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  1. Moderation

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    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von Elixia Beitrag anzeigen
    Die Hilfe bestand allerdings hauptsächlich darin seelische Tiefs aufzufangen und ständig Probleme zu erörtern..
    Ich denke, das ist das, was übrigbleibt, wenn alle kleine Gefallen, Geschenke und Aufmerksamkeiten wegoptimiert werden.

    Vielleicht sind wir da irgendwie "dörflich" sozialisiert. Praktische Hilfe, immer und großzügig (die Fähigkeit, zu schenken und zu helfen, ist dörflicherseits eine Hauptquelle von Status), Aufarbeiten des Seelenlebens nur mit Bedacht und am Küchentisch.

    Ich merke gerade, daß ein Buch auf meinem Will-ich-noch-lesen-Stapel zu dem Thema "Austausch und Bindung" vielleicht sehr erhellend sein könnte (*Sortiert es nach oben*)

    @Einzelne: Ich merke schon, daß mich bestimmte Probleme von Freunden total runterziehen. Es fühlt sich genauso an wie ein eigenes Problem, aber ich bin machtlos, es zu lösen. Ich *kann* nicht helfen, nur mitleiden. Das ist ein Feld, wo ein klarer Blick auf die eigenen Grenzen und wie man sie akzeptiert, ein "mehr auf sich hören", ausgesprochen notwendig ist...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen

    Vielleicht sind wir da irgendwie "dörflich" sozialisiert. Praktische Hilfe, immer und großzügig (die Fähigkeit, zu schenken und zu helfen, ist dörflicherseits eine Hauptquelle von Status), Aufarbeiten des Seelenlebens nur mit Bedacht und am Küchentisch.
    Erstaunlicherweise funktioniert das gegenseitige Helfen ohne Aufrechnen unglaublich gut mit unseren Nachbarn. Unsere direkte Nachbarin zur einen Seite kümmert sich gerne und aufopferungsvoll um unsere Katze, wenn wir nicht da sind, mit den Nachbarn auf der anderen Seite besteht ein angeregter Austausch von Werkzeugen und Gartengeräten. Mit beiden geht es laufend hin und her, und wenn wir das aufrechnen wollen würden (was wir gottseidank nicht müssen), käme man ganz schön durcheinander. Natürlich bekommt die Nachbarin aber regelmäßig Blumensträuße dafür, dass sie sich von unserer Katze schlecht behandeln läßt. Sie sagt jedesmal, wir sollen das nicht machen, aber sie freut sich sichtlich. Außerdem tragen wir ihr gerne schwere Dinge aller Art, da sie das nicht mehr kann, helfen ihr im Herbst bei Abbau ihrer Markise etc.

    Hier funktioniert das Prinzip "ich kann helfen, also mach ich das einfach mal" ganz wunderbar. Auf allen Seiten.

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    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich merke schon, daß mich bestimmte Probleme von Freunden total runterziehen. Es fühlt sich genauso an wie ein eigenes Problem, aber ich bin machtlos, es zu lösen. Ich *kann* nicht helfen, nur mitleiden. Das ist ein Feld, wo ein klarer Blick auf die eigenen Grenzen und wie man sie akzeptiert, ein "mehr auf sich hören", ausgesprochen notwendig ist...
    Das kann ich nachvollziehen. Und ich akzeptiere das auch voll und ganz.

    Nur finde ich dass man damit eben auch anders umgehen kann, eine andere Einstellung dazu haben kann. Statt sich von den Freunden mit Problemen fernzuhalten kann man auch innerlichen Abstand halten. Warum musst Du das Problem lösen? Wieso empfindest Du sie als Deine? Ich finde das in der Tat "grenzenlos", distanzlos. Darin ist meiner Meinung nach nicht nur die Kenntnis eigener Grenzen notwendig, sondern genauso die der Freunde.

    Meine Probleme löse ich ja sowieso selbst. Warum können Freunde nicht einfach da bleiben, unabhängig bleiben? Einfach das tun, was man kann, oder nicht einmal das, nur nicht fallen lassen und sich zurückziehen.

    Ich finde es schrecklich, dass Menschen, die schwer erkranken, finanziell Schiffbruch erleiden, eine Trennung hinter sich haben, plötzlich keine Freunde mehr haben, die Straßenseite gewechselt wird. Was zieht denn wirklich herunter, wenn man selbst gesund und glücklich ist, wenn man einen todkranken Freund besucht, auch wenn man ihm nicht helfen kann? Man wird ja nicht automatisch ebenso krank.

    Ich nehme meiner Freundin ihren Rückzug nicht übel, aber ich kann und will diese Innigkeit von zuvor nicht mehr mit ihr, ich möchte keine "Schönwetterfreundin" in ihr, weil ich sie für eine gute Freundin gehalten hatte. Schönwetterfreunde habe ich genug.
    Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
    "Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama


  4. Inaktiver User

    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich sehe ideelle Hilfestellungen ähnlich wie handfeste. Ja gerne, grundsätzlich auch ohne Aufrechnerei, sofern ein gewisses Maß nicht überschritten wird. Eine Freundin hat das Recht, sich jederzeit bei mir auszuheulen und Trost und Rat zu bekommen. Aber wenn jemand monate- gar jahrelang um dieselben Probleme kreist, ohne eine erkennbare Bereitschaf, daran was zu ändern, dann ist auch meine Hilfsbereitschaft irgendwann am Ende.
    Das sehe ich allerdings auch so. Wenn sich die Freundin ewig im Kreis dreht, dauernd dasselbe erzählt, dabei hat man schon diesen und jenen Ansatz zur Problemlösung geäußert und man kommt zu dem Schluss: es nützt gar nichts, was ich sage oder ob ich überhaupt was sage - dann kann man schon mal die Nase voll kriegen.
    Dann sollte man allerdings auch daran denken, sich selber davor zu schützen, denn dann könnte es eintreten: man wird durch die Freundin-Problematik runtergezogen.
    So was hab ich allerdings auch schon durch, was im Endeffekt bei mir dazu führte, dass die Freundschaft nun nicht mehr existiert.

  5. Inaktiver User

    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das sehe ich allerdings auch so. Wenn sich die Freundin ewig im Kreis dreht, dauernd dasselbe erzählt, dabei hat man schon diesen und jenen Ansatz zur Problemlösung geäußert und man kommt zu dem Schluss: es nützt gar nichts, was ich sage oder ob ich überhaupt was sage - dann kann man schon mal die Nase voll kriegen.
    Dann sollte man allerdings auch daran denken, sich selber davor zu schützen, denn dann könnte es eintreten: man wird durch die Freundin-Problematik runtergezogen.
    So was hab ich allerdings auch schon durch, was im Endeffekt bei mir dazu führte, dass die Freundschaft nun nicht mehr existiert.
    Das sehe ich auch so.

  6. Moderation

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    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von Einzelne Beitrag anzeigen
    Warum musst Du das Problem lösen?
    Weil es das ist, was ich mit meinen eigenen Problemen mache.

    Zitat Zitat von Einzelne Beitrag anzeigen
    Wieso empfindest Du sie als Deine?
    Weil ich will, daß es meinen Freunden gut geht, daß das Leben für sie toll ist, und ihnen alles gelingt was sie anfassen. Ich will nicht, daß meine Freunde unglücklich oder genervt oder krank sind oder am Leben und der Welt verzweifeln. Ich will nicht, daß ihre Katze stirbt und nicht, daß ihr Fahrrad geklaut wird. Ihr Glück macht mich glücklich und ihr Unglück macht mich zornig und unglücklich. Alles andere fände ich, ehrlich gesagt, merkwürdig. Mich macht es fertig, wenn ein Hund leidet, warum sollte mir das bei meinen Freunden weniger ausmachen?
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  7. Inaktiver User

    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von Einzelne Beitrag anzeigen

    Nur finde ich dass man damit eben auch anders umgehen kann, eine andere Einstellung dazu haben kann. Statt sich von den Freunden mit Problemen fernzuhalten kann man auch innerlichen Abstand halten.

    Meine Probleme löse ich ja sowieso selbst. Warum können Freunde nicht einfach da bleiben, unabhängig bleiben? Einfach das tun, was man kann, oder nicht einmal das, nur nicht fallen lassen und sich zurückziehen.

    Ich finde es schrecklich, dass Menschen, die schwer erkranken, finanziell Schiffbruch erleiden, eine Trennung hinter sich haben, plötzlich keine Freunde mehr haben, die Straßenseite gewechselt wird. Was zieht denn wirklich herunter, wenn man selbst gesund und glücklich ist, wenn man einen todkranken Freund besucht, auch wenn man ihm nicht helfen kann? Man wird ja nicht automatisch ebenso krank.
    In Krisen gerät jeder Mensch in seinem Leben und tauchen sie auf ist es schön Freunde als Stütze zu haben. Dann gibt es aber auch die die sich in Dauerkrisen befinden und im Grunde daran nichts ändern wollen über die reden wir hier. Für jene ist man dann eher Mama, Therapeut ectr. je nachdem welche Rollen einem zugewiesen werden und man bereit ist kurzfristig anzunehmen. Das ist keine Beziehung auf Augenhöhe! Langfristig geht sowas schief, wer will schon ausschließlich Probleme wälzen? Also wenn nichts anderes mehr stattfindet, wieso sollte ich mit diesem Menschen noch zusammen sein?

    Klar kann letztlich jeder seine Probleme nur selbst lösen. Innere Distanz dazu kann ich auch herstellen. Was aber unterschwellig abläuft ist u.a. das derjenige außerdem sehr viel Energie abzieht und da muss man alleine schon zum Selbsterhalt Abstand nehmen oder den Kontakt abbrechen.
    Geändert von Inaktiver User (25.07.2013 um 23:21 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In Krisen gerät jeder Mensch in seinem Leben und tauchen sie auf ist es schön Freunde als Stütze zu haben. Dann gibt es aber auch die die sich in Dauerkrisen befinden und im Grunde daran nichts ändern wollen über die reden wir hier.

    Klar kann letztlich jeder seine Probleme nur selbst lösen. Innere Distanz dazu kann ich auch herstellen. Was aber unterschwellig abläuft ist u.a. das derjenige außerdem sehr viel Energie abzieht und da muss man alleine schon zum Selbsterhalt Abstand nehmen oder den Kontakt abbrechen.
    Genau. Es ist schon noch ein Unterschied, ob jemand wirklich gewillt ist, ein Problem zu lösen, ob er bereit ist "mitzuarbeiten" (sozusagen) und man dazwischen auch mal kleinere Erfolgsmeldungen bekommt oder ob einer nur am Jammern ist, sich die "guten Ratschläge" anhört, um dann wieder mit der ganzen Litanei von vorne anzufangen. Davon abgesehen, dass das nicht konstruktiv ist, zehrt das auch an den Nerven. Also dann würde ich auch anfangen zu sagen: ich denke jetzt nur noch an mich, denn was du abziehst, das tut mir nicht gut.

  9. Inaktiver User

    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Weil es das ist, was ich mit meinen eigenen Problemen mache.



    Weil ich will, daß es meinen Freunden gut geht, daß das Leben für sie toll ist, und ihnen alles gelingt was sie anfassen. Ich will nicht, daß meine Freunde unglücklich oder genervt oder krank sind oder am Leben und der Welt verzweifeln. Ich will nicht, daß ihre Katze stirbt und nicht, daß ihr Fahrrad geklaut wird. Ihr Glück macht mich glücklich und ihr Unglück macht mich zornig und unglücklich. Alles andere fände ich, ehrlich gesagt, merkwürdig. Mich macht es fertig, wenn ein Hund leidet, warum sollte mir das bei meinen Freunden weniger ausmachen?
    Ich möchte mal sagen: es ist eine Gratwanderung.
    Es ist eine Arbeit an sich selbst, ein relativ gesundes Maß zu finden: mit welchen Freundes-Problemen setze ich mich auseinander, aber wo ziehe ich die Grenze.
    Letzten Endes musst du für dich selbst sehen, wo DU als eigenes Ich bleibst.

  10. Moderation

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    AW: "Ich höre jetzt mehr auf mich" ohne Rücksicht auf andere

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Letzten Endes musst du für dich selbst sehen, wo DU als eigenes Ich bleibst.
    Ja. Ich sehe das als eine Frage der Widerstandskraft, und der Fähigkeit, mit der Welt, wie sie nun mal ist und wie man sie nicht immer ändern kann, zu leben. Es mag ja auch gut für den Charakter sein, die eigenen Grenzen zu erfahren, auch wenn es nicht besonders angenehm ist.
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