Auch ich bin direkt nach dem Studium ins Ausland. Jedoch war es weniger eine Flucht ins Ausland, denn eine Sehnsucht nach Land und Leuten, die ich zu einem grossen Teil bereits kannte.
Vom Job her ging es mir aehnlich, d.h. der Arbeitsmarkt war fuer Absolventen meines Studienfaches einfach greulich. Ich musste mich umstellen, und das klappte dann auch.
Glaube bitte nicht, dass du mit 30 irgendwo "ankommst". Diese Veraenderungen und harte Entscheidungen werden dich wahrscheinlich ein Leben lang begleiten. Ja, du hast Moeglichkeiten vergeben, die du ebenso nicht wieder aufholen kannst. Aber das ist schlicht und einfach das Resultat davon, dass du dich fuer irgendetwas entschieden hast.
Mir half es immer, diese kleinen Krisen als Chance zur Veraenderung zu sehen.
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27.08.2013, 14:49Inaktiver User
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
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27.08.2013, 15:34
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
Ist mir ein bischen zu plump andere zu beschuldigen.... in deinem Fall Männer.
Ich habe studiert bis ich 27 war, bin mit 31 ins Ausland, sollte nur 1 Jahr werden, bin nun seit 13 Jahren hier, inzw 43 Jahre alt. Ich finde deinen Post etwas befremdlich. Du kannst doch noch viel machen... du bist ungebunden, hast keine Kinder. Dann geh doch jetzt ins Ausland.
Du schreibst wie eine alte Frau. Und der Berufseinstieg kann doch auch sehr spannend sein.
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27.08.2013, 15:45
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
ohje.. jetzt hat es gerade meinen ganzen Beitrag gelöscht, weil ich nach so viel schreiben bereits wieder abgemeldet war :/// ich kann nicht alles nochmal schreiben ..
aber was ich schreiben möchte:
ich denke es wird sich schon sehr viel verändern, jmd. hatte geschrieben, dass wenn sich x verändert, das nix heißen muss. Aber x ist nicht nur x sondern viele Dinge. Dazu muss man auch sagen, dass ich mich in den letzten beiden Jahren immens verändert habe. Dadurch kam es überhaupt erst zu dem neuen Hobby und dem Wunsch ins Ausland zu gehen, bzw. "gegangen" zu sein.. ^^ Die Ablösung von diesem Kerl/Kerlen war ein riesiger Veränderungsprozess und am Ende blieb die Feststellung, dass diese mehr die ganze Jugend im Grunde genommen habe oder mehr zum Teil sogar ich mir selbst..
Die Sache X besteht aus folgenden Komponenten:
1. Job (neue Herausforderung, erstes festes Angestelltenverhältnis, nicht Praktikum etc.. sondern mehr Verantw.)
2. Auszug von daheim (Unabhängigkeit, Ablösung aus dem Abhängigkeitsverh. zu den Eltern)
3. Wohnortwechsel und eigene Wohnung (allein) eigene Organisation von allem was zum Leben gehört, und was mir bisher immer abgenommen wurde.
4. Freundeskreis und Bekanntenkreiswechsel
5. eigenes Geld (mehr als 400 Euro das erste mal...so doof es klingt)
Ich denke das sehr viel dadurch gesteuert wurde, dass ich noch hier wohne... ich konnte mich im Grunde nie frei entfalten. Meine Eltern sind auch sehr.. wie soll man das sagen, naja sie wollen alles wissen, jeden Schritt den man macht, es ist sehr eng hier usw. auf der anderen Seite helfen sie einem aber auch bei allem was man macht. Ich habe mich oft eingeengt gefühlt und konnte nie wirklich aus mir heraus, weil ich nie wirklich alleine war, die zeiten in denen ich mal "sturmfrei" hatte.. haben mich persönlich weiter gebracht, auch das klingt wieder doof, aber es ist so. Ein guter Freund behauptet, ich sei in meiner Entwicklung, mit 18 oder so stehen geblieben.
(Exkurs)
Das war der Zeitpunkt an dem ich den ersten Freund hatte, der zugleich ein Narzisst war (6 Jahre bez.).... und ab da an, .. hatte ich nie wirklich zeiten in denen ich allein war, weder daheim noch beziehungstechnisch.. Die letzte BEziehung die ich hatte (ging über 2 Jahre) war dann wie in einem Märchen... nur dass der Märchenprinz halt dann doch das weite gesucht hat und was anderes , jüngeres besser fand als mich.. die Trennung hat mich mehr Kraft gekostet als die vom ersten Freund. Danach war ich jetzt etwa 2 Jahre allein...
(Exkurs Ende)
Und diese Zeit allein, hat meine Persönlichkeit endlich weiter entwickelt.. ich bin jetzt vllt. nnicht mehr auf dem STand von 18, sondern laut meines guten Freundes diese 2 Jahre weiter .. ^^ Ich glaube das ist einer der Gründe warum ich jetzt plötzlich denke: moment... ich bin erst 20... innerlich, ich habe die letzten 10 Jahre verpasst und möchte nochmal zurückspulen. Ich möchte nochmal ins Ausland und das alles machen, was ich durch die miesen Erfahrungen mit den Kerlen verpasst habe. Klar.. eure Beiträge haben mir jetzt sehr geholfen. Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal Dank aussprechen, denn das gibt mir gerade doch noch mal ein bisschen Anschub und Kraft...Geändert von Baptisia_australis (27.08.2013 um 16:11 Uhr)
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27.08.2013, 20:21
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
Es ist alles ok! (sagt eine 50-Jährige, die innerlich ca. 38 ist) Du hast nichts verpasst, was du nicht jetzt machen könntest! Du brauchst nicht zurückzuspulen! Mach einfach alle neuen Schritte nacheinander, vergeb den bösen Kerlen, schnupper Weltenluft, futter Bachblüten oder sowas gegen Flugangst und flieg mal. Geh ganz alleine auf einen Flughafen. Du wirst dich so frei fühlen!
Viel Spaß!!!
see you on be friends online!
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28.08.2013, 00:42
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
ich beschuldige niemanden... ok vllt. kam das vllt. falsch rüber jedoch... denke ich einfach, dass es mir momentan davon reicht und dass ich auch in meinem momentan zustand die falschen Männer anziehn würde,... ich habe all das ganz und gar nicht plump gemeint. der erste post war im grunde eine art hinausrufen.... in die welt, so dass ich vllt. einen Rat erlange.. es ist menschlich sehr unperfekt, das gebe ich zu, jedoch, war es für mich der einzige weg unverbindlich andere meinungen zu hören ohne dass ich mich hier gleich offenbaren muss ...und ich bin wirklich sehr dankbar über die Antworten, sogar über die Antworten, die bissl in die Magengrube gingen... ich brauch ansch, diesen anstoß.Ist mir ein bischen zu plump andere zu beschuldigen.... in deinem Fall Männer.Geändert von Baptisia_australis (28.08.2013 um 00:48 Uhr)
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28.08.2013, 08:46
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
Ich habe deinen Thread ein bisschen verfolgt...
Als ich die Überschrift sah, habe ich zunächst einmal auch an eine 50jährige gedacht.... Finde, du hast bis jetzt gute Inputs bekommen, du hast Ziele, Ideen was du verändern willst und wie.
Aber mach langsam! Eins nach dem anderen, nicht dass du ins Schleudern kommst und wieder in deiner Komfortzone landest so in die Richtung "ich schaffe es nicht".
Du hast viele und gute Pläne - aber alle auf einmal umsetzen schaffst du nicht. Klar Job und Umzug können einander gut bedingen, aber dann auch noch Freundes- und Bekanntenkreis aufbauen etc. Schritt für Schritt.
Ich finde es auch gut, dass du aufgewacht bist, andere kommen ihr Leben lang nicht aus dem Kinderzimmer raus....
Bist du ein Einzelkind?
Wie stehen deine Eltern zum Auszug?
Wie sieht im Moment dein Alltag aus? Ist dieser irgendwie strukturiert? Was machst du so?
Du schreibst, dass du Sport nicht magst... Gar nichts? Wie wäre es mit MP3-Player rein und spazieren gehen oder schwimmen? Es gibt nette VHS-Kurse von Yoga über tanzen... Ist da gar nichts für dich dabei?
Wie sieht es mit Hobbys aus? Außer dem neuen Hobby? Hast du etwas, dass dich begeistert, fasziniert?
ALLES GUTE
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28.08.2013, 09:52
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
Quarterlifecrisis.
Das kam gerade auf, als ich mit 27 eine hatte, weil die gutbezahlte Festanstellung drohte und ich auf einmal die Person mit dem Plan in meinem Umfeld war -- und gar nicht wußte, ob ich all das wollte, und immer noch kein Handbuch für das Erwachsenenleben gekriegt hatte!
. Ich hab so die Erfahrung, daß man jede Änderung und jede neue Gewohnheit erst mal zwischen einer Woche (für völligen Kleinkram wie "ich gehe jetzt zu einer anderen Bushaltestelle") bis zu drei Monaten (neuer Job, neue Wohnung, ...) "einphasen" muß, ehe man das gut genug "kann" um sich auf den nächsten Schritt konzentrieren zu können.
Klingt vielleicht albern, aber bei großen Änderungen schreib ich mir in den Kalender, wann der nächste Schritt fällig wird.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.08.2013, 10:32Inaktiver User
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
Baptisia_australis (ich glaub, ich muß mal googlen),
so geht es mehr Menschen, als Du vielleicht denkst. Ich war auch nie im Ausland. Habe Zeit "verplempert" mit zwei abgebrochenen Studiengängen, bis ich endlich das Richtige für mich gefunden habe. Steuerte nach dem Examen auf Dissertation und Job zu, schmiß dann aus persönlichen Gründen alles hin (da war ich 28) und tue seitdem etwas anders. Nun, mit 31 (schreckliche Zahl!
), kümmere ich mich gerade darum, doch noch das im Leben zu machen, was ich eigentlich will - und schreibe wieder an meiner Dissertation.
Außerdem würde ich auch gern mal ins Ausland. Habe ich auch irgendwie verpaßt - oder vielmehr: ich war damals entwicklungstechnisch einfach noch nicht soweit. Habe auch länger zuhause gewohnt.
So what? Das Leben ist noch nicht vorbei! Schlimm war die Phase des Gefühls, dem Verpaßten und vergangenen Entscheidungen hinterherzuheulen. Aber das Schöne ist: man kann sich immer neu entscheiden! Und für Weniges ist es endgültig zu spät. Auslandsaufenthalte gehören definitiv nicht dazu. Nur eins wirst Du nicht mehr hinbekommen: während Schule oder Studium ins Ausland gegangen zu sein. Du warst noch nicht so weit, es hat sich nicht ergeben. Jetzt willst und kannst Du (bald) auch. Das ist doch toll - Du hast es noch vor Dir!
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29.08.2013, 11:41
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
Ich kann dich sogar ein bisschen verstehen, bin auch vor kurzem 30 geworden und hatte in der Zeit vorher einige Krisen und Zweifel. Verplempert finde ich mein Leben nicht. Aber gerade beziehungstechnisch ist es katastrophal.
Ich habe mein Studium von einigen Jahren schon abgeschlossen, für das Studium war ich auch bei meinen Eltern ausgezogen, naja, nicht nur deswegen, und arbeite seit dem Abschluss im Ausland, eben weil ich es während des Studiums nicht wirklich organisieren konnte.
Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung. Lass dich aber nicht von Anderen beeinflussen, gerade, wenn man sich bewirbt, denkt man an all die Leute, die im Ausland waren, fünf Sprachen sprechen etc. und fühlt sich klein und denkt man kann nichts. Das stimmt aber nicht, sieh die Stärken, du hast dein Studium nicht unterbrochen, warst geradlinig und an Heimatverbundheit ist doch auch nichts auszusetzen.
Es kommen da gerade zwei schwierige Zeiten zusammen, der Abschluss des Studiums und die Zeit um die 30. Versuche doch diese Orientierungsphase zu nutzen und belohne dich für das abgeschlossene Studium, du könntest vielleicht auch einfach einen Sprachkurs machen und gehst für zwei Monate in ein Land deiner Wahl, lebst dort, lernst die Sprache, reist ein bisschen herum, lernst Leute kennen und vielleicht ergibt sich sogar eine Möglichkeit zum Arbeiten, wer weiß. Versuche es! Wenn es nichts für dich ist, dann ist das so!
Nicht jeder ist dafür geschaffen die Welt zu bereisen und für viele Jahre im Ausland zu leben. Jeder lebt ein einzigartiges Leben, auch wenn man von den Medien eingetrichtert bekommt, dass dazu Erfahrungen im Ausland und derartiges gehören.
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29.08.2013, 12:55Inaktiver User
AW: Ich habe im Grunde mein Leben verpasst...
Ohne nun alle Antworten gelesen zu haben.
Wenn Du so ein Gefühl hast, dann ist das zuerst einmal ok. Dein Empfinden solltest Du ernst nehmen und vor allem sehen, daß Du es definieren kannst- das ist schonmal richtig gut!
Dann bleiben Dir nun zwei Möglichkeiten:
1. setz Dich hin und klage, jammere und bemitleide Dich....-> schade um die vertane Lebenszeit
oder
2. frage Dich, wie der Weg nun für Dich weiter geht-> was Du ja offensichtlich nun auch tust
Wir wissen nicht, was wir wollen oder können, wenn wir nicht erst in Situationen gebracht werden, in denen wir gefühlt müssen.
Erst durch Schatten erkennt man Sonne- erst wenn ein Reiz gross genug ist wird er wahrgenommen und dann auch gehandelt.
Was war- getan worden ist- warst DU. Das IST einfach so und weder gut noch schlecht.
Du bist keine 20 mehr und Du HAST Lebenserfahrung....vielleicht nicht im Ausland, vielleicht nicht durch verschiedene Jobs-- aber in Bezug auf Dich und was Du kannst/willst.......das ist SEHR viel Wert!!!
Unterschätze das nicht- vermutlich wirst Du irgendwann heilfroh sein, daß Du "schon mit 30" so gut von Dir erkannt worden bist, daß Du ab da DEINEN Weg gehen konntest.....reflektierter und freier!
alles Gute
kenzia


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