Es sind 10 Bilder mit 12 Frauen.
Davon haben 5 weniger als Kleidergröße 42.
Eine hat oben 38 , unten 42/44.
Eine oben 40, unten 42.
Eine vielleicht 44/46.
Eine 42/46.
3 42-46.
Das ist ziemlich genau der Durchschnitt, der liegt nämlich bei 42/44.
Tätowiert sind gerade Mal 5 von 12.
Miit der definierbaren "Geisteshaltung", die zu Tätowierung und "sich gerne zeigen" führen soll, wäre ich sehr vorsichtig.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 130
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04.09.2013, 14:47
AW: Äußerlichkeiten
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04.09.2013, 14:55Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Das hat etwas sehr Ironisches.
Auch die Posen sind teilweise so, dass man eher an eine Parodie glauben könnte: Da kniet eine nackt auf der Küchenarbeitsfläche, eine andere sitzt auf dem Küchenboden, hinter sich ein Lebensmittelregal, drei Frauen gucken erwartungsvoll aus dem Fenster.....
Diese Fragen nach den Bildern selbst und deren Inszenierung fände ich auch spannender als die Verkürzung auf das Thema Schönheit. Das Thema "Menschen in ihrem Ambiente" ist ein klassisches Thema der Dokumentarfotografie.
Aber das ganze Projekt wurde vom Stern offensichtlich schon in eine bestimmte Richtung aufgezogen. Der Text: "Das Fotoprojekt "Nu" feiert die reine Schönheit der Weiblichkeit - gegen den Strom" legt schon eine bestimmte Betrachtungsweise nahe. So wurde es in Posting 10 auch in diesem Strang zitiert.
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04.09.2013, 15:02
AW: Äußerlichkeiten
Somit wäre wohl bewiesen, dass die Medien die Meinung machen und die meisten einfach unreflektiert mitplappern.
Wobei ich tatsächlich viel weiblich Schönes sehe.
Die drei Grazien am Fenster mag ich am liebsten. Die mit dem goldenen Armreif ist wunderschön, die Rauchende wild-schön, die am Küchenboden lacht sehr schön und viel Humoriges ist auch dabei, ja. Die Jubelnde vor ihrem Wohnambiente mit den Frauenbildern an der Wand z.B.
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04.09.2013, 15:20Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Durchaus. Bilder sind fast immer vieldeutig, man kann sie aus vielen verschiedenen Richtungen lesen und interpretieren. Die Medien geben durch den Begleittext immer eine bestimmte Lesart vor.
"Nachplappern" finde ich zu hart: Wer hat schon die Zeit, alles, was er in den Medien sieht, genau zu hinterfragen und gegen den Strich zu bürsten.
Ausserdem kann man auch die Textvorgaben diskutieren, die ein bestimmtes Medium vorgegeben hat - das machen wir hier gerade
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04.09.2013, 15:31
AW: Äußerlichkeiten
Wenn ich das richtig sehe, dann hat der Stern doch sowieso eine (sehr kleine) Vorauswahl getroffen von diesem Projekt:
The Nu Project | Nude Photography by Minneapolis Photographer Matt Blum
Dort sind sechs verschiedene Gallerien mit hunderten von Fotos zu sehen - ganz offensichtlich von Frauen aus Süd- und Nordamerika.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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04.09.2013, 15:43
AW: Äußerlichkeiten
Was mich nervt an dem Projekt, ist die Botschaft, die bei mir ankommt: Frauen sind normalerweise dick - dicke Frauen sind schön.
Es gibt sicherlich schöne dicke Frauen und häßliche dünne, aber mich ärgert die Darstellung von Dicksein als positive Abweichung von der Norm. Geht ja auch niemand daher, lichtet Magersüchtige ab und behauptet, die seien die positive, schöne Abweichung.
Ich meine Magersüchtige, die so übertrieben mager sind, wie manche Frauen auf diesen Photos sehr dick. Normale Models fallen da definitiv nicht drunter. Und die gephotoshopten Models und Frauen, die uns in der Werbung als Schönheitsideale präsentiert werden, sind keine Laufstegmodels, sondern normalgewichtig. Unterwäsche, Bademode, Make-up, Parfum... keine Magermodels.
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04.09.2013, 15:46Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Zum einen sind nicht alle Frauen auf den gezeigten Fotos dick, zum anderen sind auch Bademodenmodels etc. nicht normalgewichtig, sondern deutlich unter dem Durchschnitt, dann halt nicht um die 25% dünner, wie die Laufstegmodels, sondern "nur" 15% - aber "normal" ist bei denen gar nix.
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04.09.2013, 15:47Inaktiver User
AW: Äußerlichkeiten
Es liegt doch im Bereich des Möglichen, dass die Frauen sich deswegen in einem Medium zeigen, das weitere Verbreitung findet, weil es ihnen u.a. ein Anliegen ist zu zeigen, dass das Aussehen des menschlichen Körpers, welches in den Medien zum erstrebenswerten Ideal erhoben wird, in der Mehrheit nicht der Lebenswirklichkeit entspricht.
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04.09.2013, 15:52
AW: Äußerlichkeiten
Diebstahl ist als menschliche Handlung allerdings normal im Sinne von:
hat es immer gegeben, gibt es, wird es immer geben.
Darum hat es immer, gibt es und wird es immer Geesetze geben, die ihn sanktionieren.
Wünschenswert ist Diebstahl nicht - aber dieser "common sense" alllein genügt nicht.
Wünschenswert ist auch das gängige Schönheitsideal nicht - aber sich einfach darauf zu verlassen, die Menschen würden schon merken, dass es vollkommen unmenschlich ist, sie zu unmenschlichen Handlungen gegen sich und Andere verleitet, das genügt ebenfalls nicht.
Daher halte ich die Präsentation des wirloch Durchschnittlichen, Normalen für einen guten Kontrapunkt.
Plus eben der Subversion, dass sie an diesen Bildern zunächst einmal genau das entzündet, was sich eben auch an den normalen Körpern entzündet, die auf der Strasse, im Schwimmbad., in der Umkleidekabine zu sehen sind: der vermeintlich normale "Körper-Vergleichs-/Be-/Verurteilungs-Reflex".
So kann dieser thematisiert werden - wenn sich denn Menschen auf dieses Thema einlassen.
Das von der "Schönheits"-Industrie propagierte Ideal ist gültig im Sinne von wirksam, wenn auch nicht alleingültig.Die in der Website gezeigte Körper sind alltäglich. Wenn man anfängt, das Normale zu pathologisieren bzw. es für "subversiv" hält, deren Normalität als solche extra zu betonen, zeigt das nur, wie weit jemand das Denken der Schönheitsindustrie bereits verinnerlicht hat, dass er es bereits für geltende Norm hält.
Subversiv kann man nur einer Sache gegenüber sein, die bereits etabliert ist, deren Ordnung sich durchgesetzt hat. Es wäre schlimm, wenn alle Menschen in unserer Kultur diese perversen Schönheitsideale bereits als Leitidee anerkennen würden. ...
Das sieht man doch daran, dass so viele Menschen diesem Ideal hinterherjachtert
Ob ich das persönlich diesem Ideal verpflichtet bin oder nicht, spielt keine Rolle.
Tue ich nicht und weiss auch nicht, woraus Du das schliessen zu können meinst.
Ich hatte weiter vorn mal Dinge erwähnt wie gleichen Lohn für gleiche Arbeit oder eine der Wichtigkeit der Aufgabe angemessene Finanzierung von Buldung.Ich gehe davon aus, dass für die meisten Menschen der gesunde menschliche Körper in allen seinen Varianten das Normale ist. Normalität muss man aber nicht extra betonen, sie ist selbstverständlich.
Ist doch völlig normal.
Aber nicht gegeben.
Wie gesagt, schon diese Diskussion hier zeigt, dass Du irrst.... Mag sein, dass die Fotos "gut gemeint" waren. Sie stützten aber genau die Thesen, die sie zu bekämpfen meinen.
Du wirst wissen, was dieser Irrtum Dir persönlich nutzt.
Ich muss das nicht verstehen und habe keine Lust, ihn Dir zu korrigieren.
Zu mienen, das wisse ja jeder, darüber bräuchte man nicht zu besprechen, das wäre ja eh klar, ist die perfekte Strategie, alles beim Alten zu belassen.
Und all die, die dieses Schönheitsideal in einem Maße verinnerlcht habne, das sie schädigt, wie beispielsweise die TE, haben das doppelte Nachsehen:
Ersten leiden sie darunter, wann und wie auch immer motiviert einem unmenschlichen Ideal anzuhängen.
Und thematisiert werden darf das Leiden, seine Ursache und seine KOsnequenzen nicht, denn das wird von Menschen wie Dir als bereits Kapitulation vor diesem Ideal diffamiert.
Super - schöne neue Welt.
Du meinst anscheinend, dass Übel wäre die Flut gestellter, bis zur Unkenntlichkeit editierten Photos von Ausnahmeschönheiten.
Ich sage, die würden niemals solche Wirkung entfalten, wenn es nicht ein ganz anderes Übel gäbe:
die Lust und Gier des Menschen, in irgendeiner HInsicht besser, schöner, reicher, mächtiger, klüger, [younameit] als andere zu sein.
Oder sich zumindestens im Vergleich mit Anderen zu erhöhen, welcher eben auch die Last beinhaltet, in so manchem Vergleich den Kürzeren zu ziehen.
Das Übel ist, nicht mehr sehen zu können, was da wirklich ist, vielleicht auch etwas zu fühlen.
Sondern direkt vergleichen und beurteilen zu müssen.
Besser/schlechter, größer/kleiner, älter/jünger ... Gewinner oder Verlierer.
Dass Dir diese Aktion nicht [was auch immer] genug ist, sei Dir unbenommen..
Aber Argumente zu konstruieren, um sie (die Aktion, die Initiatoren, die abgebildeten Frauen) als willfährige oder auch nur naive Helferlein bei der Zementierung des von "Schönheits"-Industrie propagierten Körperideals zu diffamieren, halte ich für böswillig.
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04.09.2013, 15:53
AW: Äußerlichkeiten
Dieser Eindruck bestätigt sich aus meiner Sicht nicht, wenn du die Fotos in der Gesamtschau vom Original-Projekt ansiehst.
Im Übrigen: was heißt schon, dass dich die Botschaft nervt, "Frauen sind normalerweise dick" wie du schreibst ...
Realität in Deutschland bspw. ist nun mal, dass ca. 67% der Männer übergewichtig oder adipös sind, für die Frauen gilt das für ca. 53% wenn ich da richtig informiert bin.
Richtig schlank ist sowieso nur eine (deutliche) Minderheit, egal ob Mann oder Frau.
VanDyckGeändert von VanDyck (05.09.2013 um 14:55 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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