Halbmondin,
Du schaust zu sehr (nach meinem Empfinden) auf die negativ empfundenen Dinge in Deinem Leben. Du fühlst Dich schwach, ausgegrenzt, erfolglos.... auch wenn es vielleicht gar nicht so ist, Du empfindest es so und es geht Dir nicht gut damit.
Versuche mal folgendes (wenn es nicht klappt, hast Du absolut nichts verloren, also Mut!!!)
Setz Dich abends 5 -10 Minuten hin und schreib Dir auf oder rufe Dir ins Bewußtsein, worüber Du Dich an diesem Tag gefreut hast, an welcher Stelle Du stolz auf Dich warst (Eigenlob stinkt dabei NICHT). Das können Klitzekleinigkeiten sein. Halte das ein paar Wochen konsequent durch. Du wirst sehen, es summiert sich.
Du siehst plötzlich auf dem Papier: DAS ist mir gelungen, DAS habe ich geschafft (obwohl ich solche Angst davor hatte o.ä.) - das hebt das Selbstbewußtsein und steigert Deine Kraft, diesen Weg weiter zu gehen und Dinge/Bekanntschaften, die Dir nicht gut tun, nach und nach abzuschaffen und vieles Destruktive durch Positives/Konstruktives zu ersetzen.
Ich weiß, das hört sich sehr theoretisch/therapeutisch an. Ist es aber gar nicht. Es ist eigentlich ganz praktisch und einfach. Ich habe es auch erst auf Anraten ausprobiert. Mir hat es geholfen und ich führe es inzwischen aus Gewohnheit weiter. Es tut mir gut, gerade an total miesen Tagen (die jeder immer mal hat) in meinem "Erfolgsbüchlein" nachzulesen.
Wichtig ist auch:
Akzeptiere kleine Schritte. Viele davon sind besser und stabiler, als ein zu großer, bei dem Du stolperst.
Und wenn Du mal stolperst... macht nichts: Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen.
Du änderst Dein Leben und Deine Einstellung nicht an einem Tag, die Welt veränderst Du sowieso nicht. Es gibt keinen Schalter, den Du *klick* umlegen kannst. Aber das ist kein Grund, da zu verharren, wo Du jetzt bist und Dich unwohl fühlst. Gib Dir Zeit.![]()
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Ergebnis 11 bis 20 von 87
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21.07.2013, 00:08
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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21.07.2013, 00:12
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21.07.2013, 00:47
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
Was ist denn das "richtige" Leben?
Das ist doch für jeden etwas anderes.
Für den einen ist es Familie (Mutter, Vater, Kind). Oder der Mega-Erfolg im Beruf. Oder ein pralles Konto.
Für andere ist es ein größtmögliches Maß an Freiheit, ohne familiäre oder andere verpflichtende Verbindungen.
Das Gras des Nachbarn erscheint immer grüner. Ist es aber meistens gar nicht.
Schau auf das, was Du hast - nicht auf das, was andere (vermeintlich) haben.
Ob die immer glücklicher sind, sei auch erst mal dahingestellt.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. (Altes und vermeintlich altmodisches Sprichwort, aber trotzdem so sehr wahr.)
Schau: Du hast ein Kind, das Du liebst und das Dich liebt.
Darum beneiden Dich sehr viele andere Frauen, die keines haben, auch keines bekommen können und sehr darunter leiden.
Ich kann auch viele Dinge finanziell nie erreichen. Jeder hat Wünsche, die er nie erreichen wird.Ich kann bestimmte Dinge nicht haben und werde sie finanziell auch nie erreichen können.
Insofern fühle ich mich nach wie vor sehr ausgegrenzt vom "richtigen" Leben.
Ich werde z.B. nie eine Kreuzfahrt auf der MS Deutschland oder meine Traumreise nach Ankorvat machen. Damit habe ich mich abgefunden.
Mein "richtiges" Leben findet hier und jetzt statt. Jeden Tag. Mit vielen kleinen Dingen, die mich erfreuen.
Messe Dein Glück nicht an anderen. Das ist zu oft nur Schein.
Mehr Geld heißt nicht zwangsläufig mehr Glück und weniger Sorgen.
Ogottogott - ich rede wie ein Prediger.
Nein - bin ich nicht.
Ich habe alles das selbst erlernt. Erlernen müssen. Nicht immer auf dem leichtesten Weg.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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21.07.2013, 09:37Inaktiver User
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
alles so unterschreibt.
zum opfer wirst du bzw. machst du dich selbst wenn nur auf die andern schaust.
und dann ihr leben nach deinen masstäben beurteilst. so manches was du bei andern glühend beneidest- durchaus möglich, dass es einem andern menschen nicht diese wertigkeit hat.
bei unzufriedenheit mit dem eigenen leben würde ich mal aus der starre der vermeintlichen opferrolle heraus in die aktivität gehen.
du kannst wegen deinem kind nicht mit andern singles etwas unternehmen? sagt wer. organisiere dir ein betreuungsnetz und unternimme auch mal etwas ohne dein kind.
ich habe hier im forum vor jahren einen satz gefunden, an dem ich lange gekaut habe- aber er stimmt.
wer nicht will - findet gründe.
wer will- findet wege.
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21.07.2013, 10:05
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
ich kenne vieles davon aus meiner eigenen Geschichte, da ich im Prinzip auch allein für mich und mein Kind sorgen musste und mich nie irgendwo zugehörig fühlte. Heute ist das Kind erwachsen und alles ist gut gegangen, trotz Fehler und Schwächen meinerseits. Ich sehe es heute so, dass diese Art von Leben, so bitter es oft war, mich aber genau an meine Punkte, die ich lösen musste, geführt und dort gehalten hat, so dass ich sie nicht verdrängen oder vermeiden konnte und den Umgang damit lernen musste.
Das lösen bzw das Akzeptieren (man kann vieles nicht lösen) war ein langer und kontinuierlicher Weg. Am meisten habe ich in der Tanztherapie kapiert, in erster Linie den achtsamen Umgang mit mir selbst, mir selbst verzeihen zu können und nicht immer alles bewerten zu müssen.
Mir half auch viel das Familienstellen, wobei ich allerdings eine prima Aufstellerin habe, was in dem Dschungel der Angebote nicht so ganz einfach zu finden ist. Außerdem empfehle ich das Leuten, die noch nie mit so was zu tun hatten, nur in therapeutischer Einbindung.
Das, was wir erlebt haben können wir rückwirkend nicht mehr ändern, aber die Bewertung (und damit bis zu einem gewissen Grad auch die Auswirkung) dessen können wir ändern. Und wir können dafür sorgen, dass wir neue Erfahrungen machen. Da finde ich den Gedanken der Stärken ganz wichtig.
Es ist in deiner Situation vermutlich generell schwierig, Anerkennung von Außen zu bekommen. So kenne ich das zumindest von der "Erziehungsarbeit" und den damit womöglich verbundenen Existenzkampf. Und immer nur aus sich selbst schöpfen ist auch nicht die Lösung (kann zu Ausbrennen führen). Es ist deshalb auch wichtig mit Leuten zusammen zu sein, die eine ähnliche Lebenswirklichkeit haben (du kannst z.B. mit dem Verein Alleinerziehender kontakten) und sich darin gegenseitig unterstützen und anerkennen. Natürlich nicht nur ausschließlich, die Gefahr, dass man dann im gemeinsamen Sumpf sitzt und jammert, habe ich leider gerade bei den Alleinerziehenden immer wieder erlebt (nicht in diesem Verein, sondern mehr bei den "isolierten")
Es wird dir vermutlich kein Trost sein, aber vieles, was ich in der 1. Lebenshälfte entbehren musste, kann ich mir jetzt, wo mein Kind groß ist und eigene Wege geht, aufbauen. Nein, Geld wirds wohl weiter nicht sein, aber z.B. Sicherheit und Anerkennung, und das Leben genießen, und vor allem -mich annehmen mit meinen gelösten und auch ungelösten Themen.Geändert von Amelie63 (21.07.2013 um 10:13 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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21.07.2013, 11:30
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
liebe halbmondin, was mir sofort und als allererstes aufgefallen ist: wie du (und das gilt natürlich für jeden menschen!) etwas benennst, zeigt den bewusstsein auf: du verwendest den begriff "opferdasein".
aber: dein da-sein gestaltetst du! niemand sonst, denn du bist ja keine sklavin oder so etwas. versuch doch mal, andere worte für dein dasein zu finden, denn als selbstbestimmter mensch bist du im moment das opfer deines eigenen rollenverständnisses. du bist die regisseurin deines eigenen lebens - vielleicht hilft es dir, dir gedankn über eine andere rolle für dich in deinem leben zu machen? das kann viel lostreten.
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21.07.2013, 12:48
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
So ist es.
Und dem gibt es wenig hinzuzufügen.
Dein Leben mit Deinem Kind empfindest Du nicht als richtiges Leben??
Das ist ein Gefühl der Entfremdung von Dir selbst, oder?
Höchstwahrscheinlich wird Dein Kind das irgendwie spüren, dass Du nicht wirklich in seiner Wirklichkeit präsent bist, und eine Distanz fühlen. Wenn Du Dir und Deinem Leben entfremdet bist, kannst Du Deinem Kind kein Gefühl von Richtigkeit vermitteln. Ich kenn das aus meiner eigenen Biographie.
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21.07.2013, 21:15
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
Statt stolz zu sein, empfinde ich mich als defizitär und schäme mich, so wie gestern, als ich mit 6 wohlhabenden Pärchen am Tisch saß und im Laufe des Abends Nettigkeiten ausgetauscht wurden, Neckereien unter den Paaren. In solchen Momenten empfinde ich einen wahnsinnigen Schmerz, der wie eine Betonplatte auf meinen Brustkorb drückt. Existenzängste spielen mit rein (kann ich meinem Kind alles bieten?) und die Scham, keinen (Ersatz)vater für mein Kind zu haben.
Und, natürlich, das Vermissen von Nähe.
Klar lebe ich ein richtiges Leben, werde aber nirgends aufgefangen, muss immer nur stark sein.
Ich gehöre nicht zu den Familien, bin Außenseiter irgendwie, als Einzige ohne Mann. Ich gehöre nicht zu den Singles, die den ganzen Tag machen können was sie wollen, während ich voll eingebunden bin.
Mir fehlt dieses Dazugehören-Gefühl.
Und ich bin sehr aktiv. Habe viele Kontakte und bin viel unterwegs. Ich tu schon alles, um der Isolation entgege zuwirken. Weh tuts trotzdem und gelingt eben nicht immmer, zu sagen: das packst du.
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22.07.2013, 06:29Inaktiver User
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
so hab ich mich oft auf Gesellschaften gefühlt die ich wegen der Kinder pflegen musste.
Oder auf Elternabenden auf den Gymnasien. Eines meiner Kinder war sogar mal auf einer sogenannten Eliteschule. Da waren vielleicht abgefahrene Typen.
Ich kenne Mütter die da einfach nicht mehr hingingen.
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22.07.2013, 08:28
AW: Raus aus dem Opferdasein, wie macht man das?
ein Grund, stolz zu sein, dass du das schaffst; dich von einem reichen Ehemann finanzieren zu lassen und deinen Tag zwischen Kosmetikerin, Tennisplatz, Nanny und Privatschule rumzukutschieren ist nun wirklich kein Kunststück.
Für die nächsten zwei Wochen gehöre ich tatsächlich zu den Singles, die den ganzen Tag machen können, was sie wollen; aber auch nur, weil ich Ferien habe.Ich gehöre nicht zu den Familien, bin Außenseiter irgendwie, als Einzige ohne Mann. Ich gehöre nicht zu den Singles, die den ganzen Tag machen können was sie wollen, während ich voll eingebunden bin.
Auch für Singles ist das "machen was man will" doch sehr limitiert...
ja, das kann ich verstehen.Mir fehlt dieses Dazugehören-Gefühl.
Lerne, zu dir selbst zu gehören; zu deinem Sohn, deiner Tochter zu gehören. Ihr seid eine Familie. Wer als Single am Abend heinkommt, ist allein.
na also. Das ist doch nicht ein Opferdasein. Das ist ein aktives, gestaltendes Dasein, wo sich vermutlich auch einige fragen "wie schafft die das bloss, das alles zu wuppen? Ich hätte diese Energie nicht..."Und ich bin sehr aktiv. Habe viele Kontakte und bin viel unterwegs. Ich tu schon alles, um der Isolation entgege zuwirken. Weh tuts trotzdem und gelingt eben nicht immmer, zu sagen: das packst du.
grüsse, barbara




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