesichts der Tatsache, dass es Menschen gibt, die mit ganz anderen Körpern geboren wurden. ...
"Den armen Menschen in der Dritten Welt geht es noch viel schlechter als euch."
Welchen Diskurs diese Bilder hier entfacht haben (und wer nach anfänglicher "Begeisterung" auf einmal ganz schweigsam geworden ist), könntest Du selbst erkennen.Fotostrecken wie die erwähnte bewegen sich innerhalb des üblichen Diskurses über Schönheit. Es geht um ein Aussehen, das völlig normal ist: Breite Hüften, Hängebrüste.....indem das überhaupt erwähnt und nicht einfach für selbstverständlich genommen wird, ist es affirmativ und nicht geeignet, diesen Diskurs zu beenden. Es füttert ihn nur noch. ...
Willst Du aber ncht.
Auch ok - meine Erklärung dafür findest Du hier.
Man muss also auch Diebstahl nicht gesetzlich verbieten, weil sowieso jeder weiss, dass Klauen fies ist?... Man muss solche Körper nicht als "normal" präsentieren, sie SIND normal. ...
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04.09.2013, 13:12Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Spar dir diese Unterstellungen.
Ist Diebstahl für dich also normal? So, wie diese Körper normal sind? Oder soll man diese Körper verbieten, weil sie so unnormal wie Diebstahl sind? Mir erschließt sich der Sinn deiner Analogie nicht.
Die in der Website gezeigte Körper sind alltäglich. Wenn man anfängt, das Normale zu pathologisieren bzw. es für "subversiv" hält, deren Normalität als solche extra zu betonen, zeigt das nur, wie weit jemand das Denken der Schönheitsindustrie bereits verinnerlicht hat, dass er es bereits für geltende Norm hält.
Subversiv kann man nur einer Sache gegenüber sein, die bereits etabliert ist, deren Ordnung sich durchgesetzt hat. Es wäre schlimm, wenn alle Menschen in unserer Kultur diese perversen Schönheitsideale bereits als Leitidee anerkennen würden.
Ich gehe davon aus, dass für die meisten Menschen der gesunde menschliche Körper in allen seinen Varianten das Normale ist. Normalität muss man aber nicht extra betonen, sie ist selbstverständlich.
Mag sein, dass die Fotos "gut gemeint" waren. Sie stützten aber genau die Thesen, die sie zu bekämpfen meinen.
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04.09.2013, 13:22
AW: Äußerlichkeiten
Sieht denn auch jemand das Schöne in den Bildern der "normalen Frauen"?
Oder das Alltägliche?
Oder den Hammerkontrast zwischen dem nackten Körper und der Edelstahlküche oder dem unspektakulären Regal-Sekretär-Bücher-Gerümpel-Hintergrund?
Oder das, was andere Mut nennen, das überhaupt zu tun?
Die Überwindung?
Die Anonymisierung?
Die Präsenz?
Die Nacktheit?
Die Verletzlichkeit - gerade im Bild mit den Piercings?
Mein Tipp: Besser schauen und einlassen, weniger Ablenkungsgelaber.
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04.09.2013, 14:15
AW: Äußerlichkeiten
Ich persönlich halte die Bilder nicht für repräsentativ für das "Normale" in seiner Allgemeinheit.
Sie zeigen Frauen, die bereit sind, sich so zu präsentieren. Die damit selber vielleicht etwas aussagen und bewirken wollen.
Diese Frauen sind im Schnitt dicker und tätowierter als die Menschen meines Umfelds oder besser: als die Menschen meiner verschiedenen sozialen Umfelder (Job, Hobby, Fitneßstudio). Ich vermute, daß hinter der Entscheidung zu einem Tattoo eine gewisse Geisteshaltung steckt: sei es nun, sich persönlich ausdrücken zu wollen, der Hang, sich darstellen zu wollen, angeschaut werden zu wollen oder eben auch sich nicht drum zu scheren. Das meine ich explizit nicht negativ.
Ich sage nur: es ist nicht die allgemeine Durchschnitts-Normalität.


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